Gleichberechtigung: Geringer Frauenanteil in Unternehmen weltweit
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Frauen in den Management-Etagen großer Unternehmen in der Unterzahl sind. Es ist trotz verschiedener Maßnahmen und Anstrengungen, die Vorteile weiblicher Führungskräfte zu integrieren, weiterhin ein von Männern dominierter Bereich. Aber ist dies wirklich ein reines Phänomen des gehobenen Managements oder entsprechen die Verteilungen in anderen Bereichen ebenso wenig der Vorstellung von Gleichberechtigung? Eine aktuelle Studie liefert auf diese Frage ein ernüchterndes Ergebnis und zeigt eine Menge Handlungsbedarf auf Arbeitgeberseite, wenn der Vorsatz der Gleichberechtigung von Frauen in der Arbeitswelt tatsächlich umgesetzt werden soll...

Frauenanteil nimmt in höheren Positionen ab

Die aktuelle Mercer-Studie mit dem Titel "When Woman Thrive" - zu Deutsch etwa: "Wenn Frauen erfolgreich sind" - hat in mehr als 40 Ländern fast 600 Unternehmen unter die Lupe genommen. Das eindeutige Ergebnis: Frauen sind unterrepräsentiert. Zugegeben ist dies nicht das erste Mal, dass festgestellt wird, dass in einigen Bereichen deutlich weniger Frauen als Männer zu finden sind.

Das Ergebnis der Studie geht jedoch noch einen wichtigen Schritt weiter. Weder ist ein geringer Frauenanteil auf einzelne Länger begrenzt, noch findet er sich lediglich im Management.

  • In der Gesamtbelegschaft ist das Verhältnis der Geschlechter relativ ausgewogen. Durchschnittlich sind 40 Prozent der Beschäftigten weiblich.
  • Problematisch sind die Veränderungen in unterschiedlichen Unternehmenshierarchien. Je höher die Position, desto geringer der Anteil der Frauen.
  • Bei den Fachkräften sind es noch beinahe 40 Prozent Frauen, im Management nur noch circa 30 Prozent und in der Geschäftsführung gerade mal noch jeder fünfte Angestellte.

Besorgniserregend sind auch die Prognosen für den weiteren Verlauf des Frauenanteils. Zwar steigen die Zahlen an, doch wird dieser Prozess viele Jahre dauern. Hinzu kommt, dass die meisten Bemühungen auf die obersten Managementebenen ausgelegt sind. Die Studie zeigt jedoch deutlich, dass auch in den unteren Hierarchieebenen bereits ein Ungleichgewicht besteht.

Was können Unternehmen tun?

Pressmaster/shutterstock.comUnternehmen können aktiv etwas zur Gleichberechtigung von Frauen in der Karriere beitragen, doch genau an dieser Stelle geht der Trend in die falsche Richtung. Anstatt sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen, wurde in der Studie deutlich, dass im Vergleich zu den Vorjahren weniger Männer im Diversity-Management geschult haben und insgesamt nur circa 50 Prozent der Unternehmen an entsprechenden Maßnahmen teilnehmen.

Die Folge: Die Stärken von Frauen werden nicht erkannt und erst recht nicht eingesetzt.

  1. Schaffen der entsprechenden Strukturen

    Viele Unternehmen halten trotz des Wandels weiterhin an klassischen Strukturen fest, die eine Verbindung von Familie und Karriere erschweren. Um einen ausgeglicheneren Anteil von weiblichen Arbeitskräften zu erreichen, braucht es die entsprechenden Modelle, die beispielsweise auch Frauen mit Kindern ermöglichen, ihre beruflichen Ziele zu verfolgen, anstatt in die Kategorie der Hausfrau und Mutter abgestempelt zu werden.

  2. Notwendigkeit und Stärken von Frauen erkennen

    Andere Studien haben bereits gezeigt, das Frauen in Führungspositionen positive Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben können. Dennoch bleiben die Stärken häufig ungenutzt, da Frauen sich gerade im männlich-dominierten Management nur schwer durchsetzen können. Doch auch in anderen Positionen sollte der Fokus mehr auf eine ausgewogene Verteilung gerichtet werden, um von den weiblichen Fähigkeiten, zu denen besonders die emotionale Intelligenz und Teamfähigkeit zählen.

  3. Diversity in die Unternehmenspolitik aufnehmen

    Um langfristig die Ziele der Gleichberechtigung zu verfolgen - und viel wichtiger: zu erreichen - muss auf Seiten vieler Unternehmen ein Umdenken stattfinden. Es ist zwar ein häufig gebrauchtes Buzzword, aber dennoch muss Diversity als wichtiger Pfeiler in das Denken und Handeln von Unternehmen aufgenommen werden.

[Bildnachweis: s4svisuals, Pressmaster by Shutterstock.com]