Irina Meliukh/shutterstock.com
Ohne Gesundheit ist bekanntlich alles nichts, auch der beste Job nicht. Man könnte sagen, körperliche Unversehrtheit ist so etwas wie eine Grundvoraussetzung für ein erfülltes, erfolgreiches, angenehmes (Berufs)Leben. Daher Punkt 1 auf der To-do-Liste: Gesund essen. Wir haben uns für Sie die aktuellen Forschungsergebnisse angeschaut - und möchten Ihnen drei Tipps mit auf den Weg geben, mit denen Sie noch besser durch den Tag kommen ...

Gesund Essen: Wichtiger denn je

Das Mega-Thema Ernährung wird uns vermutlich noch lange beschäftigen. 52 Prozent der Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes übergewichtig, 62 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen. 1999 waren es erst 56 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen.

Noch stärker ausgeprägt ist das Problem in den USA, wo man mitunter schon von einer Fettleibigkeits-Epidemie spricht. Im Mutterland der Cheeseburger gelten bereits zehn Prozent der Säuglinge und 20 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen als adipös.

Nur 2,7 Prozent leben gesund

Das Problem potenziert sich mit dem Alter. In einer aktuellen Studie kamen die Oregon State University (OSU) und die University of Missisippi zu dem Ergebnis, dass nur 2,7 Prozent der US-Bevölkerung einen gesunden Lebensstil pflegen, der diese vier wesentlichen Punkte beinhaltet:

  • gesunde Ernährung
  • Bewegung und Sport
  • ein guter Körperfettanteil
  • nicht rauchen

"Die Verhaltensnormen, die wir herangezogen haben, waren angemessen und nicht übermäßig groß", so Ellen Smit, Autorin der Studie und Professorin am OSU College of Public Health and Human Sciences. In ihre Studie flossen Daten von 4.745 Personen der National Health and Nutrition Examination Survey mit ein. "Wir haben keine Marathonläufer gesucht.“ Von ihren Ergebnissen war sie selbst negativ überrascht. "Die Zahlen sind sehr klein, so wenige Leute, die einen Lebensstil pflegen, den wir als gesund erachten", so Smit. "Es gibt auf jeden Fall viel Raum für Verbesserungen."

Typische Folgeerkrankungen seien Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie Diabetes. Immerhin 16 Prozent der untersuchten Amerikaner erfüllten drei der oben genannten Kriterien, 37 Prozent zwei, 34 Prozent eines und elf Prozent nicht ein einziges. Beim Punkt "gesunder Ernährung" konnten die Wissenschaftler bei 38 Prozent ein Häkchen machen. Gefühlt ist das wenig, wenn man bedenkt, dass in den USA wie in nahezu allen westlichen Ländern die Ernährung an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen, für viele sogar schon einen quasi-religiösen Stellenwert eingenommen hat.

In diesem Sinne drei aktuelle Tipps, wie Sie noch besser durch den Arbeitstag kommen ...

Gesund Essen: 3 Tipps für Besser-Esser

  1. Lieber zweimal frühstücken als gar nicht

    Wissenschaftler aus Yale und Connecticut befragten 600 Schüler der fünften bis siebten Klasse nach ihren Frühstücksgewohnheiten. Dabei notierten sie sich ihr Gewicht und ob sie zuhause, in der Schule, an beiden Orten oder gar nicht frühstückten. Ergebnis: Die Doppel-Frühstücker legten nicht mehr an Gewicht zu als ein Durchschnittsschüler. Schüler, die gar nicht frühstückten oder nur gelegentlich, waren dagegen mit einer zweimal höheren Wahrscheinlichkeit übergewichtig oder fettleibig als die Zweifach-Frühstücker. Erwähnt werden sollte allerdings, dass nur einer von zehn Schülern überhaupt zwei Frühstücke zu sich nahm, die Kontrollgruppe also relativ klein war.

    Über die Gründe spekulieren die Forscher: Schüler, die das Frühstück auslassen, könnten dieses "Defizit" im Laufe des Tages überkompensieren, sich gewissermaßen "überfressen". Andere Theorie: Übergewichtige lassen das Frühstück bewusst aus, um Kalorien zu sparen. Die Studie deutet jedenfalls - auch für Erwachsene - in diese Richtung: Lassen Sie das Frühstück nicht aus. Das wäre kontraproduktiv.

  2. Sich selbst beim Kauen zuhören

    Schlürfen, schmatzen, kauen - im Büro sind das echte Abtörner. Aber: Die unangenehmen Essgeräusche könnten auch einen positiven Nebeneffekt haben. Darauf deutet eine Studie hin, die in der Juli-Ausgabe von Food Quality and Preference erscheinen wird. "Den Klang kann man auch als den vergessenen Sinn beim Essen bezeichnen", sagt Co-Autor Dr. Ryan Elder, Assistenzprofessor in Marketing an der Marriott School of Management der Brigham Young University. "Aber wenn sich die Menschen mehr auf die Geräusche konzentrieren würden, die man beim Essen macht, könnte es ihren Konsum verringern."

    Die Forscher führten ein Experiment mit 71 Studenten durch, gaben ihnen Kopfhörer und setzten ihnen eine Schüssel mit je zehn Brezeln vor. Manche der Teilnehmer wurden nun über ihre Kopfhörer mit einem lauten Hintergrundgeräusch beschallt, andere hörten nur ein leises, so dass der knackige Sound der Brezeln noch immer stark zu hören war. Überraschung: Die Teilnehmer, die sich selbst beim Essen zuhören mussten, aßen im Schnitt weniger als drei Brezeln, die anderen durchschnittlich vier. Erklärung: Die Geräusche beim Essen - das Kauen, Schmatzen, Beißen - führen möglicherweise dazu, dass man bewusster - und weniger - isst. "Bewusstes Essen bedeutet, dass man seine Aufmerksamkeit voll und ganz dem Essen widmet und andere Ablenkungsquellen ausschaltet", so Gina Mohr, Assistenzprofessorin in Marketing am College of Business der Colorado State University, die zweite Co-Autorin der Studie. "Unsere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Geräusche beim Essen ein Anker sind, auf den sich die Konsumenten konzentrieren könnten."

  3. In weiser Voraussicht essen

    Schon im vergangenen Jahr hatte die McMaster University in Kanada in einer Langzeitstudie heraugefunden, dass eine gesunde Ernährung geistigem Verfall effektiv vorbeugt. Die Forscher zeichneten die Ernährungsgewohnheiten von fast 28.000 Über-55-Jährigen in 40 Ländern auf. Nach fünf Jahren hatten die kognitiven Fähigkeiten bei 4.700 Personen spürbar nachgelassen. Während aber von den 5.700 Probanden mit der gesündesten Ernährung 14 Prozent betroffen waren, bauten von den 5.460 Personen mit der ungesündesten Ernährung immerhin 18 Prozent ab. Die Differenz erscheint nicht riesig, ergibt hochgerechnet aber einen deutlichen Unterschied.

    Zu den gesunden Ernährern rechnete man im Übrigen diejenigen, die viel Gemüse, Obst, Fisch, Nüsse, Sojaprodukte und nur wenig Alkohol zu sich nahmen. Als ungesund kategorisierte man zum Beispiel rotes Fleisch, Frittiertes und Süßigkeiten.

[Bildnachweis: Irina Meliukh by Shutterstock.com]