Generation Y: Merkmale der Chefs von morgen
Die Generation Y steht längst mitten im Berufsleben und hat in den meisten Fällen bereits einige Jahre Berufserfahrung gesammelt. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass sich immer mehr Vertreter in verantwortungsvollen Führungspositionen wiederfinden. Kurz gesagt: Die Generation Y übernimmt immer häufiger die Rolle des Chefs. Damit kommen auf die Arbeitnehmer, die mit Schlagwörtern wie Work-Life-Balance oder Digital Natives verbunden werden, eine ganze Reihe an neuen Herausforderungen zu. Es bleibt aber die Frage zu klären, ob die Chefs von morgen in die Rolle ihrer Vorgänger schlüpfen oder einen eigenen, neuen Führungsstil entwickeln. Was die Generation Y auszeichnet und welche Merkmale die Chefs von morgen kennzeichnen...

Generation Y: Wie tickt diese Generation?

In der Arbeitswelt ist es ein feststehender Begriff: Generation Y. Es wurde viel über sie geschrieben und dabei kamen eine Vielzahl verschiedener Namen zum Einsatz: Millenials, Digital Natives, Net Generation, Netizens oder eben Generation Y. Doch so vielschichtig die Begriffe auch sind - sie alle geben nur Facetten wieder und ermöglichen kein vollständiges Bild.

Vielen ist bekannt, dass diese Generation andere Anforderungen an den Arbeitsmarkt und das Berufsleben stellt, doch wie genau ticken die Millenials und Digital Natives dieser Welt? Wir haben drei wichtige Punkte zusammengefasst:

  • Work-Life Balance. Es ist und bleibt das Schlagwort, wenn von der Generation Y gesprochen wird. Der Großteil wünscht sich flexible Arbeitszeiten, freiere Arbeitseinteilung sowie die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Dazu gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit, Familie und Job zu vereinbaren, ohne Abstriche machen zu müssen.
  • Geld nicht der einzige Motivator. Natürlich möchte auch die Generation Y gut bezahlt werden, aber es ist eben nicht der einzige Fokus. Mindestens genauso hoch im Kurs steht der Wunsch, einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Ein besonders wichtiger Aspekt der Generation Y steckt bereits im Namen selbst - denn diese heißt nicht nur so, weil sie auf die Generation X folgt. In erster Linie steht die Generation Y - englisch ausgesprochen "Why" - für die Frage nach dem Warum. Soll heißen: Sie denken über ihren eigenen Tellerrand hinaus, hinterfragen im Gegenzug aber auch alles, was ihnen begegnet.

Wer ist die Generation Y? - Anatomie einer Generation

Sie sind zwischen 1980 und 1995 geboren. Als sie in den Kindergarten kamen, schrumpften die Rechner auf Schachtelgröße. Selbstverständlich standen deren Nachfolgemodelle schon auf den Schreibtischen ihrer Jugendzimmer.

Sie haben erlebt, wie sich die Programme von einfachen Routinen zu komplexen Gebilden entwickelten, die den PC zum Alleskönner machten. Bei der gleichzeitigen Entstehung der fast unbegrenzten Möglichkeiten des Internets waren sie live dabei. So stießen sie in Bereiche vor, die vor ihnen noch nie ein Mensch gesehen hatte. Und waren, wenn schon nicht der Zeit voraus, doch zumindest an ihrem Puls.

Fast schon logisch, dass sie heute Grenzen nur schwer akzeptieren. Schließlich haben sie hautnah erlebt, was er heißt, wenn Informationen unbeschränkt verfügbar sind. Mehr noch: Sie sind es gar nicht anders gewohnt. Bedeutete Wissensbeschaffung für die Generationen davor noch mühsame Recherche in Bibliotheken und Archiven, zücken sie kurz ihr Smartphone und schlagen es nach.

Hier wird aber auch ein Problem der Generation Y aufgezeigt: Wenn es nicht so einfach geht, zappen sie weg. Dies kann auch für die Berufswelt eine wichtige Rolle spielen.

Generation Y: Was zeichnet die Chefs von morgen aus?

Ditty_about_summer/shutterstock.comSie wissen nun ein wenig mehr über die Generation Y und verstehen, welche Ansprüche sie an ihren Arbeitsplatz stellt. Doch wie sieht es aus, wenn sich die Rollen ändern und aus den Arbeitnehmern der Generation Y plötzlich der Vorgesetzte wird, der sich in den letzten Jahren nach oben gearbeitet hat? Sicher ist, dass sich in den nächsten Jahren die Anforderungen an den Arbeitsmarkt und damit auch an die Chefs von morgen weiter ändern werden. Die Merkmale, die die Generation Y kennzeichnen, werden dabei eine wichtige Rolle in den Führungsetagen spielen.

  1. Sehr gute Ausstattung

    Die Talente der Generation Y, die es in die Führungspositionen schaffen, sind sehr gut qualifiziert, oft international ausgebildet, hoch motiviert und dazu selbstbewusst. Alles wichtige Eigenschaften, die Unternehmen im Management schätzen. Sie sind sich aber ihren Stärken und auch ihrem Nutzen für das Unternehmen durchaus bewusst. Als Digital Natives sind sie dazu technikaffin, multitaskingfähig und gut in den sozialen Medien vernetzt. Die Chefs von morgen werden daher den Fokus immer mehr auf das globale Umfeld richten.

  2. Verständnis für neue Arbeitszeitmodelle

    Als Pioniere im Bereich der Work-Life Balance steht die Generation Y auch in der Position des Vorgesetzten neuen Arbeitszeitmodellen offen und grundsätzlich positiv gegenüber. Durch die größere Verantwortung können sie den Prozess der Individualisierung und auch der Digitalisierung des Arbeitsplatzes der Zukunft vorantreiben.

  3. Potenzial für wichtige Veränderungen

    Wie bereits angesprochen steht das Y in erster Linie für das ständige Hinterfragen bewährter Abläufe und Vorgehensweisen. Bei einigen Arbeitgebern wird die Generation Y deshalb als unbequeme empfunden. Fällt das Hinterfragen aber auf fruchtbaren Boden, kann großes Potenzial aufgetan werden. Möglicherweise ist es genau dieses Umdenken, das von der letzten Generation der Vorgesetzten zu lange aufgeschoben wurde.

  4. Weiterbildung rückt in den Fokus

    Da auch die Generation Y sich nicht nur als reine Empfänger von Anweisungen sieht, geben Millenials diese Ansicht auch als Chef an ihre Mitarbeiter weiter. Anstatt auf starre Strukturen und feste Hierarchie zu setzen, wird das direkte Coaching am Arbeitsplatz und auch die Förderung der Mitarbeiter immer wichtiger. Dazu zählen auch Fort- und Weiterbildungen, um die Qualifikationen der Arbeitnehmer zu erhöhen.

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