von Jochen Mai am 16. Februar 2008
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Gefälligkeitsfalle – Sieben Wege Nein zu sagen
Die netten, hilfsbereiten Kollegen mag jeder, denn sie machen das Leben leichter. Doch denjenigen, die anderen ihre Hilfe allzu bereitwillig zukommen lassen, zahlen dafür einen hohen Preis: Sie leiden an Überlastung, laufen Gefahr sich zu verzetteln und werden tatsächlich sogar weniger respektiert als jene, die zögern und ab und an einfach Nein sagen. Es ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage: Was leicht zu haben ist, hat weniger Wert. Wer sich dagegen vornehm zurückhält, verweigert und rar macht, wird häufig von Bittstellern umringt.
Tappen Sie nicht in diese Gefälligkeitsfalle! Prüfen Sie etwaige Anfragen genau und im Zweifel sagen Sie, dass Sie sich überrumpelt oder geschmeichelt fühlen. Erbitten Sie sich etwas Bedenkzeit, zeigen Sie Verständnis für die Bedürfnisse des anderen, legen Sie aber auch Ihre eigenen dar – und sagen Sie Nein. Auch wenn Sie das nicht müssten: Begründen Sie Ihre Ablehnung mit den negativen Konsequenzen. Das macht es dem anderen leichter, Ihre Absage zu akzeptieren. Sie können aber auch einen Kompromiss in der Form „Jetzt nicht, aber später“ schließen. Und für die ganz Hartnäckigen, die einfach kein Nein dulden, gilt: Standhaft bleiben und diplomatisch in die Metaebene wechseln: „Sie wollen mein Nein wohl um keinen Preis akzeptieren – aber ich bleibe dabei: Diesmal nicht.“
Darüber hinaus gibt es noch diese 7 Wege Nein zu sagen:
- Alternativen anbieten: “Ich habe leider nicht die Zeit, mich mit an den Stand zu stellen. Aber ich könnte helfen, die Dekoration vorzubereiten.” “Ich habe dafür gerade keine Zeit, aber frag doch Klaus…” “Diese Woche geht es bei mir gar nicht, aber in zwei Wochen hätte ich Zeit…”
- Folgen verdeutlichen: “Danke, dass Sie mir so viel Vertrauen entgegen bringen. Aber ich habe bereits mehrere laufende Projekte, um die ich mich kümmern muss. Wenn ich diese Aufgabe zusätzlich übernehme, wird sich der Abgabetermin von Projekt X nach hinten verschieben müssen.” “Ich bin dafür nicht die qualifizierteste Person im Team.”
- Dramatisieren: “Ich bin zurzeit enorm eingespannt, so dass ich diesem Projekt nicht die Aufmerksamkeit widmen kann, die es verdient hätte. Das würde dem Ergebnis schaden.” “Ich fühle mich bei dieser Sache sehr unwohl.” “Ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.”
- Spiegeln: “Ich kann verstehen, dass du dich bei der Aufgabe unsicher fühlst. Aber ich bin davon überzeugt, dass du das schaffst. Versuch es doch erst einmal selbst, helfen kann ich immer noch.” “Ich kann dir da wirklich nicht helfen. Der Chef hat dir die Aufgabe und Verantwortung übertragen. Er hat sich sicher was dabei gedacht.”“Ich kann verstehen, dass du dich an Claudia’s Geburtstagsgeschenk beteiligen willst. Ihr geht häufig zusammen essen. Aber ich kenne sie kaum.”
- Konsequent bleiben: “Ich fühle mich geschmeichelt, aber die Wochenenden gehören meiner Familie.” “Ich habe vorhin schon jemand anderem meine Hilfe zugesagt. Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht noch mehr übernehmen kann.” “Ich helfe dir gerne – aber nicht bei diesem Projekt.” “Es tut mir leid, aber ich leihe Freunden grundsätzlich kein Geld.”
- Um Verständnis werben: “Ich finde das Angebot sehr schmeichelhaft, aber ich habe offen gestanden andere Pläne für meine Karriere.” “Ich weiß, das wird Sie enttäuschen, aber ich kann das dieses Jahr nicht schon wieder übernehmen.”
- Kurz fassen: “Nein.”
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1. Kommentar
Rolf F. Katzenberger
16.02.08 um 19:22 Uhr
Schöne Formulierungen, schönes Foto, schöne Nein-Strategien. Kommt mir vor, als hätte ich sowas schon mal gelesen.
2. Kommentar
Jochen Mai
16.02.08 um 19:29 Uhr
Vielleicht in meinem Buch?! :))
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