So schön die neuen Smartphones auch sind – sie sind nicht gut für den Job. Diese ewige multitasken und hin- und herswitchen zwischen verschiedenen Aufgaben, eingehenden Mails reibt die Menschen mehr auf, als diese womöglich glauben. Wie jetzt eine Stanford-Studie zeigt, weisen allein schon die Leistungsunterschiede zwischen leichten und starken Multitaskern erhebliche Differenzen aus. Letztere, die etwa eine Aufgabe nur wiederholen sollten, waren durch den Dauerkontakt mit ihrem Mobiltelefon bereits ein Viertel langsamer als gemäßigte Nutzer. Sollten sie hingegen zu einer neuen Aufgabe wechseln, brauchten sie dafür schon fast ein Drittel mehr Zeit.

Wie die Untersuchung zeigt, wechseln Computernutzer heute auf der Arbeit etwa 37 Mal pro Stunde ein Windows- oder Browser-Fenster, checken ihre E-Mails oder starten ein neues Programm. Wer einen Internetanschluss besitzt, schaut sich im Schnitt gar 40 Webseiten am Tag an. Das muss kein Fehler sein, lenkt aber offenbar auch gewaltig ab – und trägt mitunter Züge eines Zwangsverhaltens.


Tanya Luhrmann, Anthropologin an der Stanford-Universität hat in Tiefeninterviews mit rund 200 Studenten festgestellt: Wer ein iPhone in die Finger bekommt, begreift es schon bald als Teil seiner Identität. So gaben drei Viertel der Befragten zu, das iPhone schon einmal mit ins Bett genommen zu haben und damit eingeschlafen zu sein. Rund jeder Vierte meinte, das Gerät fühle sich an wie eine Erweiterung des Gehirns und fast jeder Zehnte bekannte, das Telefon gelegentlich zu streicheln. Suchtgefährdet fühlten sich bereits ganze 40 Prozent der Probanden und einer fügte noch hinzu, der Verlust seines Handys käme ihm vor, wie ein Todesfall in der Familie.