Dunbar-Freunde-Anzahl
Echte Freunde sind unbezahlbar. Deshalb haben wir in der Regel auch nicht allzu viele davon: Sie bleiben Freunde ein Leben lang - unabhängig davon, wie gut es uns geht, wie erfolgreich wir sind, was wir für sie tun können. Sie sind immer da, erst recht wenn wir sie am nötigsten brauchen. Und im Gegensatz zu unserer Verwandtschaft können wir sie uns auch noch aussuchen! Wahre Freunde eben, die das Leben leichter, besser, lebenswerter machen. Aber wie viele unserer angeblichen Freunde sind wirklich unsere Freunde? Oder anders gefragt: Was denken Sie: Wie viele wahre Freunde haben Sie? Falsch! Es sind deutlich weniger...

Viele Freunde? Dahinter steckt oft nur Wunschdenken

Enge FreundeDie Studienergebnisse von Forschern der Universität Tel Aviv und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) sind ernüchternd: Demnach ist die Zahl unserer Freunde deutlich kleiner, als wir immer denken. Stellen Sie sich dazu einfach vor, wie viele Menschen Sie als Ihre Freunde bezeichnen würden - dann teilen Sie diese Zahl bitte durch zwei. Voilá, so viele Freunde haben Sie wirklich. Das jedenfalls sagen die Wissenschaftler.

Oder präziser: Nur die Hälfte der Menschen, die wir zu unseren Freunden zählen, würde dasselbe auch über uns sagen. "Freundschaft", so der Studienautor Erez Shmueli, "beruht ganz häufig nicht auf Gegenseitigkeit."

Die Wissenschaftler entwickelten dafür einen Algorithmus, befragten 84 College-Studenten nach ihren Kommilitonen, die sie allesamt auf einer Skala von 0 bis 5 bewerten sollten.

  • Die Punktzahl 0 stand für "Ich kenne diese Person nicht"
  • 3 stand für "Freund"
  • 5 für "Gehört zu meinen besten Freunden"

Ab der Punktzahl 3 qualifizierte man sich also als Freund - das geschah dabei sogar 1.353 Mal.

Nun sollten die Probanden aufschreiben, wie sie wohl selbst von den anderen bewertet worden seien. In 94 Prozent dieser Fälle, also 1.273 Mal, glaubten die Probanden daran, dass der von ihnen auserkorene Freund sie ebenfalls so bezeichnet hätte. Aber denkste: Die Realität sah anders aus. Gerade einmal 50 Prozent der Befragten bestätigte die Freundschaft.

Da die Stichprobe in der Tat klein war, verglichen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse mit früheren Studien. Doch auch hier das gleiche Bild: Der Anteil gegenseitiger Freundschaften schwankte zwischen 34 und 53 Prozent. "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir Schwierigkeiten damit haben, unsere wahren Freunde zu erkennen", schreiben die Autoren. "Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Möglichkeit einseitiger Freundschaft unser Selbstbild ankratzt."

Enge Freunde wechseln alle 7 Jahre

Extra-Tipp-IconAlle sieben Jahre verlieren wir angeblich die Hälfte unserer engsten Kontakte. Das hat der niederländische Soziologe Gerald Mollenhorst ermittelt. Für seine Langzeituntersuchung wertete der Forscher insgesamt 1007 Datensätze von Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aus. Während seiner mehrjährigen Interviews stellte er jedoch fest, dass zwar die Anzahl unserer engen Freunde im Verlauf von sieben Jahren einigermaßen stabil blieb, die Beziehungen selbst aber wechselten. Nur 30 Prozent der Freunde von einst standen noch im gleich engen Verhältnis zueinander wie zuvor und nur 48 Prozent waren überhaupt noch miteinander befreundet. Der Rest bestand aus einem völlig neuen Freundeskreis.

Gute Freunde: 7 Menschen, mit denen wir uns mehr umgeben sollten

5MenschenZeig mir deine Freunde - und ich sag dir, wer du bist... Das Bonmot kennen Sie sicher. Wahr ist aber auch: Mit den Menschen, mit denen wir uns umgeben, entscheiden wir zugleich, was aus uns werden könnte.

Es gibt Menschen mit infektiösem Charakter: Sie bremsen, ziehen einen herunter - weil sie es selbst nicht besser wissen oder anderen nicht gönnen, weiter zu kommen als sie selbst.

Und es gibt die anderen: Mutmacher, Ratgeber, Unterstützer, ... Wahre Freunde, an denen und mit denen man wachsen kann. Mindestens 7 Typen fallen uns ein, mit denen wir uns (mehr) umgeben sollten...

Die Typologien wurden diesmal durchweg weiblich formuliert - was aber nicht bedeuten soll, dass es sie nicht auch als männliche Freunde gäbe. Gibt es natürlich! Wir wollten lediglich mal etwas anders machen als sonst.

  1. Die Inspirierende

    Sie gibt einem immer das Gefühl: Alles ist möglich! Und sie unterstützt auch die wildesten Träume und Ideen mit weiteren Vorschlägen und Anregungen. Jeder braucht mindestens eine private Cheerleaderin.

  2. Die Ehrliche

    Sie spricht aus, was andere nur denken. Liebevoll, aber hart in der Sache. Damit ist Sie eine Art Korrektiv zur Cheerleaderin. Und persönlich oder gar übel nehmen darf man ihre offenen Worte nie. Sie meint es nur gut.

  3. Die Komplizin

    Manchmal braucht man nicht nur Unterstützer im Geiste, sondern auch in der Tat. Freunde, mit denen man durch Dick und Dünn gehen oder Pferde stehlen kann. Sie lassen einen nie hängen und sind da, wenn man sie braucht - ohne Erwartung einer Gegenleistung.

  4. Die Optimistin

    Ja, Sie ist ein Träumer und blickt gerne durch die rosarote Brille. Auf den ersten Blick mag das naiv erscheinen, auf den zweiten Blick aber hilft so jemand enorm dabei, auch das Gute zu sehen, die positiven Seiten, die Chancen, die wir mit unseren Zweifeln und Ängsten sonst gerne übersehen.

  5. Die Bedingungslose

    Sie akzeptiert einen, so wie man ist - mit all den Macken und Fehlern, die wir alle haben. Sie ist ein verlässlicher Partner, eine perfekte Gastgeberin, in deren Nähe wir uns einfach wohlfühlen und zur Ruhe kommen können. Und einfach so sein können, wie wir sind.

  6. Die Komödiantin

    Humor macht das Leben schöner. Gut, wer jemanden an seiner Seite hat, der nicht nur für jeden Spaß zu haben ist, sondern auch schwierige Situationen mit einem Lächeln oder Humor zu entschärfen weiß. So jemand macht Limonade, wenn man ihm oder ihr Zitronen zuwirft. Und sie hilft, das Lachen auch dann wieder zu finden, wenn man glaubt, dass es nichts mehr zu lachen gibt.

  7. Die Zuhörerin

    Sie hat immer ein offenes Ohr - weil Sie sich wirklich für einen interessiert. Sie lässt einen Sätze vollenden, auch wenn man noch um Worte ringt. Und sie stellt gute Fragen, die die eigenen Gedanken wieder auf den Weg zurücklenken. Gute Zuhörer müssen gar nicht viel sagen, aber wenn sie etwas zu sagen haben, sollte man selbst zuhören.

PS: Typologien sind natürlich immer auch Zuspitzungen, die in dieser Reinform selten auftreten. Wahrscheinlicher ist, dass gute Freunde mehrere Rollen auf sich vereinen, vielleicht sogar alle gleichzeitig. Nur fehlen sollte im Freundeskreis keine.

Dunbar-Zahl: Wir haben nicht mehr als 148 Freunde

Extra-Tipp-IconZwar haben wir dank Social Media heute tatsächlich mehr Kontakte, aber längst nicht so viele wie angenommen: Eine jüngere Studie des Psychologen Robin Dunbar von der britischen Oxford Universität kommt zu dem Ergebnis: Mehr als 200 Freunde können wir auch gar nicht haben. Bei seinen Untersuchungen unter mehr als 3.300 Probanden wollte Dunbar herausfinden, ob Social Media, wie Facebook, Instagram oder Twitter, zu einer höheren Anzahl von Freunden führen. Aber dem ist nicht so. Im Durchschnitt lag die Anzahl der sogenannten Freunde laut den Untersuchungen zwischen 155 und 183 Personen, wobei Frauen tendenziell mehr Bekannte hatten als Männer.

Allerdings - und das deckt sich mit der israelischen Studie oben - gaben selbst intensive Social-Media-Nutzer an, nur 28 Prozent ihrer Facebook-Freunde seien "echte" Freunde. Auf die Frage, an wen sie sich bei ernsthaften Problemen wenden würden, nannten die Befragten indes nur Zahlen zwischen vier und 14 Freunden.

Das Ergebnis deckt sich mit Dunbars früheren Forschungen zu Beginn der Neunzigerjahre, aus denen schon die sogenannte Dunbar-Zahl hervor ging: Danach können Menschen nur zu maximal 148 anderen Menschen stabile Beziehungen halten.

Auch als Bruno Gonçalves von der Indiana Universität in einer Studie sechs Monate lang rund 380 Millionen Tweets auswertete, stellte er fest: Dort pendelte sich die Zahl der Kontakte der Twitterati ebenfalls zwischen 100 und 200 Menschen ein. Im Fachjargon wird dies auch "Social Brain-Hypothese" genannt. Danach ist unser Gehirn darauf limitiert, nicht mehr als rund 200 Beziehungen zu pflegen und zu verarbeiten.

11 Dinge, wofür wir Freunden viel zu selten danken

11 Dinge, wofür wir Freunden viel zu selten dankenWie oft sagen wir unseren Freunden eigentlich Danke - einfach dafür, dass sie unsere Freunde sind? Dankbarkeit beginnt zwar im Kopf. Ab und an muss man sie aber auch verbalisieren, um eine Freundschaft zu pflegen. Wert ist sie das allemal. Zwar funktionieren gute Freundschaften auch ohne viele Worte, aber dem anderen gelegentlich zu zeigen, was er einem bedeutet, hat noch keiner Beziehung geschadet.

Wenn Sie also das nächste Mal wieder einen guten Freund oder eine gute Freundin treffen, sagen Sie doch einfach DANKE - zum Beispiel so...

  1. Danke, dass du selbstlos bist

    Es ist vielleicht das, was wahre Freunde am ehesten auszeichnet: Sie rechnen nicht auf. Wer uns einen Gefallen tut, spekuliert in der Regel darauf, damit auch etwas bei uns gut zu haben. Freunde nicht. Und sie erinnern uns auch nie daran, nicht einmal subtil.

  2. Danke, dass du immer ehrlich zu mir bist

    Und zwar auch dann, wenn wir die Wahrheit vielleicht gar nicht hören wollen. Natürlich sagt ein Freund das nicht, um uns zu verletzen, sondern um uns auf tote Blickwinkel aufmerksam zu machen, Motto: Ich sehe was, was du nicht siehst... Und er hält uns dabei einen nützlichen Spiegel vor, der uns davor bewahrt, abzuheben oder falsche Entscheidungen zu treffen.

  3. Danke, dass du an mich denkst

    Mal ehrlich: Wann haben Sie einem Freund oder einer Freundin einen kleinen Gruß gemailt, gesimst, geschrieben? Einfach so. Ein kurzes "Ich denke gerade an dich." reicht schon. Seelenverwandte Freunde haben sogar einen regelrechten siebten Sinn dafür, wann es uns schlecht geht - und melden sich. Und das ist enorm aufbauend: zu wissen, jemand sorgt sich um dich...

  4. Danke, dass du mich herausforderst

    Ein guter Freund ist alles andere als ein Ja-Sager. Mitunter besitzt er auch das Wesen eines veritablen Arsch-Treters, der uns aus unseren Komfortzonen herauskickt und dazu ermutigt, mehr aus uns zu machen. Und uns immer wieder an unsere einstigen Ziele erinnert - auch wenn das gewaltig nerven kann - es ist ja nur zu unserem Besten.

  5. Danke, dass du mich nicht verurteilst

    Es ist ein Irrglaube, dass gute Freunde immer einer Meinung sein müssten oder alles gleich gut finden. Dann könnten sie niemals korrigierend wirken. Aber es gibt einen Unterschied zwischen beurteilen und verurteilen. Festzustellen, dass man es anders sieht und bewertet und das so stehen zu lassen, können nur wahre Freunde. Der Rest bewertet und wertet einen ab.

  6. Danke, dass du nicht nachtragend bist

    Auch in Freundschaften werden Fehler gemacht - auf beiden Seiten, denn zum Streiten gehören immer zwei. Dann wird diskutiert, Argumente wechseln hin und her, vielleicht auch ein paar unschöne Worte. Irgendwann, wenn sich die Gemüter beruhigt haben, vertragen und vergeben sich beide wieder. Der Trick ist, dann nicht nur zu vergeben, sondern auch zu vergessen und eben nicht nachtragend zu sein. Wahre Freunde können das.

  7. Danke, dass du mir treu bleibst

    Auch das charakterisiert gute Freunde: Manchmal zieht man um und weit weg. Bekanntschaften wechseln dann, Freunde bleiben und halten den Kontakt. Mehr noch: Bei einem Wiedersehen fühlt es sich an, als wäre man nie weg gewesen. Freundschaften können so Jahrzehnte überdauern.

  8. Danke, dass du zu mir stehst

    In guten wie in schlechten Zeiten. Ersteres ist natürlich einfach, wahre Freundschaft offenbart sich daher erst in der zweiten Bewährungsprobe: Wenn sich andere gegen uns stellen, der Erfolg ausbleibt oder wir vielleicht sogar einen schlimmen Fehler gemacht haben, dann ist auf die Freunde immer noch Verlass - und falls nötig verteidigen sie uns, stellen sich schützend vor uns oder wissen zumindest guten Rat, wie sich alles wieder einrenken lässt.

  9. Danke, dass du mich stets wieder aufmunterst

    Wir alle haben mal einen schlechten Tag, manchmal dauert der auch gleich 72 Stunden lang. Gute Freunde sorgen dafür, dass es erst gar nicht so weit kommt. Sie kennen uns gut und wissen, was wir in dem Moment brauchen - die richtigen Worte, ein offenes Ohr und eine Tasse Kaffee zum Beispiel.

  10. Danke, dass du genauso verrückt bist wie ich

    Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? Eben. Aber gute Freunde ticken dazu noch genauso wie wir. Mit ihnen kann man auch mal spontanen Blödsinn machen - und jede Sekunde davon genießen. Selbst den gemeinsamen Kater am Morgen danach.

  11. Danke, dass du DU bist

    Ganz klar und einfach.

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