Ende Januar startete Twitters neuer Video-Dienst: Vine. Das Prinzip der neuen, kostenlosen App ist simpel: Durch drücken auf den Bildschirm lässt sich ein maximal 6-sekündiges Video aufnehmen und sofort danach twittern. Das Besondere: Lässt man den Finger zwischendurch wieder los, hält die Aufnahme an. Durch geschicktes Tippen sind so sogenannte Stop-Motion-Filme möglich.

Nur 6 Sekunden??? Das klingt für viele extrem kurz. Doch das macht ja gerade den Reiz aus, da die Clips so leicht zu verbreiten (wenig Speicherbedarf) und leicht zu konsumieren sind. Und in sechs Sekunden lässt sich erstaunlich viel unterbringen – wie viele Twitterati heute wissen, die anfangs vielleicht auch dachten: “140 Zeichen??? Was will man damit schon sagen?!” Und die Bedienung der Vine-Applikation ist wirklich einfach (siehe auch das Video am Artikelende).

Inzwischen gibt es einige Twitterati, aber auch immer mehr Unternehmen, die das neue Video-Tool professionell nutzen. Immer noch zu wenige, wie ich finde. Denn Vine hat aus meiner Sicht durchaus Potenzial (siehe hierzu auch das Vine-Blog).

Nun kann man über visuelle Medien lange und breit schreiben. Besser aber ist es, sich die Möglichkeiten gleich an konkreten Beispielen vor Augen zu führen. Deshalb habe ich Ihnen hier sieben Vine-Clips zusammengestellt, die sehr gut illustrieren, was in den Clips und schlappen 6 Sekunden so alles möglich ist. Leider sind das alles amerikanische und englische Beispiele – die Deutschen hinken da leider wieder etwas hinterher. Vielleicht ja nicht mehr so lange…

General Electric

Auf Facebook ist es eher schon eine Unsitte zu Gedenktagen einen sinnfreien Post zu schreiben, nur weil das angeblich gerade ein Thema ist. Wesentlich eleganter löst das GE mit diesem Vine-Video. Und das wirkt dann auch prompt wieder originell.

Rolling Stone Magazine

Gerade klassische Medien lassen mal wieder die Möglichkeiten von Social Media ungenutzt: Einblicke in die neue Ausgabe, einen Vorgeschmack auf die Titelgeschichte – oder wie hier ein Rätsel, was wohl auf dem kommenden Cover stehen, sind da leider die Ausnahmen… aber dafür gelungene.

Cadbury

Der Süßwarenfabrikant sagt Danke – in Form eines Kurzfilms. Überhaupt: Warum sagen Unternehmen nicht viel öfter Danke?!

BRIT Awards

Was immer geht: Einblicke hinter die Kulissen. Und gerade die kurzen, knackigen Clips erlauben hier, viele Einblicke im Rahmen eines Events, die vor allem leicht zu teilen sind.

ASOS

Eine neue App soll beworben werden? Warum nicht gleich im Kurzfilm zeigen, was sie kann!

Trident Gum

Der Kaugummi-Hersteller setzt auf werblichen Humor: die niemals endende Packung ist ein schönes Beispiel für einfache Stop-Motion-Illusionen…

Lucky Magazine

Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich diverse Fashion-Blogger(innen) dieser Technik bedienen und Vine nutzen, um ein aktuelles Tagesoutfit vorzustellen. In dem Fall ist das Lucky Magazine allerdings Vorreiter:

So lässt sich Vine noch nutzen:

Und es gibt natürlich noch weitere Ideen, wie sich Twitters Vine professionell nutzen lässt:

  • Elevator Pitch. Sie sind selbstständig, bieten Dienstleistungen als Coach, Berater oder Agentur an? Dann pitchen Sie mit Ihren besten Argumenten in 6 Sekunden. Man kann tatsächlich in 6 Sekunden überzeugen. Zur Not nehmen Sie eine Serie auf – mit drei Argumenten à 6 Sekunden.
  • Produkt-Demo. Gerade die Stop-Motion-Option der Vine-Videos ermöglichst Ihnen Ihr neues Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln und mit seinen unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten vorzustellen. Restaurants könnten etwa das Gericht des Tages präsentieren, Unternehmen ihre Highlights auf einer Messe.
  • Ratgeber. Zeichnen Sie einen kompakten How-To-Ratgeber auf, Mini-Lifehacks, die das Leben einfacher machen. Das Schöne daran: Die Vine-Clips lassen sich leicht und schnell teilen oder einbinden. Und wenn das nicht reicht: Bauen Sie noch einen Promotion-Code für Kunden ein.

Vine Einsatz – so geht’s