Die Deutschen und ihre Angst – da hat sich in den vergangenen zehn Jahren so einiges verändert, wie jetzt die Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen 2009“ zeigt. War es früher die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten, so bereitet den Deutschen inzwischen die Verschlechterung der Wirtschaftslage die größte Sorge. Zwei von drei Deutschen (66 Prozent, siehe auch Grafiken unten) haben hiervor Angst.

Mit 18 Prozentpunkten am stärksten zugenommen hat allerdings die Angst vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Mit 65 Prozent springt sie von Platz 8 im Vorjahr auf den zweiten Rang. Erstaunlich: Die Angst, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, fällt mit 48 Prozent deutlich geringer aus. Bemerkenswert auch der Unterschied zwischen Ost und West: 58 Prozent der Arbeitnehmer in den ostdeutschen Bundesländern bangen um ihren Arbeitsplatz – im Westen sind es nur 46 Prozent.

Die Furcht vor Terrorismus ist dafür um lediglich fünf Prozentpunkte gestiegen und liegt mit 46 Prozent im Mittelfeld der großen Ängste. Und trotz heißer Diskussionen um Alkopops und Alkoholexzesse bei Jugendlichen: Die Angst vor Drogen- und Alkoholsucht bei Kindern erreicht mit 34 Prozent den geringsten Wert seit 1994 (33 Prozent).

Weitere Ergebnisse:
  • Frauen sind ängstlicher als Männer. 56 Prozent aller Frauen machen sich Sorgen um ihre Gesundheit, aber nur 43 Prozent der Männer. Männer erreichen nur bei zwei Themen höhere Werte: bei eigener Arbeitslosigkeit und sinkendem Lebensstandard im Alter.
  • Die 40- bis 59-Jährigen sorgen sich am meisten. Die über 60-Jährigen zeigen sich 2009 gelassener.
  • Die Angst vor dem Zerbrechen der Partnerschaft bildet auch in diesem Jahr das Schlusslicht. 2009 erreicht sie mit 16 Prozent den bislang niedrigsten Wert.

Rangliste der größten Angstmacher

Zehn Jahre deutsche Angst im Überblick (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Angst2009-2007
Angst2006-2004
Angst2003-2001
Angst2000-1998

Quelle: R+V Studie “Die Ängste der Deutschen 2009