Grübeln kennt jeder. Die Gedanken kreisen um ein bestimmtes Thema, um ein Problem. Doch eine rechte Lösung will sich einfach nicht finden lassen. Solche Grübeleien kosten nicht nur Zeit – sie vermiesen einem häufig auch die Stimmung. Simone Kühn, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, ist der Frage nachgegangen, was im Kopf von Menschen vor sich geht, die besonders häufig Grübeln. Die kurze Antwort: Wer so denkt, spricht zu sich – und aktiviert die Konfliktzentren im Gehirn.
Braucht der Gedanke immer das gesprochene Wort? Natürlich nicht! In der Philosophie ist der Zusammenhang zwischen dem Denken und der Sprache bereits vielfach diskutiert worden. In den psychologischen Disziplinen hingegen stand bislang bevorzugt der Patient im Mittelpunkt des Interesses: Menschen, die unerwünschte Gedanken nicht abstellen können, weil sie beispielsweise depressiv sind oder unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden.
Doch auch gesunde Menschen können unterschiedlich stark von Grübeleien betroffen sein. Nur warum – und was passiert dabei im Gehirn? Um das zu erforschen, hat Simone Kühn vom Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung eine lang angelegte Kognitionsstudie begonnen, deren erste Ergebnisse nun vorliegen. Beobachtet und befragt wurden dabei jüngere (20 bis 32 Jahre) und ältere Probanden (65 bis 80 Jahre) in 100 Sitzungen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Ziel war es, herauszufinden, ob Menschen, die häufig Grübeln, eine entsprechend höhere Aktivität in bestimmten Hirnregionen aufweisen. Und falls ja, wo.
Und tatsächlich: Die grauen Zellen jener Probanden mit ausgeprägter Tendenz zum Grübeln waren vor allem in den Pausen zwischen einzelnen kognitiven Aufgaben deutlich aktiver. Heißt: Selbst wenn Sie eigentlich nichts zu denken hatten, dachten sie angestrengt weiter. Besonders starkt blitzte es dabei im sogenannten linken inferioren frontalen Gyrus und im cinguläre Cortex. Beide Hirnregionen werden vor allem mit gesprochener Sprache, mit stiller innerer Rede und mit Konflikten in Verbindung gebracht.
Oder anders formuliert: Wer grübelt, redet de facto die ganze Zeit auf sich ein und stimuliert dabei auch Konfliktzentren in seiner Oberstube. Nicht gut.
Bewerbungstipps: Die perfekte Bewerbung
Bewerbungsvorlagen: 16 kostenlose Muster zum Download
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



Bewerbungs-Dossiers zu Mappe, Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnissen.
Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

Michael
Moinsen,
interessanter Artikel und irgendwie auch nicht verwunderlich, dass bestimmte Hirnareale beim Grübeln Aktivität aufweisen. Warum das Grübeln und das einhergende “auf sich Einreden” nicht gut sein soll, wird nicht ersichtlich. Ich grübele auch viel und ich finde das für mich persönlich richtig und wichtig, denn ich lerne dadurch eine Menge. Und das Stimulieren von Konfliktzentren kann, in gesundem Maße, doch nicht falsch sein, oder?