Ein typisches Ende: "... bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen" - Noch eine Unterschrift, dann ist der Geschäftsbrief oder die E-Mail auch schon fertig: förmlich, formelhaft, langweilig. Papier ist zwar geduldig, aber zeitgemäß ist das irgendwie nicht. Oder kurz: Es liegt ein wenig Staub darauf. Sicher, falsch ist die Grußformel MfG nicht, insbesondere bei einem Erstkontakt kann man damit nichts verkehrt machen. Doch sehen moderne Grußformeln in Geschäftsbriefen inzwischen anders aus. Es geht wieder etwas lockerer zu - manchmal allerdings auch zu locker...

Grussformeln Geschaeftsbriefe Mit  freundlichen Gruessen MFG

Grußformeln für den Job: Schöne Grüße und so

Längst sind E-Mails an die Stelle gerückt, die früher Memos, Aktennotizen oder Kurzbriefe eingenommen haben. Eine E-Mail ist schnell geschrieben und genauso schnell beantwortet. Doch schnell ist nicht gleich gut: Eine flüchtig versandte Anfrage hier, eine impulsive Reaktion auf ein Ärgernis dort, ein paar Rechtschreibfehler und fehlender Stil – schon entsteht beim Empfänger ein bestimmtes Bild vom Verfasser und damit womöglich ein dauerhaft schlechter Eindruck.

Es gehört zu den Eigentümlichkeiten dieser digitalen Textbotschaften, mehr Emotionen auszulösen als sie de facto enthalten. Auch wenn E-Mails schnelllebig sind - vom Empfänger werden sie meist doch gelesen wie Papierbriefe, auch zwei oder drei Mal. Und unabhängig vom Inhalt und der Länge enthalten alle Geschäftsbriefe immer zwei komplexe Botschaften:

  • Sie sagen etwas über den Sender.
  • Und Sie sagen etwas darüber, was der vom Empfänger hält.

So findet sich beispielsweise in jüngster Zeit unter Briefen oder Grußkarten immer wieder auch die Formulierung: Schöne Grüße.

Zugegeben, auf den ersten Blick klingt das freundlich - schön eben. Man denkt an schönes Wetter, eine schöne Zeit. Aber bei genauerem Nachdenken muss man sich schon fragen:

  • Was sind überhaupt schöne Grüße?
  • Und gibt es auch hässliche, die verschickt werden?

Schön als Adjektiv ist vielleicht dann doch zu beliebig.

Auch kommt es auf das Umfeld an: In eher konservativen Branchen - Banken, Versicherungen, Anwältskanzleien - ist nach wie vor die die Formel "mit freundlichen Grüßen" der Standard. Um davon abzuweichen braucht es schon einigen Mut und Revoluzzerwillen.

Andererseits: Spricht nicht gerade die Abwechslung bei den Grußformeln dafür, dass sich jemand Gedanken gemacht hat und tatsächlich individuell grüßt, statt hohle und damit auch herzlose Phrasen zu dreschen?

So lassen sich die Grüße am Ende eines Briefs oft schon dadurch etwas persönlicher gestalten, indem man einen kleinen Bezug zum Empfänger einbaut - vorzugsweise dessen Wohn- oder Arbeitsort:

Mit den besten Grüßen nach ... Aachen, Berlin, , Stuttgart, Frankfurt, Celle...

Aber Achtung: Die Variante "Mit besten Grüßen aus..." gibt es auch. Ich finde sie aber weit weniger höflich, weil sie nicht den Empfänger, sondern den Absender und dessen Sitz in den Mittelpunkt rückt. Und um den geht es bei einem Gruß gar nicht.

Was sind weitere Alternativen?

Moderne Grußformeln für Geschäftsbriefe, E-Mails und Grußkarten

Da gibt es zum Glück einige! Ob Sie nun einen Geschäftsbrief, eine Gruß- oder Glückwunschkarte verschicken - es muss nicht immer mit freundlichen Grüßen enden. Zulässige Variationen (samt deren Subbotschaften) sind auch:

  • Viele Grüße - immerhin besser als nur "mit Grüßen", was eher auf eine Verstimmung hindeutet
  • Freundliche Grüße - kurz, prägnant und etwas moderner als die klassische Formel
  • Sonnige Grüße - wenn es die Wetterlage zulässt
  • Mit besten Grüßen - immer noch recht förmlich, aber zumindest mal anders
  • Beste Grüße - die saloppere Variante, für besser Bekannte
  • Herzliche Grüße - wenn es etwas persönlicher sein kann
  • Liebe Grüße - bei guten Bekannten oder Kollegen

Originelle Alternativen mit Bezug

  • Freundliche Grüße nach... (Ort des Empfängers)
  • Mit besten Grüßen von Ihrem (Art der Dienstleistung)
  • Stellvertretend für das gesamte Team grüßt Sie
  • Eine erfolgreiche Restwoche wünscht
  • Einen guten Start in die Woche/ins Wochenende wünscht
  • Noch eine tolle Woche!
  • Mit blitzblanken Grüßen (von Reinigungsfirma)
  • Mit sportlichen Grüßen (vom Fitnesscenter)
  • Mit dankenden Grüßen (vom Geschäftspartner)
  • Mit erwartungsvollen Grüßen (bei einem baldigen Treffen)
  • Guten Urlaub! (von einem Reiseveranstalter)

Machen Sie sich stets bewusst: Die Grußformel am Ende einer E-Mail oder eines Geschäftsbriefes ist der letzte (positive) Eindruck, den Sie beim Empfänger hinterlassen. Im Gegensatz zum ersten Eindruck (für den es keine zweite Chance gibt), hallt dieser aber länger nach. Entsprechend sollten der Anfang und das Ende einer schriftlichen Korrespondenz immer einen kleinen und persönlichen Höhepunkt bieten - und eben nicht bloße Floskeln aneinander reihen.

Grußformeln für Geschäftsbriefe: Grußformel weglassen?

Grußformeln für Geschäftsbriefe: Grußformel weglassenEine Standard-Grußformel fällt den meisten Empfängern erst gar nicht auf - und wenn doch, dann wird diese höchstens als langweilig eingestuft und erweckt damit eher einen negativen Eindruck. Da stellt sich die Frage: Warum nicht gleich komplett auf eine Grußformel verzichten?

Klingt zunächst verlockend und könnte sicherlich eine Menge Stress ersparen, wenn man mal wieder vor einer eigentlich fertigen E-Mail sitzt und nur noch mit sich selbst hadert, welche Grußformel für den gegebenen Anlass denn nun die richtige sein könnte.

Aber ist das wirklich eine realistische Alternative? Wenn überhaupt, dann nur im privaten Bereich. In der professionellen Kommunikation gehört eine Grußformel - genau wie eine Begrüßung - einfach dazu. Wird diese weggelassen, entsteht fast automatisch der Eindruck, die Nachricht wäre unfreundlich.

Es fehlt schlicht der richtige Abschluss, das wirkt unpersönlich und unprofessionell gleichermaßen. Außerdem würden Sie sich damit selbst die Chance nehmen, sich durch eine gut gewählte Grußformel besonders positiv zu präsentieren oder vielleicht sogar von anderen abzuheben, die über das klassische Mit freundlichen Grüßen nicht hinaus kommen.

Grußformeln für Geschäftsbriefe: So bitte nicht!

Um die Grußformel kommen Sie also nicht herum. Und positiv betrachtet: Mit den meisten bekannten Grußformeln wirken Sie zwar nicht sonderlich kreativ oder gehen auf den Empfänger des Schreibens ein, aber komplett falsch machen Sie mit einem Mit freundlichen Grüßen auch nicht.

Gefährlich wird es, wenn Sie sich zu sehr auf diese Erkenntnis versteifen und allgemein davon ausgehen, dass die Grußformel schon passen wird. So einfach ist es dann leider doch nicht und es gibt einige Beispiele von Grußformeln, auf die Sie am Ende eines Geschäftsbriefes oder einer E-Mail besser verzichten sollten:

  • Hochachtungsvoll

    Diese Grußformel ist vor allem eins: veraltet. Besonders in einer E-Mail erscheint sie deshalb oft völlig fehl am Platz. Wenn überhaupt sollte sie deshalb nur auf einem im besten Fall handgeschriebenen Brief genutzt werden.

    Hinzu kommt, dass es für den Großteil der schriftlichen Kommunikation viel zu formell ist. Sicher, es soll nicht übertrieben locker wirken, doch auch das andere Extrem sollten Sie vermeiden.


  • Grüße...

    Die minimalistische Version der Grußformel und zugleich eine, die kaum geeignet ist. Ein schlichtes Grüße Max Mustermann drückt am ehesten Desinteresse aus. Motto: Eine Grußformel muss zwar sein, eigentlich interessiert mich das Ganze aber nicht.

    In einem solchen Fall ist es dann doch besser, auf das einfache Mit freundlichen Grüßen oder besser noch Mit besten Grüßen zurückzugreifen. Damit sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.


  • Keine Grußformel

    Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt: Keine Grußformel ist keine Option. Ans Ende einer E-Mail oder eines Geschäftsbriefes gehört eine entsprechende Verabschiedung.

    Einzige Ausnahme dieser Regel ist die aufeinanderfolgende Kommunikation in mehreren Mails. Geht die schriftliche Kommunikation mehrmals hin und her, ist nicht für jedes einzelne Schreiben eine Grußformel nötig.


  • Vielen Dank im Voraus

    Was könnte daran falsch sein, scheint es doch eine äußerst freundliche Grußformel zu sein? In der Tat ist ein Danke im Voraus zwiegespalten. Durchaus möglich ist ein Dankeschön als Grußformel, wenn Sie sich tatsächlich und aufrichtig beim Empfänger bedanken wollen.

    Erfolgt das Dankeschön allerdings bereits im Voraus oder als Abschluss auf eine Arbeitsanweisung, ist der Eindruck alles andere als positiv. Bitte bringen Sie das bis heute 18 Uhr in Ordnung. Vielen Dank im Voraus... Sie merken bereits, das wirkt eher wie ein umschriebenes "Aber zackig, sonst gibt's Ärger."


  • Von ganzem Herzen alles Gute

    Eine Grußformel in dieser Art ist in den meisten Fällen zwar gut gemeint, allerdings wirkt es zu übertrieben, fast schön künstlich. Manchmal ist es daher besser, sich auf das wirklich wesentliche zu konzentrieren.

Grußformel Komma: Wie ist das mit dem Satzzeichen?

Grußformel Komma Satzzeichen BeispielNicht nur die Formulierung, sondern auch die Zeichensetzung für bei Grußformeln immer wieder zu Problemen. Genauer gesagt: Kommt nach der Grußformel ein Komma - ja oder nein?

Kaum jemand ist sich hier wirklich sicher, die einen machen es so, die anderen so und wahrscheinlich hat jeder in seinem Leben bereits beide Varianten gesehen.

  • Mit besten Grüßen,
    Max Mustermann

  • Mit besten Grüßen
    Max Mustermann

Aber was ist denn nun richtig? Ein für alle Mal: Nach der Grußformel darf KEIN KOMMA gesetzt werden. Dies gilt auch für andere Satzzeichen. Möglich ist auch, dass die Grußformel im letzten Satz des Schreibens enthalten ist. In diesem Fall wird die Grußformel durch einen Absatz getrennt, doch auch hier folgt am Ende kein Satzzeichen.

  • Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe
    mit freundlichen Grüßen
    Max Mustermann

Anders sieht es übrigens im englischen Sprachgebrauch aus. Hier wird nach der Grußformel ein Komma gesetzt, wie zum Beispiel in Kind regards, James Smith.

Weiterführende Artikel dazu:

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]