Sie sind fester Bestandteil heutiger Erwerbsbiografien, kein Lebenslauf kommt mehr ohne sie aus – die Rede ist Jobwechseln. Was früher einen schlechten Eindruck machte, ist heute normal. In vielen Branchen gibt es – zumindest für Berufseinsteiger – nur noch befristete Verträge die nicht immer verlängert oder gleich auf ein bestimmtes Projekt hin abgeschlossen werden. Sicher, wenn Sie alle drei bis sechs Monate eine neue Stelle antreten, wirkt das seltsam und nicht unbedingt positiv. Doch Jobwechsel bieten Ihnen als Arbeitnehmer viele Chancen – wenn Sie diese aktiv nutzen.
Gerade wenn Sie sich schnell langweilen, laufend auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind oder vielfältige Erfahrungen sammeln wollen, sind häufige Jobwechsel durchaus ein Option. So lange Sie ungebunden sind und nur für sich selbst sorgen müssen, ist das kein Problem. Mit einer Familie verändert sich die Situation natürlich und ein Jobwechsel wird etwas schwieriger – jedoch keineswegs unmöglich.
Dabei gibt es grundsätzlich drei verschiedene Arten, den Job zu wechseln:
- Sie suchen aktiv eine neue Stelle und verlassen Ihren alten Job aus eigenem Wunsch und Antrieb.
- Sie wollen den Job zwar nicht unbedingt wechseln, können jedoch absehen, dass beispielsweise ein befristeter Vertrag nicht verlängert wird oder wissen bereits, dass aus familiären Gründen ein Umzug ansteht.
- Sie müssen den Arbeitsplatz auf Grund der Insolvenz Ihres Arbeitgebers oder – schlimmer – einer fristlosen Kündigung überraschend wechseln.
Der dritte Fall ist naturgemäß am schwierigsten. Erstens haben Sie hier keine oder nur wenig Vorlaufzeit, zweitens müssen Sie sich – bei einer fristlosen Kündigung – auf unangenehme Fragen einstellen. Sicher, im Lebenslauf können Sie die Kündigung etwas kaschieren, doch lügen dürfen Sie nicht. Hier haben Sie nur eine Chance: Reden Sie – auf Nachfrage – nicht drumherum, sondern geben Sie den Fehler zu. Machen Sie dann jedoch auch deutlich, dass Sie daraus gelernt haben und den Fehler nicht wiederholen werden. Das können Sie natürlich nur dann glaubhaft tun, wenn es tatsächlich der Fall ist.
Jobwechsel – Vielfältige Chancen für Arbeitnehmer
Selbst im gerade beschriebenen – eher unangenehmen – Fall bietet Ihnen der Jobwechsel noch zahlreiche Möglichkeiten.
- Gewohnheiten ändern
In einem vertrauten Umfeld mit Kollegen, die Sie bereits gut kennen, kann es schwer sein, ungeliebte Gewohnheiten abzulegen. Doch am neuen Arbeitsplatz kennt niemand Ihre Gewohnheiten, daher ist das die perfekte Gelegenheit, um neue zu etablieren und Ballast loszuwerden. - Prioritäten neu festlegen
In Ihrem alten Job waren Sie der Kollege, der nie nein gesagt und allen geholfen hat? Das können – und sollten – Sie im neuen Umfeld ändern. Setzen Sie hier von Anfang an klare Grenzen, dann kommt niemand auf die Idee, Arbeit auf Sie abzuwälzen. Hilfsbereit können Sie ja immer noch sein – jedoch zu Ihren Bedingungen. - Netzwerk erweitern
Neuer Job, neue Kollegen, neue Kontakte. Überall werden Sie auf Menschen treffen, die für Sie besonders wertvoll sind und mit denen Sie einen intensiveren Kontakt pflegen. Halten Sie solche Kontakte auch nach einem Jobwechsel aufrecht und melden Sie sich immer wieder bei ehemaligen Kollegen. So wächst Ihr Netzwerk langsam aber sicher und Ihnen bieten sich völlig neue Möglichkeiten. - Kompetenzen ausbauen
Das Sie in jedem neuen Job auch neue Erfahrung sammeln, versteht sich von selbst. In den meisten Fällen werden Sie auch vor neuen Themen und Aufgaben stehen. Nutzen Sie diese Chance und arbeiten Sie sich tiefer in diese neuen Bereiche ein, als es eigentlich notwendig wäre. Nehmen Sie beispielsweise auch Fortbildungen in Anspruch, die Sie nicht zwingend benötigen oder lesen Sie sich berufsbegleitend in das Thema ein. Umfangreiche Kompetenzen kommen Ihnen auf jeden Fall zu Gute – spätestens beim nächsten Jobwechsel. - Neue Bereiche erschließen
Es muss nicht immer ein Wechsel von Vollzeit- zu Vollzeit-Job sein. Oft ist auch eine Veränderung hin zu einem Teilzeit-Job möglich. Die dadurch gewonnene Zeit können Sie dann zum Aufbau eines freiberuflichen Standbeines nutzen – und sich so ganz neue Möglichkeiten erschließen.
Wie Sie sehen, bieten Ihnen Jobwechsel viele Chancen. Doch diese müssen Sie aktiv nutzen – ob und wie Sie das tun, liegt ganz bei Ihnen.
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