Egal ob Sie Ihren Job wechseln oder frisch in das Berufsleben einsteigen, nach Bewerbung und Auswahlverfahren gibt es immer noch eine Hürde zu nehmen: den ersten Arbeitstag im neuen Unternehmen. Gleich vorneweg: Eine gewisse Nervosität ist völlig normal. Klar, Sie haben Ihren neuen Chef von Ihren Qualitäten überzeugt und sich im Bewerbungsverfahren gegen andere Bewerber durchgesetzt, doch Ihre neuen Kollegen haben Sie vielleicht noch nie gesehen. Und das ist sicherlich nicht das einzig Neue, was Sie an diesem Tag erwartet.

Denn dazu kommen natürlich noch neue Strukturen und Abläufe, ein soziales Netzwerk unter den Kollegen und jede Menge neuer Eindrücke und Anforderungen. Am ersten Tag erwartet sicher noch niemand Perfektion von Ihnen, doch der erste Eindruck ist wichtig. Ein Patentrezept für den optimalen ersten Arbeitstag gibt es nicht, doch einige Punkte sollten Sie auf jeden Fall beachten. Einiges mag auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen. Sie sollten sich beispielsweise bereits zu Hause Gedanken darüber machen, wie Sie sich Ihren neuen Kollegen gegenüber in wenigen Sätzen vorstellen, denn genau das werden Sie am ersten Tag garantiert mehrfach tun. Viele Arbeitnehmer vergessen diese Vorbereitung jedoch – und wirken dann bei der Vorstellung unsicher.

07:50 Uhr: Arbeitsbeginn

Am ersten Tag sollten Sie lieber über pünktlich sein. Übertreiben Sie dabei aber bitte nicht, fünf bis zehn Minuten sind völlig ausreichend. Ob Sie in Zukunft wirklich Schlag acht Uhr anfangen oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, am ersten Tag macht es jedoch Sinn.

08:00 Uhr: Vorstellung

Wenn im Bewerbungsgespräch besprochen wurde, wo Sie am ersten Tag abgeholt werden, sollten Sie dort natürlich warten. Ansonsten halten Sie sich an die Personen, die Sie aus dem Bewerbungsgespräch kennen. Zu Beginn werden Sie mit einer Flut von neuen Namen konfrontiert. Notieren Sie sich die Namen Ihrer neuen Kollegen und Vorgesetzten und lernen Sie diese so schnell wie möglich.

08:35 Uhr: Arbeitsplatz

Nachdem Sie Ihre neuen Kollegen kennen gelernt haben, geht es an Ihren neuen Arbeitsplatz. Wenn Sie dann an Ihrem Schreibtisch sitzen, sollten Sie sich möglichst direkt an die Einrichtung desselben machen. Natürlich kann es sein, dass Ihnen noch einige Arbeitsmaterialien fehlen, immerhin fangen Sie gerade erst an und das Büro ist vielleicht extra für Sie eingerichtet worden. Das ist jedoch kein Problem, notieren Sie sich einfach was fehlt. Wenn Sie alles haben, können Sie Ihren Vorgesetzten oder den zuständigen Mitarbeiter ansprechen. Vermeiden Sie es jedoch, wegen jeder Kleinigkeit zu fragen. Das nervt nicht nur Sie und den Mitarbeiter, es kostet auch wertvolle Arbeitszeit. Wenn Sie sich Ihr Büro mit Kollegen teilen müssen Sie sich diesen abstimmen, was die Einrichtung und Gestaltung des Büros betrifft. Sehen Sie das auf jeden Fall als Chance, denn so können Sie gleich Kontakt aufnehmen,

09:00 Uhr: Einarbeitung

Ihr Schreibtisch ist eingerichtet, es kann los gehen. Wahrscheinlich haben Sie zu Beginn einiges an Lesematerial vor sich. Projektbeschreibungen und -berichte, Zielvorgaben, Protokolle von Teambesprechungen und andere Unterlagen sind für den Einstieg wichtig und sinnvoll. Diese sollten Sie natürlich lesen, klären Sie davor jedoch bitte ab, an wen Sie sich mit Ihren Fragen wenden können. Denn Fragen werden Sie sicherlich mehr als genug haben, denken Sie jedoch daran: Sie arbeiten jetzt für das Unternehmen und sind morgen auch noch da. Sie müssen also nicht alle Fragen am ersten Tag abarbeiten. Dringende Fragen sollten Sie sofort stellen, während Sie sich andere einfach notieren. Oft beantworten sich viele Fragen durch die Lektüre der zur Verfügung gestellten Unterlagen oder durch Gespräche mit Ihren neuen Kollegen.

09:30 Uhr: Kaffeepause

Nutzen Sie die erste Pause um mit Ihren Kollegen ins Gespräch zu kommen. Dabei gilt: Sie stellen sich vor und beantworten Fragen, doch in der Hauptsache sollten Sie – wenn Ihre Kollegen von sich aus reden – zuhören. Natürlich sollen Sie sich gut darstellen, doch wenn Sie es damit gleich am ersten Tag übertreiben wirkt das nicht selbstbewusst sondern arrogant. Kein guter Ersteindruck.

09:45 Uhr: Engagement

Nach der Kaffeepause die Lektüre der Unterlagen natürlich weiter. Dabei sollten Sie sich jedoch nicht abkapseln sondern für Ihre Kollegen weiterhin ansprechbar sein. Notieren Sie sich ruhig alles, was Ihnen irgendwie unklar ist und was Sie noch klären wollen. Zum einen dokumentieren Sie so für sich, wo sie noch Nachholbedarf haben, zum anderen sehen auch Ihrer Kollegen und Vorgesetzten, dass Sie wirklich arbeiten und nicht nur Däumchen drehen. Wenn einer Ihrer Kollegen mit einer Frage oder Bitte zu Ihnen kommen, sollten Sie sich die Zeit nehmen und – wenn Sie können – die Frage beantworten oder dem Kollegen helfen. Grundsätzlich gilt: Sie sollten von sich aus Aktivität zeigen und nicht darauf warten, dass Ihnen jemand Aufgaben vorgibt.

11:10 Uhr: Planung

Wenn sich die Gelegenheit bietet, können Sie mit Ihrem neuen Chef kurz darüber sprechen, was im Lauf des Tages noch anliegt. Vielleicht lernen Sie nachmittags noch andere Kollegen kennen oder nehmen an Ihrer ersten Teambesprechung teil? Sprechen Sie Ihren Chef jedoch nur dann darauf an, wenn er gerade Zeit hat, aufdrängen sollten Sie sich auf keinen Fall.

12:00 Uhr: Mittagspause

Am besten schließen Sie sich den Kollegen an, mit denen Sie unmittelbar zusammenarbeiten. Gehen Sie gemeinsam in die Kantine oder in das bevorzugte Lokal und nutzen Sie die Mittagspause dazu, um Kontakte zu knüpfen. Auch hier gilt: Sie stellen sich vor und beantworten Fragen, ansonsten hören Sie Ihren Kollegen aufmerksam zu.

13:00 Uhr: Arbeitsphase

Nach der Mittagspause vertiefen Sie sich wieder in Ihr Material. Vielleicht können Sie einige Fragen bereits klären oder Sie merken, dass Sie noch weitere Unterlagen benötigen. Wenn Sie diese zeitnah brauchen, fragen Sie einfach Ihre Kollegen.

14:00 Uhr: Teambesprechung

Je nach dem an welchem Tag Sie mit Ihrer Arbeit beginnen steht vielleicht gleich die erste Teambesprechung an. Sie können davon ausgehen, dass Sie sich in diesem Rahmen kurz vorstellen dürfen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld, was Sie sagen und wie Sie sich präsentieren wollen. Ansonsten sollten Sie der Besprechung aufmerksam folgen und genau zuhören. Sie werden damit auch einen ersten Eindruck des sozialen Netzwerks im Team bekommen.

14:50 Uhr: Dokumentieren

Im Anschluss an die Besprechung sollten Sie Ihre Eindrücke für sich dokumentieren. Zehn Minuten reichen völlig, wichtig ist, dass Sie sich diese Notizen möglichst zeitnah machen. Danach geht es dann mit Ihrer Einarbeitung weiter, der Stapel dürfte nach wie vor groß genug sein.

16:30 Uhr: Kommunikation

Nutzen Sie die letzte Pause des Tages für ein wenig Smalltalk mit Ihren Kollegen. Nein, Sie sollten nicht gleich am ersten Tag mit dem Flirten beginnen, doch gegen ein unverbindliches Gespräch ist nichts einzuwenden.

17:16 Uhr: Feedback

Gegen Ende des Arbeitstages wird Ihr Chef wahrscheinlich bei Ihnen nachfragen, wie Ihr erster Arbeitstag verlaufen ist. Vermeiden Sie dabei Kritik und konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte. Stellen Sie dar, wo Sie Ihre Erfahrung nutzen konnten, um sich schnell einzuarbeiten und wo Sie noch Einarbeitungsbedarf sehen. Niemand erwartet hier eine umfangreiche Analyse von Ihnen, aber etwas mehr als “Lief gut” darf es schon sein.

18:00 Uhr: Feierabend

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Ihren ersten Arbeitstag erfolgreich absolviert. Verabschieden Sie sich höflich von Ihrem Chef und Ihren Kollegen. Jetzt können Sie erst mal die neuen Eindrücke und Reize in Ruhe einordnen und verarbeiten.