Es gibt viele Fragen, die man Bewerbern in einem Vorstellungsgespräch stellen kann. Zu den Klassikern gehören etwa: Was kann Ihnen dieser Job bieten, das Ihr bisheriger nicht kann? Oder: Was würden Sie in den nächsten 90 Tagen machen, wenn wir sie heute einstellen? Oder: Was würde mir Ihr bisheriger Chef über Sie erzählen? Alle gut, alle aufschlussreich – keine Frage. Nun aber las ich in einem Interview von einer weiteren typischen Frage und einer originellen Methode damit den besten und interessantesten Kandidaten für eine offene Stelle zu finden.

Die Frage lautet:

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die Methode dazu:

Von diesem Ziel ausgehend wird der Kandidat rückwärts geführt – Schritt für Schritt, wie er dort hinkommen will.

Warum ich dies so genial finde?

Weil dies gleich mehrere Dinge über den Bewerber verrät: Wie zieltrebig ist er wirklich, wie plant er und wie systematisch geht er dabei vor? Die meisten Kandidaten kennen diese Frage und erwarten sie vielleicht sogar und haben sich daher eine gute Antwort parat gelegt. Aber wie viele haben sich auch genauso detailliert mit dem Weg dorthin beschäftigt?

Problemlösungskompetenz wird so etwas auch in Fachkreisen genannt. Und genau die ist essenziell in jedem Job. Viele Unternehmen suchen jemanden für eine Stelle oder Position, um einen aktuellen Notstand zu beheben. Das ist nicht verkehrt, aber auch nicht besonders zukunftsorientiert. Denn bei diesem Problem wird es nicht bleiben. Unternehmen, Märkte, Produkte entwickeln sich nun mal. Und dann gibt es neue Probleme. Gut, wenn Sie dann ein Talent eingestellt haben, dass langfristig denken kann und analytisch und systematisch einen Weg dorthin finden und andere dorthin navigieren kann.

Und nicht zuletzt haben Sie bei guten Antworten auch die Gewissheit, es hier mit einem Kandidaten zu tun zu haben, der eine genaue Vorstellung von seinen Zielen und Möglichkeiten hat. So jemand geht seinen Weg – und meist ist auch eine(r), der andere führen kann.