Mein Namensvetter Jochen vom Selbstadministrations-Blog schreibt ein flammendes Plädoyer gegen das Heldentum im Job:
Manche Talsohlen wollen durchschritten und ihre Wände erklommen werden, um zu neuen Höhen zu kommen. Aber manche Dinge fallen einfach deshalb schwer, weil sie schlicht die falschen Dinge sind! Wer sie nicht erkennt und nicht aufgibt, wird viel Energie, Zeit und Geld sinnlos verbrennen. Die Welt braucht Helden — in Situationen, in denen ein hohes Risiko eingegangen werden muss, um das drohende Unheil abzuwenden. Wer [aber] glaubt, dass es immer nur ausreichend viel Mühe braucht, um Großes zu erreichen, ruft auch bei Call-in-TV-Sendungen an.
Dazu passt auch der Beitrag bei Slow Leadership, der sich gegen die Glorifizierung des “survival of the fittest” richtet:
Everyone knows that Charles Darwin said success in the constant competition of life is based on “the survival of the fittest.” Everyone knows it, but it isn’t true. That phrase was coined by someone else. The Theory of Evolution is based on the observation that those species best adapted to their environment over time (and that means millions of years) will tend to survive best. Changes that improve this adaptation remain to be passed on to offspring; those that worsen it are quickly lost. Competition may be natural, but the basis on which individuals compete is rarely clear-cut. Among humans, competition is even more complex. History provides some interesting clues. The Roman emperor Augustus was neither a successful general nor an imposing figure, yet he created the pattern for his successors for four hundred years. His immediate successor, Tiberius, was both a tough general and a determined leader, but a disaster as emperor. The French emperor Napoleon was neither physically big nor the typical tough-guy, yet he ruled nearly all of Europe for a while. Hitler was a hypochondriac vegetarian and a failure at nearly everything—except becoming a mad dictator. Winston Churchill was elderly, fat, and a heavy drinker and smoker when he lead Britain through its “darkest hour.” Franklin D. Roosevelt was crippled by polio.
Apropos Evolution: Welche Eigenschaften eine Führungskraft braucht, um Veränderungen erfolgreich durchzusetzen, hat wiederum George Ambler in seinem Leadership-Blog zusammengestellt:
- Vision. Informieren Sie Ihre Mitarbeitern so umfangreich wie möglich darüber, was sich künftig alles verändern wird und wie: für sie persönlich, für die Teams, Arbeitsabläufe, die Organisation insgesamt. So können Sie sich frühzeitig darauf einstellen.
- Verständnis. Erklären Sie, warum Sie die Veränderung als notwendig erachten. Menschen sind Gewohnheitstiere, Veränderungen stellen für die meisten zuerst eine Bedrohung dar. Zeigen Sie also, warum es das genaue Gegenteil ist und die größere Gefahr vom status quo ausgeht.
- Kontrolle. Geben Sie den Leuten die Chance, auf den Prozess Einfluss zu nehmen. Natürlich nicht darüber, ob sich etwas verändert, sondern über das wie.
- Mitgefühl. Zeigen Sie Anteilnahme bei harten Einschnitten, die für einzelne womöglich auch zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Die verbleibenden Kollegen sollen schließlich motiviert bleiben und nicht das Gefühl bekommen, sie sind für Sie nur eine Kostenstelle.


