Es war ein einfaches Experiment. Eine junge Frau geht durch eine Fußgängerzone, auf dem Arm einen Stapel Papier. Sie wirkt ein bisschen orientierungslos. Daher fragt sie einige Passanten nach dem Weg. Es ist ja nur ein kleiner Gefallen, den ihr natürlich einige Fremde gerne gewähren. Doch sobald sie weitergehen, passiert es: Der Papierstapel auf dem Arm purzelt ihr vom Arm. Was für ein Malheur! Die junge Frau bückt sich, sammelt ihr Papier zusammen. Aber werden ihr auch die Orientierungshelfer von vorher ein zweites Mal helfen? Der Gefallen ist immerhin schon deutlich größer… Um es kurz zu machen: Sie werden. Aber nur wenn die junge Frau gut riecht.

Das Forscher-Duo Roxane Saint-Bauzel und Valérie Fointiat von der Universität de Lorraine haben diese Versuchsreihe kürzlich unternommen und die Ergebnisse studiert. Genau genommen waren es drei Versuchsreihen, denn mal duftet die junge Frau nach Vanille, mal nach Kampfer. Beim dritten Kontrolldurchlauf fragte der Lockvogel nicht nach dem Weg, sondern ließ die Papiere gleich fallen. Doch umso erstaunlicher war, wie stark sich der Duft der Testerin auf die Hilfsbereitschaft der Passanten auswirkte.

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Neu an dem obigen Experiment ist jedoch der Zusammenhang mit der sogenannten Fuß-in-der-Tür-Technik. Also wenn man jemanden erst um den kleinen Finger bittet, um anschließend nach der ganzen Hand zu fragen. Vorgängerstudien konnten zeigen: Das funktioniert. Wer zuerst bei einem kleinen Gefallen einwilligt, ist meist danach auch zu einem größeren bereit. Wissenschaftler waren davon überzeugt, dass es sich hierbei um einen starken psychosozialen Zusammenhang und Effekt handelt. Tatsächlich aber ist er längst nicht so stark, wie angenommen. Ein Hauch von Kampfer (oder einem anderen unangenehmen Geruch) – und vorbei ist’s mit den Gefälligkeiten.

Konkret: Roch die junge Frau nach Vanille, halfen ihr ganze 70 Prozent der ortskundigen Passanten beim Aufsammeln der Blätter. Dünste sie hingegen nach Kampfer, halfen nur noch zehn Prozent. Und das war nicht einmal besser als bei der Kontrollgruppe.