Wer den Erzählungen in Kaffeeküchen lauscht, hat bisweilen das Gefühl, Patienten in der Notaufnahme zuzuhören. Geplante Einsparungen deuten sie wie Amputationen, ständig reißt die Geschäftsführung alte Wunden auf und die Stimmung erreicht die Nulllinie. Erinnern Sie sich noch an die Kunst der Demotivation? Es hat keinen Sinn, darauf zu warten, dass andere die Laune heben. Wiederaufrichtungspropaganda hat noch nie funktioniert! Jeder Versuch von Fremdsteuerung ist letzlich nichts anderes als Manipulation.
Ob Bonussysteme, Gehaltserhöhungen oder immaterielle Lockmittel wie Beförderung und Lob – all diese Kicks von außen führen – wenn sie die einzigen Launeheber bleiben – nur in die innere Kündigung. Denn wer meint, andere motivieren zu müssen, sagt indirekt, dass er sie für Faulpelze und potenzielle Leistungsverweigerer hält. Umgekehrt gilt das genauso: Wer ständig mault und seinen Chef auffordert, ihn mal wieder zu loben, damit er besser arbeitet, bekennt sich zu nichts anderem als dazu, ein antriebsloser Strolch zu sein. Für die Karriere ist das sehr unklug.
Hören Sie also auf andere für den Spaß am Job verantwortlich zu machen! Erstens, weil das nicht geht; zweitens, weil die das nicht können. Man kann Menschen nicht motivieren. Man kann nur beeinflussen, wozu sie bereits von sich aus motiviert sind, betonen Psychologen seit Jahren und sprechen dabei von der intrinsischen Motivation. Für diesen inneren Antrieb sind allein ein hohes Maß an Freiheit, Selbstverwirklichung und Handlungskontrolle ausschlaggebend. Das allerdings kann und sollte (!) Ihnen Ihr Chef einräumen. Suchen Sie also nicht nach Aufputschmitteln in Kaffeeküchen, sondern nach dem Sinn in Ihrer Arbeit. Dann kommt die Freude daran von allein.







Ulrike Sennhenn
Hallo Jochen!
Ui … Spaß und Freude bei der Arbeit? Da werden aber bei vielen tiefe Glaubensmuster torpediert …
“Im Schweiße meines Angesichts” … “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!” … “Ich geh arbeiten, weil ich arbeiten MUSS (um Geld zu verdienen) – nicht weil ich will!” …
Wer WILL denn Spaß und Freude haben … bei der Arbeit?
Fröhliche Grüße, Ulrike