„Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“, kalauerte einst Wilhelm Busch. Stimmt nicht, sagen jetzt Psychologen der Uni Bonn. Der Psychologieprofessor Gerhard Blickle analysierte dazu in seiner Studie die Lebensläufe von 340 Akademikern, Erfolgskriterien: das Einkommen und Position nach fünf Jahren im Unternehmen. Das Ergebnis der Studie überrascht: Bescheidene Berufseinsteiger, die eine gute Beziehung zu einem Mentor im Unternehmen aufbauten machten deutlich schneller Karriere als großspurige Selbstdarsteller. Vorteile hatten aber auch jene, die schnell und viele Kontakte im Unternehmen knüpfen konnten – und nutzten.
„Das Maß der Unterstützung hängt stark vom Auftreten des Berufseinsteigers ab“, sagt Blickle. Normalerweise soll man Gutes tun und dann darüber reden – für die Protegé-Mentor-Beziehung allerdings ist das offensichtlich anders: Je bescheidener der Neuling auftrat – bei allerdings für alle erkennbar guten Leistungen –, desto stärker fiel die Unterstützung durch den Höherrangigen aus. Fazit: Wer aktiv nach Mentoren sucht, die ihn unterstützen, kommt im Berufsleben schneller voran. Das gilt im Übrigen auch für Arbeitnehmer mit nur durchschnittlicher Intelligenz und sozialer Herkunft aus der Mittelschicht.






