Führungskräfte: Was sie mitbringen müssen
Auf den ersten Blick scheint eine Führungsposition das Ziel jedes Arbeitnehmers zu sein. Man hat es in seiner Karriere weit gebracht, trägt Verantwortung für Personal und wichtige Projekte, kann bei Entscheidungen des Managements mitwirken und verdient zusätzlich auch alles andere als schlecht. Doch einer Umfrage aus dem letzten Jahr zu Folge, sind es gerade einmal 12 Prozent der Arbeitnehmer, die eine Führungsposition oder wenigstens Führungsverantwortung anstreben. Dieser Anteil wirkt relativ klein, doch woran liegt das? Die einfache Antwort: Nicht jeder kann Chef! Neben einigen Vorteilen gibt es eben auch viele Anforderungen, denen nicht jeder gerecht wird. Wir zeigen, was Führungskräfte mitbringen müssen, um ihren Job gut zu machen...

Traumjob Führungskraft: Sind Sie sich sicher?

Klar, Anforderungen bringt jeder Job und jede Position mit sich, das ist keine Überraschung. Da scheinen die Vorzüge, die eine Führungskraft genießt, ein angemessener Ausgleich zu sein. Haben Sie sich aber schon einmal eine wichtige Frage gestellt: Würden Sie mit Ihrem Chef tauschen? Diese Frage bringt so manchen Arbeitnehmer ins Grübeln...

Oft ist die Antwort ein klares Nein, aber es folgen auch viele Erklärungen: Man selbst würde natürlich ohnehin alles ganz anders und definitiv besser machen, als der jetzige Chef. Aber würden Sie das wirklich? Auch wenn es unbestreitbar schlechte Führungskräfte gibt, geben sich die meisten doch alle Mühe und versuchen nach besten Kräften, einen guten Job zu machen.

Doch neben der eigenen Haltung gibt es einige Faktoren, die auf Führungskräfte einwirken. Dazu gehören unter anderem:

  • Erwartungen und Vorgaben der Geschäftsführung
  • Unternehmens-, Quartal- und Projektziele
  • Erwartungen und Bedürfnisse der unterstellen Mitarbeiter
  • Kundenwünsche und -erwartungen

Führungskräfte: Diese Eigenschaften brauchen sie

Monkey Business Images/shutterstock.comDiese Faktoren sollen kein Mitleid gegenüber Führungskräften auslösen, sondern dazu beitragen, die ein oder andere Entscheidung vielleicht besser zu verstehen. Doch wie bereits anfangs erwähnt, ist nicht jeder für die Arbeit als Führungskraft geeignet. Sollten Sie selbst mit dem Gedanken spielen, in Ihrer beruflichen Laufbahn eine Führungsposition anzustreben oder wollen Sie sich ein besseres Bild von den Qualitäten Ihres aktuellen Vorgesetzten machen, sollten Sie auf die folgenden Eigenschaften achten, die eine gute Führungskraft braucht.

  1. Kritikfähigkeit

    Es klingt banal, ist in der Praxis jedoch leider ganz und gar nicht selbstverständlich: Führungskräfte sollten sich konstruktive Kritik anhören, diese ernst nehmen und bei Bedarf Konsequenzen ziehen. Ja, davon können Sie in manchen Unternehmen nur träumen. Doch das ändert nichts daran, dass gute Führungskräfte Kritik als Chance und notwendigen Teil der Arbeit und eben nicht als lästige Störung sehen und nutzen sollten.

  2. Empathie

    Nein, Sie müssen sich nicht krampfhaft mit Ihren Mitarbeitern anfreunden - das kann die Arbeit sogar erschweren - und auch das Privatleben Ihrer Teammitglieder muss nicht Ihr Thema sein. Dennoch sollten Sie sich in Menschen einfühlen und Probleme und Unzufriedenheit rechtzeitig erkennen können. Wer sein Team nur als eine Ansammlung von Fachkräften sieht und menschliche Aspekte völlig vernachlässigt, wird seiner Verantwortung als Führungskraft ganz sicher nicht gerecht.

  3. Ehrgeiz

    Vorweg eine wichtige Unterscheidung: Ehrgeiz ist nicht mit Skrupellosigkeit gleichzusetzen! Als Führungskraft sollten Sie einen gewissen Ehrgeiz an den Tag legen, Ziele konsequent verfolgen und sich mit aller Kraft einbringen. Doch das bedeutet nicht, dass Sie für den Erfolg Ihre Mitarbeiter oder Kollegen opfern und beiseite drängen sollten. Ehrgeiz kann durchaus kollegial gelebt und umgesetzt werden.

  4. Entscheidungsfähigkeit

    Chefs und Vorgesetzte, die sich nur schwer oder langsam entscheiden, können für eine Team eine echte Strafe sein. Selbst unpopuläre Entscheidungen sind in den meisten Fällen besser als gar keine Entscheidung und fehlende Ansagen. Als künftige Führungskraft sollten Sie Entscheidungen daher zwar überlegt, jedoch zügig treffen - und dann zu den Konsequenzen stehen.

  5. Kommunikationsfähigkeit

    Nein, Sie müssen als Chef nicht alle Entscheidungen mit Ihrem Team besprechen und auch nicht jeden Schritt erläutern. Doch Sie sollten wissen, wann Sie mit Ihren Mitarbeitern sprechen müssen und welche Informationen Sie wann - oft vorab - kommunizieren sollten. Einsilbige Chefs, denen man jede Information mühsam entlocken muss, sind für Mitarbeiter wirklich anstrengend.

Führungskräfte: Was die besten Chefs tun

Bei den Führungskräften verhält es sich genauso wie bei den Kollegen oder im Freundeskreis: Es gibt solche und solche. Die oben genannten Eigenschaften bilden in vielen Fällen das Grundgerüst einer guten Führungskraft. Es sind die Eigenschaften, die eine gute Führungskraft erst auszeichnen. Die besten Chefs zeichnen sich aber auch dadurch aus, wie sie diese Eigenschaften in der täglichen Arbeit einsetzen und wie sie sich ihrem Team gegenüber präsentieren. Drei Dinge, die die besten Chefs tun.

  1. Sie hören nicht auf zu lernen

    Die besten Führungskräfte verstehen, dass es immer neue Dinge zu lernen gibt. Kann etwas einfacher oder schneller erledigt werden? Kann man aus einem Fehler Rückschlüsse ziehen? Wie zufrieden sind die Mitarbeiter mit der Situation und was kann daran geändert werden? Hat ein Chef sich erst einmal mit einer Situation abgefunden und strebt nicht mehr nach Verbesserungen, wird es für die Mitarbeiter häufig zum Problem.

  2. Sie zeigen Loyalität

    Für Vorgesetzte hat Loyalität gleich mehrere Dimensionen. Einerseits besteht Loyalität gegenüber dem Unternehmen und Arbeitgeber, dessen Vorgaben und Richtlinien umgesetzt und eingehalten werden. Gleichzeitig stehen sie ihrem Team loyal zur Seite und stehen für dessen Belange und Wünsche ein. Den besten Führungskräften gelingt ein Spagat zwischen diesen beiden Extremen, der am Ende für Zufriedenheit auf allen Seiten sorgt.

  3. Sie leben Selbstdisziplin vor

    Als Chef ist es auch wichtig, seine eigene Vorbildfunktion zu erkennen und diese auch auszufüllen. Wer von seinen Mitarbeiter diszipliniertes und motiviertes Arbeiten erwartet, sollte diese auch selbst zelebrieren und mit Selbstdisziplin voran gehen. Oder anders ausgedrückt: Wie soll ein Team geführt werden, wenn die eigenen Vorstellungen nicht einmal selbst umgesetzt werden?

Führungskräfte: Welche Werte es benötigt

Monkey Business Images/shutterstock.comWelche Fähigkeiten in den Managementetagen der Wirtschaft gewünscht werden, lernen die meisten angehenden Führungskräfte bereits an den Universitäten. Aus den Hörsälen kommen brillante Analytiker und kühl kalkulierende Strategen, die gelernt haben, ihre Ziele geradlinig zu verfolgen, zur Not auch über Widerstände hinweg. Das macht sie enorm durchsetzungsstark, aber auch gefährlich: Ihnen fehlt die Wertorientierung, die es braucht, um eine gute Führungskraft zu werden. Diese Werte sollten Chefs vertreten:

  • Zuverlässigkeit. Ein Chef, der nicht zu seinen Entscheidungen steht, verliert das Vertrauen seiner Mitarbeiter. Vertrauen ist der Anfang von allem, vor allem aber zwingende Voraussetzung für Respekt und Glaubwürdigkeit, die Führungskräfte brauchen, damit ihnen andere bereitwillig folgen. Hier finden Sie Tipps, um Zuverlässigkeit zu lernen.
  • Mut. Vorgesetzte müssen manchmal Entscheidungen in Ungewissheit treffen. Vollständige Informationen besitzen die wenigsten. Also müssen Manager bereit sein, Risiken einzugehen. Nicht blind - das wäre töricht. Aber mutig. Diese Einstellung überträgt sich auch auf die Mitarbeiter, welche ebenfalls lernen, kalkulierte Risiken in Kauf zu nehmen, um Erfolge zu erzielen.
  • Verantwortung. Ebenso müssen Führungskräfte bereit sein, die Konsequenzen ihres Handels zu (er)tragen. Dazu zählt auch, Fehler einzugestehen und sie zu korrigieren, wenn es sein muss. Sobald Mitarbeiter merken, dass ein Vorgesetzter sich vor seiner Verantwortung drückt, verlieren sie nicht nur den Respekt vor ihm, sondern werden es ihm in einer ähnlichen Situation gleichtun.
  • Wertschätzung. Wer seinen Mitarbeitern den Respekt zollt, den sie aufgrund ihrer persönlichen und fachlichen Kompetenzen verdienen, sichert sich ihre Loyalität. Das gilt selbst dann, wenn Kritik zu üben ist: Gute Chefs transportieren sie so, dass ihre Mitarbeiter daran wachsen. Hier erfahren Sie, wie Führungskräfte Wertschätzung zeigen können.
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