Soviel vorweg: Es klingelt nicht, wenn der sprichwörtliche Groschen fällt. Aber es entstehen bei jedem Geistesblitz neue Verbindungen zwischen den beiden Gehirnhälften. Effekt: Das Gehirn erkennt das Neue als passend, und man selbst hat das sichere Gefühl: Es stimmt! Dahinter steckt ein komplexes Wechselspiel zweier Hemisphären in unserem Kopf: Der linken Hirnhälfte werden Funktionen wie logisches Denken, Sprache und analytisches Denken zugeschrieben, der rechten Hemisphäre Musikalität, Kreativität und räumliches Vorstellungsvermögen.
Bei Robert habe ich einen schönen Selbstversuch gesehen: Je nachdem, ob Sie die Tänzerin rechtsdrehend oder linksdrehend sehen, sind Sie eher der intuitive (Tänzerin dreht im Uhrzeigersinn) oder eher rationale Typ (Tänzerin gegen den Uhrzeigersinn). Angeblich ein Zeichen dafür, welche Hirnhälfte bei Ihnen dominiert.
Obwohl das eine kreative Idee ist, die Arbeitsweise der Hirnhälften zu visualisieren – kreativer wird man davon nicht. Dafür sind eher die chemischen Botenstoffe verantwortlich, die den Austausch zwischen beiden Hemisphären beflügeln. Einer davon: Dopamin. Es übermittelt etwa die Befehle des Nervensystems an die Muskulatur, macht uns euphorisch und verstärkt unsere Assoziationskraft. Kurz: Dopamin fördert Kreativität. Zu viel davon erzeugt allerdings Wirrwarr im Kopf. Einige Hirnforscher gehen heute davon aus, dass die Ausschüttung von Dopamin abhängig vom Umfeld ist – also von den Orten und Räumen, in denen wir leben oder arbeiten. Danach sei der Schreibtisch für kreative Gedanken ungeeignet: Mit ihm assoziieren wir Arbeit, Stress, Druck. Und das hemmt.
Dopamin-Kicks und schöpferische Kraft lassen aber steigern. Etwa durch mehr Abwechslung. Wer sich immer nur mit denselben Dingen beschäftigt, zwingt seine Gedanken in eine Einbahnstraße. Das sprichwörtliche Um-die-Ecke-Denken fällt flach. Besser ist, seinen Horizont und seine Wahrnehmung ständig zu erweitern: etwa durch lesen, Besuche in Museen, selbst das Umstellen des Schreibtisches oder ein anderer Weg zur Arbeit kann schon inspirieren. Der Trick ist, eingefahrene Verhaltensmuster und Denkpfade bewusst zu verlassen.
Aber auch Unzufriedenheit kann Innovationsschübe auslösen. Viele Geistesblitze entstanden aus der Not: die Erfindung des Rades genauso wie die von Anti-Faltencremes. Allen diesen Innovationen ist jedoch eines gemein: Ihre Erfinder setzten die Geistesblitze auch um! Worauf warten Sie?







Nadia Kittel
Komisch, ich hatte den Test gestern abend (nach Feierabend) schonmal gemacht, da drehte sich die Figur selbstverständlich im Uhrzeigersinn. Jetzt gerade sehe ich eindeutig eine Tänzerin, die sich gegen den Uhrzeigersinn dreht. Werd ich verrückt oder stellt sichmein Gehirn tatsächlich pünktlich zum Feierabend auf intuitiv? Rätselhaft. Hat noch jemand so eine Erfahrung gemacht? *verwirrtbin*
Christian
Tja, ich she die Richtung auch ab und an wechseln. Vielleicht dreht die sich ja _wirklich_ mal so und mal so ;-)
Jan Schmidt
Das ist doch Fusch. Die dreht mal so mal so! Also ich sehe beides.
Jochen Mai
Ich halte das inzwischen auch für ein manipuliertes Gif.
IM Dynamo
Ich sehe wärend meiner Arbeit nur eine schwarze rechtsdrehende Frau. Ich sehe auch, die Brüste und sie ist nackt. UNd dann gibt es Leute, die swas nicht können. Eine Schande!
Armin
Ich verstehe die Überschrift nicht. Genius loci – der Geist des Ortes? Alte römische Mythologie, okay. Oder meinst Du den Ort des Geistes? Müsste es dann nicht “spiritus” heißen? Egal, klingt irgendwie intelligent ;-)
Jochen Mai
@Armin: Es geht ja in dem Beitrag nicht nur über Hirnhälften und rechtsdrehende Tänzerinnen, sondern auch um Orte, die womöglich Kreativität fördern und uns inspirieren. Deshalb.
Armin
Stimmt. Beim zweiten Lesen habe ich den Bezug jetzt auch gefunden.
Pingback: Kreativität im Job : Bewerberblog.de
thomas
stelle fest ,wenn man eher entspannt ist,innere energie im bauch,da ist sie rechtsdrehend.
wenn man eher angespannt ist, energie mehr an der stirn,dann linksdrehend
Pingback: „Gären statt Brüten – Regeln fürs Ideenmanagement“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Pingback: „Ich sehe was, das man nicht sehen kann…“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Pingback: „Wichtig versus wurscht – Das Eisenhower-Prinzip“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Pingback: „Blogschokolade 2007 – Der Jahresrückblick zur Karriere-Bibel“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!