Guerilla Bewerbung GastartikelBewerbungsstrategien gibt es viele und mit den Möglichkeiten der Social Media stehen Bewerbern Wege offen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Die Bandbreite reicht vom Online-Lebenslauf über ein eigenes Blog bis hin zur Bewerbungs-Webseite oder kreativen Bewerbungen im Amazon Style. Eine wenig beachtete Möglichkeit ist die Guerilla Bewerbung via Gastartikel, die Bewerbern ganz neue Jobchancen und eine enorme Reichweite verschaffen kann. Ohne Haken ist diese Option jedoch nicht.

Die vielleicht größte Hürde: Eine Guerilla Bewerbung via Gastartikel erfordert umfangreiche Vorbereitung, viel Netzwerkarbeit und eine enorm hohe Qualität des eigenen Contents. Wer davon ausgeht, sich ein eigenes Blog oder eine eigene Webseite sparen und nur mit Gastartikeln arbeiten zu können, wird sich schnell in einer Sackgasse wiederfinden.

Warum sollten sich Bewerber diesen Aufwand also antun? Die Antwort ist einfach: Weil Gastartikel in großen und bekannten Blogs

  • … die Sichtbarkeit und Reichweite der eigenen Inhalte enorm steigern können.
  • … von Influencern und Entscheidern gelesen werden.
  • … das eigene Netzwerk deutlich erweitern können.
  • … für den Reputationsaufbau wertvoll sind.
  • Traffic auf die eigene Seite bringen können.

Ist diese Methode daher für jeden Bewerber zu empfehlen? Ein klares Nein. Wer sich mit dem Schreiben schwer tut, selbst kein Blog und/oder keine Webseite hat und über keine Erfahrung im Bloggen oder Schreiben verfügt, sollte diese Methode ignorieren. Sie eignet sich nur für Bewerber, die selbst bloggen oder zumindest gut schreiben können und die notwendige Arbeit mehrerer Korrekturdurchgänge und Überarbeitungen nicht scheuen.

Guerilla Bewerbung via Gastartikel – Vorbereitung und Qualität zählen

Zu Beginn steht die Suche nach dem passenden Blog oder dem passenden Magazin. Bereits dieser Schritt kann enorm viel Zeit in Anspruch nehmen und erfordert oft einiges an Netzwerkarbeit. Das Blog ist meist schnell gefunden, doch einen erfolgsversprechenden Kontakt aufzubauen, kann sich als durchaus schwierig erweisen.

Direkte Anfragen ohne selbst über eine gewisse Reputation oder Referenzen zu verfügen, sind in der Regel zum Scheitern verurteilt. Zu zahlreich sind solche Anfragen. Viele davon sind leider – das beschreibt Jochen Mai wunderbar in diesem Artikel – oft austauschbar, nichtssagend und qualitativ alles andere als hochwertig.

Große und/oder etablierte Blogs – und nur diese sind als Plattform sinnvoll – stellen meist hohe Ansprüche an…

  • … Sprach- und Schreibstil.
  • … Aufbau und Struktur des Artikels.
  • … Argumentation und Inhalt.
  • … den Mehrwert des Artikels.

Bewerber müssen hier einen Spagat bewältigen: Einerseits muss der Gastartikel den Lesern des Blogs Mehrwert bieten und darf nicht zu werblich sein. Andererseits sollte die Jobsuche deutlich werden und passende Unternehmen ansprechen.

Geduld und Ausdauer führen zum Erfolg

Haben Sie den Kontakt hergestellt und Ihren Gastartikel eingereicht, sollten Sie mit einer ersten Ablehnung rechnen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Ihr Artikel schlecht ist. Doch die meisten Blogger nehmen Gastartikel erst nach mehrmaliger Überarbeitung und Korrektur an. Diese Zeit sollten Sie einkalkulieren.

Nehmen Sie Korrektur- und Änderungswünsche niemals persönlich, sondern nutzen Sie diese als Chance, Ihren Artikel zu verbessern und so auch dessen Wirkung zu optimieren. Damit Sie diese Chancen bekommen und sich der jeweilige Blogger die Zeit dafür nimmt, muss Ihre erste Version natürlich ein gewisses Niveau haben und grundsätzlich ansprechend sein.

Um Sie diese Kriterien erfüllen und Aussichten auf Erfolg haben zu können, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Schneiden Sie den Gastartikel auf die Leserschaft des Blogs zu.
  • Wählen Sie ein Thema, in dem Sie sich hervorragend auskennen, über das jedoch noch nicht zu viel geschrieben wurde.
  • Wenn Sie ein Mainstream Thema wählen, müssen Sie unbedingt einen neuen, frischen Aspekt in Ihren Gastartikel bringen.
  • Nehmen Sie sich Zeit und strukturieren Sie den Gastartikel aus Ihrer Sicht optimal.
  • Bringen Sie Ihre Jobsuche – falls Sie diese offensichtlich ansprechen wollen – in der Autorenbeschreibung unter.
  • Recyclen Sie auf keinen Fall alte Artikel! Schreiben Sie Gastartikel immer neu und speziell für das jeweilige Blog.

Erfüllt Ihr Gastartikel diese Kriterien, nehmen Sie sich Zeit für aktive Netzwerkarbeit und verfügen Sie über eine ansprechende Reputation, kann Ihr Gastartikel angenommen werden und Ihre Jobsuche voranbringen. Ohne die notwendige Zeit und Energie wird diese Bewerbungsstrategie jedoch nicht zum Erfolg führen. Doch selbst wenn die Guerilla Bewerbung via Gastartikel für Sie nicht infrage kommt, können Sie Social Media dennoch für Ihre Jobsuche nutzen.