Spannende These: Nicht ein starkes Selbstbewusstsein, sondern eher das Gegenteil macht erfolgreich im Job. Was wie ein zynisches Plädoyer für Devote und chronisch Subordinierte klingt, meint Tomas Chamorro-Premuzic durchaus ernst. Und der Mann ist immerhin Psychologie-Professor am renommierten Goldsmith University College in London. “Es wird Zeit mit dem Mythos aufzuräumen, dass Selbstsicherheit ein Schlüsselfaktor zum Erfolg ist”, sagt Chamorro-Premuzic. “Ein geringes Selbstvertrauen macht viel erfolgreicher.”
Wie kommt der Mann nur darauf? Zumal es so ziemlich allem widerspricht, was man bisher über Erfolgsregeln gelernt hat.
Nun, die Erklärung geht so: Natürlich sei der Erfolgsfaktor nicht überbordene Selbstzweifel. Denn die paralysieren einen und lassen uns in Angst und Zweifeln verharren wie das Kaninchen vor der Schlange. Entscheidend sei das gesunde Maß an Selbstzweifeln und Selbstvertrauen.
Denn zuviel Sicherheit lasse uns überzogene und unrealistische Ziele anstreben – Scheitern inklusive. Ein paar gesunde Selbstzweifel aber brächten diese wieder in Lot.
Hinzu kommt, dass Menschen mit, sagen wir, eingeschränkter Selbstsicherheit offener sind für negatives Feedback. Sie können mit Kritik besser umgehen und diese besser annehmen, während die narzisstischen Alpha-Egos diese in der Regel einfach abtun.
So gesehen klingt die These nicht mehr ganz so nach Humbug. Allerdings auch nicht mehr ganz so spektakulär: Dass gesundes Selbstvertrauen ein Schlüssel zum Erfolg ist, überzogenes aber nicht, ist genau genommen sogar eine Binse. Aber gut, das wäre dann wenigstens geklärt…
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