Es ist das Gesetz der Serie: Wenn man einmal mit einer Sache begonnen hat, entdeckt man immer mehr. Als ich im Mai 2009 damit begann, eine dreiteilige Reihe über Effekte, Phänomene und Methoden zu starten, ahnte ich schon, dass sich irgendwann weitere Teile anschließen werden. Und so ist es jetzt auch gekommen: Weil es eine Reihe von Alltags-Kausalitäten aus Psychologie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften und anderen Disziplinen gibt, die faszinierend sind und die Namen tragen, von denen man teilweise noch nie gehört hat, habe ich heute 20 Gesetze zusammengetragen, die Sie kennenlernen sollten, diese:
- Das Benfordsche Gesetz beschreibt, dass in empirischen Datensätzen bestimmte Ziffernstrukturen häufiger vorkommen als andere. So gilt etwa für die Anfangsziffern in Zahlen des Zehnersystems, dass Zahlen mit der Anfangsziffer 1 rund 6,5-mal häufiger auftreten als solche mit der Startziffer 9. Entdeckt hatte das schon der Mathematiker Simon Newcomb als er bemerkte, dass in Büchern mit Logarithmentafeln die Seiten mit Tabellen mit der Anfangsziffer 1 verschmutzer (also benutzter) waren als andere Seiten.
- Das Brechtsche Gesetz geht auf den Politikwissenschaftler Arnold Brecht zurück, der erkannte, dass die öffentlichen Pro-Kopf-Ausgaben mit steigender Bevölkerungsdichte steigen.
- Edwards Gesetz besagt, dass der Aufwand, den man in eine Sache investiert, umgekehrt proportional zur verbleibenden Zeit steigt. Einfacher: Je näher die Deadline rückt, desto mehr klotzt man ran. Auch eine Art, Dinge geregelt zu kriegen.
- Mit dem ersten Fick’sche Gesetz beschrieb Adolph Fick die Geschwindigkeit des Diffusionsvorgangs.
- Finagles Gesetz wurde von John W. Campbell jr. eingeführt, der es in seinen Editorials über Jahrzehnte verwendete. Es ist eine Variante von Murphys Gesetz (siehe unten) und lautet etwa: Die Information, die du hast, ist nicht die Information, die du willst. Oder: Die Information, die du willst, ist nicht die Information, die du brauchst.
- Das Gesetz der kleinen Zahlen, auch Zwei-Drittel-Gesetz oder Gesetz des Drittels genannt, geht auf den russischen Mathematiker Ladislaus von Bortkewitsch zurück. Er fand heraus, dass bei beliebigen Zahlenserien (wie etwa beim Roulettespiel) eben nicht alle Zahlen gleichmäßig vorkommen, sondern manche Zahlen oft und andere nie.
- Das Gesetz der Serie geht auf den österreichischen Biologen Paul Kammerer zurück, der 1919 dazu das gleichnamige Buch veröffentlichte. Das Prinzip der Serialität besagt, dass sich Dinge anscheinend wiederholen, obwohl es keinen Zusammenhang gibt. Im Volksmund wird das gerne auch mit Ein Unglück kommt selten allein umschrieben.
- Das Gesetz der Straße bedeutet kurz gesagt: Zeige keine Schwäche, zeige nie Angst und nur wer stark genug ist, überlebt. Auch bekannt als Das Gesetz des Stärkeren oder Das Gesetz des Dschungels)
- Godwins Gesetz stammt aus der Internetkultur und wurde von Mike Godwin 1990 geprägt. Es besagt, dass im Verlaufe langer Diskussionen, beispielsweise in Foren, irgendwann jemand einen Nazivergleich oder einen Vergleich mit Hitler einbringt. Das ist zwar satirisch gemeint, entbehrt aber nicht einer gewissen Empirie.
- Das erste Gossensche Gesetz wird auch Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen genannt und meint, dass der Nutzen eines Produktes mit zunehmendem Genuss/Konsum abnimmt.
- Das Hermann-Ebbinghaus-Gesetz lautet sinngemäß: Geringfügig mehr Lernstoff erfordert beträchtlich mehr Wiederholungen. Die Erkenntnisse des Psychologen sind im Volksmund auch als Lernkurve bekannt.
- Das Jostsche Gesetz gehört ebenfalls zu der Lernpsychologie und besagt, dass man im Zweifel das zuerst Gelernte behält.
- Das Mai’sche (Meeting) Gesetz stammt von mir und besagt, dass mit zunehmender Konzentration auf ein Diskussionsthema das Bedürfnis bei den Anwesenden steigt, auch noch was dazu zu sagen – und sei es nur eine Wiederholung dessen, was schon gesagt wurde. Auch beobachtbar als Ich-auch-Phänomen oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
- Das Minimumgesetz, von Carl Sprengel 1828 veröffentlicht, erklärt, dass das Wachstum von Pflanzen durch die knappste Ressource (z.B. Wasser) eingeschränkt wird. Das Wachstum verbessert sich auch dann nicht, wenn man eine Ressource hinzugibt, die bereits im benötigten Umfang vorhanden ist. Der Effekt lässt sich durchaus auf menschliche Lernkurven übertragen.
- Moore’s Gesetz (auch Mooresche Gesetz) beschreibt im Kern die digitale Revolution, nämlich dass sich die Anzahl an Transistoren auf einem handelsüblichen Prozessor alle achtzehn Monate verdoppelt.
- Murphy’s Gesetz ist wohl eines der bekanntesten und braucht deshalb keine langen Erklärungen. Es sagt: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Was vielleicht weniger bekannt ist: Die Entwicklung von Murphys Gesetz wurde 2003 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.
- Das Parkinson’sche Gesetz geht auf den britischen Historiker und Publizist Cyril Northcote Parkinson zurück. Danach dehnt sich Arbeit in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit man tatsächlich dafür bräuchte. Deshalb sollte man sich immer eine Deadline setzen.
- Das Ruskinsche Gesetz sagt: Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Formuliert hat das der englische Sozialforscher John Ruskin (1819 – 1900).
- Das Saysche Gesetz wurde 1803 von Jean-Baptiste Say aufgestellt. Er war der Meinung, dass sich jedes Angebot seine Nachfrage selbst schafft. Die Aussage betraf allerdings ursprünglich geschlossene Volkswirtschaften, in denen nach Say geplantes Angebot und geplante Nachfrage übereinstimmen müssen.
- Das Wagner’sches Gesetz wurde bereits 1863 entdeckt und besagt, dass die Staatsquote eine deutliche Tendenz zur Ausdehnung hat so wie die Volkswirtschaft wächst. Zum Einen, weil mit dem Fortschritt auch die staatlichen Aufgaben des Rechts-, Kultur- und Wohlfahrtszwecks zunehmen, zum Anderen, weil erhöhte Staatsausgaben nach Wirtschaftskrisen auch im Aufschwung kaum zurückgefahren werden.
Damit Sie nicht alle bisherigen Serienteile selbst nachschlagen müssen, habe ich sie Ihnen hier zusammenkopiert. Sie brauchen dann nur diesen Beitrag zu bookmarken und haben so ein praktisches Nachschlagewerk (das mit Ihrer Hilfe sogar wächst).
Namhafte Effekte
- Der Aha-Effekt (auch Heureka-Erlebnis) beschreibt den Augenblick, wenn man nach langem Grübeln eine Sache schließlich versteht oder die Lösung des Problems erkennt.
- Der Ankereffekt ist eine Art Wahrnehmungsstörung. Um den Wert einer Sache bemessen zu können, sucht unser Gehirn nach Vergleichswerten. Findet es diese nicht, reicht ihm zur Not auch eine völlig aus der Luft gegriffene Zahl als Bezugspunkt. Dass das so ist, bewiesen die Psychologen Clayton R. Critcher und Thomas Gilovich: Gäste eines Restaurants mit dem Namen „Studio 97“ gaben darin durchschnittlich 8 Dollar mehr aus als die Gäste des Restaurants namens „Studio 17“.
- Der Assimilationseffekt* (auch Angleichungseffekt oder Reflected-Glory-Effect) kommt aus dem Marketing und entsteht dann, wenn jemand ein Produkt besser bewertet, weil es mit einem (positiv besetzten) Produkt zusammen vermarktet wird, das sogenannte Co-Branding. Zum Beispiel: Nach dem iPod kommt das iPhone. Der Effekt funktioniert natürlich auch bei Personen in Form eines Imagetransfers. Deswegen lassen sich Politiker in Wahljahren auch so gerne zusammen mit Gewinnern und anderen Sympathen ablichten.
- Der Barnum-Effekt* (auch Forer-Effekt) geht es schlicht darum, dass Menschen die Neigung haben, vage und allgemeingültige Aussagen über sie als zutreffende Beschreibung zu akzeptieren.
- Den Begründungs-Effekt haben die beiden Psychologen Ellen Langer und Robert Cialdini entdeckt. Offenbar reagieren Menschen enorm auf Begründungen, beziehungsweise auf das Wort „weil“. Selbst wenn eine Begründung tautologisch und fadenscheinig ist, machen die Leute, was von ihnen zuvor verlangt wurde. Und jetzt lesen Sie bitte weiter, weil das gut für Sie ist.
- Den Broken-Windows-Effekt hat der Niederländer Kees Keizer zusammen mit Kollegen von der Universität von Groningen beschrieben. Grob gesagt bedeutet er: Wenn in einer Straße nur ein Haus mit ein paar zerborstenen Fensterscheiben steht, dann dauert es nicht lange, bis der ganze Wohnblock verfällt.
- Der Bullwhip-Effekt ( auch Peitschenschlag-Effekt) gilt als zentrales Problem im Supply-Chain-Management. Er sagt: In solchen Lieferketten (Händler, Großhändler, Produzent, Lieferant) kann die Nachfrage auf den höheren Stufen der Lieferkette enorm schwanken, obwohl beim Händler die Produkte selbst kaum nachgefragt werden. Entdeckt wurde das in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Forrester, geprägt aber wurde der Begriff vermutlich von Procter & Gamble, als man dort die Nachfrage nach Pampers-Windeln untersuchte.
- Der Butterfly Effect (oder Schmetterlings-Effekt) ist eigentlich nur eine (unrealistische) Theorie. Danach kann das Schlagen der Flügel eines einzigen Schmetterlings einen Wirbelsturm auf der anderen Seite des Globus auslösen.
- Der Bystander-Effekt bedeutet: Bei jedem Notfall nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass einem geholfen wird, mit steigender Anzahl der Umherstehenden ab. Untersucht haben das Sozialpsychologen Latané und Darley und formulierten dazu einen Fünf-Stufen-Prozess, den jeder Passant durchmacht, bevor er einem Unfallopfer hilft. Auf jeder dieser Stufen bilden andere Menschen ein zunehmendes Hindernis.
- Der Chamäleon-Effekt ist auch bekannt als Spiegeltechnik. Forscher, darunter der Psychologe Rick van Baaren haben herausgefunden, dass wir fremde Menschen, die unsere (Körper)Sprache nachahmen, sofort sympathischer finden. Am Ausmaß des Mimikrys lässt sich sogar der Zusammenhalt einer Gruppe ablesen.
- Der Clooney-Effekt geht auf den gleichnamigen Schauspieler George Clooney zurück. Seit der sich am Comer See eine Ferienvilla zugelegt hat, brummt auch der Immobilienmarkt am Lago Maggiore (was quasi um die Ecke ist). Auch die Häuser um Como wurden schlagartig teurer. Brad Pitt hat übrigens dort ebenfalls ein Feriendomizil.
- Der Decoy-Effekt stammt aus dem Marketing und ist eine Art Ködereffekt: Angenommen, es gibt zwei Produkte (A, B), die sich in Preis und Leistung unterscheiden, wobei A den besseren Preis und B die bessere Leistung bietet, dann lässt sich etwa die Attraktivität von A dadurch steigern, indem man ein Decoy-Produkt anbietet, das zwar etwas mehr Leistung als B bietet, jedoch deutlich teurer als A ist. Schon sieht Produkt A in den Augen der Kunden nach einem Schnäppchen aus – und die Kunden kaufen mehr davon.
- Der Dopplereffekt wurde von Christian Doppler Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt als er versuchte, die Farben der Sterne dadurch zu erklären, dass ihre Eigenbewegung Einfluss auf das wahrgenommene Licht hat (was nicht stimmt). Heute bezeichnet der Dopplereffekt eher ein akustisches Phänomen: beim Vorbeifahren eines Fahrzeugs ändert sich die Tonhöhe des Geräuschs.
- Das Dutch Admiral Paradigm ist eine Art Zitierkartell oder Reputationseffekt. So haben Wissenschaftler mehrfach beobachtet, dass gegenseitiges Loben Karrieren beflügeln kann. Seinen Namen bekam der Effekt durch zwei niederländische Kadetten, die sich, bevor sie in den Krieg zogen, gegenseitig schworen nur Gutes über die Taten des anderen zu berichten. Am Ende waren die beiden die jüngsten Admiräle der Niederlande.
- Der Fischteicheffekt* (auch Big-Fish-Little-Pond-Effect (BFLPE)) tritt auf, wenn Schüler in einer Klasse mit leistungsschwächeren Mitschülern eine höhere Lernmotivation entwickeln. Der Grund: Ihre Talente fallen dort mehr auf, werden besser bewertet, was sie noch mehr anspornt. Es soll Eltern geben, die ihre Kinder genau deshalb auf Schulen schicken, deren Schüler einen eher mäßigen Ruf haben.
- Der Framingeffekt zeigt, wie sehr das Umfeld oder die Art wie uns Informationen präsentiert werden, unsere Entscheidung beeinflusst. Bestes Beispiel: das halbvolle Glas. Je nachdem, ob es als „halbvoll“ oder „halbleer“ präsentiert wird, verbucht es das Gehirn als Gewinn oder Verlust. Anderes Beispiel: Konsumenten kaufen lieber Fleisch, das zu 75 Prozent aus Magerfleisch besteht, als jenes, das 25 Prozent Fett enthält.
- Der Gecko-Effekt zeigt, dass an etwas, das stark haftet, nicht unbedingt alles kleben bleibt. Geckos können mit ihren Füßen zwar überall mühelos kleben bleiben, während an ihren Füßen selbst nichts haften bleibt.
- Der Gimpel-Effekt ist verwandt mit dem Ringelmann-Effekt (s.u.) und besagt, dass Teammitglieder aufhören sich anzustrengen, sobald sie erkennen, dass sich manche in der Gruppe auf Kosten anderer ausruhen. Begründet wird das mit einem wachsenden Unrechtsgefühl sowie der Sorge ausgenutzt zu werden.
- Der Grapefruit-Effekt warnt vor gefährlichen Wechselwirkungen von Fruchtsäfte und Arzneimitteln. Ein Glas Pampelmusensaft kann zum Beispiel aus einer normalen Tablette eine tödliche Überdosis machen.
- Der Halo-Effekt wurde von Edward Lee Thorndike entdeckt und beschreibt einen Wahrnehmungsfehler, bei dem einzelne Eigenschaften einer Person so dominant wirken, dass sie einen überstrahlenden Gesamteindruck erzeugen. Etwa: Wer besonders dick ist, wird vor allem über seinen Körperumfang wahrgenommen – und steht damit sofort im Generalverdacht maßlos, faul, willensschwach oder gar dumm zu sein.
- Der Hawthorne-Effekt geht auf ein Experiment um 1924 in den Hawthorne-Werken der Western Electric in Cicero/Illinois zurück. Die Forscher wollten wissen, ob verbesserte Lichtverhältnisse die Produktivität steigern können. Anfangs sah es danach aus, doch dann stellte sich heraus: Die Probanden arbeiteten nur besser, weil sie wussten, dass sie beobachtet werden. Der Effekt zeigt zugleich, dass Menschen eine erlernte Ansicht darüber haben, was ihre maximale Leistungskraft anbelangt und dass diese Grenze oft willkürlich gewählt ist. Man darf annehmen, dass die Hawthorne-Arbeiter schon unter Dämmerlicht ihr Bestes gaben. Aber jedes Mal, wenn die Forscher ein Experiment ankündigten, waren sie in der Lage, ihre Schaffenskraft zu steigern.
- Der Jesaja-Effekt geht auf die biblischen Prophezeiungen des Propheten Jesaja zurück und bedeutet: Solche Weissagungen lenken unseren Blick auf die zukünftige Folgen unserer heutigen Handlungen. Dennoch können wir selber wählen, welches Schicksal uns widerfahren soll, indem wir in diesem Moment so oder so entscheiden.
- Der JoJo-Effekt bezeichnet die unerwünschte und schnelle Gewichtszunahme nach einer Diät. Oft ist das neue Gewicht danach sogar höher als das Ausgangsgewicht.
- Der Kennedy-Effekt geht auf das gleichnamige Buch von Nikolaus B. Enkelmann zurück und beschreibt umgangssprachlich, wie man mit Charisma zu Macht und Einfluss gelangt.
- Der Kobraeffekt stammt aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Damals gab es eine Schlangenplage. Der britische Gouverneur setzte daraufhin ein Kopfgeld auf jede erlegte Kobra aus. Effekt: Die pfiffigen Inder züchteten die Schlangen, um sie anschließend zu enthaupten und abzukassieren. Als das aufflog, wurde die Prämie abgesetzt. Zweiter Effekt: Die Leute ließen alle Kobras frei, die sie noch besaßen. Die anschließende Plage war schlimmer als die davor.
- Der Kuleshov-Effekt wurde von dem sowjetischen Regisseur und Filmtheoretiker Lev Kuleshov als erstes beschrieben: Weil das Gehirn versucht, Bilder (oder wie im Film aufeinander folgende Einstellungen) zu Zusammenhängen zusammenzufügen, selbst wenn diese nicht zusammen gehören, interpretieren wir sie nicht neutral. Kuleshovs Kollege, Ivan Mosschuchin, trieb diese Montagekunst bis zum Extrem. Dabei wurde dasselbe neutrale Gesicht eines Schauspielers immer wieder mit anderen Bildern gegengeschnitten – prompt veränderte sich die Wirkung. Gesicht und ein voller Suppenteller: hungrig. Gesicht und strahlende Sonne: freudig. Gesicht und Beerdigung: traurig. Psychologische Studien zeigen, dass dasselbe auf der Straße passiert oder wenn wir anderen Menschen begegnen und diese sofort beurteilen.
- Der Luzifer-Effekt geht auf das gleichnamige Buch des US-Sozialpsychologen Philip Zimbardo zurück. Darin erläutert er, wie anfällig wir alle für die Versuchungen „der finsteren Seite” sind. Zimbardo ist weltweit bekannt als der Kopf hinter dem Stanford Prison Experiment, bei dem eine Gruppe freiwilliger Studenten zufällig in „Wärter“ und „Häftlinge“ aufgeteilt wurde, um dann in einem simulierten Gefängnis zu arbeiten und zu leben. Innerhalb einer Woche musste das Experiment abgebrochen werden, da die Studenten sich in brutale, sadistische Wärter oder emotional gebrochene Gefangene verwandelt hatten.
- Den Matthäus-Effekt leiten Soziologen in Anlehnung an ein berühmtes Zitat aus dem biblischen Gleichnis von den anvertrauten Talenten im Matthäus-Evangelium (Kapitel 25, Vers 29) ab: „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Der Effekt besagt, Glück und Erfolg stecken an. Einmal da, vermehren sie sich nahezu automatisch und exponenziell. Der US-Soziologe Robert K. Merton formulierte 1968 dieses Prinzip der positiven Rückkopplung auch als success breeds success. Menton bezog seine These damals allerdings auf die Zitierhäufigkeit bekannter Wissenschaftsautoren: Er konnte nachweisen, dass prominente Autoren aufgrund ihres Bekanntheitsgrades wesentlich häufiger zitiert wurden als unbekannte, was wiederum die Prominenz der Gurus noch weiter steigerte.
- Der McGurk-Effekt geht auf den Entwicklungspsychologen Harry McGurk zurück, der herausfand, dass zu viele Sinnesinformationen (Wahrnehmung eines akustischen Sprachsignals und gleichzeitige Beobachtung von Lippenbewegungen) unsere Wahrnehmung stören, woraus dann eigenartige Realitäten entstehen: Wir hören etwas anderes, weil wir glauben es zu sehen.
- Der Michelangelo-Effekt beschreibt das Phänomen, dass die Umgebung mancher Menschen bessere Eigenschaften in uns fördert, so wie der berühmte Bildhauer aus einem schnöden Marmorblock kunstvolle Statuen schuf. Im Englischen wird der Effekt unter Liebenden auch umschrieben mit: You bring out the best in me.
- Der Obelix-Effekt ist benannt nach dem gleichnamigen Gallier im Asterix-Comic, der stets neidvoll zuschauen muss, wie sich seine Freunde beim Zaubertrank-Ausschank stärken – nur er bekommt nichts ab. Auf den Büroalltag übertragen: Den Effekt erlebt jeder, der von seinen Kollegen nie gefragt wird, ob er mit zum Mittagessen mitkommen mag.
- Der Placebo-Effekt beschreibt, dass etwa Tabletten, die keine Wirkstoffe enthalten, trotzdem heilen können – nur weil der Patient an dessen Wirkung glaubt. Das Gegenteil davon ist übrigens der Noceboeffekt: Es treten unerwünschte (schädliche) Nebenwirkungen auf, weil der Patient sie erwartet.
- Der Pygmalion-Effekt (auch Rosenthal-Effekt) wurde von den Psychologen Robert Rosenthal und Lenore Jacobson 1968 beschrieben. Damals teilten Sie Lehrern mit, dass diese aufgrund bisheriger, guter Leistungen im kommenden Schuljahr eine Klasse übernehmen dürften, die sich aus den intelligentesten Schülern zusammensetzt. Nach Ablauf des Schuljahres waren diese Klassen tatsächlich besser als alle anderen, ihre Noten, selbst der IQ der Schüler lag über 20 Punkte höher. Allerdings hatten die Psychologen gelogen. Die Klassen waren lediglich eine Zufallsauswahl. Weil aber Schüler glaubten, zu den Besten zu gehören und auch die Lehrer ihnen mehr zutrauten, stieg die Leistungs- und Lernkurve.
- Der Rajkov-Effekt geht auf den russischen Psychotherapeuten Vladimir Rajkov zurück und ist auch bekannt als die Methode des „geborgten Genies“. Rajkov versetzte seine Probanden in einen Zustand der Tiefenhypnose und suggerierte ihnen, dass sie per Reinkarnation ein herausragender Kopf der Geschichte gewesen seien. Interessanterweise waren sie in diesem Zustand in der Lage, annäherungsweise deren Fertigkeiten zu entwickeln, die sonst weit über ihren eigenen lagen.
- Der Reaktanzeffekt* beschreibt die psychologische Neigung von Menschen, Gruppen oder Organisationen, sich gegen Entwicklungen zu wehren oder aber sogar, neuerlich verbotene Handlungen – insgeheim oder offensichtlich – weiterhin auszuführen.
- Der Rezenzeffekt* (auch Primäreffekt oder Primacy-Recency-Effekt) ist ein Kurzzeitgedächtnis-Phänomen. Kurz gesagt sorgt er dafür, dass wir jüngere Informationen besser erinnern als ältere. Deswegen sollte etwa die wichtigste Aussage eines Vortrags stets am Ende kommen (oder dort noch einmal wiederholt werden). Und deshalb wird bei einem Werbespot das beworbene Produkt auch immer als Closer gezeigt.
- Der Ringelmann-Effekt beschreibt, dass Menschen in der Gruppe eine geringere Leistung erbringen, als aufgrund der summierten Einzelleistungen zu erwarten wäre. Gemeint ist damit aber nicht soziales Faulenzen, sondern vielmehr den Motivationsverlust und der daraus resultierende Leistungsabfall, der in Gruppen interessanterweise entstehen kann.
- Der Slashdot-Effekt* tritt auf, wenn etwa ein Eintrag in einem bisher kaum bekannten Blog von einer großen Webseite (zum Beispiel Slashdot) aufgegriffen wird, was binnen Minuten einem enormen Besucherandrang führt – teilweise gar bis der Server unter der Last zusammenbricht. Dann wurde die Seite geslashdottet.
- Der Streisand-Effekt ist ein Phänomen im Internet: Der Versuch, negative Informationen über sich im Web zu entfernen, kann dazu führen, dass diese noch stärker verbreitet werden. Statt dass die Informationen unterdrückt werden, breiten sie sich durch so genannte Spiegelungen und Zitierungen erst recht aus. Seinen Namen verdankt der Effekt Barbra Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Webseite Pictopia.com auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil dort eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war. Adelman behauptete, er habe das Anwesen am Strand fotografiert, um Küstenerosionen für das California Coastal Records Project zu dokumentieren. Der Journalist Paul Rogers bemerkte später, dass das Bild von Streisands Haus im Internet sehr beliebt war.
- Der Valins-Effekt beschreibt das Phänomen, dass körperliche Reaktionen, etwa erhöhter Puls beim Anblick eines Bildes, die Bewertung dieses Bildes beeinflussen können.
- Der Veblen-Effekt (auch Snob-Effekt) ist ein Konsumeffekt, der sich vor allem bei sogenannten Prestige- oder Luxusgütern beobachten lässt. Kurz gesagt kommt es bei diesen Gütern zu einer reziproken Nachfragereaktionen: Obwohl der Preis steigt, steigt auch die Nachfrage.
- Der Vorführ-Effekt bedeutet: Ausgerechnet dann, wenn man einen Regelfall anderen zeigen möchte, kommt es zum Ausnahmezustand – es gelingt nicht.
- Weihnachtseffekt nennen Paarforscher das Phänomen, das in Fernbeziehungen regelmäßig für Spannungen sorgt: Beide haben eine genaue Vorstellung wie das nächste Treffen ablaufen sollte – nur leider jeder eine andere. Enttäuschung und Streit sind dann beim Wiedersehen programmiert.
- Der Werther-Effekt beschreibt ein Nachahmungphänomen. In diesem Fall lösen ausführliche Medienberichte über einen Selbstmord eine signifikante Zahl von Nachahmungs-Suiziden aus. Der Ursprung des Effektes geht auf den Goethe-Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ aus dem Jahr 1774 zurück. Damals löste das Buch eine regelrechte Suizid-Epidemie unter jungen Menschen aus.
- Der Zeigarnik Effekt* geht auf die Psychologin Bluma W. Zeigarnik zurück, die 1927 feststellte, dass wir uns unbeantwortete Fragen oder noch offene Aufgaben besser merken. Deswegen wird der Zeigarnik-Effekt auch schon mal Cliffhanger genannt: Mit dessen Hilfe, werden dann zum Beispiel Leser dazu gebracht, eine Werbung anzusehen oder einen Artikel weiter zu lesen, weil sie wissen wollen, wie es…
- Der Zero-Price-Effekt beschreibt einen typischen Verkäufertrick. Dabei wird das Angebot mit einer vermeintlichen Gratis-Dreingabe gekoppelt, ein sogenanntes Lockvogel-Angebot. Der Online-Buchhändler Amazon hat damit gute Geschäfte gemacht: Ab einem bestimmten Bestellwert war der Warenversand umsonst. Dadurch bestellten viele Kunden mehr Bücher als sie eigentlich brauchten, nur um Portokosten zu sparen.
Alltägliche Phänomene
- Die 72-Stunden-Regel besagt: Alles, was Sie sich vornehmen, müssen Sie innerhalb von 72 Stunden beginnen, sonst sinkt die Chance, dass Sie das Projekt jemals umsetzen, auf ein Prozent.
- Das Abilene-Paradox meint, dass manche Entscheidungen nur so aussehen, als würden sie auf einem Konsens basieren. Entdeckt hat das Phänomen Jerry Harvey, Professor an der George Washington Universität, im Jahre 1974 nach einer Reise mit seiner Frau und den Eltern in seine Heimatstadt Abilene. Angetreten hatte er die Fahrt, weil ein Familienmitglied den Trip in der Annahme vorschlug, die anderen bräuchten etwas Abwechslung. Jeder willigte ein, weil alle glaubten, die anderen seien auch dafür. Bei der Rückkehr aber stellte sich heraus: Eigentlich wären alle lieber zu Hause geblieben.
- Die Akzeptanzresonanz besagt, dass Sympathie eine Art selbsterfüllende Prophezeihung ist. Wenn wir glauben, dass uns ein anderer Mensch mag, dann verhalten wir uns demjenigen gegenüber meist automatisch freundlicher und wärmer, mit dem Effekt, dass uns unser Gegenüber anschließend tatsächlich mehr mag.
- Das Andorra-Phänomen spielt auf das gleichnamige Drama von Max Frisch an. Dort wird das uneheliche Kind eines Lehrers vermeintlich als „Jude“ bezeichnet, dem die Einwohner Eigenschaften, wie Geiz, Faulheit oder Feigheit andichten. Anfangs sträubt sich der Junge gegen diese Erwartungen bis er resigniert und ihnen schließlich entspricht. Genau darum geht es auch beim Andorra-Phänomen: Dabei verfolgen Menschen Ziele, die andere ihnen gesteckt haben.
- Das Blue-Seven-Phänomen beschreibt den Umstand, dass die meisten Menschen die Farbe Blau lieben und Sieben eine globale Lieblingszahl ist.
- Das Catch-22-Phänomen (oder Catch-22–Problem) ist nach Joseph Hellers gleichnamigem Roman benannt und beschreibt ein Problem, das seine eigene Lösung unmöglich macht. Benutzer des Betriebsystems Windows kennen vielleicht die Aufforderung: „Falls Ihre Tastatur nicht mehr reagiert, drücken Sie die Escape-Taste.“
- Die Cocktail-Party-Studie ergab, dass Menschen zwar Bars mit roten Räumen bevorzugen, in blauen aber länger bleiben. Die beiden Psychologen Ravi Mehta und Rui Zhu von der Universität von British Columbia glauben deshalb, dass Wandfarben oder Bildschirmhintergründe entscheidend zu der Art der Ergebnisse beitragen.
- Confirmation Bias wird die kognitive Falle genannt, in der wir dazu neigen, einmal gefasste Meinungen beizubehalten bis sie sich verfestigen – kurz: Schubladendenken. Der Weg dorthin ist selektive Wahrnehmung: Wir nehmen nur noch solche Informationen auf, die in unser Weltbild passen. Der Rest wird ausgeblendet. Auch Erfolg wird so zur Falle: Weil wir uns in unserem Denken bestätigt sehen, reduzieren wir unsere geistige Flexibilität, eliminieren jeden Querdenker-Impuls und werden unfähig Strategien zu wechseln – auch dann wenn die Umstände längst andere sind.
- Entscheidungsparalyse nennt man das, wenn wir uns am liebsten gar nicht entscheiden wollen oder stur bei der ersten Entscheidung bleiben. Bei dem entsprechenden Experiment (sogenannter Becher-Versuch) gibt man Leuten einen Kaffeebecher und fragt sie, ob sie bereit wären, den Becher mit einem Schokoriegel zu tauschen. 90 Prozent behalten lieber den Becher. Die Nummer funktioniert genauso anders herum.
- Die Exzellenz-Formel (habe ich so genannt) ist eine eherne Regel und wiederkehrende Beobachtung im beruflichen Umfeld, dass erstklassige Chefs ebenfalls erstklassige Leute um sich scharen; zweitklassige Chefs aber nur drittklassige Mitarbeiter. Oder kurz: A-Leute ziehen A-Leute, B-Leute ziehen C-Leute. Die Erklärung dafür: Wer exzellent ist, braucht Konkurrenz nicht fürchten, sucht aber gleichwertige Inspiration, um noch besser zu werden. Für mittelmäßige Manager dagegen bedeutet jeder erstklassige Mitarbeiter eine latente Bedrohung, der entweder an ihnen vorbei zieht (und sie so relativ deklassiert) oder sie gar beerbt. Der Volksmund kennt die Formel übrigens in abgewandelter Form: Zeig mir deine Freunde, und ich sag dir, wer du bist.
- Das Feel-good-do-good-Phänomen besagt, dass motivierte Mitarbeiter hilfsbereiter sind als normal oder gar schlecht gelaunte Kollegen. Hintergrund: Je mehr jemand mit seinem Leben zufrieden ist, desto empathischer ist er, und desto mehr färbt das auf sein Umfeld ab.
- Am Helfer-Syndrom leiden womöglich Menschen, die ständig nach dem Gefühl streben, gebraucht zu werden und deshalb anderen unentwegt ihre Hilfe anbieten. Zuweilen sind auch Menschen betroffen, die schlecht „Nein“ sagen können. Gefährlich: Viele Dienstbarkeiten mindern die Qualität der eigenen Arbeit, das wiederum beschädigt den Ruf und damit die Anerkennung im Job. Häufig versuchen Betroffene das durch noch mehr Gefälligkeiten zu kompensieren. So führt das Helfer-Syndrom zu noch mehr Stress und mündet nicht selten in der totalen Erschöpfung und einem Burnout-Syndrom.
- Hindsight Bias nennen Wissenschaftler das Phänomen, dass wir oft viel weniger aus unseren Fehlern lernen als wir meinen. Vielmehr glauben wir hinterher, das eingetroffene Ereignis ohnehin schon lange geahnt zu haben. Besonders an der Börse lässt sich das beobachten: Stürzt die Aktie überraschend ab, sagen viele, dass sie damit längst rechneten – trotzdem haben sie zuvor nicht verkauft oder gar eifrig zugekauft.
- Der Holiday Blues (auch Entlastungsdepression genannt) tritt im Urlaub oder an Wochenenden auf. Weil die meisten Menschen versuchen, nach einer anstrengenden und stressigen Woche rapide zu entspannen und auf einen Blitzerholungseffekt hoffen, bricht das Immunsystem zusammen und sie werden erst recht krank. Studien zeigen: Wer zu schnell herunterfährt, riskiert Kopfschmerzen, Erschöpfungsattacken und Übelkeit.
- Das Kleine-Welt-Phänomen (auch bekannt als Six degrees of seperation) wurde vom Harvard-Professor Stanley Milgram entdeckt und besagt: Jeder Mensch kennt jeden anderen über höchstens sechs Ecken. Nach einer neuen O2-Studie haben sich diese sechs Ecken durch die Social Networks im Internet inzwischen auf drei reduziert.
- Das Kontrastprinzip ist eine Form der Manipulation. Unsere Wahrnehmung reagiert alles andere als objektiv, wenn uns zwei Reize unmittelbar nacheinander dargeboten werden. Wer seine Hand zuerst in kaltes Wasser taucht und danach in heißes, wird es nur als lauwarm empfinden – und sich womöglich verbrühen. Wer dem Chef eine schlechte Nachricht zusammen mit einer guten präsentiert, ist schlau. Denn die schlechte wirkt jetzt nur noch halb so schlimm. Die gute allerdings auch nicht mehr ganz so gut. Das nennt man dann Kollateralschaden.
- Das Lächelmasken-Syndrom muss man sich wie ein krampfhaftes Perma-Grinsen vorstellen. Lächeln per se macht gute Laune – selbst wenn es grundlos und erzwungen ist. Das Lächelmasken-Syndrom dagegen kann zu Depressionen führen, weiß etwa die Psychologin Makoto Natsume von der Universität Osaka. Als Angehörige des Landes des Lächelns ist sie Expertin auf diesem Gebiet.
- Mona-Lisa-Syndrom heißt das Phänomen, das vor allem Frauen im Job betrifft: Die nette Kollegin wird zwar geschätzt, aber gerne auch übergangen. Einziger Ausweg: mehr auffallen. Seine Stärken stetig ins rechte Licht zu rücken und die PR in eigener Sache zu perfektionieren ist eine wichtige Erfolgsregel – egal, wie unangenehm das einem ist.
- Der Montags-Blues ist ein regelrechtes Massenphänomen. Drei Viertel von 885 befragten Arbeitnehmern bezeichnen sich in einer Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Ears and Eyes als Montagsmuffel. Jeder Achte gab zu, Montag morgens Gespräche mit Kollegen oder Kunden kategorisch zu vermeiden, weil es sie einfach nur nervt. Auch andere Studien bescheinigen Montagen den Ausnahmezustand: Zu Wochenbeginn wird weniger geleistet als dienstags oder mittwochs, fanden Forscher der London School of Economics heraus. An keinem anderen Wochentag ist die Verletzungsgefahr im Job größer. Selbst bei der Zahl der Krankmeldungen ist der Montag einsame Spitze. Der Manic Monday, wie er auch genannt wird, soll sogar zu mehr Rechtschreibfehlern in E-Mails führen.
- Das Monty-Hall-Dilemma (oder Ziegenproblem) entstammt einer klassischen Quizshow-Situation: Der Moderator zeigt drei Türen: A, B und C. Hinter einer wartet ein nigelnagelneues Sportcabriolet. Hinter den anderen beiden Nieten. Sie sollen nun eine Tür wählen – und wählen A. „Sehr gut“, sagt der Moderator und öffnet Tor B, „denn diese Tür wäre falsch gewesen.“ Soeben haben sich Ihre Gewinnchancen erhöht. Der nigelnagelneue Flitzer lauert also hinter Luke A oder C. Nun fragt Sie der Moderator erneut: „Wollen Sie Ihre Wahl wechseln oder bleiben Sie bei A?“ Blöde Frage, denken Sie. Schließlich stehen die Chancen Fifty-Fifty. Falsch! Mathematiker haben nachgewiesen: Sie sollten zu C wechseln, damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Flitzer gewinnen auf rund 67 Prozent.
- Pendler-Amnesie nennt der britische Stressforscher David Lewis das Phänomen, dass besonders gestresste Autofahrer sich hinterher nicht mehr an gefahrene Streckenabschnitte erinnern können. Lewis hat dazu über fünf Jahre hinweg 800 Autofahrer, beziehungsweise deren Blutdruck und Herzfrequenz gemessen. Die Werte verglich er anschließend mit denen von Jetpiloten und Polizisten in Ernstfallübungen. Ergebnis: Der Stresspegel der Pendler war vergleichbar mit dem der Kampfpiloten.
- Das Peter-Prinzip besagt: In jeder Hierarchie werden Beschäftigte solange befördert, bis sie auf einen Posten gelangen, auf dem sie inkompetent sind. Formuliert haben es 1969 die US-Autoren Laurence J. Peter und Raymond Hull. Entsprechend folgerten sie, dass in jedem Unternehmen nach einer gewissen Zeit jede Stelle mit einem Mitarbeiter besetzt ist, der mit seinen Aufgaben überfordert ist.
- Das Phi-Phänomen (auch Stroboskopeffekt) ist eigentlich ein Wahrnehmungsfehler: Man sieht eine Bewegung, die nicht existiert. Das Phänomen wurde 1912 von Max Wertheimer beschrieben. Das Phi-Phänomen kann man gut an Laufschriftanzeigen beobachten. Obwohl nur einzelne Lampen aus- und angehen, wirkt es, als ob die Schrift wandert.
- Prokrastination (oder Aufschieberitis) wird das Verhalten genannt, wenn jemand chronisch Aufgaben vertagt, die eigentlich erledigt werden müssen. Bei Untersuchungen von Psychologen aus Deutschland und den USA kam heraus, dass weltweit fast jeder Fünfte von diesem Phänomen betroffen ist. Der US-Psychologe Joe Ferrari von der DePaul Universität in Chicago ist einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet und der Meinung, dass chronische Aufschieber nur durch eine Verhaltenstherapie geheilt werden können.
- Das Resonanzphänomen beschreibt in der Psychologie die Wirkung, dass starke Emotionen sofort einen unbewussten Widerhall finden. Konkret: Wenn Sie jemanden spontan anlächeln, lächelt der in der Regel zurück. Das kann man auch nutzen: Wer lernt, die Bedürfnisse und Gefühle seiner Mitmenschen zu erkennen, ernst zu nehmen und darauf einzugehen, erzeugt so mehr und intensivere Resonanz.
- Die Reziprozitätsfalle erklärt das ungutes Bauchgefühl oder schlechte Gewissen, das man hat, nachdem man beschenkt wurde. Viele fühlen sich danach seltsam verpflichtet. Und genau das ist zuweilen auch beabsichtigt: Gratisproben in Supermärkten funktionieren nach diesem Prinzip. Verkäufer, die anbieten, doch „noch einen Happen“ zu nehmen, zwingen die arglose Kundschaft so in eine Gefälligkeitsfalle, damit sie danach die ganze Wurst kauft. Die Organisation amerikanischer Kriegsversehrter berichtete einmal, dass die Rücklaufquote auf Standard-Spendenaufrufe bei 18 Prozent läge. Würde den Briefen aber ein kleines Präsent – wie handbemalte Postkarten – beigefügt, stiege die Erfolgsquote auf über 35 Prozent.
- Schnitzelkoma (oder Fressnarkose oder Post-Lunch-Dip) heißt das Phänomen, dass die meisten Menschen nach dem Mittagessen schlagartig müde werden lässt. Blutdruck und Körpertemperatur sacken dann einfach weg, sogar das Gehirn braucht eine Pause. Ist aber völlig normal.
- Das Sieben Phänomen wurde schon vor rund 300 Jahren von John Locke entdeckt: Testpersonen, die eine größere Anzahl von Gegenständen einen kurzen Augenblick ansehen und sich merken sollten, erreichten bei bis zu sieben Objekten eine Trefferquote von nahezu 100 Prozent. Danach sank die Merkfähigkeit rapide. Die TV-Kultsendung „Am Laufenden Band“ mit Rudi Carrell baute exakt darauf ihr Finale auf.
- Stockholm-Syndrom nennen Wissenschaftler das psychologische Phänomen, bei dem Opfer von Entführungen ihre Peiniger immer sympathischer finden oder sich gar in sie verlieben. Dies kann sogar dazu führen, dass das Opfer mit dem oder den Tätern kooperiert.
- Warnock’s Dilemma wird die Fehleinschätzung vieler (Online-)Autoren genannt, die glauben: Weil keiner auf ihren Text reagiert, interessiert es auch keinen. Ein Trugschluss. Denn womöglich interessiert es die Leser durchaus – sie konsumieren jedoch ausschließlich die Information.
- Die 10.000-Stunden-Regel stammt ursprünglich von dem US-Neurologen Daniel Levitin von der McGill Universität in Montreal. Der stellte fest, dass sich jeder mit einer Sache mindestens 10.000 Stunden beschäftigen müsse, bevor er über die nötigen Kenntnisse verfüge, um in seinem Bereich zur Weltspitze gehören zu können.
Nützliche Methoden
- Die 653-Methode ist eine Kreativtechnik und wurde von Bernd Rohrbach entwickelt. Dabei werden 6 Teilnehmer eines Meetings aufgefordert, innerhalb von 5 Minuten 3 Ideen zu einem vorgegebenen Thema auf ein Blatt Papier zu notieren. Danach geben alle Teilnehmer das Blatt reihum weiter und ergänzen ihrerseits die Ideen des Vorgängers um drei weitere (oder entwickeln diese weiter). Das Ganze geht solange, bis jeder jedes Blatt einmal bearbeitet hat. Binnen einer halben Stunde entstehen so 108 Ideen.
- Die ABC-Methode ist ein Zeitmanagement-Instrument und nimmt Rücksicht auf sogenannte Links- und Rechtshirner. Laut Theorie dominiert bei manchen Menschen die linke Gehirnhälfte, sie mögen Zahlen, Fakten, Pläne, Systeme. Die meisten Selbstmanagement-Methoden richten sich an sie. Rechtshirner dagegen sind chaotisch, kreativ, spontan. Mit Plänen kommen sie nicht zurecht. Deshalb gibt es für sie die ABC-Methode: Sie steht dafür, anfallenden Aufgaben nur nach Wichtigkeit zu ordnen: A für sehr wichtig (sofort erledigen), B für weniger wichtig (später erledigen oder delegieren) und C für kaum wichtig bis unwichtig (delegieren oder verwerfen).
- Die ALPEN-Methode ist eine Art Tagesplan und steht für: Aufgaben aufschreiben, Länge einschätzen, Pufferzeit einplanen (maximal 60 Prozent der Arbeitszeit verplanen), Entscheidungen priorisieren und Nachkontrollieren (was man erreicht hat). Unerledigtes wird dann auf den nächsten Tag übertragen.
- Die Disney-Methode ist eine Kreativtechnik und wurde vom US-Filmproduzenten Walter „Walt“ Elias Disney entwickelt, um Denkblockaden aufzuweichen. Danach entsteht Kreativität durch das Zusammenwirken dreier Typen, durch: a) den Träumer, b) den Realisten, c) den Kritiker. Der Träumer entwickelt zunächst eine visionäre Idee, der Realist konzentriert sich danach auf das Machbare – jedoch mit viel gutem Willen: Falls die Idee umgesetzt würde, was wäre dazu nötig? Was würde es kosten? Dann schlägt der Kritiker zu, stellt konstruktive (!) Fragen, prüft, analysiert und verbessert das vorläufige Ergebnis. Sobald der Kritiker keine Fragen mehr hat, der Realist von dem Gelingen des Projekts überzeugt und der Träumer begeistert ist, liegt ein optimales Ergebnis vor.
- Die Eisenhower-Methode (oder auch Eisenhower-Prinzip) geht auf den General und US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower zurück und ist eine Mischung aus klassischem Zeitmanagement und Postkorbübung. Dazu werden anfallende Aufgaben jeweils in zwei Kategorien unterteilt: wichtig oder unwichtig; eilig oder nicht eilig. Dann legt man ein Koordinatensystem für diese Kategorien an – oben eilig, unten nicht eilig; links wichtig, rechts unwichtig. Dort werden alle Aufgaben schließlich eingetragen. Den Quadrant rechts unten können Sie gleich wieder vergessen. Das sind die unwichtigen uneiligen Aufgaben. Die Aufgaben im Quadranten darüber (unwichtig, aber eilig) delegieren Sie. Die Aufgaben, die nicht eilig, aber wichtig sind (unten links), tragen Sie sich in Ihrem Kalender ein. Sie werden täglich abgearbeitet. Die Aufgaben oben links erledigen Sie sofort! Sie sind wichtig und eilig.
- Die Ferber-Methode ist eine Art Einschlafhilfe für Kinder über einem halben Jahr. Entwickelt hat sie der US-Kinderarzt Richard Ferber, als er feststellte, dass selbst Eltern ihren Kindern manchmal ungewollt schlechte Schlafgewohnheiten beibringen. Seine Lösung: Das Kind wird stets wach und jeden Abend zur gleichen Zeit zu Bett gebracht, jedoch mit einem regelmäßigen Einschlafritual.
- Die Getting-Things-Done-Methode (kurz GTD) ist ebenfalls Selbstmanagement-Werkzeugt. Erfunden hat es David Allen. Dabei geht es im Kern um zwei Grundsätze: Zunächst alle Aufgaben – etwa per To-Do-Liste – sammeln, die erledigt werden müssen; anschließend diese in Teilschritte zerlegen und abarbeiten. GTD trennt allerdings Termine von Aufgaben. Erstere werden in einem Kalender eingetragen, Aufgaben gehören auf Listen. Beide zusammen fungieren als Werkzeuge zur Bewältigung des Alltags.
- Die Harvard-Methode wurde in den frühen Achtziger Jahren an der gleichnamigen Universität entwickelt und ist eine Verhandlungstechnik. Sie besteht aus vier Grundsätzen: 1. Menschen und Probleme werden getrennt voneinander behandelt. 2. Verhandele Interessen – nicht Positionen. 3. Entwickle Optionen, die für beide Seiten von Vorteil sind. 4. Das Ergebnis muss auf objektiven Kriterien beruhen. Der letzte Punkt bedeutet, dass beide Seiten die Basis für die spätere Entscheidung als fair und neutral akzeptieren. Sie kennen dazu vielleicht das Lehrbuchbeispiel: Zwei Kinder sollen einen Kuchen teilen. Gerecht und neutral wäre: ein Kind teilt den Kuchen, das andere darf sein Stück zuerst auswählen. So kann sich hernach keiner über eine ungerechte Teilung beklagen.
- Die Osborn-Methode geht auf Alex Osborn, den Vater des Brainstormings zurück. Dabei wird versucht, mithilfe einer Art Fragenkaskade kreative Assoziationen im geschäftlichen oder privaten Umfeld zu wecken.
- Das Pareto-Prinzip wurde nach Vilfredo Frederico Pareto benannt und geht auf die Erkenntnis zurück, dass häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich dann indirekt auch eine Art Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.
- Die PIDEWaWa-Methode steht für: Positiv, Ist-Zustand, Detailliert, Erreichbar, Wann, Warum, wurde von der Zeitmanagement-Expertin Cordula Nussbaum erfunden. Sie bedeutet nichts anderes als seine Ziele positiv, im Präsens und konkret zu formulieren, damit man motiviert bleibt, sofort beginnen kann und auch genau weiß wie. Die Ziele müssen erreichbar, sprich realistisch sein. Man sollte sich dafür einen Zeitrahmen setzen (bis wann?) und auch begründen können, was einem daran so wichtig ist (warum?).
- Die SMART-Methode soll bei der Formulierung von Zielen helfen und steht für: Ziele so spezifisich wie möglich zu beschreiben, sich dabei an messbaren Fakten zu orientieren, aktionsorientiert zu planen – sprich: so, dass man auch Lust hat, das umzusetzen und schließlich ebenso realistisch wie terminlich zu planen, also etwa: Bis Ende des Jahres will ich 10 Prozent mehr verdienen.
- Die TRIZ-Methode eignet sich, um originelle Lösungen zu finden. TRIZ ist das russische Akronym für „?????? ??????? ???????????????? ?????“ (Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz), was übersetzt soviel bedeutet, wie Theorie des erfinderischen Problemlösens. Die Methodik wurde 1946 bei der Auswertung mehrerer Patentschriften entwickelt. Eine praktische Anwendung davon ist etwa das “Zerlegungsprinzip”: So bat der Direktor einer Bibliothek kurz vor deren Umzug alle Leser der Stadt, Bücher auszuleihen und sie später direkt ins neue Gebäude zurückzubringen. Die Kosten für den Büchertransport wurden so minimiert. Eine andere Anwendung ist das Gegenwicht-Prinzip. Sie kennen es von Spoilern auf LKW oder PKW: Als Flügel mit negativem Anstellwinkel erhöhen sie durch aerodynamische Kraft die Haftung des Fahrzeugs auf der Fahrbahn. Mehr dazu gibt es hier.
- Die Zwei-Hosentaschen-Methode hilft, nach einem Geschäftstreffen eingesteckte Visitenkarten besser zu sortieren: Karten von Leuten, zu denen Sie weiterhin Kontakt halten möchten, verwahren Sie in der rechten Tasche, die Nervensägen in der linken (oder umgekehrt – das ist Geschmackssache). Den Unterschied merkt kein Mensch, aber die Entsorgung fällt hinterher wesentlich leichter.
- Die 10-20-30-Regel ist eine Methode zur Vermeidung des Beamerkomas bei Powerpointpräsentationen. Sie stammt von Guy Kawasaki und lautet: Eine Präsentation sollte nicht mehr als 10 Folien umfassen, unter 20 Minuten dauern und eine Schriftgröße von mindestens 30 Punkt aufweisen.
Kennen Sie noch mehr Gesetze, Effekte, Phänomene, Methoden? Dann schreiben Sie dazu einen Kommentar oder mailen mir via Twitter
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Ingo
Wow, das ist ja eine richtige Fleißarbeit. Dankeschön! :-)
karin
Irgendwie fühl ich mich gerade so dumm…. 8-(
Sebastian
Vielen Dank für diese ausführliche Auflistung. Sind einige interessante Dinge mit dabei. Viele sind schon bekannt, aber auch Neue Sachen konnte man entdecken.
Werde Sie mir heute Abend noch einmal in Ruhe zu gemüte führen.
Ewald Dietrich
Klar kenne ich noch einen, den Gummibandeffekt:
http://karrierebibel.de/gummibandeffekt-%e2%80%93-vorsicht-vor-dem-holiday-blues/
:-)
webpicker
Hallo,
vielen Dank für diese interessante Zusammenstellungen!
Nicht ganz einverstanden bin ich mit dem “Butterfly-effect”, der nicht im Einzelnen den Flügelschlag des Schmetterlinges als Auslöser eines Orkanes,sondern den
“Effekt (beschreibt), dass in komplexen, dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht. Geringfügig veränderte Anfangsbedingungen können im langfristigen Verlauf zu einer völlig anderen Entwicklung führen”
siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt.
Besonders der erste Film “Butterfly-Effect” hatte mich damals sehr nachdenklich gestimmt, Ansehen lohnt sich!
Marcus Mockler
Die 3x30x130-Regel beschreibt das optimale Pensum für den Ausgleichssport (Joggen, Radfahren, etc.): 3 mal pro Woche 30 Minuten lang einen Puls von 130. Angesichts zunehmender Beliebtheit von Marathonläufen ist das vergleichsweise wenig und folgt damit dem gesundheitsfördernden “Prinzip der subjektiven Unterforderung” (Gert von Kunhardt).
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Andreas Richter
Lieber Herr Mai, müsste Ihre neuste Methode nach Prof. Rohrbach nicht korrekt 6-3-5 Methode lauten!? 6 Leute schreiben 3 Ideen auf und geben sie 5 mal weiter – die “5-Minuten-Regel” kenne ich jedoch auch. Viele Grüße Andreas Richter
Jochen Mai
@Andreas Richter: Es ist nicht MEINE Methode und ich habe mir den Namen auch nicht ausgedacht. Sie heißt aber 653-Methode: 6 Teilnehmer, je 5 Minuten, 3 Ideen, dann reihum weiter.
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Andreas Richter
Die Methode des Herrn Rohrbach – zumindest die Erstveröffentlichung des Erfinders:
Rohrbach, Bernd: Kreativ nach Regeln – Methode 635, eine neue Technik zum Lösen von Problemen. Absatzwirtschaft 12 (1969) 73-75, Heft 19, 1. Oktober 1969.
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Manuel
Der Peltzman Effekt könnte noch in der Liste der Effekte ergänzt werden:
http://en.wikipedia.org/wiki/Peltzman_effect
Peter Speidel
Mir ist auch das Gegenteil des Vorführeffekts bekannt – der ‘Admineffekt’ beim PC. Man ruft den Administrator um Hilfe, weil etwas nicht funktioniert. Will er den Fehler finden, dann funktioniert wie durch ein Wunder wieder alles, wie es soll.
Und noch eine Frage: ist die Akzeptanzresonanz ein Phänomen, oder kann sie auch unter den Effekten eingeordnet werden?
Jochen Mai
@Peter Speidel: Ist der Admineffekt nicht eher ein Hybrid aus Murphys-Law bzw. Vorführeffekt?
Die Akzeptanzresonanz habe ich dafür integriert (guter Hinweis, danke). Streng genommen ist es ja ein Effekt, da sie aber den “Effekt” nicht im Namen führt, habe ich das unter Phänomene eingeordnet.
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Tom
Klasse Zusammenstellung! Danke!!!
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Peter
Das Studentensyndrom könnte noch angefügt werden.
=> Warten bis zum letzten Moment…