Was für ein Deal! Für ihren Traumjob mit optimalen Arbeitsbedingungen würden Manager auf stolze 30 Prozent ihres Gehalts verzichten. Das geht aus einer Gemeinschaftsstudie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und der London School of Economics hervor an der weltweit mehr als 1100 Führungskräfte beteiligt waren. Überhaupt würden viele eine niedrigere, dafür weniger komplexe und besser kalkulierbare Vergütung bevorzugen. Rückwirkend ausgezahlte Boni sind dagegen kaum noch attraktiv: Die Mehrheit der Befragten schätzt einen Bonus bis zu 50 Prozent geringer, wenn dieser erst nach einer Weile ausbezahlt wird.
Das alles mag sich wenig spektakulär anhören. Tatsächlich aber stellen die Ergebnisse die Effizienz bestehender variabler Vergütungssysteme in Frage. Boni gelten bislang als sinnvolles Instrument zur erfolgsabhängigen Flexibilisierung von Personalkosten. Sie harmonisieren angeblich Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen. Wenn dieser Teil der Bezahlung tatsächlich aber so gering geschätzt wird, dürfte sein Einfluss auf das Verhalten der Manager auch nicht allzu groß sein.
Ist er auch nicht. Denn zwei Drittel der Befragten favorisieren längst ein Gehalt, das auf beeinflussbaren internen Unternehmenszielen beruht. Gut die Hälfte der Manager würde lieber weniger verdienen, dafür aber ein sicheres Gehalt beziehen, statt höhere Einkommenschancen zu haben, die aber mit größerem Risiko behaftet sind. Auch das spricht nicht gerade für unternehmerisches Denken und Handeln bei den Führungskräften, was die bisherigen Vergütungssystem eigentlich fördern sollten.
Jeder zweite will mehr als der Kollege
Bemerkenswert zudem: Jedem zweiten Manager war es in der Umfrage wichtig, mehr als seine Kollegen in vergleichbaren Funktionen zu verdienen. Die absolute Höhe des Gehalts ist dagegen nur für 35 Prozent entscheidend. Man könnte also sagen: Sozialneid und Statusdenken dominieren bei Gehaltsfragen. Lieber weniger verdienen, solange es mehr ist als das, was der Kollege bekommt.
Auch das spricht nicht unbedingt für Weitsicht, Cleverness und ausgeprägte Rechenkünste auf der Beletage – wenn einer schon privat so rechnet…
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