Checkliste GastbeiträgeSie erweitern die stilistische – und manchmal auch thematische – Bandbreite eines Blogs, bringen neue Sichtweisen ein und können für Leser äußerst spannend sein. Die Rede ist von Gastbeiträgen. Doch so viele Vorteile sie Blogs und Bloggern auch bieten, so viel Arbeit können Gastbeiträge auch verursachen. Das gilt nicht nur für die Autoren des Artikels selbst, sondern auch für die Blogger, die den Gastartikel erhalten. Denn umfangreiche Korrekturen, zahlreiche Nachfragen und komplette Überarbeitung sind bei Gastartikeln keine Seltenheit. Um Ihnen die Erstellung und den Umgang mit Gastartikeln zu erleichtern, haben wir heute die passende Checkliste parat.

Eines dürfte bereits klar geworden sein: Wer Gastbeiträge rein unter dem Aspekt der Arbeitserleichterung sieht, kann schnell eine böse Überraschung erleben. Daher ist es entscheidend, dass Sie – sowohl als Autor eines Gastbeitrags als auch als Blogger, der diesen in Empfang nimmt – sich über Zielsetzung und Nutzen des Artikels im Klaren sind.

Das mag banal klingen, doch in der Praxis gibt es immer wieder Autoren, die jede Chance für einen Gastbeitrag nutzen und für jedes beliebige Blog schreiben. Frei nach dem Motto: Hauptsache Reichweite und Sichtbarkeit. Doch das ist ein fataler Fehler.

Gastbeiträge – Gezielter Reputationsaufbau

Wer seine Gastbeiträge zu großzügig auf die verschiedensten Blogs verteilt, verwässert dadurch nicht nur sein Profil, sondern schadet oft auch seiner Reputation. Zwar wird ein Gastautor meist nicht mit einem Blog identifiziert, in dem er nur einen einzigen Artikel veröffentlicht. Dennoch strahlt ein gewisser Teil der jeweiligen Blog-Reputation auf ihn ab.

Handelt es sich um ein fachlich hervorragendes Blog, dem es lediglich an stilistischer Finesse mangelt, kann das für Gastautoren sogar ein Vorteil sein. Denn hier ist es verhältnismäßig einfach, sich positiv von der Masse der Artikel abzuheben. Wollen Sie sich jedoch bei einem fachlich und stilistisch hochwertigen Blog als Gastautor beteiligen, steigen Anspruch und Aufwand des jeweiligen Artikels spürbar.

In jedem Fall müssen – nicht sollten – Ihre Artikel fachlich und stilistisch hervorragend ausgearbeitet sein. Gastbeiträge können nur dann zum (positiven) Reputationsaufbau beitragen, wenn sie durch Qualität und Inhalt überzeugen und die Leser mehr über den Autor erfahren wollen. Bei der Entscheidung für oder gegen Gastbeiträge hilft Ihnen unsere folgende Checkliste, die Sie auch herunterladen können (PDF).

Checkliste für die Erstellung von Gastbeiträgen

  • Prüfen Sie, ob die thematische Ausrichtung und die Reputation des potentiellen Zielblogs zu Ihrer Ausrichtung und Ihren Zielen passt.
  • Schreiben Sie Gastbeiträge immer über Ihre Kernthemen. Einerseits hält sich der Aufwand für Sie dann in Grenzen, andererseits schärfen Sie so auch Ihr Profil.
  • Klären Sie im Vorfeld ab, welche Erwartungen vom Stammautor des Blogs an Ihren Gastbeitrag gestellt werden.
  • Prüfen Sie dann, ob der absehbare Aufwand für Sie in Relation zur möglichen Wirkung steht.
  • Klären Sie im Vorfeld, ob Verlinkungen zu Ihrem Blog im Gastbeitrag erwünscht oder erlaubt sind.
  • Rechnen Sie bitte damit, den Gastbeitrag mehrfach überarbeiten zu müssen. Die erste Version wird nur selten unverändert angenommen.
  • Schreibe Sie den Gastbeitrag im Blick auf die Zielgruppe und Leserschaft des Gastblogs. Das kann auch bedeuten, für Sie ungewohnte Beispiele und einen etwas anderen Stil zu nutzen.
  • Je nach Blog kann es sinnvoll sein, sich eine Kontrolle des fertigen Artikels vor dessen Veröffentlichung zusichern zu lassen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie im Gastbeitrag als Autor genannt und Ihr Blog verlinkt wird.
  • Klären Sie, wann der Artikel online gehen wird und koordinieren Sie das Teilen des Links in den verschiedenen Netzwerken.
  • Lesen in den Kommentaren zum Artikel mit und beantworten aufkommende Fragen.

Checkliste für die Annahme von Gastbeiträgen

  • Stellen Sie idealerweise klare Regeln und Anforderungen für Gastbeiträge auf und kommunizieren Sie diese aktiv.
  • Legen Sie klare und durchaus strenge Kriterien an Gastbeiträge an und wählen Sie diese kritisch aus.
  • Prüfen Sie, ob der entsprechende Autor, seine Reputation und sein Thema zu Ihrem Blog passen.
  • Geben Sie Gastautoren ehrliches und konstruktives Feedback zu ihren Artikeln und sagen Sie klar, welche Veränderungen Sie sich am Artikel wünschen.
  • Machen Sie von Anfang an deutlich, dass werbliche Artikel bei Ihnen keinen Platz haben.
  • Klären Sie im Vorfeld, wie viele Verlinkungen zu anderen Artikeln des Gastautors im Beitrag in Ordnung gehen.
  • Überlegen Sie sich, ob sich der zeitliche Aufwand für Sie im Verhältnis zum möglichen Nutzen rechnet.
  • Markieren Sie alle Gastbeiträge eindeutig und geben Sie immer eine kurze Vita des Autors – die dieser idealerweise selbst liefert – an. Eine Verlinkung auf dessen Seite sollte selbstverständlich sein.
  • Stellen Sie im Vorfeld sicher, dass der Gastautor in den Kommentaren aktiv sein und Fragen beantworten wird.

Beachten Sie alle in unserer Checkliste genannten Punkte, können Gastbeiträge ein hervorragendes Tool für den Reputationsaufbau sein. Bei Gastbeiträgen gilt jedoch das geflügelte Wort: Weniger ist mehr. Gehen Sie mit Gastbeiträgen sparsam um und platzieren Sie diese gezielt. So erweitern Sie nicht nur Ihr Netzwerk, sondern steigern – entsprechende Qualität vorausgesetzt – auch den Wert und die Beliebtheit Ihrer Gastbeiträge. Im Blick auf Ihre Reputation ein nicht zu unterschätzender Faktor.