Mit Bewerbungen ist das so eine Sache: Einerseits ist jedem Bewerber klar, dass eine Bewerbung in Schriftform – sei es postalisch oder online – notwendig ist. Andererseits gibt es jedoch nur wenige Menschen, die gerne Bewerbungen schreiben. Ein oft genannter Grund für diese Abneigung: Bereits kleine Fehler können die Arbeit von Stunden zunichte machen. Zugegeben, dass ist etwas überspitzt formuliert. Personaler sind auch Menschen und verzeihen – wenn sonst alles passt – den einen oder anderen kleinen Fehler. Doch darauf sollten Sie sich nicht verlassen, Prävention ist angesagt.
10 Fehler, die jede Bewerbung sabotieren
- Unvollständige Unterlagen – Egal ob Sie Ihre Bewerbung postalisch, per E-Mail oder online über eine Maske abgeben, achten Sie immer darauf, dass Ihre Unterlagen vollständig sind. Bei Online-Bewerbungen stellt das System ganz automatisch fest, wenn Angaben fehlen und sortiert Sie vielleicht direkt aus. Bei postalischen Bewerbungen sieht ein geübter Personaler – und im Zweifel bereits seine Sekretärin – auf den ersten Blick, dass die Bewerbung unvollständig ist.
- Einheitliche Optik – Ihre Bewerbung sollte ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen. Das beginnt bei der Kopfzeile und reicht über die verwendete Schriftart bis hin zu grafischen Elementen, die Sie vielleicht einsetzen.
- Sprachlicher Stil – Auch wenn die Umgangsformen in vielen Unternehmen lockerer geworden sind: In Bewerbungen wird nach wie vor die förmliche Anrede verwendet. Das “Du” ist in einer Bewerbung daher ebenso tabu wie Smileys oder andere Emoticons. Das gilt natürlich auch für E-Mail- und Online-Bewerbungen.
- Falsche Ansprechpartner – Dass Sie Ihren Ansprechpartner im Vorfeld recherchieren, versteht sich von selbst. Bitte achten Sie dabei dann auch auf die korrekte Schreibweise des jeweiligen Namens. Allgemeine Platzhalter wie “Sehr geehrte Damen und Herren” haben in einer ernst gemeinten Bewerbung nichts zu suchen.
- Allgemeine Formulierungen – Der Einstieg “Hiermit bewerbe ich mich…” führt bei Personalern im besten Fall zu akuter Müdigkeit, in den meisten Fällen wird die Bewerbung jedoch direkt aussortiert. Auch allgemeine Aussagen wie “Ihr Unternehmen interessiert mich sehr” sind – ohne weitere Begründung – fehl am Platz. Dadurch kann nämlich schnell der Eindruck entstehen, dass Sie die gleiche Vorlage für jedes Unternehmen verwenden. Nicht gerade ein Zeichen von Motivation und echtem Interesse.
- Langes Anschreiben – Ihr Anschreiben sollte eine Seite nicht überschreiten, in Ausnahmefällen kann es eine halbe Seite mehr sein, das ist dann jedoch die absolute Obergrenze.
- Lückenhafter Lebenslauf – Lücken im Lebenslauf sind immer verdächtig und werfen grundsätzlich Fragen auf. Soll hier Arbeitslosigkeit oder gar ein Gefängnisaufenthalt verschleiert werden? Personaler können sich hier viel vorstellen, darauf sollten Sie es gar nicht erst ankommen lassen.
- Falsches Foto – Ihr Bewerbungsfoto sagt viel über Sie aus, daher sollten Sie sicherstellen, dass es die richtige Botschaft vermittelt. Ganzkörperfotos, alte Aufnahmen, über- oder unterbelichtete Bilder – all das macht keinen guten Eindruck. Und wenn Sie auf Ihrem Bewerbungsfoto nicht lächeln, sollten Sie auf jeden Fall noch mal zum Fotografen, denn lächeln macht sympathisch und ist daher Pflicht.
- Falsche Zeugnisse – Die letzten zwei bis drei Zeugnisse gehören in jede Bewerbung, doch alles darüber hinaus sollten Sie sich gut überlegen. Die für die Stelle relevanten Zeugnisse gehören dazu, Nachweise für eher unwichtige Fortbildungen sind jedoch nur unnötiger Ballast. Dass Sie grundsätzlich nur Kopien und niemals Originale verschicken, versteht sich von selbst.
- Übertriebenes Selbstbewusstsein – Auch wenn das sonst vielleicht nicht Ihre Art ist, in einer Bewerbung müssen Sie Ihre Vorzüge betonen und sich selbstbewusst präsentieren. Übertreiben sollten Sie es damit jedoch nicht. Denn das kann schnell arrogant und unsympathisch wirken. Schlimmer noch: Bei zu offensichtlich zur Schau getragenem Selbstbewusstsein fragt sich ein Personaler möglicherweise, ob Sie damit von Fehlern ablenken wollen.
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Veronika
Hallo!
Sie schreiben, dass man das “hiermit bewerbe ich mich..” lieber lassen sollte, bieten aber keine Lösung für das Problem. Was könnte man denn stattdessen schreiben? Herzliche Grüße von einer gerade ratlosen Stellensuchenden.
Christian Mueller
Hallo,
einige Alternativen für den Einstieg bzw. den ersten Satz haben wir hier zusammengestellt:
http://karrierebibel.de/bewerbungsanschreiben-tipps-fur-den-ersten-satz/
Gruß,
Christian
Jochen Mai
Wir schreiben bewusst keinen ersten Satz, weil der ja doch nur wieder abgeschrieben oder kopiert wird. Letztlich geht es darum, keine Formel abzuschreiben, sondern sich selbst die Mühe zu machen, einen originellen ersten Satz zuschreiben, der nicht aus der Floskelstanzmaschine stammt.
Es muss halt zu dir passen. Das kann sowas sein wie: “als ich Ihre Stellenanzeige las, war ich sofort Feuer und Flamme…” oder “Sie suchen eine XY – Sie haben sie gefunden!” … Aber das passt eben nicht zu jeder Persönlichkeit und auch nicht zu jedem Arbeitgeber. Deshalb schreiben wir auch nicht vor, sondern sagen nur, worauf es ankommt.