Haustiere im Büro: Wie sie produktiver machen
Als tierlieber Berufstätiger haben Sie es nicht leicht: hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Ihr Leben mit einem Haustier zu teilen und der Einsicht, dass Ihr Vollzeitjob genau diesem Wunsch entgegen steht. Schließlich will der Vierbeiner gefüttert, beschäftigt und umsorgt werden. Als Berufstätiger mit einer 40 Stunden Woche ist das ohne die Unterstützung von Freunden, Familie oder besonders fürsorglichen Nachbarn kaum zu schaffen. Besonders Hunde fordern viel von unserer Freizeit, denn sie sind von Natur aus gesellig und leiden darunter, wenn sie für mehrere Stunden täglich allein gelassen werden. Bleibt noch die Chance, die tierischen Weggefährten mit zur Arbeit zu nehmen. Das löst nicht nur Ihr Dilemma, sondern hat noch einen weiteren Vorteil, der anfangs kaum zu glauben scheint: Haustiere im Büro machen produktiver...

Haustiere im Büro: Macht das Sinn?

Wer als Arbeitnehmer beispielsweise einen Hund besitzt, hat nur begrenzte Möglichkeiten. Den Vierbeiner den ganzen Tag alleine zu lassen sollte keine davon sein, denn darunter leidet das Tier. Bleiben noch Hundesitter, die sich während Ihrer Arbeitszeiten um den Hund kümmern, ihn füttern und spazieren gehen. Das hat aber seinen Preis. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Hundetagesstätten, die sich - in Anlehnung an KiTas - ganztätig oder beispielsweise während Sie verreist sind, um den Hund kümmern.

Andere Arbeitnehmer haben das große Glück, Ihren Hund mit ins Büro bringen zu dürfen. Auf eigene Faust sollten Sie das aber bitte nicht tun, den es erfordert die explizite Erlaubnis Ihres Vorgesetzten. Es kann sich auch lohnen, Ihren Chef direkt darauf anzusprechen und zu fragen, ob Sie Ihren Gefährten mitbringen können. Kommen Zweifel auf, ob die Arbeit darunter leidet, haben wir für Sie einige gute Argumente vorbereitet. Hunde im Büro...

  • ... fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wenn sich alle gemeinsam um den Hund kümmern, fördert seine Anwesenheit den Teamgeist. Kollegen lernen sich besser und schneller kennen.
  • ... reduzieren Stress. Die Universität Buffalo fand einmal heraus, dass die Anwesenheit von Tieren das persönliche Stressempfinden verringert.
  • ... lockern die Atmosphäre auf. Auch in Meetings kann die Anwesenheit eines Hundes positiv sein. Die meisten Hunde haben keine Berührungsängste und begrüßen freudig ihr Gegenüber. Auf diese Weise kommt man ins Gespräch und schafft von Beginn an eine lockere Atmosphäre, entdeckt vielleicht sogar Gemeinsamkeiten.
  • ... sorgen für Abwechslung. Immer nur auf den Bildschirm zu starren, laugt aus und blockiert Kreativität. In der Mittagspause kurz mit dem Hund rauszugehen oder zwischendurch zu spielen, kann den Kopf für neue Ideen freimachen.

Zusätzlich zeigen Umfragen, dass sich mehr als die Hälfte der Beschäftigten nicht von der Anwesenheit eines Hundes am Arbeitsplatz gestört fühlt. Vielmehr überwiegen die positiven Aspekte.

Spielregeln für Tiere im Büro

Aber auch wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen erlaubt, den Vierbeiner mitzubringen, eignet sich nicht jeder Hund fürs Büro. Folgendes sollten Sie bedenken:

  • Allergien: Bevor Sie Ihren Hund ins Büro mitbringen, sollten Sie klären, ob eine(r) der Kollegen dagegen allergisch ist oder Angst vor Hunden hat.
  • Erziehung: Ihr Hund sollte gut erzogen sein und auf Sie hören, ansonsten bereitet er mehr Ärger im Büro als Ihnen lieb ist.
  • Lautstärke: Ihr Hund sollte lernen, auch auf leise Kommandos zu hören, damit Sie nicht quer durchs Büro schreien müssen und auf diese Weise Ihre Kollegen bei der Arbeit stören.
  • Charakter: Ihr Hund sollte einen ausgeglichen und aggressionsfreien Charakter haben.
  • Rückzugsort: Es sollte einen Platz geben, an dem der Hund sich zurückziehen kann. Ein Hundekörbchen in der Nähe Ihres Schreibtischs ist optimal für diesen Zweck.
  • Tagesablauf: Auch wenn Sie Ihren Hund mit ins Büro nehmen, braucht er geregelte Futter- und Gassigeh-Zeiten. Dafür sollten Sie sich Zeit nehmen.
  • Gelassenheit: Damit Ihr Hund nicht als störend empfunden wird, bringen Sie ihm bei, nicht jedes Mal zu bellen, wenn das Telefon oder die Tür klingelt, und nicht jeden neuen Besucher anzuspringen.

Haustiere im Büro: Sie machen sogar produktiver

Soloviova Liudmyla/shutterstock.comAuf den ersten Blick scheint diese These abwegig und sogar widersprüchlich. Wer an einen Hund im Büro denkt, hat sofort Bilder im Kopf, wie die gesamte Belegschaft sich mit Streicheleinheiten abwechselt und Ihre Arbeitszeit lieber mit Herumtollen oder Gassigehen verbringt. Alles andere als produktiv eben. Doch tatsächlich haben sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer das Gefühl, dass die Produktivität des Teams steigt, wenn Hund im Büro ist. Dieser Effekt kann gleich auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden.

  1. Sie achten mehr auf Ordnung

    Wenn ein Vierbeiner im Büro herumläuft, heißt es aufräumen. Unterlagen können nicht mehr sorglos beiseite geräumt werden, Kabel dürfen nicht mehr frei erreichbar sein und der Mülleimer muss rechtzeitig geleert werden. Kurzum: Es wird im Büro ordentlicher. Das hat auch positive Auswirkungen auf die Produktivität, denn wo Chaos am Arbeitsplatz herrscht, findet sich dieses meist auch in den Köpfen der Mitarbeiter wieder.

  2. Sie arbeiten besser zusammen

    Wie bereits erwähnt, sorgen Tiere im Büro für eine bessere Arbeitsatmosphäre. Das Team versteht sich besser und arbeitet dementsprechend auch besser zusammen. Das neue Teamgefühl schlägt sich auch auf die Leistung wieder. Wenn sich alle Mitarbeiter gegenseitig unterstützen, werden wichtige Projekte nicht nur schneller und besser erledigt, sondern es bleibt auch noch Zeit für die Beschäftigung mit dem neuen, vierbeinigen Büronachbarn.

  3. Sie können sich besser konzentrieren

    Das gilt natürlich nicht für die Zeit, während Sie mit dem Hund spielen. Dafür aber umso mehr im Anschluss. Wer seine Aufmerksamkeit zu lange auf ein und dasselbe richtet, verliert die Konzentration und macht Fehler. Eine Pause mit dem Hund ist da genau die richtige Ablenkung. Sie kommen auf andere Gedanken, der Stress fällt von Ihnen ab und die Motivation steigt.

[Bildnachweis: wavebreakmedia, Soloviova Liudmyla by Shutterstock.com]