Man kann über Facebook sagen was man will, das Netzwerk hat eindeutig die meisten Nutzer und fast alle Firmen sind dort vertreten. Und sie sind dort aktiv, und wie. Gewinnspiele, Applikationen, die neusten heißen Sonderangebote – wirklich nur für begrenzte Zeit – die aktuellsten Nachrichten des Unternehmens….. Informationen wohin das Auge blickt. Und eines erreichen die ganzen Agenturen, Firmen und Marken zu 100 Prozent: Sie nerven, und zwar gewaltig! Wir haben da mal die elf nervigsten Angewohnheiten für Sie zusammengestellt.
Beitragsflut
Es gibt ja Firmen, die sich für den Nabel der Welt halten. Na, zumindest den Eindruck erwecken Sie, wie bitte kommt ein Unternehmen sonst auf die Idee, zehn oder mehr Beiträge pro Tag zu schreiben?!? Wer soll das denn alles lesen? Die meisten Fans lesen ja nicht nur bei einem Unternehmen mit, sondern haben noch Freunde, Familie, Kollegen und Co. auf Facebook.
Beitragsballung
Die wahren Spezialisten schreiben nicht nur viel, nein, Sie schreiben auch noch alle Beiträge innerhalb von zehn Minuten. Informationsdichte ist toll, aber man kann es damit auch übertreiben. Sieht ja auch richtig toll aus, wenn so viele Beiträge eines Unternehmens direkt nacheinander kommen. Fünf Beiträge in fünf Minuten sind gleich bedeutend mit der Aufschrift “Bitte ignorieren Sie diese Inhalte”. Das funktioniert zuverlässig, garantiert.
Einheitsbrei
Eine völlig andere Kategorie sind da schon Firmen, die sich den Namen “Gleichmacher” redlich verdienen. Sie schreiben nicht zu viele Beiträge, sie verteilen diese sogar über den Tag, der Punkt ist aber: sie schreiben. Und das ausschließlich. Text wohin das Auge blickt, Fans gewinnen den Eindruck, das Bilder und Videos auf Facebook gar nicht existieren. Das ist auf Dauer nur eines: langweilig.
Anpassung
Bei manchen Unternehmen ist deutlich zu erkennen, dass sie neben Facebook auch Twitter nutzen. Es drängt sich sogar der Verdacht auf, dass Twitter gegenüber Facebook bevorzugt wird. Wie sonst lässt sich erklären, dass die Facebook-Beiträge grundsätzlich weniger als 140 Zeichen lang sind? Auf Twitter ist das notwendig, klar. Aber zumindest ein bisschen Zeit, um die Meldungen für Facebook anzupassen und ein oder zwei Zeilen mehr dazu zu schreiben, könnte sich ein Mitarbeiter doch nehmen, oder?
Ignoranz
Das lieben die Fans: Eine aktive und gut gepflegte Fanpage mit regelmäßigen und informativen Beiträgen. Richtig gut. Bei genauerem Hinsehen gibt es da jedoch ein kleines Problem: Die Kommentare und Fragen der Fans bleiben unbeantwortet. Der Grund ist natürlich nicht Ignoranz, nein, die Mitarbeiter werden einfach so sehr mit wichtigeren Dingen beschäftigt sein, dass sie sich um die paar Fans nicht kümmern können. Die sind ja auch nicht so wichtig.
Gefällt mir-Zwang
Das Video klingt interessant, ein Klick darauf und… die Freude ist groß! “Sie müssen zuerst den Gefällt mir Button anklicken, um das Video sehen zu können.” Solche Aufforderungen kennt wahrscheinlich jeder, der mehr als zehn Minuten auf Facebook verbringt. Okay, zehn Minuten sind etwas übertrieben, aber Sie stolpern gefühlt spätesten bei jedem dritten Video über einen solchen Gefällt mir-Zwang. Mag sein, dass diese Methode die Klickzahlen erhöht, die Frustration der Fans allerdings auch.
Automatisierung
Es ist doch immer wieder toll, wenn die Pinnwand einer Fanpage nur aus automatisch publizierten Beiträgen besteht. Klar, hin und wieder macht es Sinn, Inhalte automatisch zu teilen und das stört wahrscheinlich die wenigsten. Aber wenn die Beiträge nur noch automatisch eingestellt werden, fühlen sich die Fans so richtig ernst genommen und wertgeschätzt. Immerhin hat sich beim Unternehmen jemand die Zeit genommen, die automatische Weiterleitung einzurichten, das ist doch schon mal was.
Gewinnspiele
Schon wieder ein Gewinnspiel, wieder die Chance auf tolle Preise und saftige Gewinne. Und Sie müssen dafür nur Fan werden, auf Gefällt mir klicken, auf Twitter folgen und Ihren Freunden sagen, wie toll Sie das Produkt finden. Und schon sind Sie unter den Teilnehmern. Das haben Sie bei den 459 anderen Gewinnspielen auch schon gelesen. Irgendwann reicht es dann auch mal.
Beitragsebbe
Erinnern Sie sich noch an den Anfang unserer Liste? Die tollen Unternehmen mit den vielen Beiträgen? Natürlich gibt es auch das Gegenteil, manche Firmen scheinen davon auszugehen, das reine Anlegen einer Fanpage hätte schon eine immense Werbewirkung. Eine andere Erklärung für die Abwesenheit von Beiträgen oder die Wochen langen Pausen zwischen den einzelnen Beiträgen ist schwer zu finden. Vielleicht setzen die Unternehmen auf den Seltenheitswert Ihrer Beiträge? Funktioniert bei Edelmetallen ausgezeichnet, auf Facebook leider gar nicht.
Alleinunterhalter
Bei so mancher Fanpage werden Sie richtig gut unterhalten. Lustige Videos wechseln sich mit Witzen, Karikaturen und anderen Zwerchfell stimulierenden Inhalten ab. Der Unterhaltungswert liegt hier wirklich hoch, das bringt Abwechslung in die Fanpage und lässt das Unternehmen locker wirken. Manchen Firmen übertreiben es damit allerdings. Wer wühlt sich schon gerne durch dutzende Witze bis er auf eine Meldung mit Informations- statt Unterhaltungswert stößt?
Zielgruppe
Klasse, ein neuer Beitrag zum Thema “Gesichtspflege für den modernen Mann” auf der Fanpage. Liest sich auch wirklich gut und unterhaltsam, nur eine Frage sei erlaubt: Was hat dieser Beitrag auf der Seite eines Herstellers von Unterhaltungselektronik zu suchen? Will das Unternehmen seinen Fans klar machen, das es höchste Zeit ist, sich um das eigene Äußere zu kümmern statt vor der Konsole zu hängen? Ein klein wenig dürfen Unternehmen ihre Beiträge auf ihre Zielgruppe zuschneiden.
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Stefano Picco
Was mich mit Abstand am meisten ärgert, sind wirklich diese vollautomatisierten Seiten, die nur den RSS Feed posten. Und noch schlimmer, wehe man frag mal nach … dann wird der Kommentar auf der Pinnwand einfach gelöscht …
Konkret mag ich leider gar nicht http://www.facebook.com/Quotenmeter und folge dennoch, weil die Beiträge selber natürlich interessant sind.
sabinehaas
Voll ins Schwarze. Treffer. An anderer Stelle habe ich das mal so formuliert: Irgendetwas grundlegend falsch zu machen, ist einfach. Alles richtig zu machen ist schwer. Entsprechend finden sich immer noch nur wenige richtig gelungene Angebote auf Facebook – finde ich.
Timo Kühne
Wie man in deinem Ranking und deiner wirklich gelungenen Facebook Analyse schon erkennen kann, ist der beste Weg, der Mittelweg. Es ist ja wirklich schön viele Fans zu haben, doch was bringen mir die Fans wenn sie sich von mir genervt fühlen und meine Beiträge verbergen? Das man zum Klick auf den “Gefällt mir” Button sozusagen gezwungen wird stinkt mir auch gewaltig. Ich versuche wirklich den Mittelweg zu gehen. Jeden Tag, oder alle zwei Tage einen Interessanten Beitrag manuell rein stellen, einen schönen Text dazu schreiben, schöne Bilder und Grafiken dazu und vielleicht noch ein Informatives Video und alle sind zufrieden und keiner fühlt sich genervt.
Viele Grüße Timo Kühne
P.S: Ein sehr gelungener Beitrag!
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