Hans hatte Glück. Er bekam einen Goldklumpen, tauschte ihn ein paar Mal bis er einige Schleifsteine hatte, die ihn aber belasteten. Als sie in einen Brunnen fielen, war er erleichtert und zufrieden. Die meisten Menschen verhalten sich anders: Sie sammeln Lasten und werden doch nicht glücklicher. Was also macht Menschen glücklich? Der richtige Partner? Mehr Geld? Erfolg im Job? Gesundheit?
Die Frage ist so alt wie die Philosophie. Etymologisch taucht Glück bei uns zuerst um 1160 im Mittelhochdeutschen auf – als g(e)lücke. Es leitet sich vom Verb gelingen ab, das wiederum von leicht abstammt. Glück ist also ursprünglich etwas, das einem leicht gelingt. Seit den Sechzigerjahren wird die Frage von Wissenschaftlern intensiver erforscht. Ihre Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, im Kern aber eint sie die Erkenntnis, die Hans schon im Märchen anwendete: Glück ist Einstellungssache, eine Attitüde – nichts, das man erkaufen oder kontrollieren könnte.
Eine gute Nachricht, denn sie bedeutet, dass sich Glücklichsein lernen lässt – durch Unabhängigkeit von den Umständen. Ob man sich nun mit Religionen oder wissenschaftlichen Aufsätzen beschäftigt – die Wege zum Glück sind erstaunlicherweise immer dieselben:
- Seien Sie dankbar! Wer nur auf andere schielt, sich vergleicht und versucht, ihrem Erfolg oder Besitz nachzuhecheln, wird nicht glücklicher. Seien Sie lieber dankbar für das, was Sie erreicht haben.
- Memorieren Sie schöne Augenblicke! Ein Missgeschick kann einen Tag überschatten. Leider erinnern die meisten hauptsächlich Negatives und peinliche Momente und verdrängen so die schönen Zeiten. Besser Sie genießen die Gegenwart und verplempern diese nicht mit Vergangenheitsgrübelei.
- Seien Sie kreativ! Kreativität macht nachweislich glücklich. Und jeder kann sich täglich durch schöpferische Ideen ausdrücken.
- Bewegen Sie sich! Wer seinen Körper bewegt, setzt Endorphine frei. Und die machen glücklich.
- Lesen Sie Stoff, der inspiriert! Man muss nicht jeden guten Gedanken selbst entwickeln. Es reicht, sich täglich positive Ideen durch den Kopf gehen zu lassen. Die beste Methode dafür: lesen.
- Nehmen Sie sich Zeit! Das ist nicht immer leicht, aber wirkungsvoll: Wer sich regelmäßig eine Auszeit nimmt, die nur ihm gehört, wird belastbarer – und zufriedener.
- Seien Sie glücklich! Das klingt nur tautologisch. Sie können alle Punkte erfüllen, kreativ werden, sich bewegen, Gutes lesen und trotzdem griesgrämig bleiben. Glück und Zufriedenheit sind auch Entscheidungssache. Probieren Sie es aus: Seien Sie glücklich!



Ewald Dietrich
“Gutes tun” macht ebenfalls glücklich.
cdv!
Habt Ihr Euch abgesprochen?
http://heidtmannszweitgeist.blogspot.com/2008/04/hans-im-glck-kein-mrchen.html
Jochen Mai
@Ewald: Stimmt.
@cdv: Nö. Aber am 1. Mai ist es naheliegend über das Thema zu bloggen…