Gib niemals auf
Vorhaben, Pläne und Ziele können mitunter in kürzester Zeit entstehen. Eine fixe Idee, ein plötzlicher Einfall und schon stürzt man sich kopfüber in ein Projekt. Das Problem dabei: In vielen Fällen wird ganz genauso schnell wieder aufgegeben. Man findet sich damit ab, dass es scheinbar nicht klappen will und versucht, nicht mehr daran zu denken. Ein großer Fehler, der häufig dafür verantwortlich ist, dass Ziele nicht erreicht werden und Träume genau das bleiben und nie umgesetzt werden können. Gerade auf lange Sicht sehr frustrierend, da man sich immer mit dem Gedanken herumschlagen muss: Was wäre passiert, wenn ich weitergemacht hätte? Daher gilt: Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern weitermachen - auch wenn es manchmal anstrengend ist...

Aufgeben: Verlockend, aber falsch

Das Studium schmeißen, den Job in der Probezeit kündigen, die Selbstständigkeit nach ein paar Monaten wieder an den Nagel hängen... Es gibt unzählige Möglichkeiten und Gelegenheiten um aufzugeben. Für alle gilt jedoch: Aufgeben ist der leichteste Weg. Genau deshalb ist es ja auch so verlockend. Wenn es gerade nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat oder doch mehr Arbeit und Energie investiert werden muss, als einem lieb ist, zieht man einfach die Reißleine und streicht die Segel.

Nachvollziehbar, schließlich ist der Weg des geringsten Widerstandes besonders leicht zu begehen. Keine Hürden, die es zu überwinden gilt, keine Steine, die einem in den Weg gelegt werden und auch keine anderen Meinungen, gegen die man sich durchsetzen müsste. Trotzdem ist es in vielen Fällen die falsche Entscheidung, sich voreilig geschlagen zu geben und das Handtuch zu werfen. Denn was anfangs noch leicht ist, hat langfristige Konsequenzen, die vielen bei der Entscheidung, aufzugeben, noch gar nicht bewusst sind:

  • Sie verlieren Ihr Selbstvertrauen. Wer immer wieder aufgibt, glaubt irgendwann nicht mehr daran, dass er irgendetwas schaffen und auch zu Ende bringen kann. Der glaube in die eigenen Fähigkeiten schwindet und das Selbstbewusstsein schrumpft.
  • Sie werden den eigenen Erwartungen nicht gerecht. Von uns selbst erwarten wir meist besonders viel - und aufgeben gehört normalerweise nicht dazu. Es ist schmerzlich, den eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden und sich möglicherweise selbst enttäuscht hat.
  • Sie erreichen keine Ziele. Nicht bei jedem Ziel ist das eine große Tragödie, doch wird das Aufgeben einmal zur Gewohnheit, werden Sie auch die großen und wirklich wichtigen Ziele nur aus der Ferne betrachten.
  • Sie müssen mit den Zweifeln zurecht kommen. Hätte es anders laufen können? oder Was wäre passiert, wenn ich nicht aufgegeben hätte? Fragen, die Sie sich immer wieder stellen werden, wenn Sie aufgeben, anstatt weiterzumachen - quälende Zweifel, die noch Jahre anhalten können.
  • Sie entwickeln sich nicht weiter. Wir wachsen an Herausforderungen, schwierigen Situationen, Fehlern und Problemen. Wer all dem immer aus dem Weg geht, kann nicht über sich hinaus wachsen und die persönliche Entwicklung bleibt auf der Strecke.

Aufgeben, um nicht scheitern zu können?

Extra-Tipp-IconWer es versucht, kann verlieren. Wer aufgibt, hat schon verloren. Klingt einleuchtend, ist jedoch gerade im beruflichen Kontext gar nicht so einfach umzusetzen. Scheitern wird in vielen Bereichen immer noch als Versagen gewertet und wirkt wie ein Makel, ein dunkler Fleck auf einer sonst weißen Weste.

Dies führt dazu, dass Fehler und Rückschläge von Anfang an vermieden werden. Neue Wege werden nicht ausprobiert, Ziele werden nicht verfolgt, Träume nicht ins Visier gefasst. Kurz: Es wird aufgegeben, bevor es überhaupt wirklich losgeht, um sich erst gar nicht dem Risiko des Scheiterns auszusetzen.

Die Angst vor dem möglichen Reputationsschaden wirkt wie eine Bremse, die Entwicklung verhindert und Träume sterben lässt. Eine Sichtweise, von der Sie sich lösen müssen, wenn Sie etwas erreichen wollen. Gelingen kann dies am leichtesten, wenn Sie weniger auf die Meinung anderer geben. Machen Sie nichts daraus, was andere über Sie denken - dann können Sie auch Risiken eingehen.

Schlechte Gründe fürs Aufgeben

Um das klar zu stellen: Es ist nicht automatisch immer ein Fehler, wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihren eingeschlagenen Weg noch einmal zu überdenken und dabei zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für eine Veränderung wird. Es wird fast immer aus den falschen Gründen aufgegeben. Wer alles versucht hat, sein Bestes gegeben hat und sich lange mit der Entscheidung auseinander gesetzt hat, kann durchaus richtig handeln, wenn er eine Sache auf sich beruhen lässt und von nun an Kraft und Energie in etwas anderes investiert. Aber genau das passiert nur in wenigen Fällen. Die meisten geben völlig überstürzt und aus den falschen Gründen auf. Wir zeigen, welche Grundlagen Sie nicht dazu bewegen sollten, aufzugeben:

  1. Ihre Ziele entsprechen nicht der Norm

    Ziele sind völlig individuell und können daher durchaus von akzeptierten Normen abweichen. Da sich solche Ziele oft nur durch Handlungen erreichen lassen, die ebenfalls von Normen abweichen, kann es im Umfeld zu Irritationen und Unverständnis kommen. Diese Reaktionen können entmutigen und Zweifel am selbst gesetzten Ziel aufkommen lassen. Das ist verständlich, jedoch unnötig. Ihre Ziele sind in erster Linie für Sie selbst relevant. Andere Menschen müssen sie nicht zwingend verstehen oder gar unterstützen.

  2. Andere glauben nicht an Sie

    Kritik ist selten angenehm und niemand hört gerne, dass andere sein Vorhaben für Unsinn halten oder dieses von Anfang an zum Scheitern verurteilen. Doch sollten Sie sich davon nicht irritieren oder sogar ganz von Ihrem Ziel abbringen lassen. Am Ende ist nur eine Person wichtig: Sie selbst. Solange Sie daran glauben und nicht aufgeben, können Sie auch Ihre Ziele erreichen - egal, was die anderen sagen.

  3. Sie lassen sich durch Angriffe entmutigen

    Ihre Ziele und Träume können jedoch nicht nur zu Irritation, sondern sogar zu ganz konkreten Angriffen und zu schmerzhafter Kritik führen. Manche Menschen attackieren alles, was sie nicht verstehen. Andere würden Ihnen den Erfolg möglicherweise nicht gönnen und wollen daher sicherstellen, dass Sie Ihr Ziel nie erreichen. Angenehm ist das zwar nicht, doch es sollte Sie auch nicht von Ihrem Ziel abbringen. Die hier relevante Frage lautet: Ist Ihnen Ihr Traum langfristig wichtiger als die Meinung Ihrer Angreifer?

  4. Sie halten sich selbst für zu schlecht

    Diese Haltung zeigt sich oft in Sätzen wie Das kann ich eigentlich gar nicht oder Dafür bin ich nicht gut genug. Sicher gibt es Ziele und Träume, die Ihre Fähigkeiten übersteigen. Doch vielleicht unterschätzen Sie auch Ihr Potenzial. In vielen Fällen wäre die passende Formulierung: Dafür bin ich noch nicht gut genug. Sie macht deutlich, dass Sie etwas an der Situation ändern und die Lücken füllen können. Statt sich von fehlenden Fähigkeiten entmutigen zu lassen, können Sie ebenso gut aktiv werden.

  5. Es ist schwerer, als Sie erwartet haben

    Wollen Sie bereits aufgeben, weil Sie sich mit ein paar Schwierigkeiten herumplagen, müssen Sie sich gleichzeitig die Frage gefallen lassen, ob Sie es von Anfang an überhaupt wirklich gewollt haben. Egal, was Sie erreichen wollen: Probleme gehören dazu und Hindernisse wollen überwunden werden. Wenn Sie bei jeder Stufe aufgeben, können Sie auch gleich vor der Treppe stehen bleiben.

  6. Sie warten auf den perfekten Zeitpunkt

    Sie kennen sicher den Satz: „Wenn XY soweit ist, kann ich anfangen.“ Manchmal ist eine solche Aussage berechtigt. Für manche Ziele müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein. Doch oft handelt es sich schlicht um Ausreden, die über eine einfache Tatsache hinwegtäuschen sollen: Es fehlt der Mut, um den entscheidenden Schritt zu tun. Der perfekte Moment wird nie kommen und bei vielen Themen spielt es keine Rolle, ob Sie heute oder in drei Monaten beginnen. Die drei Monate werden jedoch vergehen. Es liegt an Ihnen, ob Sie die Zeit nutzen oder einfach verstreichen lassen.

  7. Andere sind bereits daran gescheitert

    Wenn Sie auf Ihr Ziel hinarbeiten, werden Sie früher oder später auf Menschen treffen, die ähnliche Ziele verfolgt haben und daran gescheitert sind. Naturgemäß können solche Fehlschläge abschreckend wirken. Nach der ersten Irritation haben Sie jedoch zwei Möglichkeiten. Sie können sich davon erstens entmutigen lassen und davon ausgehen, dass Sie es auch nicht schaffen werden. Sie können allerdings zweitens aus den Fehlern anderer lernen und diese auf Ihrem Weg vermeiden. Fehlschläge anderer sind in der Regel kein Grund, Ihr Ziel aufzugeben. Sie können Ihnen jedoch dabei helfen, Ihren Weg zu optimieren.

  8. Es geht nicht so schnell, wie Sie wollen

    Schön und gut, dass Sie sich einen zeitlichen Rahmen gesetzt haben, doch leider halten sich die Umstände nur sehr selten an solche Vorgaben. Vielleicht wollten Sie innerhalb eines Jahres ein bestimmtes Ziel erreichen und nun geht es deutlich langsamer voran. Deswegen aufgeben? Keine gute Idee. Schließlich scheinen Sie auf dem richtigen Weg zu sein. Geduld kann sich in solch einem Fall bezahlt machen.

  9. Sie verfolgen den Traum anderer

    Manche Menschen jagen jahrelang einem Traum nach und kommen ihm einfach nicht näher. Egal was sie tun, nichts scheint zu funktionieren. Früher oder später geben diese Menschen frustriert auf. Oft liegt das Problem nicht in fehlendem Engagement, sondern im Ziel. Denn was als eigenes Ziel wahrgenommen wird, passt gar nicht zur Lebensplanung und entspringt eigentlich den Erwartungen anderer. In einem solchen Fall sollten Sie nicht aufgeben, sondern sich ein neues und eigenes Ziel suchen. Statt Frustration aufzubauen können Sie Ihr Engagement dann einem Ziel widmen, das wirklich zu Ihnen passt.

  10. Sie sind sich selbst gegenüber nicht ehrlich

    Wenn Sie sich ambitionierte Ziele stecken oder großen Träumen nachjagen, kann der Weg lang sein. Der eine oder andere will das nicht wahrhaben und malt sich die Situation schöner und positiver aus, als sie realistisch betrachtet ist. Wer sich jedoch auf diese Art und Weise selbst belügt, wird früher oder später realisieren, das die Lage nicht so rosig aussieht - und dann frustriert aufgeben. Das Gegenmittel: Gehen Sie von Anfang an ehrlich und nüchtern an Ihre Ziele heran und lassen Sie sich im Zweifel lieber etwas mehr Zeit. So können Sie konsequent auf Ihr Ziel hinarbeiten und es perspektivisch auch erreichen.

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