baranq/shutterstock.comVon Zuhause zu arbeiten klingt für viele Arbeitnehmer nach Freiheit, Selbstbestimmung und Entspannung. Es gibt keinen Chef, der einem im Nacken sitzt und keine nervigen Kollegen, die einen mit ihren Marotten in den Wahnsinn treiben. Doch was sich im ersten Moment nach paradiesischen Arbeitsbedingungen anhört, hat in Wahrheit auch seine Schattenseiten: keine geregelten Arbeitszeiten, kein Kontakt zu Kollegen, zahlreiche Ablenkungen… Die Arbeit im Home Office stellt viele Arbeitnehmer vor ungewohnte Herausforderungen. Einige wünschen sich nach kurzer Zeit die geordneten Verhältnisse im Büro zurück. Wie Sie die Vorteile der Heimarbeit nutzen…

10 Warnzeichen, die gegen das Home-Office sprechen

Am Anfang stehen Sie vor der Frage: Soll ich den Schritt wagen und die Arbeit im Home Office ausprobieren? Auch wenn viele davon schwärmen, der Schritt ins selbstbestimmte und flexiblere Arbeiten kann auch zum Problem werden. Denn nicht jeder Arbeitnehmer ist dafür wirklich geeignet. Sollten Ihnen einzelne oder gar mehrere davon bekannt vorkommen, sollten Sie vom Schritt ins Home Office solange absehen, bis die Punkte und Fragen geklärt sind.

  1. Sie assoziieren Home Office in erster Linie mit freier Zeiteinteilung und vergessen dabei, dass Ihr Arbeitgeber auch die Arbeitszeiten im Home Office vorgeben kann.
  2. Ihre Arbeits- und Zeitstruktur war bisher weitgehend von anderen vorgegeben und Sie fühlen sich mit dieser Arbeitsweise sehr wohl.
  3. Sie dürfen zwar im Home Office arbeiten, die technischen Voraussetzungen – Laptop und Software – will und kann Ihnen Ihr Arbeitgeber jedoch nicht bereitstellen.
  4. Sie müssen im Home Office rund um die Uhr erreichbar sein.
  5. Die Trennung von Arbeit und Freizeit fällt Ihnen durch die räumliche Nähe schwer.
  6. Sie können sich selbst keine Grenzen setzen und machen daher nie wirklich Feierabend.
  7. Sie riskieren durch die Abwesenheit im Büro die Schwächung Ihrer Position im Unternehmen.
  8. Sie neigen ohnehin dazu, Arbeit mit nach Hause zu nehmen und werden im Home Office daher auch samstags – vielleicht sogar sonntags – arbeiten.
  9. Ablenkungen wie Haushalt, Fernseher oder das freie Surfen im Internet sind für Sie sehr verlockend,
  10. Zeitmanagement halten Sie für komplett überflüssigen Humbug.

So überzeugen Sie Ihren Chef

Denis Simonov/shutterstock.comWas wird vermutlich die erste Frage sein, die Ihr Chef Ihnen stellt? Genau: Warum wollen Sie denn im Home Office arbeiten? Ihre Antwort muss überzeugend sein und wie aus der Pistole geschossen kommen. Bevor Sie also zu Ihrem Chef gehen, werden Sie sich bitte über Ihre Motive klar. Stehen diese fest, fällt Ihnen auch die anschließende Argumentation bedeutend leichter.

Persönliche Argumente:

Welche Vorteile hat das Home Office? Verschiedene Studien belegen, dass die Arbeit im Home Office nicht nur beliebt ist, sondern auch die Produktivität steigert. Das klingt natürlich gut, doch ein kritisch eingestellter Chef wird das so vermutlich nicht gelten lassen. Auch wenn das bei den Teilnehmern von Studien klappt, warum sollten Sie im Home Office denn produktiver sein als im Büro? Hier haben Sie verschiedene Antwortmöglichkeiten:

  • Sie sparen sich den Weg zur Arbeit und können die so gewonnene Zeit – zumindest teilweise – für die Arbeit einsetzen.
  • Im Home Office haben Sie deutlich mehr Ruhe als im Büro. Daher können Sie sich besser um komplexe Probleme und Aufgaben kümmern.
  • Sie können Beruf und Familie optimal verbinden. Vor allem bei frisch gebackenen Eltern ist dieses Argument definitiv angebracht.
  • Sie können in den eigenen vier Wänden deutlich kreativer sein als in einer Bürosituation.

Sie haben es gemerkt: All diese Argumente können nur dann mit Ergebnissen unterfüttert werden, wenn Sie sich entsprechend engagieren und Ergebnisse liefern. Das darf für Sie kein Problem sein, denn Ihr Chef wird das Home Office nur dann unterstützen, wenn Sie im Gegenzug mit Ergebnissen und spürbar positiven Effekten dienen können.

Bisher haben sich alle Argumente ausschließlich auf Ihre Person und Situation bezogen. Doch wenn es darum geht, das Home Office das erste Mal in Ihrem Unternehmen einzuführen, können Sie möglicherweise auch mit Argumenten punkten, die nicht direkt mit Ihnen zu tun haben.

Langfristige Argumente:

  • Attraktivität für Spitzenkräfte. Heimarbeit ist gerade bei jungen und hoch qualifizierten Mitarbeitern beliebt. Unternehmen müssen die Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle entwickeln, die für Spitzenkräfte attraktiv sind. Dazu gehört neben zeitlicher auch die räumliche Flexibilität, wie sie beispielsweise das Home Office bietet.
  • Zufriedenheit bestehende Mitarbeiter. Auch bestehende Mitarbeiter, bei denen beispielsweise die Familienplanung ansteht oder die ohnehin einen reinen Schreibtisch-Job haben, können vom Home Office profitieren. Sicher gibt es immer Mitarbeiter, denen die Arbeit im Büro lieber ist. Doch es werden sich in jedem Unternehmen ebenso Mitarbeiter finden, die das Angebot eines Home Office Tages liebend gerne annehmen. Das steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter, fördert das Arbeitsklima und erhöht die Loyalität zum Unternehmen.
  • Einsparung von Kosten. Das Unternehmen kann – nach möglicherweise notwendigen Startinvestitionen – durch Heimarbeit auch Geld sparen. Denn ein Mitarbeiter braucht für seine Arbeit auch Strom und andere Arbeitsmaterialien. Wenn auch nur ein Viertel der Beschäftigten einen Tag in der Woche im Home Office arbeitet, zieht das für das Unternehmen eine spürbare Einsparung an Material- und Stromkosten nach sich.

Die Arbeit im Home Office ist eine Umstellung

Wer es gewohnt ist, morgens zur Arbeit zu fahren, ist mit den Freiheiten des Home Office erst einmal überfordert. Auf einmal fehlt die vorgegebene Struktur. Das führt dann dazu, dass einige ihren Arbeitstag im Pyjama bestreiten, beim Mittagessen nebenher arbeiten oder zwischendurch Aufgaben im Haushalt erledigen. Das Berufs- und das Privatleben vermischen sich. Herauskommt dabei eine nicht zufriedenstellende und unproduktive Arbeitssituation.

Home Office bedeutet – zumindest als Arbeitnehmer – nicht, dass Sie völlig flexibel und nach Ihrem eigenen Rhythmus arbeiten können. Sie haben zwar sicherlich mehr Freiheiten als im Büro, doch grundsätzlich gibt nach wie vor Ihr Arbeitgeber die Zeiten vor, in denen Sie erreichbar sein müssen. Eine klare Regelung der Arbeitszeit ist daher auch im Home Office wichtig – und in Ihrem eigenen Interesse, denn ohne klare Grenzen haben Sie auch keinen echten Feierabend.

Fest vereinbarte Arbeitszeiten bedeuten allerdings auch: In diesem Zeitraum haben Sie keine Zeit für andere Aufgaben oder Ablenkungen. Vor allem Familie und Freunde werden das zu Beginn nicht verstehen, denn Sie sind ja zu Hause und für jeden erreichbar.

Die Verantwortung liegt bei Ihnen. Ihr Arbeitgeber wird die Arbeit im Home Office nur dann unterstützen, wenn Sie Ihre Aufgaben erfüllen und Ergebnisse liefern. Um das zu schaffen, müssen Sie sich selbst sehr gut organisieren, eigene Zeitpläne erstellen und einhalten und den vielen Versuchungen und Ablenkungen, die in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus auf Sie warten, widerstehen.

Tipps: So klappt es mit der Arbeit von Zuhause

ollyy/shutterstock.comDie Arbeit im Home Office steckt voller Ablenkungen und Versuchungen: Einladungen von Freunden, Haushaltspflichten, Anliegen der Familie… Das Home Office kann nur zu einer dauerhaften Lösung werden, wenn Sie lernen, mit diesen umzugehen. Hier einige Anregungen:


    Tipps für die Ausstattung

  1. Separieren Sie die Zimmer. Es sollte eine deutliche Grenze zwischen Ihrem Arbeitszimmer und dem Rest der Wohnung geben. Etwa eine Tür, die Sie auch schließen können, wenn Sie nicht gestört werden wollen. Nur so wird für Sie psychologisch, aber auch für den Rest der Familie sichtbar, dass Sie ab sofort „auf der Arbeit“ sind.
  2. Wählen Sie einen ruhigen Raum. Klar, nicht jeder kann in seiner Wohnung das Arbeitszimmer frei wählen. Wer es aber kann, sollte einen ruhigen Raum wählen. Also nicht unbedingt angrenzend zu dem Nachbarn mit Heavy-Metal-Vorliebe und nicht umittelbar zur stark befahrenen Straße hin.
  3. Investieren Sie in die Ausstattung. Es mag banal klingen, aber sparen Sie nicht am technischen Arbeitsgerät. Ein schneller Internetzugang, ein großer Bildschirm, eine leise Tastatur, ein gutes Telefon mit starkem Akku, vernünftige Kopfhörer sowie ein professionelles Headset sind das Minimum. Kaufen Sie aber nicht jeden Schnickschnack – das Equipment soll Ihren Job erleichtern und Sie nicht ablenken! Die Qualität ist entscheidend: Geräte, die nicht zuverlässig arbeiten, zehren an nur an Ihren Nerven und minimieren die Arbeitslust.
  4. Kaufen Sie in einen guten Stuhl. Das Geld ist hier definitiv nicht falsch angelegt. Sie sitzen schließlich jeden Tag gut acht Stunden darauf. Der Schreibtischstuhl sollte Ihren Rücken schonen und Sie in Ihren Arbeitsabläufen möglich nirgendwo behindern – etwa, weil die Armlehnen so hoch sind, dass Sie kaum an den Schreibtisch passen. Eine hohe Rückenlehne erlaubt wiederum, sich auch einmal zurückzulehnen, um zu entspannen und nachzudenken.
  5. Beseitigen Sie Alltagsmöbel. Nicht nur aus steuerlichen Gründen sollte Ihr Homeoffice den Charakter einer Arbeitsstätte und nicht eines Hobbyraums haben. Auch psychologisch wirkt es sich leistungssteigernd aus, wenn Sie nicht ständig Ihr Bett, den Kleiderschrank oder Umzugskartons vor Augen haben. Deswegen müssen Sie sich ja auch nicht gleich in Isolationshaft nehmen.
  6. Schaffen Sie sich eine Denknische. Falls Sie den Platz dazu haben, richten Sie sich eine Ecke fernab des Schreibtisches ein, in die Sie sich zum Denken und Inspirieren lassen zurückziehen. Das können ein Sofa, ein Ohrensessel oder ein Stapel mit vielen großen, bunten, gemütlichen Kissen sein. Die Ecke eignet sich natürlich auch für gelegentliche Kaffeepausen.
  7. Setzen Sie sich nie mit dem Rücken zur Tür. Das klingt nach Feng Shui und gilt dort auch, hat aber einen sinnvollen Grund: Wenn Sie die Tür im Auge behalten, können Sie a) nicht hinterrücks überrascht werden, was beruhigt und b) bekommt Ihr Arbeitsraum gleich etwas offizielles wie bei einem Empfang, was der Sache Nachdruck verleiht.
  8. Überfrachten Sie Ihre Büro nicht. Möbel, Bilder und Accessoires sollten den Raum nicht zupflastern, das drückt nur auf die Stimmung, macht nervös und Sie fühlen sich bald eingeengt. Weniger ist mehr. Viel freier Raum gibt auch Ihren Gedanken den nötigen Platz.
  9. Sorgen Sie für ausreichend Licht. Am besten ist natürlich viel Tageslicht – also bitte nicht mit dunklen Gardinen zuhängen! Bei Kunstlicht eignet sich vor allem indirekte Beleuchtung, idealerweise durch Tageslichtlampen. Strahler werfen immer hässliche Schatten. Sie können aber auch mit Farblicht experimentieren und so Ihre Stimmung positiv beeinflussen: Blaulicht zum Beispiel belebt und inspiriert, gelb-orange wiederum entspannt. Ganz wichtig: Achten Sie darauf, dass Lampen oder Sonne nie direkt auf Ihren Bildschirm scheinen, Sie aber auch nicht im Gegenlicht sitzen. Der Kontrast ist sonst zu hoch, und Ihre Augen ermüden zu schnell.
  10. Integrieren Sie Pflanzen. Pflanzen verbessern nicht nur das Raumklima, sie heben auch die Stimmung. Frische Schnittblumen zum Beispiel sorgen mit ihren Farben und Düften unmittelbar für eine einladende Atmosphäre. Aber auch sonst schadet es nicht, mit etwas anderem Lebendigem den Raum zu teilen.
  11. Experimentieren Sie mit Düften.Gerüche zielen direkt auf unser Gehirn. Über das Limbische System, der Schaltzentrale des Gehirns, können Aromen Instinkte wie Hunger oder Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten oder Sympathie – noch bevor wir einen Duft überhaupt bewusst wahrnehmen. Selbst das Gedächtnis wird von Düften geleitet: Ein leichter Hauch von Gewürzbonbons oder Glühwein und schon denken wir an Weihnachten. Von anderen Odeurs weiß man, dass sie die Leistungsfähigkeit beeinflussen: Zitronenaroma (.pdf) etwa fördert die Konzentration, Lavendel hilft, mathematische Aufgaben schneller und Fehler freier zu lösen, Vanille oder Ylang-Ylang können Stress abbauen, Pfefferminze soll den Geist beleben und Jasminduft angeblich besser schlafen lassen.
  12. Rearrangieren Sie die Einrichtung. Sie haben richtig gelesen: Sie sollten Ihrem Heimbüro ab und an einen kleinen Tapetenwechsel verpassen und Schreibtisch oder Sideboards einfach mal umstellen. Im Firmenbüro ist das in der Regel unmöglich. Es wäre aber von Vorteil, weil die räumliche Veränderung uns psychologisch aus Ritualen herausreißt und oft mit neuen Ideen und Impulsen belohnt wird. Nutzen Sie diese Chance wenigstens zuhause.
  13. Inspirierende Heimbüros

    Home-Office-Beispiele-01Heimbüros sind oft Nischen zwischen Tür und Angel. Buchstäblich. Hässlich müssen sie aber dennoch nicht sein, wie die folgende Bildergalerie beweist, im Gegenteil: Auch kleine lauschige Ecken lassen sich mit ein paar Tricks in Inspirationsquellen verwandeln. Hier sehen Sie wie.

    Mehr Produktivität im Alltag

  14. Gehen Sie auch mental auf die Arbeit. Kleiden Sie sich auch zuhause wie fürs Büro: kein Pyjama, geduscht, rasiert, frisiert – und ziehen Sie Schuhe an!
  15. Unterscheiden Sie Ihre Aufgaben. Trennen Sie stets Privates von Beruflichem, sprich: Erledigen Sie im Heimbüro nicht ständig Privatkram, wie etwa Freunde anrufen oder im Internet herumsurfen. Die Gefahr: Viele weiten entweder diese Auszeiten immer weiter aus und hintergehen damit Ihren Arbeitgeber – oder Sie schaffen kaum noch „nach der Arbeit“ abzuschalten, weil die Grenzen verschwimmen.
  16. Legen Sie gleich los.Sobald Sie im heimischen Büro angekommen sind, sollten Sie mit dem Tagwerk beginnen und nicht erst noch aufräumen oder Zeitung lesen. Die 72-Stunden-Regel etwa sagt: Wer sich etwas vornimmt, muss innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt machen, sonst sinkt die Chance, dass er das Projekt jemals beginnt, auf ein Prozent.
  17. Konzentrieren Sie Ihre Kräfte. Fokussieren Sie sich auf das Wesentliche: Nur eine Sache zur selben Zeit. Bloß kein Multitasking! Erstens, weil das sowieso nicht funktioniert und zweitens, weil das alles nur komplizierter macht. Wer damit Probleme hat, kann auch eine To-Do-Liste erstellen.
  18. Nutzen Sie Ihre Hochphasen. Bei jedem Menschen gibt es innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie. Der Organismus, also Stoffwechsel, Organtätigkeit, Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Dabei unterscheiden sich vor allem die Frühaufsteher (auch Lerchen genannt. Sie stehen schon früh morgens auf und sind sofort topfit). Und die Langschläfer (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht. Ihre individuellen Leistungsphasen liegen stark zeitversetzt. Wer seinen eigenen Typ kennt und dies im Alltag berücksichtigt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern. Schwierige Aufgaben legt möglichst in die Hochphasen, den lästigen Kleinkram in die Durchhängerphasen. Nutzen Sie also den Heimvorteil: Suchen Sie für den Tag Ihren individuellen Arbeitsrhythmus, der nahe an ihrem biologischen Rhythmus liegt und damit Ihre Leistungskraft enorm steigern kann.
  19. Etablieren Sie für sich eine Kernarbeitszeit – so wie Sie das auch im Büro machen würden. So wissen Ihre Kollegen genau, wann sie Sie erreichen können.
  20. Setzen Sie Prioritäten. Entscheiden Sie, was wirklich wichtig und dringend ist und was noch Zeit hat oder delegiert werden kann. Die Eisenhower-Methode eignet sich dafür besodners gut. Aber auch die ABC-Technik.
  21. Vermeiden Sie Unterbrechungen. Stellen Sie beispielsweise sicher, dass Sie während Ihrer Kreativphasen nicht von den Kindern oder Freunden gestört werden und lassen Sie auch nicht nebenbei den Fernseher laufen. Wissenschaftler der Universität Kalifornien haben herausgefunden, dass ein Büromensch sich gerade elf Minuten einer Aufgabe widmen kann, bevor er unterbrochen wird. Was noch schlimmer ist: Nach der unfreiwilligen Pause dauert es teils bis zu 25 Minuten, bis man den Faden wieder aufgenommen hat. Diese ununterbrochenen Unterbrechungen sollten Sie nicht mit nach Hause nehmen.
  22. Essen sie regelmäßig zu Mittag. Die Versuchung im Heimbüro ist groß, den kleinen Hunger mit Snacks zu besänftigen und immer weiter durchzuarbeiten. Gefährlich! Erstens, ist das in der Regel schlecht für die Figur. Zweitens, fördert das den Stress. Drittens, vereinsamen Sie so erst recht. Nutzen Sie lieber regelmäßige Mittagspausen für ein gemeinsames Lunch mit Bekannten, Geschäftspartnern oder neuen Kontakten aus Ihrem Netzwerk.
  23. Machen Sie Pausen. Immer nur Vollgas geben – das verträgt selbst der stärkste Motor nicht. Das Burnout-Syndrom – der rapide Verlust von Freude und Antriebskraft – kann sonst die Folge sein. Ab und an ausklinken, zur Ruhe kommen, aufstehen, strecken, ein paar Schritte an der frischen Luft gehen, Wasser trinken, Kraft tanken, motiviert mehr. Und: Zuhause können Sie sogar ein kurzes Nickerchen etwa nach dem Mittagessen machen, um wieder zu neuen Kräften zu gelangen. Nutzen Sie solche Pausen aber wirklich nur produktiv, nie zum Trödeln!
  24. Bemühen Sie sich um Routinen. Wer sich um einen geregelten Tagesablauf bemüht oder bestimmte Aufgaben immer wieder zur selben Zeit erledigt, sorgt zwar für Eintönigkeit und Langeweile, er verringert aber auch die Nischen, in denen er etwas verschieben könnte.
  25. Bleiben Sie organisiert. Aufgaben zu zerlegen, sich einen Überblick zu verschaffen – vielleicht sogar mitilfe von ToDo-Listen oder Mindmaps – ist eine Sache. Konservieren Sie diesen Zustand aber auch. Sonst oszillieren Sie nur zwischen Chaos – Liste/Map – Chaos.
  26. Loben Sie sich. Gerade einsame Heimarbeiter, denen der Zuspruch durch Kollegen fehlt, leiden unter mangelndem Lob. Fehlen solche positiven Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert.
  27. Beginnen Sie mit dem Unangenehmsten. Packen Sie den Stier bei den Hörnern: In der Regel wird es die unangenehmste Aufgabe sein, die Sie die ganze Zeit vor sich herschieben. Warum nicht sofort morgens hinter sich bringen, wenn man noch frisch ist? Der Rest des Tages wird Ihnen umso leichter von den Hand gehen.
  28. Definieren Sie Ziele. Die große Gefahr für Heimarbeiter ist, dass sie zuhause vor sich hin wurschteln ohne genau zu wissen, was Sie genau bis wann und wie zu erledigen haben. Gerade Menschen, die sich selbst nicht ganz so gut organisieren und motivieren können, sollten unbedingt mit ihrem Chef vorab genaue Ziele festlegen und ihren Tag oder ihre Woche im voraus durchplanen: Welche Unterlagen brauchen Sie dafür aus dem Firmenoffice? Was ist bis wann zu erledigen? Wen müssen Sie anrufen und wo finden Sie die Nummern? Und so weiter.
  29. Teilen Sie Ihre Ziele aber auch mit. Erzählen Sie anderen, was Sie vorhaben und bis wann Sie das erreichen wollen. Effekt: Sie fühlen sich der Sache automatisch mehr verbunden und setzen unbewusst mehr Energien für das Gelingen ein.
  30. Arbeiten Sie weiter. Auch wenn Sie partout keine Lust dazu haben, die guten Ideen ausbleiben und die Produktivität zu wünschen übrig lässt – bleiben Sie diszipliniert bei der Sache. Freiheiten, die Sie sich autonom gönnen („Das hab ich mir verdient“, „Ist doch nicht so schlimm.“, „Merkt ja keiner.“), haben die Eigenschaft sich zu verselbstständigen. Und bald verdienen Sie nur noch eines: einen Anschiss.
  31. Erstellen Sie 3×3-Listen. Das ist ein Trick aus der Getting Things Done-Schule. Machen Sie am Vorabend drei To-Do-Listen mit je drei Punkten: Auf der ersten stehen jene Dinge, die Sie am nächsten Tag unbedingt erledigen müssen. Auf der zweiten stehen die Projekte, die Sie gerne realisieren würden, die aber Zeit haben. Auf der dritten Liste stehen die Aufgaben, die bald mal in Angriff genommen werden sollten.
  32. Vorsicht mit Musik. Musik transportiert viele Stimmungen und wirkt deshalb unmittelbar auf die eigene. Deshalb kann loungige Hintergrundmusik etwa bei hohem Stress herrlich entspannen. Sie kann aber auch enorm ablenken. Ich persönlich kann zum Beispiel beim Schreiben keine deutschsprachige Musik hören, weil ich dann viel zu sehr auf die Texte achte. Klassische oder Instrumentalmusik ist daher meist meine erste Wahl.
  33. Deklarieren Sie spezielle Tage. Um Ihrer freien Zeiteinteilung mehr Struktur zu verleihen, können Sie bestimmte Wochentage speziellen Aufgaben widmen, etwa: dienstags immer wichtige Kunden anrufen, mittwochs mit Kollegen essen gehen, freitags die Ablage ausmisten. Das Prinzip lässt sich auch auf angenehme Aufgaben übertragen. So haben Sie jeden Tag etwas, auf das Sie sich freuen können.
  34. Führen Sie einen Tageskalender. Schon allein um im Streit mit Ihrem Arbeitgeber nachweisen zu können, was Sie den ganzen Tag über gemacht haben, sollten Sie ein Tagebuch führen. Listen Sie dort die genauen Stundenblöcke auf, von wann bis wann Sie was erledigt haben. Und falls Sie gerade mal einen Durchhänger haben, können Sie darin ebenso wunderbar nachschlagen, wie produktiv Sie schon waren. Das baut auf.
  35. Seien Sie dankbar. Machen Sie sich immer wieder klar, dass es ein Vorzug ist, von zuhause arbeiten zu können (falls das tatsächlich Ihr Wunsch war) – und nicht in einer engen Arbeitswabe zu malochen. Dankbarkeit erhöht nachweislich die Motivation. Sie schützt aber auch vor Prahlerei gegenüber missgünstigen Kollegen.
  36. Hören Sie auf, wenn Sie fertig sind. Das bedeutet: Machen Sie einen echten Feierabend. Wenn Sie Ihr Tagwerk vollbracht haben, räumen Sie den Schreibtisch auf, schalten Sie die Geräte aus und machen Sie Schluss. So richtig. Das heißt auch, dass Sie nicht eine Stunde später wieder mit der Arbeit anfangen, nur weil Ihnen gerade nichts besseres einfällt.
  37. Bilden Sie sich weiter. Eine große Gefahr des Heimbüros ist, dass man sich nicht mehr weiterentwickelt. Irgendwann haben Sie Ihre Routinen gefunden, alle Abläufe optimiert, Ihre Leistung effizienter und effektiver gemacht. Den Job beherrschen Sie nun aus dem Eff-Eff. Und nun? Sie bleiben stehen, weil es keine Kollegen gibt, die Sie herausfordern und Sie kaum noch Projekte im Unternehmen kennen, in denen Sie sich zusätzlich engagieren könnten. Tappen Sie nicht in diese Falle. Suchen Sie sich dennoch Herausforderungen. Lesen Sie Bücher, bilden Sie sich weiter, stoßen Sie neue Projekte an. Egal, was. Nur geben Sie sich nicht mit dem status quo zufrieden.
  38. Besser Netzwerken

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    1. Ziel bestimmen. Was erwarte ich von den Kontakten? Was will ich damit erreichen? Nur wer seine Ziele definiert, behält den Blick fürs Wesentliche und kann das auch anderen vermitteln.
    2. Klasse statt Masse. Ein Netzwerk ist nur so wertvoll wie seine Mitglieder. Wen man in seinen privaten Zirkel aufnimmt, sollte von den Zielen abhängen, nicht von der Statistik.
    3. Erst geben, dann nehmen. Der beste Einstieg sind berufliche Gemeinsamkeiten und der Austausch von Wissen. Und zwar ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch mit Ratschlägen sollten andere nur versorgt werden, wenn sie fragen.
    4. Am Ball bleiben. Ist die Verbindung herstellt, sollte sie vertieft werden – durch virtuellen Gedankenaustausch und (!) persönliche Treffen. Kontakte müssen gepflegt werden.

    Wege aus der Einsamkeit

  39. Gehen Sie einmal am Tag raus. Etwa morgens, um Brötchen oder Kuchen für den Nachmittag zu holen oder um mit einem Laufpartner joggen zu gehen. Egal, ob Sie das nach dem Mittagessen oder nach dem offiziellen Feierabend machen – drehen Sie mindestens einmal am Tag eine Runde um den Block, treffen Sie Nachbarn, schnacken Sie ein wenig mit der Bäckereiverkäuferin oder gehen Sie regelmäßig mit Geschäftspartnern lunchen. Hauptsache, Sie kommen raus an die frische Luft und unter Leute.
  40. Ziehen Sie in eine Bürogemeinschaft. Wer sagt denn, dass ein Homeoffice tatsächlich zuhause sein muss?! Gerade Bürogemeinschaften haben den Vorteil, dass Sie manches Equipment teilen und so Kosten sparen können, dass Sie sich gegenseitig vertreten oder vielleicht sogar eine gemeinsame Sekretärin leisten können. Vor allem aber können Sie zwischendurch mal einen Plausch mit Kollegen bei einer Tasse Kaffee halten.
  41. Verlegen Sie das Büro ins Café. Verbinden Sie das Angenehme mit dem Nützlichen: Kaufen Sie sich gleich eine Laptop mit W-LAN und ziehen Sie nachmittags für ein paar Stunden ins Café. Viele Kaffeehausketten bieten bereits Hotspots und damit kostenlosen Internetzugang an. Bei Latte Macchiato arbeitet es sich nicht nur angenehmer, Sie lernen dort vielleicht auch interessante Menschen kennen. Und wenn Sie es lieber ruhiger haben, können Sie ja genauso in die Uni-Bibliothek ziehen.
  42. Nehmen Sie stets genug Visitenkarten mit. Erstens, weil die erfahrungsgemäß schneller ausgehen als man meint, und zweitens, weil man fast immer neue Leute kennenlernt. Blöd, wenn dann die Karten alle sind. Wichtig hierbei: Visitenkarten nie verteilen wie ordinäre Spielkarten, sondern mit gebührender Selbstachtung. Nur so wird man Ihnen auch entsprechende Wertschätzung spiegeln.
  43. Bleiben Sie mit den Kollegen in Kontakt. Schon im eigenen Interesse sollten Sie den Anschluss an den Informationsfluss sowie den Flurfunk (!) im Unternehmen behalten. So bekommen Sie schwerwiegende Umstrukturierungen rechtzeitig mit, hören aber auch früh von ausgeschriebenen Topjobs. Zudem sollten Sie für Ihre Vorgesetzten sichtbar bleiben und damit aktiv gegen das Vorurteil ankämpfen, dass Sie sich daheim den Lenz machen, während alle anderen schuften. Vereinbaren Sie deshalb mindestens einmal pro Woche ein festes Lunch mit einem Kollegen oder Ihrem Chef und nehmen Sie auch an wichtigen Meetings im Büro teil. Und ganz wichtig: Schwärmen Sie nicht zu laut, wie gut es Ihnen daheim geht. Das schürt nur Neid!
  44. Lesen Sie dieses Blog regelmäßig. Schließlich finden Sie dort nicht nur Tipps für mehr Erfolg im Homeoffice, sondern definitiv alles, was Sie für den beruflichen Erfolg brauchen. Und Sie finden unter den Kommentatoren Gleichgesinnte. Wer weiß, vielleicht verabreden Sie sich ja hier (oder im Forum) auch gleich zum Essen?!
  45. Drei kleine Entspannungsübungen

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    1. Atem zählen. Setzen Sie sich aufrecht hin, lockern Sie sich etwas, atmen sie langsam tief ein und aus und zählen Sie die Atemstöße: ein, aus, 1, ein, aus, 2, ein, aus…
    2. Durchstrecken. Aufstehen, Beine ausschütteln, tief durchatmen, Arme in die Luft strecken und sich recken und dehnen. Studien haben gezeigt, dass 5 Minuten ausgiebiges Strecken bis zu eine Stunde Schlaf ersetzen kann. Natürlich ist dieser Effekt nicht addierbar, Motto 40 Minuten strecken – nie mehr schlafen.
    3. Lachen. Es baut Stress ab, stärkt Abwehrkräfte, hebt die Stimmung (weil der Körper vermehrt Glückshormone ausschüttet), senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen. Lachen fördert sogar berufliches Fortkommen, so Lachforscher: Heitere Belegschaften sind gesünder, daher produktiver und nachweislich kreativer.

    Echte Pausen

  46. Wechseln Sie den Ort. Entfernen Sie sich ganz bewusst von Ihrem Arbeitsplatz und nehmen Sie Ihr Mittagessen oder einen Snack bewusst an einem Ort ein, an dem Sie sonst nicht arbeiten.
  47. Etablieren Sie Rituale. Frischgebackene Heimarbeiter können dem Drang, sofort nach jeder Benachrichtigung zu schauen und ständig erreichbar sein zu müssen, oft nur schwer widerstehen. Erkennen Sie sich darin wieder, sollten Sie einen klaren Tagesplan mit festen Pausenzeiten aufstellen und Stück für Stück zur Gewohnheit werden lassen. Geht dieser Rhythmus erst in Fleisch und Blut über, sind Pausen kein echtes Problem mehr.
  48. Schalten Sie mal ab. Liegt Ihr Problem eher in zu vielen Ablenkungen und Störungen begründet, hilft möglicherweise nur konsequente Abschottung. In diesem Fall sollten Sie alle Kommunikationskanäle kappen und sich ganz in Ruhe zu Ihrer Pause zurückziehen. Wenn Sie Ihre Mailbox danach abhören, entgeht Ihnen kein wichtiges Telefonat und die wenigsten Projekte sind so zeitkritisch, dass eine Stunde Mittagspause einen echten Unterschied macht.
  49. Richten Sie Pausenzeiten ein. Noch ein Weg, sich zu Pausen zu zwingen: Legen Sie offizielle Pausenzeiten fest und kommunizieren Sie diese klar an Kunden und Kollegen. So bleiben Sie in diesen Zeiten weitgehend ungestört und können sich wirklich erholen.
  50. Machen Sie einen Power Nap. Ein kurzes Mittagsschlaf – die moderen Version nennt sich dann Power Nap – kann Ihnen bei Regenration und Erholung helfen. Der Vorteil: Sie erholen sich wirklich und lassen sich nicht von E-Mails und Co. stören. Eine echte Pause
  51. Sorgen Sie für Bewegung. Pausen können Sie natürlich auch für Ihr tägliches Sportprogramm nutzen. Dabei muss es sich gar nicht um ernsthaftes Lauftraining oder ähnliches handeln. Oft reicht bereits ein 15-minütiger Spaziergang, um den Kopf freizubekommen und sich gedanklich von der Arbeit zu lösen.
  52. Gönnen Sie sich Lesezeit. Ruhige Pausen ohne große Aktivität sind nicht Ihr Fall? Dann nutzen Sie Ihre Pausen als Lesezeit oder hören Sie Hörbücher. Wenn Sie dafür spannende oder für Sie hoch interessante Bücher wählen, werden Sie die Pausen garantiert einhalten und Störungen ganz automatisch ausschalten. Nur auf einen Timer sollten Sie dann achten, damit Sie auch das Ende Ihrer Pause mitbekommen.
  53. Hören Sie Musik. Sie wollen sich in Ihren Pausen zwar beschäftigen, jedoch nicht lesen oder sich mit anderen Themen befassen? Dann genießen Sie Ihre Lieblingsmusik oder nutzen Sie die Zeit, um neue Künstler und Alben zu entdecken. So können Sie wunderbar abschalten und echte Pausen machen.
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