Innovationsmanager: Das Berufsbild im Check

Ein Gastbeitrag von Larissa Meierhoff

Wachsender Wettbewerb, hoher Konkurrenzdruck – und die innovativen Ideen zur Weiterentwicklung des Unternehmens fehlen oder schlagen fehl. Hier kommt der Innovationsmanager zum Einsatz. Dieser kümmert sich um Planung, Umsetzung und um die Beobachtung neuer Ideen und Produkte der Firma für den potenziellen Markt. Wie das Berufsbild des Innovationsmanagers aussieht, welche Aufgabenfelder dieser abdeckt und was notwendig ist, um selbst Innovationsmanager zu werden...

Was ist ein Innovationsmanager?

Die Idee des Innovationsmanagements entstand bereits in den 1930er Jahren durch den österreichischen Wirtschaftler Joseph Schumpeter, der erstmals die Innovation als wichtigen Faktor von Unternehmensentwicklung ausmachte. Neu ist, dass diese Aufgabe jetzt einer Person zukommt: dem Innovationsmanager. Dieser noch recht unbekannte Beruf erfreut sich zunehmender Beliebtheit, so verspricht er auch gute Berufsaussichten und Vergütung.

Innovationsmanager beraten kleine bis große Unternehmen und bringen dessen Produktideen oder die eigens erarbeiteten Ideen innerhalb eines Konzerns erfolgreich auf den Markt. Vor der Zeit dieser gezielten Berufsbezeichnung kamen dieser Aufgabe oft Ingenieure nach. Doch bedarf es einer Person, welche die Gesamtübersicht behält und alle Prozesse plant, verteilt und überwacht, bei denen Neuerungen im Fokus stehen. Der Unterschied zu reinen Marketing-Experten ist, dass der Innovationsmanager die Realisierungsmöglichkeiten einer neuen Idee einschätzen muss und dabei Zuarbeit für Ingenieure und bei der Produktentwicklung leistet.

Die Aufgabenfelder eines Innovationsmanagers sind weitreichend:

  • Ideen- und Wissensmanagement
  • Unternehmensorganisation
  • Problemlösung
  • Innovationsmarketing, inklusive Patentwesen und Qualitätsmanagement

Der Fachmann für Ideenverarbeitung verbindet Wirtschaft, Technik und Kreativität. Hauptsächlich arbeiten Innovationsmanager derzeit in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Technologie- und Beratungsunternehmen. Neue Technologien oder Produktideen werden auf deren Erfolgsaussichten, ihrem Platz am Markt und ihre Serienreife geprüft. Die Innovationen werden vom Innovationsmanager unter ökonomischen Gesichtspunkten gefördert, organisiert und begleitet. Dabei entstehen Schnittstellen, wie zwischen der technischen Abteilung und der Geschäftsführung.

Was muss ein Innovationsmanager mitbringen?

Goodluz/shutterstock.comDa Innovationsmanager ein Beruf mit hohen Anforderungen ist, sind einige spezifische Eigenschaften mitzubringen und spezielles Fachwissen zu erlernen. Eine lebendige Experimentierfreude verbunden mit analytischem Denken und gestalterischen Fähigkeiten sind die besten Voraussetzungen. Die wichtigsten Soft Skills in diesem Beruf sind:

  • Interdisziplinäres Denken
  • Aufmerksamkeit, Neugier, Aufgeschlossenheit und Mut
  • Führungsqualitäten
  • Durchhaltevermögen und hohe Frustrationstoleranz
  • Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft
  • Charismatisches Auftreten
  • Kreativität
  • Teamfähigkeit

Die Freude am Schaffen und Entwickeln eine wichtige Basis für einen Innvoationsmanager, denn bei immer wechselnden Teams muss eine offene Atmosphäre und Spaß am Projekt geschaffen und vermittelt werden. Dies gelingt nur, wenn der Innovationsleiter selbst Freude an seinem Beruf hat und ein gewisses Verkaufstalent besitzt.

Doch auch Hard Skills müssen vorhanden sein, um eine Grundlage für den Beruf des Innovationsmanagers zu schaffen. Vor allem ein übergreifendes Fachwissen ist von Nöten. Wirtschaft und Technik sind dabei die wichtigsten Einflussfaktoren. Auch Fremdsprachen, Kenntnisse im Marketing- und Marktforschungssektor, als auch Kenntnisse von Prozessen und Hebeln innerhalb von Unternehmen sind entscheidend. Des Weiteren sollten Erfahrung im Bereich Produktion und Kundenbetreuung vorhanden sein.

Wie wird man Innovationsmanager?

Den Beruf des Innovationsmanagers zu erlangen, schließt viele Wege ein. Der gängigste ist der Weg über ein Studium. Meist sind dies Masterstudiengänge, die auf ein Bachelorstudium für Wirtschaft oder Technik aufbauen. Oftmals setzt sich der Studiengang aus etwa 60 Prozent Betriebswirtschaftlern und etwa 40 Prozent Ingenieuren zusammen. Der Andrang ist groß und das Studienangebot bisher noch klein. Universitäten, die diesen Studiengang anbieten sind unter anderem die Uni Esslingen, die FH Ludwigshafen, die Uni Oldenburg und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Aber auch Lehrgänge über mehrere Tage werden angeboten, um Managing-Kenntnisse zu vermitteln. Dennoch ist es auch möglich, ohne diese spezielle Ausbildung zu dem Beruf eines Innovationsmanagers zu gelangen. Auch ein Studium der Wirtschaftsingenieurwesen mit Vertiefung zur Unternehmensführung in Verbindung mit technischen Praktika schafft Kenntnisse, die es in dem Jobprofil braucht. Ist viel Berufserfahrung in mehreren Disziplinen vorhanden und wird mit den nötigen Soft Skills gekoppelt, besteht auch hier die Chance auf den Beruf des Innovationsmanagers.

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Ausbildungsinhalte von Lehrgängen und Studien

In Studien und Lehrgängen wird ein breites Fachwissen vermittelt, welches durch praktische Übungen gestützt wird. Ein typisches Studium des Innovationsmanagements umfasst nachfolgende Themenschwerpunkte:

  • Entscheidungsorientiertes Management, wie Managemententscheidungen aus psychologischer Sicht
  • Innovationsmanagement, wie Methoden und Instrumente der Ideenfindung und Problemlösung
  • Technologiemanagement, wie Produktlebenszyklus Management
  • Erkennen von Trends
  • Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Patent- und Rechtswesen, wie Marken- und Geschmacksmusterrecht, Produktpiraterie, Vertrags- und Wettbewerbsrecht, sowie Internetrecht
  • Nachhaltigkeit, wie Nachhaltigkeitsstrategien und –management, sowie Social Entrepreneurship
  • Management von Qualität, wie Qualitätsaudit und –zertifizierung
  • Informations- und Wissensmanagement
  • Projektmanagement

Gelernt werden unter anderem auch Techniken wie die Situationsanalyse, die Bestimmung von Suchfeldern innerhalb eines Projekts, Kreativitätsmethoden, wie Brainwriting, die Osborn Checkliste oder die Reizwortanalyse. Auch Bewertungsmethoden von Ideen werden gelehrt, zum Beispiel mit der Six Thinking Hats-Methode. Auch wie man für ein grobes Konzept Lösungen findet, zum Beispiel mit dem Morphologischen Kasten, der QFD, der TRIZ oder mit Hilfe der Bionik. Auch Design Thinking, gerade für den Kundenfokus, oder die Blue Print Methode sind Techniken, die meist unterrichtet werden.

Wie sieht der Berufsalltag eines Innovationsmanagers aus?

Aila Images/shutterstock.comDer Berufsalltag des Innovationsmanagers ist vollgepackt mit Verantwortlichkeiten und Aufgaben. Weil Innovationen nicht allein entstehen, ist es wichtig, dass der Innovationsmanager mit allen beteiligten Abteilungen des Unternehmens in Kontakt steht und den aktuellen Stand der Arbeit kennt. Ebenso steht er in Interaktion mit Kunden, Wettbewerbern, Lieferanten, Universitäten und Zukunftsforschern.

Täglich anfallende Aufgaben sind das Zusammenbringen der unterschiedlichen Geschäftspartner, die Vermittlung zwischen ihnen, sowie die Entwicklung von Bedürfnisperspektiven, die den Prozess der Findung neuer Ideen vereinfachen. Des Weiteren gehört es dazu, unterschiedliche Vermarktungsstrategien zu entwickeln, um mit den Produkten auch die richtige Zielgruppe zu erreichen. Prinzipiell ist es fortwährend die Aufgabe des Innovationsmanagers, neue Trends aufzuspüren, neue Innovationen zu entwerfen und die Rahmenbedingungen dafür auf dem Markt zu erforschen.

Um den bestmöglichsten Umsetzungsweg für neue Ideen zu finden, setzen sich zumeist Innovationsmanager, Technikexperten, Branchenkenner, Vertriebsmitarbeiter und Produktspezialisten zusammen. Unter Anwendung von Markt-, Trend- und Technologieanalysen sowie Portfoliotechniken, werden Ideen vorerst einmal gefunden. Dabei helfen auch Kreativitätstechniken, um alte Denkmuster zu durchbrechen und bahnbrechende Innovationen entstehen zu lassen. Öffentliche Fördergelder werden schließlich beantragt. Der Ablauf sieht in etwa so aus:

  • Bewertung von Produktentwürfen
  • Durchführung von Marktanalysen
  • Erstellung einer Kosten-Nutzen-Rechnung
  • Identifikation von Problemen
  • Optimierung von Arbeits- und Produktionsabläufen
  • Strukturierung und Verbesserung von Innovationsprozessen
  • Abteilungsübergreifende Kommunikation

Warum braucht ein Unternehmen einen Innovationsmanager?

Bisher sind noch nicht viele Unternehmen auf den Geschmack der Investition in einen Innovationsmanager gekommen. Dabei scheitern geschätzt 90 Prozent der neuen Ideen, die ohne einen Innovationsmanager durchgeführt werden. Innovationen sind aber unbedingt notwendig, wenn das Unternehmen mit den Wettbewerbern konkurrieren und auch mithalten möchte. Dies muss möglichst schnell, günstig und dennoch profitabel passieren. Des Weiteren werden Produkte immer kurzlebiger, weshalb schneller wieder neue Innovationen geschaffen werden müssen.

Der Innovationsmanager reduziert demnach die Kosten und die Zeit für die Produktentwicklung und sorgt dafür, dass nicht unnötig Geld, Energie und Zeit in die falschen Produkte investiert werden. Aufgrund der Globalisierung muss sowohl fach- als auch sprachübergreifender gearbeitet werden. Mit dem Innovationsmanager wird eine Stelle geschaffen, die all dies im Auge behält und organisiert. Strukturierte Vorgehensweisen, die Plausibilisierung der Zusammenhänge und die Steuerung neuer Ideen sind dabei sein Aufgabenfeld.

Aussichten des Berufsbildes Innovationsmanager?

Bislang haben nur wenige der kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Innovationsmanager in ihrem Betrieb integriert. Doch dies wird sich sehr bald ändern, denn der Beruf des Innovationsmanagers boomt geradezu. Er ist gefragt und gut bezahlt, denn nur durch die Umsetzung innovativer Ideen bleiben Unternehmen am Markt auch wettbewerbsfähig.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 50 Stunden und das Einstiegsgehalt wird auf 50.000 Euro jährlich geschätzt. Auch die Aufstiegschancen sind sehr gut, sofern man die nötigen Fähigkeiten mitbringt.

Über die Autorin

Larissa Meierhoff_skaliertLarissa Meierhoff ist studierte Germanistin und betreut die Redaktion der Denkmotor GmbH. Durch ihre langjährige Arbeit im Unternehmen ist sie spezialisiert auf innovative und kommunikative Kreativitätstechniken. Sie ist maßgeblich beteiligt an den redaktionellen Inhalten auf denkmotor.com.

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