Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Telearbeit ist ein Sammelbegriff für alle beruflichen Tätigkeiten, die außerhalb des vom Arbeitgeber gestellten Büros stattfinden.
- Unterschied: Telearbeit umfasst viele verschiedene Arbeitsorte, Homeoffice beschreibt lediglich die Arbeit im eigenen Wohnraum.
- Umsetzung: Die häufigste Form ist die „alternierende Telearbeit“ – z.B. 3 Tage mobiles Arbeiten, 2 Tage Präsenz im Büro.
- Anspruch: Es gibt für Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ortsunabhängiges Arbeiten. Sie benötigen immer die Zustimmung des Arbeitgebers.
- Arbeitsrecht: Unabhängig vom Arbeitsort muss ein geeigneter Arbeitsplatz vorliegen, es gelten weiterhin der Arbeitsschutz und das Arbeitszeitgesetz.
In Deutschland können etwa 25 % der Erwerbstätigen verschiedene Formen der Telearbeit nutzen – das macht mehr als 11 Millionen Beschäftigte, die ganz oder zumindest teilweise flexibel und ortsunabhängig arbeiten. Im EU-Vergleich liegt Deutschland damit leicht über dem Durchschnitt (23 %), aber weit hinter Spitzenreitern wie den Niederlanden (52 %).
Definition: Wie funktioniert Telearbeit?
Bei der Telearbeit arbeiten Sie nicht in einem Büro, sondern mal im Homeoffice, mal in einem Coworking Space, in einem Café, im Park oder von unterwegs im Zug oder Flugzeug. Diese dezentrale Zusammenarbeit erfordert jedoch einige Tools wie E-Mail, Videokonferenzen, kollaborative Online-Dokumente sowie Werkzeuge für die digitale Teamarbeit. Erst so können sich Kollegen absprechen und zeitgleich Projekte bearbeiten.
Unterschied zwischen Telearbeit und Homeoffice
Telearbeit ermöglicht mobiles Arbeiten an verschiedenen Orten und Arbeitsplätzen. Homeoffice hingegen erlaubt nur die Arbeit von zu Hause aus. Der Arbeitsplatz wird ganz oder teilweise in die privaten Wohnräume des Mitarbeiters verlegt. Homeoffice-Jobs sind daher weniger flexibel, sind aber trotzdem bei vielen Arbeitnehmern beliebter als komplette Präsenzpflicht.
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Formen der Telearbeit
Telearbeit gibt es in verschiedenen Formen. Dabei unterscheidet sich die konkrete Gestaltung – so gibt es verschiedene Vorgaben und Rahmenbedingungen für Arbeitnehmer:
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Alternierende Telearbeit
Die häufigste Form ist eine Mischung aus ortsunabhängigen Tätigkeiten und Präsenzarbeit (siehe: hybrides Arbeiten). Der betriebliche Arbeitsplatz bleibt erhalten. Wann der Mitarbeiter von wo arbeitet, wird über Absprachen und Verträge geregelt.
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Teleheimarbeit
Der Arbeitnehmer arbeitet nur von seiner Wohnung aus. Teleheimarbeit ist das klassische Homeoffice. Angestellte arbeiten zu 100 % von zu Hause aus, es gibt keinen festen Arbeitsplatz im Büro. Die Regelung ist auch bei Freelancern beliebt.
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Mobile Telearbeit
Mobiles Arbeiten ist von überall und an oft wechselnden Arbeitsplätzen möglich. Typisch ist es im Außendienst, bei Handelsvertretern, Reportern oder Beratern. Mobile Telearbeit erfolgt unterwegs – ob im Taxi, Flugzeug oder Hotel.
Sonderform: Telearbeitszentren
Eine besondere Form sind sogenannte Telearbeitszentren (auch: Televillages). Hier arbeiten Telearbeiter in eigens angemieteten Büros (Satellitenbüros) außerhalb des Unternehmensstandorts. Häufig befinden diese sich in der Nähe von Wohnsiedlungen und reduzieren Wege für Pendler.
Vor- und Nachteile von Telearbeit
Seit Jahren zeigt sich ein klarer Trend: Unternehmen sehen Telearbeit positiv und schaffen zunehmend Möglichkeiten für Mitarbeiter. Aus guten Gründen, denn das ortsunabhängige Arbeiten hat einige Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer:
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Arbeitsweg
Das ständige Pendeln zum Arbeitsplatz und der tägliche Aufenthalt im Büro werden überflüssig. Mitarbeiter sparen viel Zeit.
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Motivation
Weniger Stress, mehr Selbstbestimmung. Telearbeit steigert die Motivation und Zufriedenheit.
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Ersparnis
Geringere Kosten fürs Tanken, keine teuren Tickets für öffentliche Verkehrsmittel – Telearbeit spart Geld. Hinzu kommen die Zeitersparnis und reduzierte Umweltbelastungen.
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Flexibilität
Flexible Gestaltung der Arbeit ermöglicht eine bessere Anpassung an eigene Bedürfnisse. Sie passen den Arbeitsort (und teilweise die Arbeitszeiten) an Ihre individuellen Bedingungen an.
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Konzentration
Viele Arbeitnehmer haben eine höhere Konzentration, wenn sie selbst den Arbeitsplatz wählen. Keine Hintergrundgeräusche von Kollegen, kein Büronachbar, der Sie ablenkt, und auch kein Chef, der auf die Finger schaut.
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Vereinbarkeit
Familie und Beruf lassen sich besser vereinbaren. Sie haben mehr Zeit, weil Sie nicht pendeln müssen. Auch Arztbesuche und andere Termine sind leichter, wenn Sie nicht im festen Büro sitzen.
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Kosten
Arbeitgeber sparen Kosten für Büroflächen und die Einrichtung der Arbeitsplätze. Arbeitet ein Teil der Belegschaft zu Hause oder unterwegs, braucht es weniger Platz, der bezahlt werden muss.
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Mitarbeiterbindung
Umfragen zeigen: Arbeitnehmer wollen flexible Arbeitsmodelle. Das Angebot sorgt für höhere Mitarbeiterbindung, Loyalität und auch Zufriedenheit im Team. Ein wichtiger Pluspunkt für das Employer Branding.
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Produktivität
Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver und bringen bessere Leistungen. Die Qualität der Ergebnisse steigt.
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Gesundheit
Die krankheitsbedingte Ausfallquote sinkt und Mitarbeiter melden sich seltener krank. Kollegen stecken sich nicht untereinander an.
Für Arbeitnehmer
Für Arbeitgeber
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Absprache
Es braucht eindeutige Absprachen, Ziele und Regelungen, um Missverständnissen vorzubeugen. Sonst drohen Chaos und Probleme.
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Kontakte
Wer viel Zeit außerhalb des Büros verbringt, ist weniger ins Team eingebunden. Es fehlt das Wir-Gefühl und manche Arbeitnehmer leiden unter fehlenden sozialen Kontakten.
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Disziplin
Zuhause arbeiten benötigt Selbstmanagement und Disziplin. Ablenkungen und Zeitfresser gibt es überall.
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Karriere
Beförderungen und Gehaltserhöhungen gehen häufiger an Kollegen, die im Büro sind. Chefs nehmen deren Leistungen und Erfolge besser wahr. Auch Selbstmarketing ist leichter, wenn Sie der Führungskraft gegenübersitzen.
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Datenschutz
Bei Telearbeit drohen Probleme mit dem Datenschutz. Personenbezogene Informationen und sensible Daten müssen überall geschützt werden. Bei Verstößen und Problemen stellt sich zudem die Frage der Haftung.
Nachteile von Telearbeit
Habe ich einen Anspruch auf Telearbeit?
Arbeitnehmer in Deutschland haben keinen grundsätzlichen Anspruch auf Telearbeit. Ob Sie an anderen Orten außerhalb des vorgegebenen Büros arbeiten dürfen, hängt von Ihrem Arbeitsvertrag oder einer anderen Vereinbarung ab. Gibt es bisher keine solche Regelung, müssen Sie zunächst mit Ihrem Chef sprechen. In der Vereinbarung werden Art und Umfang der Telearbeit definiert. Ebenso wird schriftlich geregelt, ob das Unternehmen Arbeitsgeräte und Büroeinrichtungen zur Verfügung stellt oder Zuschüsse zahlt. Sinnvoll sind zudem konkrete und messbare Zielvorgaben sowie regelmäßige Feedbackgespräche.
Voraussetzungen für Telearbeit
Die wichtigste Voraussetzung ist die Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Sie dürfen nicht selbstständig entscheiden, von zu Hause oder von einem anderen Ort zu arbeiten. Dabei muss die Dauer der Telearbeit festgelegt werden (z.B. 2 Tage pro Woche). Eine weitere Voraussetzung ist die technische Ausstattung: Arbeitgeber müssen benötigte Arbeitsgeräte (Computer, Laptop, Tastatur) zur Verfügung stellen. Klären Sie genau, was Sie für die Arbeit brauchen. Auch an den Kosten für Internet und Energie können Arbeitgeber sich beteiligen – etwa über eine monatliche Pauschale.
Arbeitsschutz bei Telearbeit
Nicht vergessen: Unabhängig vom Arbeitsort gelten die Bestimmungen zum Arbeitsschutz. Der Arbeitsplatz muss für die Tätigkeit geeignet sein und die Gesundheit des Mitarbeiters schützen. Dazu zählen etwa Vorgaben zur Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Schreibtisch muss ausreichend groß sein, es braucht Tageslicht sowie einen höhenverstellbaren Bürostuhl. Weitere Voraussetzungen sind:
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Gefährdungsbeurteilung
Der Arbeitgeber ist auch verpflichtet, vor der Inbetriebnahme des Telearbeitsplatzes eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Er (oder eine beauftragte Fachkraft für Arbeitssicherheit) muss den Platz inspizieren und sicherstellen, dass keine gesundheitlichen Gefahren (z.B. durch schlechte Beleuchtung oder mangelhafte Verkabelung) drohen.
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Datenschutz
Da Sie zu Hause mit sensiblen Unternehmens- oder Kundendaten arbeiten, müssen Sie sicherstellen, dass Dritte (auch Ehepartner oder Kinder) keinen Einblick in die Unterlagen oder den Bildschirm haben. Ein abschließbarer Schreibtischcontainer für sensible Dokumente ist oft Pflicht.
Erst mit diesen Voraussetzungen kann die Telearbeit erlaubt und durchgeführt werden. In der Praxis wird gerade die Gefährdungsbeurteilung aber häufig übersprungen. Kaum ein Arbeitgeber kontrolliert wirklich, wie der Arbeitsplatz im Homeoffice eingerichtet ist, und schon gar nicht, ob Vorgaben zur Arbeitssicherheit beim mobilen Arbeiten (z.B. in einem Café) eingehalten werden.
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