Mit leichten Warnsignalen fängt es an. Morgens kommt man immer schwerer aus dem Bett, ab Mittag zählt man die Stunden rückwärts, die Kollegen nerven, der Chef sowieso. Und den Spaß an der Arbeit – den kennt man allenfalls noch aus der Erinnerung.

Wer solche Symptome kennt, schlimmer noch: wer sie jede Woche erlebt, lebt bereits im Zustand der inneren Kündigung. In einer solchen Situation sollte man die Ursachen genau analysieren, eventuell gegensteuern, falls das noch geht, aber auch in Erwägung ziehen, den Job zu wechseln – und zwar bevor der einen krank macht und den Ruf nachhaltig beschädigt. Denn ohne Leidenschaft keine Leistung!

Mit der folgenden Checkliste können Sie feststellen, ob Sie noch zu Ihrem Job passen. Wer drei oder mehr der genannten Indizien bei sich beobachtet, hat womöglich einen guten Zeitpunkt erreicht, um über einen Abschied nachzudenken:

Der Job macht krank. Schon der Gedanke wieder ins Büro zu müssen, erfüllt Sie mit Angst. Kaum da zählen Sie nur noch die Stunden, die Sie vom Feierabend trennen. Stress und Frust überlagern alles, was an dieser Arbeit jemals Spaß gemacht hat. Warum so weitermachen?
Es gibt keine Herausforderungen mehr. Die Zukunft besteht zu 50 Prozent aus Routine und 50 Prozent Langeweile. Gefährlich! Im Dämmerzustand passieren die schlimmsten Fehler. Ab hier kann es nur noch bergab gehen.
Sie können Ihren Chef nicht ausstehen – das beruht auf Gegenseitigkeit. Er fragt sie weder nach Ihrer Meinung, noch zieht er Sie ins Vertrauen oder versorgt Sie mit Insider-Informationen. Und wenn Sie mal anderer Meinung sind, mischt sich unter seine Abwehr stets ein persönlicher Angriff. Vielleicht haben Sie ihn schwer verärgert oder verletzt. Vielleicht sind Sie aber einfach nur der falsche Typ am falschen Platz. Egal, denn so oder so sitzen Sie in der Patsche. Entweder Sie bereinigen das im Vier-Augen-Gespräch oder ein solcher Boss wird Ihnen das Leben zur Hölle machen. Schlau ist, wer geht, bevor der Boden noch heißer wird.
Sie passen nicht mehr ins Team. Weder sind Sie bereit, Ihre Werte noch Ihre Verhaltensweisen denen des Unternehmens anzugleichen. Und jedes Mal wenn Sie tun, was man von Ihnen erwartet, schlägt Ihr Gewissen an. Ein deutliches Zeichen: Besser Sie gehen, bevor Sie in einen handfesten Skandal verwickelt werden.
Ihre Kollegen können Sie nicht leiden. Auf dem Flur spricht kaum noch einer mit Ihnen und in der Kantine schauen Sie allenfalls die Augen in der Suppe an. Isoliert sind Sie schon. Als nächstes leidet die Qualität Ihrer Arbeit. Falls sich das nicht mehr reparieren lässt, werden die kommenden Jahre eine Isolationshaft gleichen.
Bei Sonderprojekten fragt man andere, jüngere, weniger erfahrene Kollegen, während man Ihnen höchstens Standard-Aufgaben überträgt. Klarer Fall: Sie genießen nicht mehr das Vertrauen Ihres Vorgesetzten und sitzen auf dem absteigenden Ast. Wer tatsächlich zu den Leistungsträgern zählt, dem passiert so etwas nicht. Entweder, Sie starten sofort ein Comeback, das allen beweist, dass Sie es noch drauf haben, oder Sie ziehen die Reißleine – bevor es andere tun.
Das Unternehmen ist auf dem absteigenden Ast. Wem klar wird, dass er auf der Titanic arbeitet, sollte das nächstbeste Rettungsboot erwischen, bevor es voll ist. Das mag illoyal sein, läuft aber umgekehrt genauso.
Die Lebensumstände haben sich gravierend geändert. Die Familie ist gewachsen, Ihre Prioritäten haben sich verschoben oder Sie steuern in eine andere Zukunft als das Unternehmen – ab hier entscheidet Ihre Kompromissbereitschaft über den Fortgang der Karriere.