Mal ehrlich: Trennen Sie sich von genug (Ihrer) Ideen? Eine ungewöhnliche Frage, zugegeben. Zumal es in den meisten Unternehmen ja exakt um das Gegenteil geht: mehr Ideen, mehr Kreativität, mehr Innovation. Aber genau diesem stehen vieles im Weg – vor allem alte Ideen.
Tatsächlich ist es so, dass ehemalige Gedanken und Anregungen noch lange die Agenda regieren, obwohl man sie offiziell längst verworfen hat. Warum das so ist? Nun, Eitelkeit spielt dabei sicher eine dominierende Rolle. Kein kreativer Kopf schätzt es, wenn ausgerechnet seine brillante Idee aussortiert und abgeschmettert wird. Verkannte Genies haben die Angewohnheit äußerst hartnäckig und trotzig zu reagieren, und nicht wenige suchen noch tagelang nach einem Weg durch die Hintertür, ihren ursprünglichen Vorschlag im neuen Gewand zu verkaufen.
Der zweite Bremsklotz ist das Ideenmanagment selbst. Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. Und die meisten Mitarbeiter wissen instinktiv (wenn nicht gar offiziell), dass die Urheber zündender Einfälle mit Belobigungen, Prämien oder gar Beförderung rechnen können. Umgekehrt wird keiner dafür honoriert, dass er sich von seiner Idee getrennt und aus dem Fehler gelernt hat. Also passiert das: Solange es geht, versucht jeder seine kreativen Impulse in einen Erfolg zu verwandeln – und sei es nur anteilig – mit dem Effekt, dass nie so richtig Platz für völlig neue Gedanken ist.
Um das Dilemma zu lösen, gibt es nicht viel, aber das Wenige reicht manchmal schon: Sorgen Sie für ein Klima, dass nicht nur die Urheber guter Einfälle belohnt, sondern auch den Grad wie die Teammitglieder diese anschließend gemeinsam (!) umsetzen. Feiern Sie Irrtümer genauso wie Innovationen – vorausgesetzt, alle haben daraus etwas gelernt und lassen die Erfahrung hinter sich. Und: Sobald eine Entscheidung gefallen ist, formieren Sie die Kräfte neu. So bekommen Eitelkeiten erst gar keine große Bühne.
ABER: Wenn Sie sich von Ideen verabschieden, dann bitte nicht so wie in diesem Ideenkiller-Bingo. Das würgt nicht nur Innovationen ab, sondern auch die Motivation der Mitarbeiter:
1. Kommentar
Britta
22.09.09 um 12:03 Uhr
Eine schöne Zusammenstellung der Motivationskiller – wenn man aber das eigene Umfeld prüft und darüber nachdenkt, wie oft solche Sprüche gesagt oder gehört werden…kann man schon nachvollziehen, dass die meisten Angestellten in Deutschland so gebremst werden.
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