Die Beziehung zu Headhuntern ähnelt zuweilen einer Art Hassliebe: Nach außen fungieren sie wie eine Modelagentur, im Binnenverhältnis beginnt bei ihnen bereits der Bewerbungsprozess, oft mit dem legendären Satz: "Können Sie gerade frei sprechen?" Natürlich ist es ein gutes Gefühl, wenn der Headhunter anruft, um einem eine neue Herausforderung, einen Job anzubieten. Das bedeutet Gutes: Sie sind schon mal auf seinem Radar, Sie haben einen Marktwert! Das schmeichelt jedem Ego. Dennoch kann man sich in diesen ersten kurzen Minuten gleich wieder alles zerstören. Die Kaltakquise und Blitzbewerbung bei einem Headhunter erfordert besondere Aufmerksamkeit und taktisches Geschick – deshalb fragt der umsichtige Personalberater ja auch, ob Sie gerade frei sprechen können. Jetzt kommt es allerdings darauf an, dass Sie richtig reagieren...

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Headhunter Definition: Was bedeutet der Begriff Headhunter?

Headhunter DefinitionDer Begriff "Headhunter" stammt ursprünglich aus dem Englischen. Die Übersetzung "Kopfjäger" führt aber latent in die Irre. Laut Definition sucht ein Headhunter (auch Personalberater genannt) im Auftrag eines Unternehmens nach hochqualifizierten Fach- und Führungskräften.

Headhunter ersetzen damit das unternehmenseigene Recruiting für diese Position. Das Honorar ihrer Personalsuche ist abhängig vom Erfolg der Besetzung und beträgt teils ein Drittel des Jahresgehalts der zu besetzenden Stelle. Entsprechend suchen die meisten Personalberater eher nach gut bezahlten Führungskräften oder Spezialisten.

Zu den Aufgaben eines Headhunters können - je nach Auftragsumfang - neben der eigentlichen Personalsuche auch noch Beratungsdienstleistungen in Zusammenhang auf den Arbeitsvertrag, die Vergütung der Position oder gar die Personalentwicklung hinzu kommen.

Die Berufsbezeichnung Headhunter ist allerdings nicht geschützt. Daher kann sich theoretisch jeder Personalvermittler so nennen, was leider auch einige schwarze Schafe in der Branche ausnutzen.

Headhunter Definition Ablauf Geschäftsmodell

Wenn der Headhunter anruft: Erst einmal zuhören!

Was aber tun, wenn der Headhunter anruft?

Zunächst einmal ist wichtig, dass Sie tatsächlich frei reden können. Bleiben Sie unbedingt immer neutral – und wenn zu viele Kollegen potenziell zuhören könnten, sagen Sie, dass es gerade nicht passt, Sie noch einiges zu tun haben und gerne später zurückrufen.

Dann lassen Sie sich die Nummer dafür von dem Headhunter geben. Die beste Tarnung besteht darin, so zu reagieren wie immer. Es könnte ja schließlich auch ein Kunde oder Dienstleister sein, den Sie so charmant auf einen anderen Termin vertrösten.

Im sogenannten Erstgespräch mit dem Personalberater hören Sie sich bitte erst einmal an, was der Headhunter anzubieten hat.

Auch wenn Sie partout kein Interesse haben, den Job zu wechseln, sollten Sie sich ein Bild vom Angebot machen. Es sagt schließlich auch etwas darüber aus, wie Sie am Markt wahrgenommen werden – und womöglich geht das in eine andere Richtung als Sie das gerne hätten.

So ein Headhunter Anruf ist daher immer eine Art Marktwert-Check. Deshalb lauten die wichtigsten Regeln für den Erstkontakt mit einem Personalberater:

  • Cool bleiben

    Nur nicht nervös werden und auch nicht prahlen. Wie gesagt: Wenn der Headhunter anruft, ist das zunächst ein Kompliment. Er ist interessiert und hält Sie für potenziell geeignet. Potenziell - es ist also noch Vieles offen.

  • Zurückhaltend agieren

    Egal, wie sehr Sie sich durch den Anruf geschmeichelt fühlen – kommunizieren Sie vorsichtig. Lassen Sie weder einen zu starken Wechselwunsch erkennen (wirkt verzweifelt), noch sollten Sie gleich nach dem Gehalt fragen (wirkt gierig). Ebenso wenig sollten Sie schlecht über Ihren aktuellen Arbeitgeber sprechen (tödlich!).

    Bekunden Sie lieber grundsätzliches Interesse an neuen Herausforderungen und verabreden Sie sich nach dem Telefonat zu einem ersten physischen Treffen mit dem Personalberater oder gar Executive Search Berater, wie die Spezialisten im Fachjargon heißen, die nur nach (Top-)Führungskräften suchen.

  • Rückfragen stellen

    Auch wenn Sie angerufen wurden – bleiben Sie bitte nie passiv. Jetzt schon nach dem suchenden Unternehmen zu fragen, ist zwar aussichtslos. Ein seriöser Personalberater wird diese Frage zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantworten, das kommt erst später.

    Allerdings dürfen und sollten Sie immer nach seinem vollen Namen fragen, seinen Kontaktdaten (notieren!), nach der Personalberatung für die er arbeitet, seiner Expertise in der Branche - und anschließend Ihrerseits diese Referenzen prüfen. Schließlich sollten Sie Ihre Karriere nicht in die Hände von irgendjemandem legen.

    Was Sie darüber hinaus nachfragen können: Um welche Art Job handelt es sich? Wichtige Eckdaten: Branche, Unternehmensgröße, Region, Position, Ansiedlung in der Hierarchie.

  • Diskret bleiben

    Versuchen Sie zwischen den Zeilen zu lesen und sich möglichst schnell zu entscheiden, ob Sie interessiert sind. Wenn der Job so gar nicht zu Ihnen passt, sagen Sie das ruhig. Aber nicht beleidigt, weil das Angebot unter Ihrem Niveau sei, sondern mit der Begründung, dass Sie nach einer anderen Herausforderung suchen.

    Sollte Sie der Headhunter nach Ihrem Lebenslauf fragen, versenden Sie diesen bitte nie allzu leichtfertig. Es gibt leider einige schwarze Schafe in der Branche, die damit regelrecht Handel betreiben. Und Sie möchten nicht, dass Ihre Vita in diversen Personalabteilungen kursiert - schlimmstenfalls im eigenen Unternehmen.

    Deshalb: Den Lebenslauf bringen Sie erst nach dem zweiten Telefonat beziehungsweise zum persönlichen Gespräch mit. Die wichtigsten Daten Ihres CV's kann man ja (hoffentlich) auch schon im Netz recherchieren.

  • Viel lächeln

    Wenn Sie ein Headhunter anruft, um Ihnen ein Jobangebot zu machen, dann lächeln Sie - auch am Telefon. Das kann man durchaus hören und Sie wirken so sofort aufgeschlossener und sympathischer.

    Ebenso können Sie beim Telefonat aufstehen und im Raum umher gehen. Klingt komisch, funktioniert aber: Sie klingen dadurch sofort dynamischer und entschlossener. Wer sitzenbleibt und sich in den Stuhl fläzt, wirkt dagegen immer behäbig am Telefon.

Headhunter Anruf: Vorsicht Falle!

Headhunter Fragen: Vorsicht Falle!Machen Sie bitte NIE den Fehler, zu fragen, wie der Headhunter auf Sie gekommen ist. Schneller kann man sich nicht ins Aus schießen: Sie sind ein Top-Kandidat – er musste auf Sie kommen! Das muss Ihre einzige Attitüde bleiben.

Und selbst wenn der Personalberater nicht anruft, um Ihnen ein Angebot zu unterbreiten, sondern weil er einen Rat, einen Kontakt oder eine Referenz von Ihnen sucht, ist das gut: Er hält Sie für kompetent, ihm in dieser Frage zu helfen. Und das sollten Sie auch tun. Damit positionieren Sie sich gleichfalls als Fachkraft und Marktkenner – und die wenigsten Headhunter vergessen einen solchen Gefallen.

Headhunter Fragen: Mit diesen sollten Sie rechnen

Falls Sie von einem Headhunter angerufen beziehungsweise kontaktiert werden, sind natürlich Fragen zu Ihrem Alter, Ihrer Herkunft oder Religion unzulässig. Das sind illegale Fragen - hier wie bei jedem anderen Vorstellungsgespräch. Einen Personalberater, der Sie danach fragt, dürfen Sie sofort abwürgen - unprofessionell! Kommt aber auch - zugegebenermaßen - selten vor.

Wenn das Gespräch länger dauert und Sie grundsätzliches Interesse signalisieren, sollten Sie dagegen im Zweitkontakt oder bei ersten persönlichen Treffen mit folgenden Fragen rechnen, die Ihre Motivation, Ihre Ziele und Selbstreflexion abklopfen.

Diese zehn Fragen sind typisch bei einem Headhunter-Gespräch:

  • Was war Ihr bisher größter Erfolg und wie haben Sie diesen erreicht?
  • Was war Ihre größter Herausforderung und wie haben Sie diese bewältigt?
  • Was bedauern Sie am meisten? Warum?
  • Was treibt Sie an?
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Welche Ziele verfolgen Sie in Ihrer Karriere?
  • Was mögen Sie an Ihrer derzeitigen Position am wenigsten?
  • Warum sind Sie bereit, Ihre aktuelle Position zu verlassen?
  • Wären Sie bereit, umzuziehen?

Die Antworten auf diese Fragen sollten zwar nicht wie aus der Pistole geschossen kommen - das sieht am Ende noch so aus, als hätten Sie darauf gewartet. Aber zu zögerlich sollten sie auch nicht kommen. Schließlich sind das Fragen, die man sich auch selbst immer wieder mal stellen sollte. Sie helfen bei der beruflichen Orientierung ebenso wie bei der Korrektur, falls man vom seinem Karriereweg abgekommen ist.

Rückfragen an den Headhunter: Diese bitte stellen

Natürlich gibt es auch Fragen, die SIE dem Headhunter stellen sollten - nicht zuletzt um zu dokumentieren, dass Sie Profi sind und nicht auf der Suche nach einem x-beliebigen Job.

Aus der folgenden Liste müssen Sie natürlich nicht alle Rückfragen stellen und einzeln abhaken, die jeweiligen Themengebiete sollten Sie aber schon ansprechen und sich dafür interessieren:

    Position und Unternehmen

  • Aus welcher Branche stammt das Zielunternehmen, Größe, Umsatz?
  • Wie ist dessen aktuelle wirtschaftliche Situation?
  • Gibt es akute und laufende Change-Prozesse, von der auch diese Position betroffen ist?
  • Wo ist die Position angesiedelt, wer berichtet mir, an wen muss berichtet werden?
  • Wird die Stelle neu geschaffen oder gibt es einen Vorgänger?
  • Warum ist der ausgeschieden?
  • In welchem Rahmen bewegt sich das Gehalt?

  • Anforderungen

  • Wie sieht die Einarbeitungsphase aus?
  • Wie schnell und welche Ergebnisse werden erwartet?
  • Welche Herausforderungen sind zu erwarten?

  • Auswahlprozess

  • Wie geht es nach dem Gespräch weiter?
  • Wie viele Interviews werden noch geführt und mit wem?
  • In welchem zeitlichen Rahmen wird es zu einer Entscheidung kommen?

Weiterführende Dossiers für Headhunter-Gespräche:


Gute Gründe für den Jobwechsel

Gute Gründe für den JobwechselGute Motive, seinen aktuellen Job zu wechseln, sind aus Personalberatersicht zum Beispiel eine erfolgreiche Beförderung oder ein ähnlicher Meilenstein. Also etwas, das zeigt, dass man aus einer Position der Stärke und des bisherigen Gelingens heraus wechselt.

Bewerben nach einer Beförderung? Das klingt zunächst einmal kontraintuitiv. Aber wenn man befördert wurde, kommt erst einmal nichts mehr. Oft ist die Beförderung ohnehin nur das nachgereichte Label dafür, dass man etwas schon beherrscht. Also ist es völlig legitim, anschließend zu versuchen, sich von diesem Level aus (anderswo) weiterzuentwickeln. Dann sind auch die Verhandlungschancen am besten.

Ein weiterer guter Grund für den Jobwechsel: eine echte Perspektive im neuen Job, die man so vorher nicht hatte. Hier sollten Sie allerdings aufpassen mit Worthülsen. Headhunter versprechen so etwas praktisch immer. Umso wichtiger ist, dass sie die neue Rolle schon konkreter umreißen können.

Vorsicht ist jedoch immer bei einem Wechsel aus Frust oder unter Druck geboten. Das wirkt schnell wie eine Flucht. Deshalb ist hier eine besonders umfangreiche Recherche erforderlich, ob der neue Job wirklich alles ausräumt, was bisher so stört. Sonst kommen Sie nach dem Wechsel über kurz oder lang vom Regen in die Traufe.

Wie macht man Headhunter auf sich aufmerksam?

Nix Anruf vom Headhunter... Was aber, wenn die Personalberater zwar bei allen denkbaren Bekannten und Kollegen anrufen – nur nicht bei einem selbst?

Keine Frage, das kratzt gewaltig am Ego und nährt Zweifel, ob man wirklich der Leistungsträger, die Spitzenkraft ist, für die man sich selbst gerne hält.

Es kann aber auch sein, dass Sie bisher einfach nicht genug auf sich aufmerksam gemacht haben und daher schlicht nicht auf dem Radar der Headhunter aufzutauchen. Gut ist das zwar auch nicht, es lässt sich aber leichter ändern.

Doch Stopp! Bevor Sie loslegen, sämtliche Headhunter anrufen und Ihren Lebenslauf als Massenmail verteilen – so geht es nicht.

Erstens ist das peinlich, zweitens deklassiert Sie das zum Bittsteller.

Wer noch am Anfang seiner Karriere steht, sollte sich vielmehr in (Online-)Netzwerken engagieren oder hochkarätige Veranstaltungen besuchen, zu denen auch Personalberater erscheinen, und diese dort eher zufällig (!) am Buffet oder bei einem Glas Sekt kennenlernen.

Wer dann Interesse bekundet, dem können Sie anschließend gerne einen persönlichen Brief (ohne Lebenslauf) schicken, sich für das nette Gespräch bedanken und wünschen, dass man doch in Kontakt bleiben möge.

Besonders professionell wirkt zudem, wer auch noch ein paar Empfehlungen für kompetente Kollegen übrig hat.

Tipps für Manager: Spielen Sie über Bande

Für Manager in einer gehobenen Position ist diese Strategie allerdings nur bedingt geeignet. Kaltakquise verbietet sich für sie, Anbiederei erst recht.

Ihnen hilft daher nur über Bande zu spielen: Wer auf sich aufmerksam machen will, muss das über die Empfehlung eines Dritten tun. Das ist ohnehin der eleganteste Weg.

Pflegen Sie also nicht nur Kontakte zu Headhuntern, sondern knüpfen Sie auch rechtzeitig Beziehungen zu Leuten, die ihrerseits mit Personalberatern dicke sind.

Bevor Sie irgendjemand anruft, wird der Headhunter ohnehin zwei Vorarbeiten leisten:

  • Er wird Ihr Profil (online) recherchieren
  • Und er wird sich fragen, wie gut die Referenz ist, die Sie empfohlen hat.

Ihre Reputation wirkt also umso stärker, je mehr hochkarätige Fürsprecher Sie gewinnen.

Der Umkehrschluss daraus: Wenn Sie noch kein solches Netzwerk haben, fangen Sie sofort damit an, eines aufzubauen.

Und ganz wichtig: Tanzen Sie nicht auf allen Hochzeiten!

Ihren Lebenslauf sollten wirklich nur ausgewählte Personalberater erhalten. Wer seine Daten wie Schrot verschießt, schadet sich nachhaltig. So jemandem haftet der Ruch der Prostitution an. Und es kann immer passieren, dass einer davon plaudert, Ihren Lebenslauf diversen Auswahlverfahren beimischt - bis vielleicht auch Ihr aktueller Arbeitgeber dabei ist. Blöd, wenn der Chef so erfährt, dass Sie sich gerade wenig loyal verhalten.

Businessnetzwerke: Nutzen Sie Xing und Linkedin richtig

Businessnetzwerke: Nutzen Sie Xing und LinkedinEs ist sicher kein Geheimnis, dass Personalberater gerade Businessnetzwerke wie Xing oder Linkedin gezielt nutzen, um Talente zu finden und anzusprechen. Dafür stehen ihnen teils sogar besondere Suchfunktionen zur Verfügung.

Der einfachste Weg, um Headhunter auf sich aufmerksam zu machen, wäre jetzt natürlich, im Bereich "Ich suche" Ihre Jobsuche explizit zu benennen. Fehler! Erstens könnten auch Kollegen - oder schlimmer - der Chef das lesen. Zweitens verspielen Sie damit Verhandlungsspielräume: Wer aktiv sucht, agiert nicht mehr aus einer Position der Stärke heraus.

Wesentlich klüger (eleganter sowieso) ist es daher, das eigene Profil vollständig auszufüllen und zu optimieren. Anleitungen dazu finden Sie hier:

Tatsächlich spielt das Profilbild hier eine entscheidende Rolle. In Suchalgorithmen wie in Lebenslaufdatenbanken wird der Austausch des Profilbildes als starkes (und subtiles) Signal für eine aktuelle Wechselbereitschaft gewertet. Der jeweilige Profilinhaber "macht sich hübsch" für einen Interessenten.

Der zweite wichtige Schritt ist, im Profil möglichst alle relevanten Suchbegriffe und Kompetenzen einzubinden, unter denen Sie gefunden werden wollen beziehungsweise die mit Ihrer Wunschstelle zusammenhängen. Denn meist wird ja genau danach gesucht.

Wer noch mehr Aufmerksamkeit auf sich lenken will, sollte sich in thematisch passenden Gruppen und Foren aktiv beteiligen. Womöglich diskutieren da auch schon einige Personalberater mit oder fragen nach Empfehlungen.

Checkliste: Woran Sie unseriöse Headhunter erkennen

Checkliste: unseriöse Headhunter erkennenWie oben schon erwähnt, ist die Berufsbezeichnung "Headhunter" ebenso wie "Personalberater" nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen - unabhängig davon, ob er oder sie dafür auch qualifiziert ist.

Entsprechend undurchsichtig ist der Markt. Und entsprechend viele halbseidene Beratergestalten finden sich inzwischen auch darunter. Wer von einem solchen Kopfjäger kontaktiert wird, sollte - entgegen aller Höflichkeit - nach dem Motto handeln: Bei Anruf - sofort auflegen! Alles andere wäre Karriere-Harakiri.

Aber woran erkennt man die schwarzen Schafe der Branche?

Sagen wir so: Es gibt da ein paar Indizien...

  1. Geheimniskrämerei

    Wie war doch gleich Ihr Name? Wo finde ich Sie im Internet? Achso, können Sie nicht verraten... Verständlich, wenn Headhunter beim Erstkontakt Ihren Auftraggeber nicht gleich nennen wollen, aber einem Seriositäts-Check müssen Sie sich unterziehen lassen. Der Anruf könnte schließlich auch vom eigenen Arbeitgeber arrangiert sein, um die Loyalität des Mitarbeiters zu prüfen. Für welche Personalberatung arbeiten Sie? Sagen Sie nicht? Wenn der Headhunter so reagiert, ist garantiert etwas faul.

  2. Überfallanruf

    Kaltakquise ist für Headhunter eigentlich unzulässig. Trotzdem kommt sie regelmäßig vor. Ruft der Kopfjäger auf der Arbeit an, darf der Anruf deshalb nur kurz sein. Headhunter dürfen jetzt maximal testen, ob der Kandidat gesprächsbereit ist, können ihm kurz die offerierte Stelle schildern und nach der Privatnummer fragen. Mehr nicht. Wer überfallartig mehr wissen will und Sie regelrecht aushorcht, stört nicht nur, sondern beherrscht ganz offenbar nicht mal das kleine Einmaleins seines Jobs. Finger weg!

  3. Ahnungslosigkeit

    Was noch mehr nervt, als Überfallinterviews, sind Fragen zum Lebenslauf, die bereits überall öffentlich im Netz zu finden sind. Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin machen es heute jedem Headhunter leicht, seine Hausaufgaben zu machen: Ausbildung, Interessen, bisherige berufliche Stationen und Erfolge - wenn Sie das alles publik gemacht haben, muss keiner mehr danach fragen. Tut er oder sie es doch, spricht das nicht gerade für einen versierten Profi oder ein seriöses Angebot.

  4. Beschönigung

    Irgendwann muss die Katze aus dem Sack: Um welchen Arbeitgeber geht es? Um was geht es bei diesem Job wirklich? Wer ist der neue Chef? Headhunter müssen ihre Kandidaten letztlich abwerben, der nächste Job muss also besser sein als der jetzige. Wer jetzt falsche Versprechungen macht, die wirtschaftliche Schieflage des suchenden Unternehmens verschweigt oder den problematischen Charakter des Chefs in spe, handelt wie ein Gebrauchtwagenhändler, der einem ein Montagsauto andreht. Kommt das erst nach Jobantritt heraus, sind beide Seiten angeschmiert. So arbeitet kein seriöser Personalberater.

  5. Minderwertigkeit

    Wo sich Beschönigen noch als falsch verstandenes Engagement für den Auftraggeber entschuldigen ließe, wird der Anruf vollends zum Affront, wenn der angebotene Job tatsächlich gar keinen Karriereschritt darstellt, sondern das Gegenteil. Entweder der Headhunter hat seine Hausaufgaben nicht gemacht (siehe Punkt 3) oder er sagt damit indirekt, was er wirklich von dem Angerufenen hält. Schlimmstenfalls trifft beides zu.

  6. Manipulation

    Die Berufsbezeichnung Personalberater trifft es schon ganz gut: Es geht darum, (Top-)Personal zu beraten - aber nicht zu belehren oder zu beeinflussen. Ganz schlecht: Den Kandidaten nicht danach fragen, wo der hin will und was seine Berufsziele sind, sondern ihm ein Ziel einreden. Natürlich das, was zufälligerweise auf den offerierten Job passt.

  7. Erklärungsnotstand

    Nicht jeder Kandidat kommt am Ende zum Zuge. Das ist okay, es handelt sich nun mal um einen Auswahlprozess. Seriöse Headhunter aber sehen in ihren Kandidaten dauerhafte Partner, deren Karriere sie auch künftig noch voranbringen können. Daraus ergibt sich allerdings auch eine gewisse Erklärungspflicht, warum es mit dem Job nicht geklappt hat. Sich einfach nicht mehr zu melden, offenbart dagegen eine anderes Geschäftsmodell: modernen Menschenhandel.

Hearhunter Deutschland: Namhafte Personalberatungen im Überblick

Headhunter Suche Branchen
Amrop Germany 1. bis 3. Führungsebene Auto, Dienstleistungen, E-Business, Familienunternehmen, Finanzen, Gesundheit, Handel, Industrie, Internet, IT, Konsumgüter, Logistik, Medien, Öffentlicher Sektor, Pharma, Telekom, Tourismus
Boyden 1. bis 3. Führungsebene Auto, Banking, Finanzen, Gesundheit, Handel, Industrie, IT, Konsumgüter, Logistik, Medien, Öffentlicher Sektor
Egon Zehnder Obere Führungskräfte Finanzen, Gesundheit, Industrie, IT, Konsumgüter, Telekom, Pharma
Heads! 1. bis 3. Führungsebene Auto, Dienstleistungen, Finanzen, Handel, Konsumgüter, Medien, Technologie
Heidrick & Struggles 1. und 2. Führungsebene Alle Branchen
Kienbaum Fach- und Führungskräfte Auto, Chemie, Energie, Finanzen, Gesundheit, Immobilien, IT, Maschinenbau, Öffentlichen Sektor, Pharma, Telekom
Korn/Ferry Obere Führungsebene Alle Branchen
Odgers Berndtson Fach- und Führungskräfte, Spezialisten Auto, Dienstleistungen, E-Commerce, Energie, Finanzen, Gesundheit, Handel, Industrie, IT, Konsumgüter, Öffenentlicher Sektor, Pharma, Telekom
Rochus Mummert Obere Führungskräfte Gesundheit
Russell Reynolds Obere Führungskräfte Finanzen, Gesundheit, Industrie, IT, Konsumgüter
Signium 1. und 2. Führungsebene, Spezialisten E-Business, Familienunternehmen, Internet, IT, Konsumgüter, Logistik, Maschinenbau, Medien, Medizintechnik, Pharma, Telekom
SpencerStuart Fach- und Führungskräfte Bildung, Dienstleistungen, Finanzen, Gesundheit, Industrie, IT, Konsumgüter, Medien, Private Equity, Telekom
[Bildnachweis: Boguslaw Mazur by Shutterstock.com]

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