Wissenshungrige wechseln nach dem Abitur an eine Hochschule und beginnen dort ihr Studium. Andere nehmen den zweiten Bildungsweg und studieren nach der Berufsausbildung. Es gibt aber auch eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die neben dem Beruf oder ihrer Vollzeitbeschäftigung ein Fernstudium absolvieren. Leider wird dieses immer noch als Studium dritter Klasse bezeichnet, viele Fernstudenten verschweigen die nächtlichen Bemühungen sogar vor Bekannten und Kollegen.

Eine Forsa-Studie aus dem Jahr 2009 spricht jedoch eine andere Sprache: 37 Prozent der befragten Personalverantwortlichen würden sich für einen Bewerber mit abgeschlossenem Fernstudium entscheiden, 28 Prozent sprechen sich für Bewerber mit abgeschlossenem Präsenzstudium aus (was vielleicht auch daran liegt, dass es ein Fernstudium Personalmanagement gibt). Die Tendenz spricht klar für die Akzeptanz von Fernstudenten und enthält indirekt ein Lob an alle Fernlerner, für ihr Engagement und Durchhaltevermögen.

Allerdings ist nicht jeder für ein Fernstudium gemacht. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie das Zeug dazu haben, können Sie zum einen den zwanzigminütigen Willenstest der Fernuniversität Hagen absolvieren – oder weiterlesen…

Zwar können wir Ihnen nicht verraten, welche Studiengänge die Besten sind, noch in welcher Lebenssituation sich ein Fernstudium für Sie lohnt. Denn neben den unterschiedlichsten Anbietern, existieren auch zahlreiche Unterrichtsmethoden. Es ist daher nicht möglich eine allgemeingültige Empfehlung abzugeben. Aber Sie können einen kleinen Selbsttest absolvieren, um herauszufinden, ob ein Fernstudium überhaupt für Sie infrage kommt:

Selbsttest für Fernlerner

Haben Sie das Zeug zum Fernstudium? – Finden Sie es heraus:

    [ ] Ich kann neben dem Beruf mindestens 15 Stunden pro Woche für das Studium aufbringen.
    [ ] Ich möchte in Vollzeit studieren und kann etwa 50 Stunde pro Woche investieren.
    [ ] Ich bin bereit, private Aktivitäten während Prüfungsphasen drastisch einzuschränken.
    [ ] Ich nehme lange Wegstrecken und frühes Aufstehen für Präsenzprüfungen in Kauf.
    [ ] Ich habe Familie und Freunde über die Zusatzbelastung informiert und ihre Zustimmung.
    [ ] Ich kann jederzeit einen Semesterbeitrag von bis zu 300 Euro aufbringen.
    [ ] Ich verfüge auch in finanziell schwierigen Zeiten über etwa 200 Euro monatlich extra.
    [ ] Ich verfüge über einen ungestörten Rückzugsort an dem ich konzentriert lernen kann.
    [ ] Ich würde im Notfall auch Nachhilfe in Anspruch nehmen.
    [ ] Ich kann gut prüfungsrelevante von -unrelevanten Themen trennen.
    [ ] Ich kann mich Tag für Tag selbst motivieren und mit der Freiheit umgehen.
    [ ] Ich kann mir Lernstoff selbständig durch lesen und aufschreiben aneignen.
    [ ] Ich strebe den Abschluss nicht ausschließlich aus monetären Gründen an.
    [ ] Ich bin der festen Überzeugung, dass ich es schaffen werde.
Den Karrierebibel-Quickcheck (pdf) können Sie auch herunterladen und ausdrucken.

Wenn Sie bei der Mehrzahl dieser Punkte ein Kreuzchen gemacht haben, können Sie sich ruhig für ein Fernstudium anmelden. Die wichtigsten Voraussetzungen stimmen.

Tipps für Fernlerner

Im Netz geistern viele dieser Ratschläge umher, die folgenden fünf aber sind die wichtigsten – die sollten Sie sich wirklich zu Herzen nehmen:

  • Gönnen Sie sich regelmäßig Pausen. Das Wochenende darf, soweit keine Präsenzvorlesungen stattfinden, zum Entspannen genutzt werden. Längere Pausen, die sich über Wochen erstrecken, sollten aber vermieden werden. Sonst kommen Sie aus dem Rhythmus.
  • Nutzen Sie die angebotenen Möglichkeiten (Treffen, Exkursionen, Chats) zur Kontaktaufnahme und tauschen Sie sich aktiv mit anderen Studenten aus. Wenn die Entfernungen nicht zu groß sind, empfiehlt sich die Gründung einer Lerngruppe.
  • Nutzen Sie das Fernstudium aktiv, um Kontakte zu knüpfen, gerade wenn Sie danach freiberuflich tätig sein wollen. Es gibt keine bessere Gelegenheit zum Netzwerken.
  • Gehen Sie auf Dozenten und Betreuer zu, falls Probleme oder Verständnisfragen auftauchen. Diesen Service ist Ihnen die Institution schuldig, denn dafür zahlen Sie Studiengebühren.
  • Wechseln Sie regelmäßig zwischen den Medien. Bei reinen Online-Kursen kann ein altmodisches Buch eine Offenbarung sein, ebenso werden schnöde Lernhefte nach einem anregenden Videobeitrag wieder interessanter.