TürDer erste Eindruck zählt. Psychologische Studien zeigen, dass er sich kaum noch verrücken lässt. Das gilt umso mehr für den ersten Tag im neuen Job. Wie du kommst gegangen, so du wirst empfangen, sagt ein Sprichwort. Von dem Neuen haben die Kollegen vielleicht einiges gehört, ihm eilt sein Ruf voraus, um ihn ranken sich Gerüchte oder es lasten hohe Erwartungen auf dem Neuling. Was aber immer erwartet wird, sind ein paar kurze Begrüßungsworte oder eine kleine Ansprache. Sie prägt entscheidend den ersten Eindruck, bleibt den Leuten noch lange im Gedächtnis und sorgt für Funkstoff auf den Fluren. Dafür gilt: unbedingt Ruhe ausstrahlen! Also: Langsam aufstehen, Augenkontakt herstellen, Kunstpause machen … immer noch Pause machen … Jetzt erst gehört einem die volle Aufmerksamkeit.


Anschließend gilt es Profil zu zeigen. Die neuen Kollegen wollen etwas vom Lebenslauf hören. Bitte nicht herunterbeten! Drei wesentliche Stationen reichen. Die sollten für die neue Aufgabe qualifizieren. Danach noch persönlich werden: Verheiratet? Kinder? Gibt es ein ausgefallenes Hobby? Solche ungefährlichen Geständnisse machen nahbar, bieten Projektionsfläche und Gesprächsstoff. Das ist gut – mit Ausnahme der Kleidung. Wer optisch von der Norm abweicht, wirkt nur deplaziert. Es sei denn der Stilbruch ist beabsichtigt. Dann aber muss er thematisiert werden.

Neue Chefs treten in der Regel mit einer Parole an. Danach dürsten alle Mitarbeiter. Sie wollen wissen, wie es weitergeht und was Sie verändern wollen. Bremsen Sie dennoch Ihren Eifer! Neue Besen kehren gut – die Zuhörer damit aber abzubürsten, ist fatal. Ein besserwisserischer Ausputzer wirkt wie die dunkle Seite der Macht: bedrohlich. Genauso wenig eignen sich plumpe Anbiederungsversuche à la „Dies ist ja ein motiviertes Team …“ Die entlarvt jedes Publikum. Noch peinlicher, wenn das Betriebsklima in Wahrheit auf dem Nullpunkt ist. Ein bisschen Vorabrecherche ist deshalb unerlässlich: Freuen sich die Mitarbeiter auf frischen Wind? Oder trauern sie dem Altchef hinterher? Ein guter Redner holt die Zuhörer bei ihren Erwartungen ab und behält dabei einen Plauderton. Und: Wer von Natur aus keine Spaßkanone ist, sollte auf Zwangshumor verzichten.