Wundersam sind die Wege zum Ruhm. Womöglich sind es aber auch nur Irrwege. Als Maria Kalpidou die Profile von Studenten am Assumption College in Massachusetts untersuchte, stellte sie fest: Die Anzahl der Facebook-Kontakte, die jemand hat, sind eher ein Negativindikator für dessen Sozialkompetenz. So hatten Erstsemestler mit mehr als 200 virtuellen Freunden auffällig weniger Selbstbewusstsein und auch weniger reale Freunde als jene mit unter 200 Kontakten.
These effects wore off over time, however, as upper-class students surveyed with 200 or more friends showed higher levels of social adjustment and enthusiasm for their school (”school spirit”). Kalpidou suggested this may be due to upper-class students using Facebook more effectively as a way to enhance their social life, rather than a means to an end.







Torsten Luttmann
Ich habs doch gewußt! ;-)
Jürgen
: D
Ohja, 200 ist garnichts, ich hab da schon mehr gesehen. Aber ist das nicht klar? Umso mehr oberflächliche freunde man hat, desto weniger Platz bleibt für gute übrig.
Jeanette Fuchs
So, da steht man also nun mit seinen mühsam gesammelten 199 Xing-Kontakten und 300 Millionen Facebook-Freunden. Erst tönt es aus allen Ecken des Karriere-WWW, man möge sein gepushtes Ego gefälligst irgendwie auf die erste Google-Seite befördern und parallel dazu die lustigen Wies’n-Fotos mit dem Bierkrug in der Hand ganz dezent einer anderen Online-Identität in die Schuhe schieben (ein leichtes für alle Peter Müllers und Susi Schmids), und nun droht schon der akute Kursverfall des persönlichen Online-Netzwerkes. 200 Kontakte oder mehr als Indikator sozialer Dysfunktion im realen Leben? Hat der versierte Karriereforscher Recht, dann müsste sich der Kollege mit seinen armseligen 33 Kontakten endlich nicht mehr wie der einsamste Mensch der Welt fühlen, sondern mutiert plötzlich zum Trendsetter. Qualität vor Quantität.
So, wie schrumpft man also sein Xing-Netzwerk gesund? Wie kündigt man eigentlich Moses aus Kenia, den man niemals gesehen hat oder Volodya aus Russland, der trotz kaum erkennbarer, gemeinsamer Schnittmenge des Berufsprofils große Potentiale für das gemeinsame Business sieht, die Facebook-Freundschaft? Darf ich Markus Kavka, der es höchstwahrscheinlich ohne sein Wissen und Zutun zu einem beachtlichen Kreis von 3.565 Freunden geschafft hat, in meinem Netzwerk behalten ohne unglaubwürdig zu wirken?
Und ist man nicht selbst ein Vorreiter des Trends, indem man sich stets den Funken Stolz bewahrt und sich an der wachsenden Anti-Gruppe nicht akzeptierter „Freunde“ ergötzt hat? Und ja, dabei tauchte die Frage auf, für diese Looser, die es nicht ins eigene Netzwerk geschafft haben, eine öffentliche Gruppe zu gründen. Ist das möglich? Ist das gemein? Demonstriert man mit Statusmeldungen nun cosmopolitisches Jetsetter-Dasein oder zeugt es eher davon, dass man nichts Besseres zu tun hat? Ist es politisch-korrekt Gruppenfotos zu posten, um sich selbst als Teil einer wichtigen Runde zu positionieren und jedes Gruppenmitglied ungefragt darauf zu „markieren“ ? Ist es noch seriös mit Event-Dieter (4502 Xing-Kontakte) befreundet zu sein? Oder gilt es wirklich als erstrebenswert einen direkten Verbindungspfad zu Monaco-Kerstin (11212 Xing-Kontakte) aufzubauen? Heute noch Must-have, morgen schon Faux-pas? Gibt es ein Leben ohne twitter? Demonstriere ich nur mit bestehendem del.icio.us-Account Geschmack? Muss ich mein Ich tatsächlich bei 123people ins rechte Licht rücken und muss ich bei VIP-Ranking Faktor 328 ( was wohl dem „V.U.P.-Status“ entspricht: Very Unimportant Person) rot werden? Fragen über Fragen, auf das die Netzwelt mit ihren eigenen, schwammigen Gesetzen täglich neu kreierte Antworten hat. Und manchmal stellt sich schlicht und einfach die Frage: In welcher Welt leben wir hier eigentlich?
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