Zwei Meldungen – beide verheißen trübe Aussichten.

Die erste Nachricht kommt von Stepstone und betrifft das Jobklima. Die Jobbörse hat 6183 Fach- und Führungskräfte nach der aktuellen Arbeitsatmosphäre befragt – und heraus kam: 42 Prozent beklagen ein enttäuschendes Arbeitsklima. 39 Prozent sind im Großen und Ganzen zwar zufrieden, bemängeln aber zunehmend schlechte Tage, nur 19 Prozent der Arbeitnehmer lobten ihre gute Arbeitsatmosphäre. Übrigens: Im internationalen Vergleich ist das Arbeitsklima nur in italienischen Unternehmen noch schlechter als in deutschen. In Italien bewerten lediglich 14 Prozent der Befragten ihre Arbeitsatmosphäre positiv. Am zufriedensten sind die Menschen dagegen in Norwegen: 35 Prozent finden die Stimmung im Büro motivierend.

Die zweite Nachricht ist eine aktuelle Hewitt-Studie zur Gehaltsentwicklung in Europa, in der Gehaltserhöhungsangaben von rund 2000 Unternehmen aus mehr als 40 Ländern Europas ausgewertet wurden. Deren Essenz: In 2009 sollten deutsche Arbeitnehmer keine großen Gehaltssprünge erwarten. Hierzulande ist nur mit einem druchschnittlichen Zuwachs von 3,6 Prozent (2008: 3,3 Prozent) zu rechnen. Bei einer derzeitigen Inflationsrate von 3,3 Prozent (Statistisches Bundesamtes, Juni 2008) kommt davon im Geldbeutel der Betroffenen aber praktisch so gut wie nichts an.

Im europäischen Ländervergleich sehen die Gehaltsprognosen übrigens so aus: Die Arbeitnehmer in den Niederlanden dürfen 2009 mit 4,2 Prozent den größten Gehaltssprung erwarten. Bei den Spaniern dagegen steigen die Gehälter deutlich schwächer als im Vorjahr. Der Übersichtlichkeit halber das Ganze auch als Tabelle:

Land 2008* 2009* Relativtrend
Niederlande 3,8 4,2 ( / )
Deutschland 3,3 3,6 ( / )
Schweiz 2,9 3,1 ( / )
Belgien 4,0 4,2 ( / )
Großbritannien 4,0 4,0 ( – )
Schweden 3,6 3,4 ( \ )
Griechenland 5,0 4,8 ( \ )
Spanien 4,5 3,7 ( \ )

* (erwartete) durchschnittliche Gehaltssteigerungen in Prozent