Gruppendiskussion: Wie Profis Meetings leiten
Gruppendiskussion: Sie soll in konstruktiver Atmosphäre stattfinden und zu greifbaren Ergebnissen führen. Doch das erfordert Planung, Fingerspitzengefühl - und hier und da ein paar Kniffe, mit denen sich der Leiter Gehör verschafft. Wir haben einige praktische Tipps gesammelt, mit denen Sie die Gruppe professionell durchs Meeting führen.

Gruppendiskussion: Professionell

Sie haben sich so viel vorgenommen, wollen auf der Bühne glänzen, das Meeting ausfüllen, dominieren, bestimmen. Und dann hört einem doch wieder keiner zu. Alle quatschen durcheinander oder beschäftigen sich pausenlos mit ihren Handys. Wie geht’s besser - wie führt man gekonnt durchs Meeting?

Ein paar Anregungen haben wir uns dafür bei Robin Camarote geholt. Die Amerikanerin hat viele Jahre als Senior Associate bei der Beratungsfirma Booz Allen Hamilton gearbeitet und ist seit 2013 selbstständige Beraterin in den Bereichen Strategie, Kommunikation und Meetings. In ihrem Buch „Flock - Leaders to follow“ erklärt sie, wie Profis eine Gruppendiskussion führen sollten.

Wie haben ihre besten Tipps gesammelt. So leiten Sie das Meeting ...

Gruppendiskussion: 9 Tipps, damit Sie glänzend durchkommen

  1. Pünktlich sein

    Zeitnot ist ein Macht- und Statussymbol. Dennoch: Wer zu spät aufkreuzt, muss sich entschuldigen, bevor er irgendetwas anderes sagt - ein denkbar schlechter Start für jedes Meeting. Und manchmal sogar ein moralisches Loch, aus dem man sich nicht mehr herausbuddeln kann. Deshalb Tipp 1: Seien Sie pünktlich - immer.

  2. Raum betreten

    Und zwar so: Wenn Sie in der Tür stehen, eine kurze Pause machen, nach oben schauen und die Szenerie überblicken. Im besten Fall wirkt das staatsmännisch, in jedem Fall souverän. Danach zielgerichtet auf den Platz zusteuern. Tipp 2: Betreten Sie den Raum mit Bestimmtheit.

  3. Haltung annehmen

    Beide Füße auf den Boden stellen und sich selbst aufrecht hinsetzen. Sich durch die richtige Sitzhaltung größer machen und nicht kleiner. Auf keinen Fall schon zu Beginn im Stuhl versinken und den Buckel krumm machen. Tipp 3: Rücken durchdrücken und Haltung annehmen.

  4. Sich vorstellen

    Gerne die ausgefeilte Standardeinführung wählen, auf die Sie sonst auch zurückgreifen, um sich vorzustellen und vor allem einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Sie sollte nicht länger als 30 Sekunden sein und die wichtigsten Infos enthalten. "Meine Name ist Manfred Mustermann. Ich arbeite für Gazprom und würde Ihnen heute gerne etwas über unser neues Projekt erzählen. Ich bin schon seit über 15 Jahren in diesem Geschäft tätig, habe aber noch nie eine so spannende Zeit wie gerade erlebt. Warum, dazu komme ich gleich ..." Und das Ganze ohne Nuscheln, Flüstern oder Haspeln. Tipp 4: Stellen Sie sich souverän vor.

  5. Publikum ansprechen

    Jedes Mal, wenn Sie anfangen zu sprechen, an die Person wenden, die am weitesten von Ihnen entfernt ist. Sorgt automatisch dafür, dass Sie nicht zu leise reden, ohne dabei schreien zu müssen. Und dass Sie den ganzen Raum überblicken und nicht nur mit der ersten Reihe oder den Nebenleuten kommunizieren. Tipp 5: Den ganzen Raum mit einbeziehen.

  6. Vorarbeit leisten

    Informationen sammeln, Material hochladen, Dokumente austeilen - all das sollte frühzeitig erledigt sein. Wer gut vorbereitet ist, hat einen Informationsvorsprung, hebt sich von den anderen ab und strahlt Professionalität aus. Und hilft auch den anderen dabei, gut informiert ins und aus dem Meeting zu gehen. Tipp 6: Das Meeting gewissenhaft vorbereiten.

  7. Fragen stellen

    Bringen Sie Wissen und Neugier in die Runde mit. Offene Fragen helfen dabei, die Diskussion anzufachen, Interaktion zu erzeugen. Was könnten wir an unseren Produkten noch verbessern? Wo liegt das Problem bei unserem Projekt? Welche Ideen haben Sie? Tipp 7: Die bekannten W-Fragen in die Runde werfen.

  8. Meinung haben

    Wer seine Meinung nicht in der Garderobe ablegt, zeigt, dass er mitdenkt und sich ernsthaft für die Materie interessiert. Auch wenn sie aneckt: Ihre Meinung bereichert das Meeting. Und befördert den Gedankenaustausch und hoffentlich auch das Endergebnis. Tipp 8: Eigene Meinungen und Einschätzungen nicht außen vor lassen.

  9. Prägnant ausdrücken

    Sie sollten in der Lage sein, Ihre Argumente kurz und bündig auszudrücken. Und überzeugend sollten sie nach Möglichkeit auch noch klingen. Weil das nicht immer einfach ist: Ruhig vorher aufschreiben. Und auf mögliche Einwände und Gegenargumente vorbereitet sein. Tipp 9: Präzise sein und sich kurz fassen können.

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