Schnupfen-Gummiband-Effekt
Wer kommt schon auf die Idee, dass das Beobachten vor sich hin trimmender Menschen im Fitnessstudio helfen kann, erholter aus dem Wochenende zurückzukehren? Wir! Richten Sie Ihr geistiges Augenmerk also bitte kurz auf das Gummiband, an dem sich die Gymnastikeleven typischerweise die Leiber recken und strecken. Egal, wie sehr die Aktivsportgruppe daran zerrt, es wird sich jedes Mal danach in seine ursprüngliche Form zurückziehen. Nur wer es überdehnt, riskiert, dass das Gummi reißt und ihm um die Ohren peitscht. Die meisten Menschen versuchen nach einer anstrengenden und stressigen Woche genau dasselbe wie beim Gummiband: Sie fahren rapide herunter und hoffen auf eine Blitzerholung. Riesenfehler...

Gummiband-Effekt: Blitzentspannung funktioniert nicht

Blitzentspannung ist eine Illusion, eine gefährliche noch dazu, wie Wissenschaftler heute wissen. Das Phänomen hat sogar einen entsprechenden Namen: Gummiband-Effekt.

In der schlagartigen Ruhe nach vorheriger Überdehnung im Job lauert die Krankheit: Unser Immunsystem mag so etwas gar nicht und kracht danach regelrecht zusammen.

Den Grund dafür liefert vor allem das Hormon Kortisol. Solange wir Stress haben, ein Projekt abschließen, eine Präsentation halten oder eine Prüfung bestehen müssen, schüttet es unser Körper unentwegt aus. Das stärkt die Abwehrkräfte und wir halten wacker durch. Warum der menschliche Organismus das über einen längeren Zeitraum verträgt, ist medizinisch zwar nicht geklärt. Sicher weiß man aber: Der Hormoncocktail laugt uns aus, schwächt auf Dauer das Immunsystem und lässt es beim ersten Anzeichen einer Entspannungsphase kollabieren.

Bei den einen geschieht dies pünktlich mit dem ersten freien Tag - dem Samstag. Bei anderen zieht es sich noch eine Weile – etwa über das gesamte Wochenende. Was die typischen Montagskrankschreibungen erklären kann (aber nicht alle).

Was hilft gegen den Gummiband-Effekt

Eine Lösung, dem Gummiband-Effekt zu entgehen, sind regelmäßige kurze Pausen unter der Woche – und bitte nicht erst dann, wenn Sie draußen rosa Elefanten durch die Luft fliegen sehen und ihnen drinnen die brennende Giraffe einen Kaffee anbietet...

Kurzpausen sorgen dafür, dass sich die Kortisol-Kaskade gar nicht erst so weit aufschaukelt. Außerdem sind sie sinnvoller als lange Pausen, weil der Erholungseffekt in der Pause nicht linear steigt.

Oder anders ausgedrückt: Sie erholen sich vor allem im ersten Drittel einer Pause, danach aber kaum noch. Statt einer 45-minütigen Unterbrechung ist es wesentlich erfrischender über den Tag verteilt drei Mal 15 Minuten abzuschalten.

Die zweite Lösung ist, seinen Rhythmus nicht gleich am ersten freien Tag rigoros zu ändern.

  • Schlafen Sie nicht bis in die Puppen – das bestraft der Körper in der Regel mit Kopfschmerzen.
  • Schalten Sie lieber allmählich zurück.
  • Frühstücken Sie gesund, mit viel Obst, und sorgen Sie anfangs für leichte Belastung, etwa durch etwas Sport wie eine halbe Stunde Jogging vor dem Frühstück.

So schalten Sie nicht von Hundert auf Null in zehn Sekunden und ersparen sich die Entspannungs-Peitsche.

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