Haustier-Hund-Katze-Test
Sie sind Aufpasser, Spielkameraden, Weggefährten und manchmal sogar Kindersatz. Sie schmiegen sich an uns, wenn wir traurig sind, sie tollen mit uns durch den Garten oder wecken uns morgens, um Gassi zu gehen. Haustiere wie Hund, Katz, Maus & Co. begleiten viele von uns im Alltag. Doch ist es nicht immer leicht neben dem Vollzeitjob genügend Zeit für den tierischen Gefährten zu finden. Zwangsläufig befinden wir uns als Berufstätige in einem Dilemma zwischen dem Wunsch, ein Haustier zu halten, und den Verpflichtungen des Jobs. Umso wichtiger ist es, den richtigen Weggefährten zu finden...

Haustiere: Freuden und Probleme

Haustiertest-KatzeSie vermitteln uns das Gefühl gebraucht zu werden, sie sorgen für Spaß und Abwechslung in unserem Leben und leisten uns in einsamen Stunden Gesellschaft. Gerade deswegen sind sie besonders bei Singles beliebt.

Doch vergessen manche bei der Anschaffung darüber nachzudenken, was mit dem Tier passiert, wenn sie ihrem Beruf acht Stunden täglich im Büro nachgehen. Sie denken an lange Spaziergänge oder gemütliche Abende auf der Couch. Doch wie ergeht es dem Haustier tagsüber - allein zu Haus?

Wichtige Fragen sind zum Beispiel:

  • Kann mein Haustier acht Stunden täglich alleine bleiben?
  • Habe ich jemanden, der das Tier füttert und nach dem Rechten sieht, wenn ich auf Geschäftsreise bin?
  • Wer versorgt das Tier, falls ich Überstunden machen muss?

Wer sich ein Haustier zulegt, übernimmt Verantwortung. Und das bedeutet eben auch, sich nach den Bedürfnissen des Tieres zu richten. Und leider ist das im Alltag nur selten umsetzbar – zumindest nicht hundertprozentig. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger ein Haustier zu finden, das möglichst gut zu der eigenen Arbeits- und Lebenssituation passt.

Das Haustier als Mitbewohner

Für welches Haustier wir uns entscheiden, hängt stark mit unserer Persönlichkeit und unseren Vorlieben zusammen. Im Grunde lässt sich die Auswahl des Haustieres mit der Auswahl eines Mitbewohners vergleichen. Natürlich spielt Sympathie eine Rolle. Doch sollten wir vor allem darauf achten, dass beide Lebensweisen miteinander harmonieren. Beispielsweise wird eine ordnungsliebende Person nicht glücklich mit einem Chaoten als Mitbewohner, dem sie alles hinterher räumen muss und der wenig Wert auf Sauberkeit legt.

Daher heute etwas Katzen-Content mal anders: als kleine Liste möglicher Mitbewohner zur Orientierung...

Das Kaninchen – der schüchterne Mitbewohner:

Haustier-KaninchenKaninchen ähneln jenen Mitbewohnern, die sich in Zurückhaltung üben. Sie halten sich erst einmal abseits des Geschehens und ergreifen in einem Gespräch nicht sofort das Wort. Doch wer bei einem Kaninchen an ein Kuscheltier denkt, kann sich gewaltig irren. Kaninchen sind in erster Linie Beobachtungstiere, die sich nur ungern anfassen lassen. Sind sie erstmal zahm und haben sich an ihre Umgebung gewöhnt, kann man sie in der Regel auch streicheln und mit ihnen spielen, dennoch fühlen sie sich unter Artgenossen am wohlsten. Aus diesem Grund wird eine Haltung von zwei bis drei Kaninchen empfohlen.

Passen wir zusammen?

  • Kaninchen können sich problemlos beschäftigen, und ihnen macht es auch nichts aus, einige Stunden ohne ihren Halter zu verbringen, wenn sie mit Artgenossen zusammen sind. Hier sollten Sie darauf achten, dass sie Tiere finden, die sich untereinander gut vertragen. Kaninchen haben ein ausgeprägtes Revierverhalten, und es kann zu Kämpfen und Streitigkeiten kommen, wenn ein neues Tier dazu stößt.
  • Ein oft unterschätzter Punkt bei der Haltung ist der Platzbedarf. Käfige oder Ställe sind in der Regel viel zu klein. Als Daumenregel rechnet man mit vier Quadratmetern für eine kleine Gruppe von zwei bis drei Tieren, um ihnen genügend Platz für Bewegung zu bieten, aber auch Ausweichplatz bei übersteigerter Aggressivität. Ein entsprechendes Gehege kann sowohl im Garten als auch in der Wohnung eingerichtet werden.
  • Testen Sie, ob Sie allergisch auf die Tierhaare, auf Stroh oder Heu reagieren. Besonders Stroh und Heu werden gerne vergessen, die aber zum Gehege benötigt werden.
  • Anders als Hunde lassen sich Kaninchen nicht erziehen. Wenn Sie den Tieren freien Auslauf bieten, kann es zu abgerissenen Tapeten, Nagespuren an den Möbeln oder Urinflecken im Teppich kommen.

Der Wellensittich – der laute Mitbewohner:

Haustier-WellensittichWellensittiche ähneln jenen Mitbewohnern, die quirlig und gesprächsfreudig sind. Sie schwatzen wie ein Wasserfall und finden auch kein Ende, wenn wir unsere Ruhe haben wollen. Wellensittiche drücken Ihre Befindlichkeit mit ihrer Stimme aus. Das kann dann auch gerne etwas lauter werden und beizeiten gehörig auf die Nerven gehen.

Passen wir zusammen?

  • Wellensittiche sind noch viel weniger Kuscheltiere als Kaninchen. Wer sich körperliche Nähe wünscht, ist bei ihnen an der falschen Adresse. Sie bereiten uns durch ihre aufgeweckte und fröhliche Art Freude und entzücken vor allem durch ihr Aussehen.
  • Wellensittiche sind gesellige Schwarmvögel, die immer Action brauchen. Von einer Einzelhaltung wird strikt abgeraten, da es die Tiere vereinsamen lässt und sie sich langweilen. Das trifft besonders auf die Zeit zu, in der wir arbeiten sind.
  • An einen gewissen Geräuschpegel müssen Sie sich als Wellensittichhalter gewöhnen. Wenn dem gefiederten Freund etwas fehlt oder er gelangweilt ist, kann er sogar richtig laut werden. Dann können Sie ihn nicht einfach ausstellen. Für Menschen mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Stille ist dieses Haustier die falsche Wahl.

Der Hamster – der nachtaktive Mitbewohner:

Haustier-HamsterEr ist wach, wenn wir schlafen und morgens kommt er nicht aus dem Bett. Wie mancher Mitbewohner zu Studentenzeiten: Die kamen auch spät nach Hause, nutzten die Nacht zum Lernen und schliefen bis mittags. Hamster haben einen ähnlichen Tagesrhythmus. Tagsüber verkriechen sie sich in ihrem Bau und nachts wuseln sie durch den Käfig.

Passen wir zusammen?

  • Mit diesem Schlaf-Wach-Rhythmus muss man umgehen können. Für Berufstätige, die erst spät abends nach Hause kommen, kann das angenehm sein. Ihr Haustier ist dann am aktivsten, wenn sie Zeit haben, sich mit ihm zu beschäftigen.
  • Hamster können allerdings ungemütlich werden, wenn man sie in ihrer Ruhephase stört. Dann verstehen Sie keinen Spaß und schrecken auch nicht davor zurück, ihr Herrchen zu beißen.
  • In der Regel werden Sie in großen Käfigen gehalten. Doch egal wie regelmäßig man diesen säubert, den Geruch wird man nicht los. Hamster sind daher nichts für feine Nasen.

Der Hund – der gesellige Mitbewohner:

Haustier-HundEr genießt es unter Menschen zu sein, schließt schnell neue Kontakte und hat eine gewinnende Art. Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Wir teilen Freud und Leid mit ihm – einige sogar ihr Bett. Er ist Tröster, kann aber auch Beschützer sein – ganz wie wir es brauchen. Doch das hat seinen Preis.

Passen wir zusammen?

  • Für die Treue und Loyalität, die ein Hund seinem Herrchen entgegenbringt, fordert er auch Aufmerksamkeit ein. Er möchte dauerhaft beschäftigt werden und leidet darunter, längere Zeit von seiner Bezugsperson getrennt zu sein. Ist der Hund zu lange allein, kann er aus Langeweile Möbel zerstören oder beginnt zu jaulen.
  • Er beansprucht einen Großteil der Freizeit seines Herrchens. Berufstätige Hundebesitzer stehen teilweise früher auf, um noch vor der Arbeit Gassi zu gehen. Einige nutzen sogar die Mittagspause dazu, um schnell nach dem Hund zu schauen. Und auch nach Feierabend möchte der Hund noch gefüttert und beschäftigt werden. Besonders für Berufstätige in Schichtarbeit wird es schwierig, den geregelten Tagesabläufen eines Hundes entgegenzukommen.
  • Da ein Hund sich nicht selbst versorgen kann, tragen wir eine nicht zu unterschätzende Verantwortung. Es stets jemand da sein, der sich um den Hund kümmern kann. Aus diesem Grund raten Tierschutzvereine davon ab, sich einen Hund anzuschaffen, wenn man alleinstehend und Vollzeit berufstätig ist. Vor allem für die Aufzucht eines Welpen reicht bei einer 40-Stunden-Woche die Zeit nicht.

Die Katze – die unabhängige Mitbewohnerin:

Haustier-KatzeKatzen ähneln jenen Mitbewohnern, die ihre Unabhängigkeit lieben und ihre Freiheit brauchen. Zwar lassen Katzen auch Nähe zu, doch bestimmen sie, wo die Grenzen sind. Sie sind weniger menschen- als ortsbezogen.

Passen wir zusammen?

  • Katzen bieten körperliche Nähe, doch ohne die Anhänglichkeit und Abhängigkeit eines Hundes. Wir können mit ihnen kuscheln und spielen, müssen sie aber nicht dauerhaft bespaßen.
  • Sie können problemlos einige Zeit alleine verbringen und wissen sich zu beschäftigen. Katzen sind sich oft selbst genug. Für Berufstätige mit langen Arbeitstagen und jene, die auch häufiger auf Geschäftsreisen unterwegs sind, eignen sich Katzen besonders gut.
  • Allerdings brauchen auch sie regelmäßig Futter, vor allem aber eine saubere Toilette. Andernfalls monieren sie das deutlich, indem sie Teile der Wohnung zur neuen Toilette erklären.
  • Für Berufstätige sind sie deutlich pflegeleichter, da sie beispielsweise nicht regelmäßig Gassi gehen müssen. Auch die zeitintensive und manchmal mühsame Erziehung eines Hundes fällt weg. Katzen haben ihren eigenen Kopf und lassen sich von ihren Besitzern nicht vorschreiben, was sie zu tun haben. Doch genau diesen Aspekt schätzen viele Katzenhalter an ihren Lieblingen.

Sich für ein Haustier zu entscheiden, ist mit großer Verantwortung und mit Einschränkungen im eigenen Leben verbunden, besonders in der Freizeit. Fragen Sie sich also vor der Anschaffung, was Sie sich von ihrem neuen Weggefährten erhoffen und was Sie bereit sind zu geben. Damit ersparen Sie sich und dem Tier mögliche Enttäuschungen.

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