Hochsensibilität im Beruf: Wie damit umgehen?
Das Thema ist ein kaum beachtetes: Hochsensibilität im Beruf. Wer derart empfindlich ist, steht schnell als Sensibelchen in der Ecke oder wird als Weichei oder Heulsuse geschmäht. Sicher, hochsensible Menschen verhalten in bestimmten Situationen anders. Aber sind sie deswegen automatisch weniger belastbar, leistungsschwach, kritikunfähig? Wir wollen dem Thema Hochsensibilität ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken und gehen den Fragen nach: Welche Eigenschaften kennzeichnen hochsensible Menschen? Wie kann ich als Kollege mit einem solchen Menschen im Beruf umgehen? Oder bin ich gar selbst betroffen?

Hochsensibilität im Beruf: Ein neues Phänomen?

Hochsensibilität – was ist das eigentlich?

Sensibel bedeutet zunächst ganz wertfrei erst einmal, dass jemand einer Empfindung fähig ist. In Kombination mit dem Wörtchen hoch ahnt man bereits, dass es hier um eine Menge an Empfindungen geht, die das normale Durchschnittsmaß der Bevölkerung übersteigen.

Der Begriff Hochsensibilität erlebt in jüngster Zeit eine kleine Renaissance. Dabei sind die Beobachtungen dazu gar nicht so neu.

Im deutschsprachigen Raum haben sich der Psychiater Ernst Kretschmer bereits in den Zwanzigerjahren und der Psychologe Eduard Schweingruber im Jahr 1935 mit derart sensiblen Menschen beschäftigt.

Die mit der Hochsensibilität verknüpfte Abkürzung HSP ist allerdings erst durch die amerikanische Psychologin Elaine N. Aron 1997 geprägt worden. HSP steht für Highly Sensitive Person, zu Deutsch etwa hochsensible Person.

Aron geht von etwa 15 bis 20 Prozent Betroffenen in der Bevölkerung aus. Die deutsche Autorin Anne Heintze, die selbst als Coach häufig mit HSPlern, Scanner-Persönlichkeiten oder auch High Sensation Seekers (HSS) zusammenarbeitet, zweifelt diese Zahlen an.

Sie seien seit Arons Publikation nicht weiter untersucht worden und entsprechen nicht den Beobachtungen aus ihrer Praxis. Demnach schätzt sie den Bevölkerungsanteil von HSP auf maximal fünf bis zehn Prozent.

Hochsensibilität wird als Temperament oder Charaktereigenschaft beschrieben, ist also keine Erkrankung. Betroffen sind davon Männer und Frauen gleichermaßen. Es wird mittlerweile sogar angenommen, dass es vererbbar ist.

Hochsensibilität bei Kindern wird glücklicherweise heutzutage deutlich ernster genommen als es früher der Fall war, da das Thema HSP insgesamt eine höhere Aufmerksamkeit genießt.

Man vermutet, dass hochsensible Menschen aufgrund neurologischer Besonderheiten äußere Reize verstärkt aufnehmen.

Oder anders ausgedrückt: Während andere Menschen sich durch einen Filter vor äußeren Reizen schützen können, sind Hochsensible häufig einer Reizüberflutung ausgesetzt. Trotz dieser noch recht allgemeinen Beobachtung wurde das Thema in der Psychologie noch nicht weiter erforscht.

Die amerikanische Psychologin Aron macht bislang vor allem vier charakteristische Merkmale Hochsensibler aus:

  • Hohe Empfindsamkeit der Sinne.
  • Intensive Emotionalität und langes Nachhallen von Gefühlen.
  • Leichte Übererregbarkeit.
  • Ausgeprägte Verarbeitungstiefe und starke Vernetzung im Denken.

Die zwei Seiten von Hochsensibilität

Extra-Tipp-IconGerade für Arbeitgeber kann es sich lohnen, das Potenzial von Hochsensibilität im Beruf und im Team zu erkennen, um die Mitarbeiter entsprechend ihrer Stärken und Schwächen sinnvoll einzusetzen sowie ein wertschätzendes Umfeld zu schaffen.

Hochsensibel zu sein, bedeutet zum Beispiel schlecht mit unsachlicher, undifferenzierter Kritik umgehen zu können. Dies verlangt allerdings vom Chef mehr Einfühlungsvermögen, das leider nicht immer gegeben ist. Aber gehen wir etwas mehr ins Detail...

Die positiven Seiten von Hochsensiblen

Hochsensible...

  • haben ein großes Maß an Empathie.
  • verfügen über Qualitätsbewusstsein.
  • sind empfänglich für Missstimmungen und emotionale Schwingungen.
  • zeichnet oft große Akribie und großer Perfektionismus aus.
  • besitzen häufig einen sehr guten Überblick.
  • haben typischerweise preußische Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Fleiß.
  • haben eine sehr differenzierte Wahrnehmung.
  • sind lösungsorientiert.

Die negativen Seiten von Hochsensiblen

Die Kehrseite der Medaille sind Probleme, die durch die ursprünglich positiven Merkmale auf die Spitze getrieben werden: So führt ein übersteigerter Anspruch an die eigene Arbeitsqualität dazu, dass Relevantes von weniger Relevantem kaum noch getrennt werden kann. Das wiederum führt zu zeitlichen Verzögerungen, darauf folgt Stress und darauf schließlich Fehler – ein Rattenschwanz an nachteiligen Folgen.

Entsprechend sehen die Schattenseiten der Hochsensibilität aus. Konkret:

Hochsensible...

  • sind stressanfälliger.
  • fühlen sich schnell überfordert.
  • neigen zu Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  • fällt es schwer, sich abzugrenzen.
  • sind schreckhaft, neigen zu übersteigerten Reaktionen.
  • sind schneller gereizt und haben daher auch ein hohes Rückzugsbedürfnis.

Wie stehen Betroffene zur Hochsensibilität?

Sensibel! - Was von manchen Menschen leicht vorwurfsvoll oder gar diffamierend genutzt wird, wird von Betroffenen teilweise als Bürde erlebt. Anfangs jedenfalls.

Hochsensible Menschen sind empfänglicher für äußere Reize als andere und nehmen Vieles intensiver wahr. Dazu können Lärm, Gerüche, Licht, Temperaturen genauso gehören wie schlecht messbare Faktoren wie Druck und Stimmungslage. Diese Empfänglichkeit kann - je nach Ausprägung und Art des Reizes - Fluch und Segen sein.

Die meisten Menschen mit HSP verspüren aber eine Erleichterung, wenn sie sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Oft haben sie über einen langen Zeitraum versucht, sich den Gegebenheiten anzupassen, sich abzuhärten und so zu sein, wie andere es von ihnen verlangen.

Über Jahre oder gar Jahrzehnte ist bei vielen der Eindruck entstanden, dass etwas nicht mit ihnen stimmt. Das Unverständnis Außenstehender spiegelt sich häufig in Ausdrucksweisen wider, wie:

"Sei doch nicht so empfindlich!"

Oder:

"Du musst dir mal ein dickeres Fell wachsen lassen!"

Sobald das Kind aber einen Namen (HSP) hat, ist es leichter, damit umzugehen. Hier liegt auch die Crux: Die Erkenntnis, dass man hochsensibel ist, sollte nicht dazu führen, sich zurückzuziehen. Wichtiger ist es zu lernen, wie man damit umgehen kann.

Nur im direkten Kontakt mit anderen Kollegen können Hochsensible auch ihre Qualitäten entfalten. Und Hochsensibilität bringt tatsächlich gleich einige Eigenschaften mit sich, die für Arbeitgeber wertvoll sind.

Vereinbarkeit von Hochsensibilität und Beruf

Im Job stehen von Hochsensibilität Betroffene vor allem vor der Schwierigkeit, ihre Empfindsamkeit mit dem Beruf zu vereinbaren. Hier geht es nicht allein um die Art der Tätigkeit, sondern mehr um die Umgebung und die Kollegen. Großraumbüros als Arbeitsplatz stellen Hochsensible vor besondere Herausforderungen.

Ein eher hektisches Umfeld, klingelnde Telefone, ein Kommen und Gehen und die Tatsache, dass man ständig unter Beobachtung steht, sind für derart Empfindsame purer Horror. Wenn dann noch enormer Leistungsdruck herrscht, kann es Hochsensiblen den Boden unter den Füßen wegziehen.

Zwar sind sie aufgrund ihrer Fähigkeit zur schnellen Reizaufnahme und schlechteren Reizverarbeitung diejenigen, die es zuerst in einem ungünstigen Betriebsklima trifft – beispielsweise durch Mobbing. Gleichzeitig können sie ein wichtiger Indikator dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Davon profitieren langfristig alle Kollegen.

Die Antennen der Hochsensible führen also beispielsweise dazu, Missstände frühzeitig zu erkennen, zu beheben und zu einem besseren Betriebsklima beizutragen.

Wie sich Hochsensibilität im Arbeitsalltag auswirkt

Es ist schwer zu sagen, welcher Beruf sich für hochsensible Menschen besonders eignet. Zumal die Ausprägungen durchaus unterschiedlich sind.

Das Dilemma besteht darin, dass viele Hochsensible sich selbst nicht richtig einschätzen können, gleichzeitig aber über viele Interessen und Gaben verfügen.

Allgemein sind sie insbesondere für Tätigkeitsfelder geeignet, die mit Gründlichkeit und differenzierter Wahrnehmung zu tun haben. Das können im technischen Bereich Aufgaben mit Kontrollfunktion sein. Aber auch in der Qualitätssicherung, im Marketing oder in der Kommunikation finden Hochsensible passende Aufgaben. Viele werden im sozialen oder kreativen Bereich tätig oder machen sich selbständig, da sie so die Arbeitsbedingungen an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können.

Was aber, wenn die beruflichen Umstände nicht den Bedürfnissen entsprechen?

Dann gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

  • Entweder man fügt sich in die bestehenden Strukturen im Job ein
  • oder aber man verlässt das berufliche Umfeld und sucht eine neue Tätigkeit.

Beides ist allerdings leichter gesagt als getan. Im ersten Fall kann das langfristig dazu führen, dass Betroffene erkranken. Im zweiten Fall sind die Möglichkeiten oft begrenzt: Sei es, dass sie den Wohnort nicht verlassen können; sei es, dass es in der Branche nur wenige Arbeitsplätze gibt oder andere Faktoren, die einen Arbeitsplatzwechsel erschweren.

Natürlich sind auch normal empfindsame Menschen mit diesen Schwierigkeiten konfrontiert. Bei Hochsensiblen potenzieren sich sie sich aber aufgrund ihrer besonderen Empfänglichkeit für Reize. Für sie ist es besonders wichtig zu lernen, wie sie sich abgrenzen können, um Stressfaktoren zu minimieren.

Hochsensibilität Test: Bin ich betroffen?

Check-Icon-TransparentEs gibt eine Vielzahl an Merkmalen und Symptomen, die Hochsensible zeigen. Sicherlich trifft das eine oder andere Merkmal auch auf Menschen zu, die nicht hochsensibel sind.

Es geht bei dem Hochsensibilität Test auch weniger um einzelne Merkmale, als vielmehr um die Fülle und das Ausmaß. Nehmen Sie sich etwas Zeit, gehen Sie in sich und schauen, was auf Sie zutreffen könnte:

  • Waren Sie als Kind bereits eher zurückhaltend oder gar ängstlich?
  • Fühlen Sie sich häufig von Ihrer Umgebung unverstanden und falsch eingeschätzt?
  • Kennen Sie verständnislose Kommentare Ihnen gegenüber wie "Nun sei doch nicht so empfindlich!" oder: "Du musst das einfach etwas lockerer sehen." oder: "Du bist immer so umständlich!"?
  • Haben Sie sich bereits häufiger gewünscht, Sie würden über ein dickeres Fell verfügen und könnten Vorwürfe und unsachliche Kritik einfach so an sich abprallen lassen?
  • Neigen Sie dazu, Dinge sehr differenziert zu betrachten und Nuancen und Aspekte festzustellen, die anderen Menschen gleichgültig sind oder entgehen?
  • Stellen Sie sich selbst häufig in Frage und wünschten sich eine robustere Psyche?
  • Kämpfen Sie mit Reizüberflutung durch eine starke Geräuschkulisse und vielen Menschen an einem Ort wie beispielsweise auf Konzerten oder dem Wochenmarkt?
  • Machen Ihnen sensorische Reize wie Hitze, Kälte, Zugluft, strenge Gerüche zu schaffen?
  • Reagieren Sie empfindlich auf Koffein und Alkohol?
  • Haben Sie Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
  • Reagieren Sie heftig auf Schmerzen?
  • Fällt es Ihnen schwer, sich bei irritierenden Geräuschen wie einer knackenden Heizung, einer Motorzündung zu konzentrieren?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen?
  • Erschrecken Sie sich leicht, wenn Sie konzentriert einer Sache nachgehen und unvermittelt aus Ihrer Beschäftigung herausgerissen werden?
  • Neue, unbekannte Situationen sind für Sie beunruhigend?
  • Sind Sie sehr detailverliebt und pflegen "preußische Tugenden" wie Pflichtbewusstsein, Gründlichkeit und Zuverlässigkeit?
  • Setzen Sie diese Tugenden perfektionistisch ein und sind immer bemüht, eine allumfassende, hohe Qualität Ihrer Arbeit abzuliefern?
  • Verfügen Sie über kreative Neigungen wie Malen oder Musizieren, interessieren Sie sich für Schönes und Kultur?
  • Neigen Sie zum Grübeln und denken viel über gesellschaftliche Themen nach? Tragen Sie Werte wie Umwelt- und Naturschutz und Gerechtigkeit?
  • Sind Sie sehr empathisch und hören sich häufig Sorgen und Nöte anderer an?
  • Können Sie schlecht nein sagen, wenn jemand Sie um Hilfe bittet?
  • Können Sie viele Dinge gleichzeitig handhaben oder fühlen Sie sich dann eher überfordert?
  • Haben Sie ein starkes Rückzugsbedürfnis und sondern sich tendenziell in Pausen ab, um sich von vielen Eindrücken zu erholen?
  • Lesen Sie auch zwischen den Zeilen und nehmen Schwingungen oder Missstimmungen wahr, die anderen Menschen eher verborgen bleiben?
  • Sind Sie selbst emotional oft zwischen zwei Extremen hin- und hergerissen? Überbordende Freude einerseits, dann wieder große Niedergeschlagenheit andererseits?
  • Können Sie leicht abstrahieren und das große Gesamte betrachten?
  • Fühlen Sie sich schnell persönlich angegriffen und sind leicht kränkbar?
  • Möchten Sie Konfliktsituationen um jeden Preis bereinigen und verzichten dabei auf Ihre Position?
  • Bei Stress und Belastung reagieren Sie häufig mit körperliche Symptomen?
  • Sind Sie sehr phantasiebegabt und hängen häufig Träumereien nach?
  • Wirken Sie auf andere Menschen zumeist naiv oder weltfremd?
  • Sie lieben eher den tiefgründigen Austausch mit Ihren Mitmenschen statt oberflächlicher Plattitüden?
  • Sind Sie spirituell begabt oder sehr daran interessiert?

Natürlich kann dieser Hochsensibilitäts-Test keinen Besuch beim Psychologen oder Coach ersetzen, sondern lediglich einen Anhaltspunkt darstellen. Wenn Sie jedoch mehr als zwei Drittel der Fragen für sich mit ja oder tendenziell ja beantworten konnten, deutet einiges darauf hin, dass Sie hochsensibel sind.

Wege aus der Reizüberflutung und dem Stress bei Hochsensibilität

Wer bei einem Hochsensibilitäts-Test ein positives Ergebnis hat, sollte sich klarmachen, wie er oder sie auf Stress reagiert. Dazu ist es erforderlich, seine körperliche Wahrnehmung zu schärfen, also zu schauen, wie man sich fühlt, bevor man überreizt ist.

Wird dieser Zustand vor dem unmittelbaren Moment erkannt, lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen entgegen steuern.

Zum Beispiel, indem sie versuchen die Rahmenbedingungen zu ändern. Also kleinere Büros statt Großraumbüros; keine stundenlangen Meetings und geregelte Pausenzeiten, die eingehalten werden.

Manchmal geht das aber nicht. Daher hier noch ein paar Tipps, die helfen können, Einflüsse von außen fernzuhalten:

  • Atemübungen, wie sie auch im Theaterbereich verwendet werden, kann man jederzeit leicht umsetzen. Besonders wichtig ist das langsame Ausatmen durch den Mund. Dabei wird das Nervengeflecht in der Brustkorb- und Magenregion, der Solarplexus, aktiviert.
  • Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist Bewegung: Machen Sie sich einen Tee in der Teeküche, danach gehen Sie ein paar Minuten an der frische Luft spazieren.
  • Wird es eher kritisch gesehen, wenn ein Mitarbeiter außerhalb der Pausenzeiten den Arbeitsplatz verlässt, kann ein Gang zum Kopierer oder zur Toilette dabei helfen, einer Reizsituation aus dem Weg zu gehen.
  • Manchmal hilft schon ein Blick nach draußen, um die Gedanken wieder zu sortieren oder Sie schließen für einen Moment die Augen ganz.
  • Bei kleineren Büros die Tür geschlossen halten.
  • Versuchen Sie, zusätzliche Geräuschquellen wie zum Beispiel Radio während der Arbeit auszuschalten.
  • Wenn das nicht geht, können Ohrstöpsel helfen, den Lärm zu reduzieren.
  • Sich abgrenzen, auch mal nein sagen, wenn die üblichen Verdächtigen um Hilfe bitten.

Am wichtigsten aber ist, dass Menschen mit Hochsensibilität sich nicht selbst ausgrenzen. Sie sollten versuchen, Kontakt mit Vorgesetzten und Kollegen zu halten. In dem Moment, wo jemand sich aus allen sozialen Kontakten herauszieht, fällt er (negativ) auf und kann leichter ein Opfer von Klatsch und Tratsch werden.

Um auf belastende Faktoren am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen, ist es ebenfalls sinnvoll. Suchen Sie sich vorher ruhig noch Verbündete. Nicht umsonst heißt es: Gemeinsam sind wir stark.

Wie geht man als Kollege mit einer hochsensiblen Menschen um?

Für den Umgang mit Hochsensibilität im Beruf kann es ausreichen, dass sich der Normalsensible bemüht, Besonderheiten von Hochsensiblen gedanklich nachzuvollziehen. Also wie es solchen Menschen bei Reizüberflutung ergeht und wie sie selbst helfen können.

Eine Person, die sich selbst als hochsensibel bezeichnet, weiß um ihre Stärken und Schwächen. Das Wichtigste ist, dass Sie als Kollege das ernst nehmen und nicht als Geschwafel abtun.

Das gilt noch mehr bei Konflikten. Auch Hochsensible sind nicht perfekt, machen Fehler. Wenn Sie Kritik üben, dann tun Sie das bitte konstruktiv. Geben Sie vor allem ein sachliches Feedback. Hochsensible sind Meister im Differenzieren und haben eine große Aversion gegenüber Generalisierungen.

Sich in andere – wenigstens zu einem gewissen Grad – hineinversetzen zu können, zeugt von sozialer Kompetenz. Dazu gehört, die Eigenheiten zu respektieren, etwa wenn der Kollege die Pause allein verbringen will. Viele hochsensible Menschen brauchen diese Zeit für sich allein, um sich regenerieren zu können.

Wenn Sie es schaffen, Abgrenzungen seitens einer hochsensiblen Person nicht persönlich zu nehmen, können Sie mit einem verständnisvollen, loyalen Kollegen rechnen, der Ihnen zur Seite steht.

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