Heute hier, morgen dort – häufige Jobwechsel sind heute die Regel. Die moderne Ablösepraxis, auch Jobrotation genannt, zwingt Mitarbeiter aller Ebenen nicht nur in immer neue Funktionen – das wohlorganisierte Projektkarussell dreht sich auch von Jahr zu Jahr schneller. Im Mittel wechseln Mitarbeiter heute alle zweieinhalb Jahre ihren Job – intern oder extern. Folge: Oft entscheidet sich das Schicksal über den Erfolg der Mission in den ersten 90 Tagen. Und: Während dieser Frist zeigt sich zugleich, ob der Neue zu höherem berufen ist.

Fatal! Fast jeder Dritte scheitert bei dem riskanten Rollentausch – und das bereits innerhalb der ersten zwölf Monate. Vor allem junge Berufseinsteiger werden zu schnell ins kalte Wasser geschmissen und auf hohe Positionen geschossen, ohne das sie darauf ausreichend vorbereitet wären. Dabei gibt es ein paar Grundregeln die jeder beachten sollte:

  1. Begegnen Sie Erwartungen offensiv! Viele Kollegen haben oft eine genaue Vorstellung davon, was der Neue leisten soll. Das sind oft Wünsche, Hoffnungen oder Ideen – zuweilen sogar irrationale – jedoch sind es keine Aufgaben, die es sofort zu lösen gilt! Personalberater warnen davor, bei Amtsantritt Versprechungen zu machen, die später – aufgrund der bisher vielleicht unbekannten Unternehmenspolitik – nicht gehalten werden können. Das verursacht nur Enttäuschungen und provoziert den eigenen Imageverlust – und das ohne Not.
  2. Entwickeln Sie Schlüsselbeziehungen! Keiner kann auf Anhieb alles alleine schaffen. Noch dazu müssen manche mit Widerständen rechnen. Sei es das Erbe des Vorgängers, enttäuschte Mitbewerber oder informelle Führer – fast immer stolpern allzu forsche Jobwechsler darüber, dass sie nicht rechtzeitig ein persönliches Netzwerk aufgebaut haben, bevor sie loslegen.
  3. Analysieren Sie die Ausgangssituation! So manchem Hoffnungsträger wurde schon eine „herausfordernde“ Aufgabe angedient, an der sich andere zuvor die Zähne ausgebissen haben. Dumm, wenn man das zu spät erkennt. Stellen Sie sich deshalb vorher einige selbstkritischen Fragen: Wo liegen meine besonderen Stärken? Welche sind für diese Aufgabe wesentlich? Worin liegen die besonderen Stärken des Teams? Wie lassen sich gemeinsam am schnellsten Erfolge erzielen?
  4. Entwerfen Sie eine motivierende Vision! Mitarbeiter wollen früh wissen, wohin die Reise geht. Sie wollen aber auch wissen, welche Rolle ihnen dabei zukommt.
  5. Initiieren Sie behutsam Veränderungen! Es kommt auch vor, dass der Neue entscheidende Weichenstellungen für das Unternehmen umsetzen soll. Solche Strategiewechsel werden jedoch von häufig unangemessen angegangen: entweder zu schnell, zu einseitig oder zu abwertend, weil die Newcomer gleich alles auf einmal verändern wollen. Um sich und die Mitarbeiter vor Überforderung zu bewahren, gilt es aber die richtige Balance zwischen Stabilität und Wandel zu finden.
  6. Beachten Sie den richtigen Zeitpunkt! Ein erfolgreicher Jobwechsel ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Also kommt es darauf an, seine Kräfte richtig einzuteilen und Prioritäten zu setzen.
  7. Nutzen Sie Symbole und Rituale! Sei es, dass Sie als Chef neuerdings ihre Telefonate direkt annehmen, bei gemeinsamen Meetings jeden Mitarbeiter mit Namen begrüßen oder auch mal unangenehme Aufgaben persönlich übernehmen – solche symbolischen Handlungen vermitteln nicht nur die Grundwerte des Neuen, sie werden auch emotional registriert und wirken dadurch viel stärker als Worte.