Natürlich sind Gehälter abhängig von der Erfahrung, der Ausbildung, dem Alter eines Mitarbeiters, der Region in der er arbeitet, der Größe des Unternehmens, der Branche, ja sogar vom Geschlecht oder der Körpergröße. Das macht die Menschen zwar nicht zwangsläufig glücklicher, im Gegenteil: Im vergangenen Jahr waren nur noch 61 Prozent der westdeutschen und 50 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer mit ihrem Einkommen zufrieden, so eine Studie des Berliner Ökonomen Jürgen Schupp und des Duisburger Soziologen Stefan Liebig. Ich vermute, das liegt allerdings auch daran, dass die Leute ihr Einkommen stets relativ betrachten, aber nicht absolut – sich also fragen: Was will ich ganz persönlich verdienen? Um diesen Wert zu finden und auch auszuhandeln, gibt es neben den klassischen Verhandlungstipps eine relativ simple Methode, von der ich neulich las (leider habe ich vergessen wo), mit der Sie Ihr persönliches Wunschgehalt (oder Honorar) ermitteln können:
- Zuerst nehmen Sie den absoluten Minimallohn, für den Sie eben noch bereit wären zu arbeiten.
- Dann verdoppeln Sie ihn.
Zugegeben, die Methode ist wirklich simpel. Aber Sie führt in der Praxis zu relativ realistischen und auch durchsetzbaren Werten. Sie können den Wert ja einmal mit Ihrem aktuellen Einkommen vergleichen. Und für die nächste Verhandlung merken Sie sich bitte: Nennen Sie Ihren Preis stets selbstbewusst und begründen ihn anschließend durch Leistung.
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Alexander
Habe das Gefühl, dass das bei vielen Web-Designern dann immer noch nicht zum Leben reicht ;-)
Jochen Mai
@Alexander: Das ist ja das charmante an dieser Methode: Wenn es dann immer noch nicht reicht, ist doch ganz offenbar das absolute Minimum viel zu tief gesetzt.
Tobias
Es ist nur oft so dass es ein bisschen “arrogant” rüberkommt oder?
Ich meine oftmals ist sich der Arbeitgeber bzw. Auftraggeber der Leistungen im Detail nicht bewusst.
Deshalb entstehen für “uns” realistische Summen, aber für dem Gegenüber
scheint dies gar nicht zu passen.
Und das bestätigen durch Leistung kann ja auch erst im Nachhinein folgen, und baut
somit auf “blindes” Vertrauen.
Nicht wahr?
Jochen Mai
@Tobias: Was meinst du mit “arrogant”? Dass man seinen Preis selbstbewusst nennt? Überhaupt nicht! Im Gegenteil: Das ist psychologisch enorm wichtig. Man sollte schließlich selbst zuerst wissen, was man wert ist. Wenn du schon nicht an deinen Wert glaubst, wie soll es dann erst der Arbeitgeber?!
Am Ende bleibt es natürlich Verhandlungssache. Aber wenn du deinen Gebrauchtwagen verkaufen willst, gehst du ja auch nicht hin und denkst: Ich will ihn nicht mehr, er ist mir nichts mehr wert, deshalb verlange ich nur 50 Euro. Nein, du setzt den Preis an, den du dafür gerne hättest – obgleich du weißt, dass du wahrscheinlich Abschläge hinnehmen musst. Und ist das arrogant? Nein, es ist clever. Warum dann nicht genauso handeln, wenn du etwas viel wertvolleres verkaufst: deine Arbeitsleistung, Erfahrung, dein Wissen…?!
Tobias
Hallo Jochen!
Ja, du hast in der Tat vollkommen Recht.
Deshalb habe ich diese “Arroganz” in Anführungsstriche geschrieben.
Es ist immer schwer von dem Gegenüber abhängig finde ich.
Gerade das erschwert es einem oft ungemein oder nicht?
Natürlich zählt gesundes Selbstbewusstsein dazu, und ich gebe dir damit zu 100%
Recht mit dem was du sagst :)
Für mich ist es immer nur sehr schwer den Grad zwischen einem gesunden
Selbstwertgefühl bzw. der “Arroganz” zu finden.
Und arrogant IST man ja nicht, man “wirkt” nur so – Und das ist steuerbar.
Also wie gesagt, ich gebe dir komplett Recht und sehe es theoretisch genauso.
Nur erweist es sich in der Praxis oftmals schwerer als gedacht.
Vieleicht habe ich diverse Denkfehler.
Also eine wirklich wahre & existente Variable hierbei ist nunmal der Gegenüber.
Ich glaube das will ich damit sagen.
Ich tue mir wenn ich ehrlich bin sehr sehr schwer einen Preis oder eine Summe für meine Tätigkeiten festzulegen.
Ich will mich nicht unter meinem Wert verkaufen.
Ich will aber auch keinen vergraulen und es am besten jedem Recht machen (wohl eine schlechte Charaktereigenschaft?)
*grübel
Christian Weidel
@Tobias: Ich denke, Arroganz fängt dort an, wo ein Mensch nicht mehr bereit ist, Kritik entgegen zu nehmen oder Kompromisse einzugehen. Wenn jemand derart von sich selbst überzeugt ist, wirkt er abstossend. Man kann jedoch auch seine Fähigkeiten darstellen, ohne zu übertreiben oder damit anzugeben. Besonders Frauen haben damit Mühe, weil es in der weiblichen Kommunikation eher üblich ist, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen, um ein gutes Klima zu schaffen. In der Geschäftswelt führt dies aber dazu, dass man schlicht und einfach übersehen wird – meistens jedenfalls.
Holger Reich
Es ist schon seltsam. Warum wirken immer nur die erfolgreichen Leute “arrogant” – dem Looser wird so etwas eher selten vorgeworfen ?!
Selbstbewußtsein muß nicht überheblich daherkommen – aber darf sich auch nicht unterhalb eigener Leistung verstecken.
ThiloP
@Tobias + Jochen:
Das die Arroganz dort anfängt, wo ein Mensch nicht mehr bereit ist, Kritik entgegen zu nehmen oder Kompromisse einzugehen, stimme ich weitgehend zu.
Ich würde es nur anders formulieren! Die Arroganz fängt da an, wo ein Mensch nicht darum bemüht ist den Anderen zu verstehen, gleichzeitig aber von Anfang an Verständniss für sich und seine Forderungen erwartet.
Ein sachlich (also durch harte Fakten unterstützt) selbstbewusster Auftritt sollte also nicht arrogant wirken.
Die richtige Wortwahl könnte auch einen Unterschied machen.
Falsch wäre es sicherlich sofort von einer “Erwartung”, “Forderung” oder von etwas was “mir zusteht” zu reden.
Ich denke eine Formulierung wie “ich meine X € wären angemessen weil….” ist nicht schlecht, da man deutlich macht das es eine Meinung ist.
Wenn der gegenüber zögert und offensichtlich mit anderen Zahlen rechnet, wird die Sache aber schnell kompliziert…..
Tobias
Puh, also das ist mir eigentlich nie aufgefallen dass erfolgreichen Leuten arroganz vorgeworfen wird :)
Klar kommt sowas vor.
Aber genauso existiert es ja auch bei “weniger” erfolgreichen Menschen.
Ich glaube das ist eher ein Klischee :)
@Christian:
Ich finde es gut was du sagst.
Ein guter Ansatz wo Arroganz wirklich anfängt.
Aber wer definiert Arroganz nun wirklich? Ich? oder der mir Gegenüber?
Ich finde die Sache sehr relativ, weil keiner wirklich weiss wo Arroganz wirklich anfängt.
Sie wird nur hier und da in den Raum geworfen. Oftmals vorschnell, gerechtfertigt oder auch ungerechtfertigt.
Tobias
@ThiloP.
Jepp, finde ich gut was du sagst :) Ich mag die Formulierung.
Mit dem Zusatz den du am Schluss schreibst, dass die Sache in diesem
Fall “schnell kompliziert wird” sprichst du genau den Punkt an um den es mir geht.
Hierbei hängt der Verlauf dann doch auch stark von dem mir Gegenüber an nicht wahr?
Er definiert in diesem Fall vorhandene oder nicht vorhandene Arroganz.
Er fällt ein Urteil über meine selbstsichere Aussage.
Hierbei spielt Gemütszustand sowie Charakter des anderen nun eine große Rolle wie sich das Gespräch oder die Sachlage weiter entwickelt.
Also so würde ich das jetzt beurteilen.
Wie du schon sagst – Ab da wirds kompliziert.
blogfeuer
Absoluter Minimallohn wäre der Lohn, mit dem ich eben so über die Runde kommen, für Essen, Wohnung, Versicherungen, Mobilität (Kfz). Ohne Luxus wie Urlaub, Hobbies, usw..
Wenn ich das verdoppele, hab ich ein zu geringes gehalt.
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OkashiQueen
Hallo Jochen,
was hältst du von dieser Formel zur Gehaltsermittlung?
1. fixe Lebenshaltungskosten (Miete, Lebensmittel, Auto/Öffentliche, etc.)
2. flexible Lebenshaltungskosten (Sport, Weiterbildung, Vergnügen, Freizeit/Erholung, Urlaub, Kleidung, etc.)
3. Arbeitswert- und qualität, Ausbildungsdauer, Erfahrung, Kenntnisse, Wissen, etc.
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Alexander from lebeglutenfrei.de
Ich kann hier die Audio Tapes von Brian Tracy sehr empfehlen!