Persönliche Entwicklungschancen sind heutigen Berufseinsteigern bei der Auswahl ihres künftigen Arbeitgebers wichtiger als die Höhe des Gehalts, so eine Kienbaum-Studie. Das Geld spielt demnach nur für 31 Prozent der Befragten eine ausschlaggebende Rolle. Im Rahmen der Studie wurden zwar nur 353 Absolventen verschiedener Fachrichtungen befragt, dennoch lautet die zentrale Erkenntnis der Erhebung: Arbeiten um zu leben, statt leben um zu arbeiten.
Interessant ist dieses Ergebnis, vor dem Hintergrund der befragten Fachrichtungen, denn die Wirtschaftswissenschaftler stellten mit 60 Prozent die größte Gruppe. Gerade sie kämpften mit dem Klischee, nur aufs Geldverdienen aus zu sein. So gaben 2008 noch 78 Prozent der Absolventen an, dass das Gehalt ein entscheidendes Kriterium sei. Wie sich die Erfahrungen aus der Banken- und Finanzkrise auf die Ansprüche der Absolventen ausgewirkt haben, zeigen weitere Details:
Gehalt spielt eine Nebenrolle
Für die Mehrheit der Absolventen haben Freunde und Familie höchste Priorität im Leben. Reichtum nannten nur ein Prozent der Absolventen als Top-Priorität. Des Weiteren stimmten…
- 50 Prozent für Selbstverwirklichung.
- 46 Prozent für Gesundheit.
- 45 Prozent für Erfolg und Karriere.
Wie man im Jahr 2010 High Potentials an sein Unternehmen binden kann, verrät Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications:
Um High Potentials für das eigene Unternehmen zu gewinnen, reicht eine ansprechende Vergütung nicht mehr aus. Absolventen wollen eine Unternehmenskultur, die Perspektiven bietet.
Beständigkeit oder der Standort eines Unternehmen spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Folgende Kriterien werden favorisiert:
- 68 Prozent legen Wert auf persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.
- 51 Prozent wünschen sich eine kollegiale Arbeitsatmosphäre.
- 43 Prozent wollen eine ausgeglichene Work-Life-Balance.
Dabei gibt es keine klaren Präferenzen für die Größe des Unternehmens, auch eine bekannte Marke ist nicht entscheidend. Auf der Suche nach dem Wunscharbeitgeber, rücken Nachhaltigkeit und soziales Engagement zunehmend in den Fokus der Absolventen. Worauf Berufseinsteiger noch Wert legen:
- 54 Prozent setzen eine internationale Ausrichtung voraus.
- 34 Prozent erwarten ein entsprechendes Angebotsportfolio.
- 30 Prozent wünschen sich Kreativität und Flexibilität.
Social Media auf dem Vormarsch
Weiteres Ergebnis der Studie: Nur wenige potenzielle Bewerber nutzen Angebote wie etwa den Tag der offenen Tür eines Unternehmens. Stattdessen ist das Internet das Informationsmedium für Absolventen: 99 Prozent der Befragten informieren sich auf der Firmen-Website ihres Wunschunternehmens. Etwa 50 Prozent nutzen Jobmessen und informieren sich dort gezielt. Zunehmende Bedeutung erfährt aber auch die Reputation der Unternehmen (Fachjargon Employer Branding) im Netz:
- 43 Prozent greifen auf Kontakte zu Mitarbeitern zurück, auch in Social Networks.
- 21 Prozent recherchieren, was über die Unternehmen in der Blogosphäre geschrieben wird.
- 21 Prozent bilden sich via Online-News eine Meinung zu Ihrem Wunscharbeitgeber.
Wenn auch Sie sich gerade nach einem ersten (oder neuen) Job umsehen und wissen wollen, was Ihnen besonders liegt oder wie Sie den Traumarbeitgeber finden, dann bietet Ihnen sicher auch die fünfteilige Serie Vom Studium zum ersten Job einige Anregungen, Kontakthilfen und Checklisten. Die Artikel richten sich in erster Linie (aber nicht ausschließlich) an abschlussnahe Studierende und Absolventen. Ich freue mich auf Ihr Feedback (via Twitter). Wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben, zögern Sie nicht und schreiben mir (via formspring.me).







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