Menschen sind das Produkt ihrer Zeit. Also jener Dekaden, in denen sie aufwachsen. Die dann jeweils herrschenden gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Verhältnisse prägen spezifische Werte und Verhaltensmuster, die das ganze Leben bestimmend bleiben – so jedenfalls argumentieren Generationenforscher. Besondere Prägekraft, sagen Soziologen, entfalten dabei einschneidende historische Ereignisse. In Deutschland etwa das Kriegsende, die Studentenbewegung oder der Mauerfall. Aber auch wichtige Techniktrends, wie die Digitalisierung oder das Internet formen spezifische Generationenpersönlichkeiten.
Unterschieden werden dabei meist die vier Generationen der sogenannten…
- Veteranen, geboren zwischen 1928 und 1945, Anteil*: 2 Prozent
- Boomer, geboren zwischen 1946 und 1964, Anteil*: 44 Prozent
- Generation X, geboren zwischen 1965 und 1978, Anteil*: 38 Prozent
- Generation Y („Millenials“), geboren zwischen 1979 und 2000, Anteil*: 16 Prozent
*Anteil an den Befragten in Deutschland. Die Zahlen in der Grafik zeigen die Anteile in der Erwerbsbevölkerung der an der Umfrage beteiligten Länder.
Diese Generationsgruppen haben dann jeweils unterschiedliche Stärken und Schwächen:
| Veteranen | Boomer | Generation X | Generation Y | |
|---|---|---|---|---|
| Stärken | beständig, loyal, gründlich bis ins Detail, fleißig | engagiert, durchsetzungsstark, beziehungsorientiert, teamfreudig | anpassungsfähig, technisch versiert, unabhängig, kreativ | realistisch, zuverlässig, multitaskingfähig, technikaffin |
| Schwächen | veränderungsunwilig, obrigkeitshörig, konfliktscheu | technologiefremd, harmoniesüchtig, kritikempfindlich, selbstbezogen | ungeduldig, skeptisch, faul, nörglerisch, durchsetzungs-schwach | unausgeglichen, illoyal, antriebsarm, anleitungs-bedürftig |
| Ansprüche | Arbeitsplatz symbolisiert berufliche Identität und erreichten Status, eigener Schreibtisch ist enorm wichtig. | Starke Identifikation mit Unternehmen, fühlen sich als „Teil des Ganzen“, arbeiten gerne in Team-Bereichen. | Lieben die Extras bei der Arbeit, Aussehen und Qualität der Einrichtung sind wichtig, Individualität aber auch. | Lieben Komfort und wünschen sich informelle wie funktionale Büros, Teamarbeit ist wichtiger als Ästhetik. |
| Was sie lieben | Hierarchien, Status, Autorität, (räumliche) Abgrenzung, klar aufgeteilte Arbeit | eigenes Büro sowie Teambereiche, Teamarbeit, starke Strukturen | flexible Büros, personalisierte Bereiche, Zugang zur Führung, Top-Technik | flexible Büros, personalisiertes Design, Top-Technik |
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Und weil Menschen verschiedener Jahrgänge nicht nur in der Familie, sondern erst recht im Büro aufeinander treffen, sind Missverständnisse und Reibereien oft programmiert. Dass das Potenzial für derlei Generationskonflikte wächst, hat gleich mehrere Gründe: Das Senioritätsprinzip gilt in vielen Unternehmen nicht mehr. Alter Chef, junger Mitarbeiter – das war einmal. Heute können bereits Endzwanziger Abteilungen leiten. Selbst Vorstandsposten werden inzwischen an Enddreißiger vergeben. Und weil sich im Berufsalltag immer häufiger projektbezogene Teams neu formieren, müssen dann in der Regel Mitarbeiter über Alters- und Hierarchieebenen hinweg zusammenarbeiten.
Aber kommt es auch zum Konflikt?
Nein, sagt eine aktuelle Studie des internationalen Personaldienstleisters Kelly Services an der über 100.000 Angestellte in 34 Ländern teilnahmen, darunter mehr als 2000 in Deutschland. Danach glauben 63 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass sich die Zusammenarbeit mit Kollegen verschiedener Altersgruppen positiv auf die Produktivität des Unternehmens auswirkt. Bei den 48-bis 65-Jährigen sind gar knapp drei Viertel dieser Auffassung, von den Mitarbeitern zwischen 30 und 47 Jahren würden dies 63 Prozent unterschreiben. Und auch in der jüngsten Altersgruppe (18 bis 29 Jahre) glauben 60 Prozent an einen positiven Effekt.
Lediglich zwölf Prozent der Berufseinsteiger denken, dass gemischte Team aus verschiedenen Generationen weniger produktiv arbeiten. Allerdings: Rund ein Drittel der Befragten hat bereits generationenbedingte Konflikte am Arbeitsplatz erlebt.
Ein Grund für die überraschende Harmonie im Büro: Alle Mitarbeitergenerationen hatten in Sachen Kommunikation ähnliche Vorstellungen: Obwohl junge Mitarbeiter im Vergleich zu den Älteren eher Schriftform (10 Prozent), Telefon und Voicemail (4 Prozent) oder Instant Messaging (1 Prozent) nutzen, bevorzugen 85 Prozent das persönliche Gespräch. In der Altersklasse der 30-bis 47-Jährigen sind es 88 Prozent, bei den Mitarbeitern zwischen 48 und 65 Jahren sogar 91 Prozent. Zudem geben zwei Drittel der Befragten an, sich in der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern anderer Altersgruppen deren Kommunikationsverhalten anzupassen.
Ebenso einig sind sich junge und ältere Kollegen bei der Bezahlung: Insgesamt ziehen 46 Prozent der Befragten einen monetären Bonus anderen Arten der Honorierung vor. Bei den 48- bis 65-Jährigen ist der Anteil derjenigen, die stattdessen Weiterbildung oder Freizeitausgleich bevorzugen, mit 37 Prozent am höchsten.
Eine etwas ältere Studie, über die ich HIER schon berichtete, skizziert die einzelnen Generationenprofile so:








Thomas
Da ist einiges Wahres dabei! ;)
In unserem 6-Mann-Team beträgt der Altersunterschied bis zu 25 Jahre. Und? Läuft!
Pingback: Generationsübergreifendes Zusammenarbeiten « Silke Biedka
Thomas P.
Hallo,
ich schreibe gerade eine Bachelor-Arbeit zum Thema Generationskonflikte in Unternehmen und möchte verstärkt auf die Thematik eingehen, ob “ältere” den “jüngeren” die Arbeitsplätze wegnehmen.
Angenommen wird, dass diese These verworfen wird.
Wie dem auch sei, verfügen Sie möglicherweise über Artikel, Journale oder Literatur hinsichtlich dieses Themas? Bei der Literaturrecherce traf ich größtenteils auf Altersteilzeit, Mentoring, etc… Nichts, was meine Thematik direkt behandeln würde.
Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas P.
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