Ollyy/shutterstock.comNichts mehr vergessen – das wollten schon die Menschen in der Antike. Und so steht Mnemosyne, die griechische Göttin des Gedächtnisses, bis heute als Sinnbild für diverse Techniken, denen sie ihren Namen gab: der Mnemomik beziehungsweise den Mnemotechniken. Um diese Art Gedächtnistraining zu absolvieren, sollte man allerdings erst einmal verstehen, wie das Memorieren funktioniert: Jedes Mal, wenn wir uns Dinge merken, werden – grob gesagt – Nervenverbindungen (sogenannte Synapsen) kurz geschlossen. Entscheidend für die Merkfähigkeit ist, wie viele verschiedene Verbindungen es zu diesem oder jenen Begriff gibt. Je mehr alternative Wege das Gehirn hat, um das gesuchte Wort zu finden, desto schneller können wir es aus der hintersten Ecke unserer grauen Zellen ins Bewusstsein laden…

Mnemotechniken Definition: Wie Eselsbrücken funktionieren

Minerva Studio/shutterstock.comStändig sind wir gezwungen, uns etwas zu merken: Vokabeln einer neuen Sprache, Namen von Menschen, die Sie auf Konferenzen und Kongressen treffen, Telefonnummern, Geburtstage, Passwörter und PIN-Codes.

Für viele stellt das eine enorme Qual dar. Anderen, wie Gedächtniskünstler immer wieder eindrucksvoll vormachen, fällt das erstaunlich leicht. Zum Beispiel das Auswendiglernen der Nachkommastellen der Kreiszahl Pi: Der Chinese Chao Lu ist mit 67.890 Stellen offizieller Weltrekordhalter. Akira Haraguchi soll sich sogar 100.000 Nachkommstellen gemerkt haben. Dies wurde allerdings nie offiziell bestätigt.

Wie nützlich das ist, darf man gerne infrage stellen. Gleichwohl zeigen diese Leistungen, zu was ein trainiertes Gedächtnis fähig ist. Alles eine Frage der Technik?

Dazu ein kleiner Exkurs in die Neurowissenschaften: Unser Gehirn ist in verschiedene Regionen unterteilt, die unter anderem…

  • visuelle
  • akustische
  • emotionale
  • taktile
  • und andere Reize


…aufnehmen und verarbeiten. Wenn wir von Gedächtnis sprechen, meinen wir die Fähigkeit, Informationen zu ordnen, abzuspeichern und wieder abzurufen. Es handelt sich dabei um ein komplexes Netzwerk, denn diese verschiedenen Hirnareale sind wiederum untereinander vernetzt. Wenn wir also beispielsweise einen Vortrag hören, dann wird unter anderem der Bereich für akustische Reize sowie das Sprachzentrum angeregt.

Das ist natürlich stark vereinfacht ausgedrückt, zeigt aber wo überall Informationen verarbeitet und gespeichert werden. Alles, was wir persönlich und besonders emotional erleben und sich bereits gespeicherten Informationen verknüpfen lässt, wird besser behalten. Das gilt ebenso für neue Informationen, die über mehrere Sinne aufgenommen werden, also zum Beispiel durch hören, sehen, riechen, fühlen. Je mehr Verknüpfungen dabei zwischen den einzelnen Hirnarealen entstehen, desto besser können wir uns diese Daten hinterher merken.

Genau dieses Merken mittels multipler Gedächtnisstützen (vulgo Eselsbrücken) lässt sich beim Gedächtnistraining oder unterschiedlicher Mnemotechniken nutzen.

So gilt etwa beim Auswendiglernen möglichst viele und starke Synapsenverbindungen zu erzeugen und zum eigentlichen Lernstoff zugleich Farben, Formen, Bilder, Gerüche, Geräusche, Gefühle und Geschichten zu speichern. Denn mit jedem weiteren Sinneseindruck schaffen wir eine neue Gedankenbrücke.

Wichtig ist dabei aber auch, die Lernzeit aufzuteilen: Über vier Wochen hinweg pro Tag zehn Minuten zu pauken (rund 300 Minuten) bringt deutlich mehr, als an einem Tag fünf Stunden (auch rund 300 Minuten) zu büffeln.

Mnemotechniken lernen: Übungen für den Alltag

Hier eine kleine Auswahl gängiger Mnemotechniken:

  • Die Loci- oder Routenmethode. Wenn Sie sich möglichst viel merken möchten, ist bei dieser Technik eine große Wohnung von Vorteil. Denn hierzu unternehmen Sie einen Rundgang durch Ihre vier Wände. Wählen Sie für den Anfang zehn markante Punkte aus, die Sie immer wieder in derselben Reihenfolge ablaufen. Dies können Ihr Fernseher ebenso wie Ihr Bett oder Ihr Lieblingsbild sein. Assoziieren Sie im nächsten Schritt die Begriffe oder Zahlen, die sie sich einprägen wollen mit den Punkten aus Ihrer Wohnung, indem Sie sich wieder ausgefallene Bilder einfallen lassen. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor. Wenn Sie sich später an die Daten erinnern möchten, müssen Sie nur noch vor Ihrem geistigen Auge die Route durch Ihre Wohnung abschreiten. Das funktioniert nicht nur mit der eigenen Wohnung, sondern beispielsweise auch mit dem Weg zur Arbeit.
  • Die Ersatzwortmethode. Diese Technik ist vor allem beim Lernen von Fremdwörtern oder Vokabeln eine Hilfe, aber auch Namen lassen sich auf diese Weise memorieren. Dabei werden die neuen Wörter, die man sich merken möchte, mit einem bereits vertrauten Begriff verknüpft, der einen ähnlichen Klang besitzt. Fragen Sie sich dazu etwa, woran Sie das Wort erinnert. Nehmen Sie zum Beispiel das englische Wort “mice”, zu deutsch: Mäuse. Wenn man es ausspricht, klingt es beinahe wie das deutsche Wort Mais. Nun denken Sie sich ein lebendiges Bild mit Mäusen und Mais aus. Stellen Sie sich vor, wie eine kleine Gruppe von grauen Mäusen einen riesigen Maiskolben anknabbert. Effekt: Das nächste Mal, wenn Sie sich fragen, wie Mäuse auf Englisch heißen, fällt Ihnen das Bild ein – und damit auch der englische Begriff. Je ähnlicher der Ersatzbegriff in Ihrer Muttersprache klingt, desto stärker übrigens der Effekt.
  • Die Geschichte. Hier gibt es gleich zwei Methoden: Die erste wirkt etwas schwächer, ist dafür aber eine richtige Geschichte. Ihr Bekannter erzählt Ihnen etwa, wie schwer es war, die für ihn bedeutsamen Ziffernfolge 290968 zu bekommen, weil das sein Geburtsdatum ist. Die zweite Variante ist eine klassische Memotechnik: Dazu teilen Sie die Ziffernfolge in Abschnitte ein, zu denen Sie sich Ihnen sehr präsente Begriffe merken. Die Nummer 3210072412 könnten Sie sich etwa so merken: „3-2-1 Meins“ ist der Ebay-Slogan, 007 der Code von James Bond, 2412 das Weihnachtsdatum. Statt 3210072412 merken Sie sich also: „Ebay, Bond, X-Mas“. Oder eine abstruse Geschichte dazu: „Bei Ebay kauft James Bond die Geschenke für Weihnachten.“ Je absurder die Geschichte, desto besser in der Regel der Memory-Effekt.
  • Das Zahlen-Symbol-System. Diese Technik eignet sich besonders gut, um sich Zahlenfolgen zu merken. Doch Sie ist aufwendiger als die anderen, denn zu Beginn wird jeder Zahl von 0 bis 9 ein bestimmtes Symbol zugeordnet. Gerne wird dabei für die 2 ein Schwan genommen, ein Barhocker für die 3 oder eine Sanduhr für die 8, und so weiter. Wichtig ist, dass Sie sich das Bild vor Ihrem geistigen Auge vorstellen und einprägen. Falls sie bei einer bestimmten Zahl-Symbol-Kombination Probleme haben, suchen sie sich besser ein anderes Symbol aus, das Sie leichter mit der jeweiligen Zahl assoziieren können. Wenn Sie also die Zahl 239.628.467 speichern wollen, denken Sie zunächst an die von Ihnen ausgewählten Symbole für die einzelnen Ziffern. Lassen Sie jetzt Ihrer Fantasie freien Lauf und denken Sie sich eine schräge Geschichte mit den Symbolen aus. Je verrückter, desto einprägsamer. Ihre Geschichte könnte mit einem Schwan (2) anfangen, der auf einem Barhocker (3) sitzt. Und so weiter

Blitzmerker-Liste: So merken Sie sich Dinge besser als andere

TijanaM/shutterstock.comNicht alle Menschen lernen gleich. Der eine prägt sich schneller Bilder ein, dem anderen fällt es leichter, Gehörtes aufzunehmen. Dies gilt es beim Lernen zu berücksichtigen, dann fällt Ihnen das Lernen leichter.

Die 3 gängigsten Lerntypen:

  • Der auditive Lerntyp: Wer besonders gut durchs Hören lernt, wird als auditiver Lerntyp bezeichnet. Dieser Lerntyp kann mündlich Weitergegebenes besser abspeichern als Geschriebenes. Ein auditiver Mensch hört beispielsweise lieber ein Hörbuch, als das Buch selbst zu lesen.
  • Der haptische Typ: Wer am besten dadurch lernt, dass er selbst Erfahrungen sammelt und etwas ausprobiert, gehört zum haptischen Lerntyp. Dieser Typ lernt nach dem Motto: learning by doing.
  • Der visuelle Lerntyp: Wer sich Informationen am besten dadurch merken kann, dass er sie als Bild vor sich sieht, gehört zum visuellen Lerntypen. Dieser Lerntyp muss aus neuem Wissen immer irgendeine Art Bild entwerfen.

Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass sich die Verteilung heute so darstellt:

  • 82 Prozent der Menschen sind visuell veranlagt.
  • 11 Prozent müssen Dinge hören, um sie zu behalten.
  • 4 Prozent riechen, um zu lernen.
  • 2 Prozent memorieren durch fühlen.
  • 1 Prozent merken sich Dinge besser, die sie auch schmecken.

Je nach persönlicher Ausprägung sollten die Lernmaterialien und -techniken entsprechende Schwerpunkte bilden. Überdies gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Tipps und Tricks, um sich Vokabeln, Namen oder Zahlen besser zu merken. Die besten davon haben wir in der folgenden Liste zusammengestellt:

  1. Schreiben Sie es auf. Der Tipp ist nicht neu, aber effektiv. Wenn wir Dinge notieren, die wir uns merken wollen, visualisieren wir sie und transformieren sie zugleich in eigene Worte, die uns mehr bedeuten. Wir entscheiden, was wir aufschreiben und wie: alles – oder nur Stichworte plus Anmerkungen und Kommentare? All das ist ein komplexer und auch emotionaler Prozess, bei dem sogar taktile Sinne (tippen, schreiben) gereizt werden. Aus den Buchstaben werden aber auch (Schrift-)Bilder, die wir uns ebenfalls besser merken können. Der Duft des Papiers oder die Lösungsmittel im Stift erzeugen weitere sinnliche Eindrücke, die sich allesamt nur um das Gelernte ranken. Kurzum: Unsere grauen Zellen arbeiten beim Schreiben auf Hochtouren – und die Informationen brennen sich tief in unsere Erinnerung. Es gibt sogar Untersuchungen, die nahelegen, dass beim Schreiben unser Gehirn Informationen so abspeichert, als ob wir sie selbst getan hätten. Was gleichfalls mehr Hirnaktivität beansprucht beziehungsweise neue Verknüpfungen schafft.
  2. Sprechen Sie es laut aus. Erinnern Sie sich noch an den Film “Memento”, in dem die Szenen in verkehrter Reihenfolge ablaufen? Wegen eines Unfalls hat der Protagonist einen Teil seines Gedächtnisses verloren. Alles, was er gerade gesehen und erlebt hat, ist nach 15 Minuten schon wieder vergessen. Deshalb entwickelt er ein höchst komplexes System aus Polaroids, Tattoos und Notizen auf seinem Körper… Für den Alltag ist diese Mnemotechnik allerdings eher untauglich. Wesentlich wirksamer ist, die Namen und Vokabeln wiederholt laut auszusprechen beziehungsweise sich vorzusagen. Wie Wissenschaftler um Colin MacLeod und Nigel Gopie zeigen konnten, schlägt das laute Aussprechen andere Merktechniken deutlich, wenn es um Worte geht. In acht Experimenten, bei denen sich die Probanden eine Liste von mehreren Worten merken sollten, lag die Erinnerungssteigerung deutlich über zehn Prozent. Eine Einschränkung gibt es aber: Nur lautes Plappern hat keinerlei Effekt. Insbesondere bei größeren Merktexten, ist es wichtig, nur bestimmte Worte (die wichtigsten) laut auszusprechen.
  3. Packen Sie es in Portionen. Gerade komplexe Zusammenhänge wollen manchmal einfach nicht in den Kopf. In diesem Fall hilft teilen: Separieren Sie die komplexen Informationen in verdauliche Happen und üben Sie immer wieder. Dabei hilft es, die neuen Informationen mit bereits vorhandenem Wissen zu verknüpfen. Das kann eine Anekdote sein, die Sie damit verbinden, ein Ort oder vergleichbare Wirkungsketten, die Sie schon einmal gelernt haben. Der Trick ist, darin Muster zu erkennen und sich diese als Gedankenstütze einzuprägen. Und natürlich sollten Sie das wiederholen. Damit Gelerntes nicht verblasst, sollten Sie es sich immer wieder vor Augen führen – buchstäblich: den Merkzettel an den Kühlschrank heften, auf das Kopfkissen legen und jedes Mal überfliegen.
  4. Fokussieren Sie auf die Abweichung. Bekannt ist dieser Trick auch als Restorff-Effekt. Der wurde von der Psychologin Hedwig von Restorff entdeckt und nachgewiesen. Kurz gesagt beschreibt er das Phänomen, dass wir uns Inhalte besser merken können, die sich von ihrer Umgebung erheblich unterscheiden. Ein Beispiel: Merken Sie sich bitte folgende Zeichenfolge…
    A K L I Z E T 8 Q W E R W T Z U I

    Natürlich werden Sie sich diese auf die Schnelle kaum einprägen können, aber die einzige Zahl darin – die 8 – werden Sie sich leicht und sofort merken, eben weil sie von allen Buchstaben erheblich abweicht. Voilà, der Restorff-Effekt.

  5. Schlafen Sie besser. Für das dauerhafte Memorieren ist gesunder Schlaf – er dauert durchschnittlich sieben Stunden – mindestens ebenso wichtig wie regelmäßiges Gedächtnistraining. Unser Kopf lernt bereits kurz nach dem Einschlafen: Nach rund 15 Minuten fallen wir in den sogenannten Deltaschlaf. Dabei schiebt das Gehirn die tagsüber gemachten Erfahrungen und gelernten Informationen aus dem Zwischenspeicher (Hippocampus) in den Langzeitspeicher (Neokortex) und entsorgt zugleich den Infomüll, um für neue Informationen Platz zu schaffen. Innerhalb von jeweils 90 Minuten wechselt sich der Deltaschlaf mit dem REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) ab – der Phase, in der sich die Augen unter den geschlossenen Lidern schnell bewegen. In dieser Traumphase speichern wir vor allem prozedurale Fertigkeiten, also Fußball spielen, Radfahren, Malen. Die REM-Phasen dominieren morgens, deshalb sollte jemand, der eine Sportart oder ein Instrument erlernt, möglichst ausschlafen. Der Lübecker Schlafforscher Jan Born ließ einmal zwei Versuchsgruppen mehrere Zahlenkolonnen umrechnen. Was er nicht verriet: Für die zweite Hälfte der Aufgaben musste man die ersten Ergebnisse nur spiegelbildlich in die Lösungsfelder eintragen. Einige erkannten den Trick, andere gingen schlafen. Kurz darauf stieg die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Dreh durchschauten, dramatisch – von 23 auf 59 Prozent.

Gehirnforscher sind sich heute zudem sicher, dass Intelligenz nicht nur genetische Wurzeln hat, sondern durch die Interaktion mit uns selbst und unserer Umwelt gefördert wird. Wir trainieren und stimulieren neuronale Verbindungen, wenn wir unser Gedächtnis trainieren – und umgekehrt: Jedes Mal, wenn man vergisst, einen guten Gedanken festzuhalten, ihn reifen zu lassen und zu Ende zu denken, trainiert man das Vergessen und mindert sein Potenzial.

Verflixtes Namensgedächtnis: Wie war Ihr Name doch gleich?

Um sich den Namen Ihres Gegenübers besser zu merken, braucht es drei Schritte:

  1. Verstehen Sie den Namen – und zwar richtig, inklusive Aussprache. Am besten verwenden Sie ihn auch sofort noch mal.
  2. Finden Sie ein Bild für den Namen. Bei Namen wie Stein oder Berg ist das Bild direkt vorhanden. Hier müssen Sie die Person einbauen. Etwa indem Frau Stein in Ihrer Vorstellung mit Steinen jongliert oder Herr Berg einen solchen hinauf steigt. Beschreibende Namen wie Jung, Groß oder Grün wenden Sie auf die Person an.
  3. Wiederholen und üben Sie den Namen, so oft Sie können.

Falls Sie jemanden begrüßen, dessen Namen Sie trotzdem nicht mehr erinnern, ist das natürlich erst mal peinlich. Aber Ihnen bleiben trotzdem noch drei Optionen:

  • Ehrlichkeit. “Ich würde Sie jetzt am liebsten mit Herr Müller begrüßen, aber ich weiß, dies ist nicht Ihr Name. Die Wahrheit ist: Ich habe ihn vergessen. Entschuldigung.”
  • Ablenkung. “Ach, hallo! Schön, Sie wiederzusehen. Ich hatte beim letzten Mal Ihre Visitenkarte verlegt – haben Sie zufällig noch eine?”
  • Schmeichelei. “Ich bin beeindruckt: Sie erinnern sich noch an meinen Namen. Sie müssen ein phänomenales Namensgedächtnis haben! Ich kann mir Namen leider überhaupt nicht merken, deshalb muss ich Sie danach fragen…”

Gedächtnistraining Übung: Weitersagen!

Nervosität und Stress sind Feinde der Erinnerung. Bei Prüfungsangst oder bei Lampenfieber versagt unser Gedächtnis, und es folgt der gefürchtete Blackout.

Die oben geschilderten Merk- und Mnemotechniken sind kein Garant dafür, dass Sie sich in solchen Sondersituationen an alles erinnern. Aber es gibt noch einen weiteren Bonus-Trick: Erzählen Sie es jemand anderem.

Angenommen, Sie wollen Ihren Chef davon überzeugen, Ihr Gehalt zu erhöhen und haben sich dafür Argumente zurecht gelegt. Doch woher wissen Sie eigentlich, dass Sie diese auch zuverlässig behalten haben?

Ganz einfach, erläutern Sie Ihre Argumentation einem Freund oder Bekannten. Das ist zugleich eine Art Härtetest für Ihre Bemühungen: Haben Sie keinerlei Probleme damit, alle Informationen flüssig aus dem Kopf wiederzugeben, haben sich diese im Gedächtnis ziemlich sicher verankert. Wenn nicht, merken Sie relativ schnell im Gespräch mit dem Freund, an welcher Stelle es hakt. Dort sollten Sie dann noch einmal ansetzen.

Wie Sie selbst besser in Erinnerung bleiben

Auch Sie selbst können etwas tun, damit man Sie besser erinnert: Viel lächeln! Kein Scherz. Wissenschaftler um Arnaud D’Argembeau and Martial Van der Linden konnten schon 2004 zeigen, dass Probanden Gesichter besser memorierten, wenn diese lächelten. Eine zweite Studie erfolgte nach gleichem Schema: 72 Probanden sahen sich 16 Porträts an – jedes maximal fünf Sekunden lang. Danach erfolgte ein Erinnerungstest. Beide Experimente kamen zu gleichen Ergebnissen: Die Probanden erinnerten durchweg die fröhlichen, lächelnden Konterfeis besser. Sobald sie versuchten, sich Auffälligkeiten wie etwa eine besonders ausgeprägte Nase oder einen intelligenten Gesichtsausdruck zu merken, erinnerten sie sich spürbar schlechter.

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