Es ist Frühling. Überall blüht und duftet es – nach frischem Gras, nach Blumen, nach frischen Erdbeeren. Es ist schon erstaunlich, was derlei Gerüche auslösen können: Kindheitserinnerungen werden wach, große emotionale Momente. Kein Wunder: Gerüche zielen direkt auf unser Gehirn. Über das Limbische System, der Schaltzentrale unserer grauen Zellen, können Aromen Instinkte wie Hunger oder Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten oder Sympathie – noch bevor wir einen Duft überhaupt bewusst wahrnehmen. Selbst unser Gedächtnis wird von Düften geleitet: Ein leichter Hauch von Gewürzbonbons oder Glühwein und schon denken wir an Weihnachten. Sogar verschollene Erinnerungen können Düfte wiederbeleben. Von anderen Odeurs weiß man, dass sie die Leistungsfähigkeit beeinflussen: Zitronenaroma (PDF) etwa fördert die Konzentration, Lavendel hilft, mathematische Aufgaben schneller und Fehler freier zu lösen, Vanille oder Ylang-Ylang können Stress abbauen, Pfefferminze soll den Geist beleben und Jasminduft angeblich besser schlafen lassen.

Aber darauf wollte gar nicht hinaus. Was ich eigentlich kolportieren wollte, ist eine bemerkenswerte Studie von Elizabeth E. Devore und ihren Kollegen von der Harvard Medical School in Boston, wonach der Verzehr von Beeren im Allgemeinen und Erdbeeren im Besonderen nicht nur gesund und genussvoll ist, sondern sogar den Alterungsprozess unseres Gehirns verlangsamen kann – und das gleich um mehrere Jahre.

Erdbeeren sind Nüsse

Die Erdbeere (Fragaria) gehört zur Familie der Rosengewächse und ist bei uns besonders im Frühjahr beliebt als Rohkost – gezuckert oder pur. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind aber die zahlreichen kleinen gelben Nüsschen an der Oberfläche des Fruchtfleischs. Deshalb ist die Erdbeere genau genommen eine Nuss.

Die Forscher griffen dabei auf die Daten einer Langzeitstudie zurück, bei der rund 16.000 Krankenschwestern über einen Zeitraum von von mehr als 30 Jahren beobachtet wurden – deren Essgewohnheiten genauso wie deren kognitive Fähigkeiten. Und tatsächlich: Wer über die Jahre viele frische Beeren gegessen hatte, war – um es salopp zu sagen – ebenfalls noch ziemlich frisch in der Birne geblieben. Im Schnitt verjüngten die inzwischen bis zu 70-jährigen Probandinnen ihre Hirnleistungsfähigkeit um bis zu zweieinhalb Jahre.

Besonders schön finde ich aber auch den Nachsatz von Doktor Devore: Denn während Beeren einen besonders positiven Effekt auf die Gedächtnisleistung hatte, fanden die Forscher auch noch einen anderen Stoff, der – in Maßen genossen – gut für unser Gehirn ist: Rotwein.

Na dann, Prost!