Instagram
Instagram - einst als Food- und Fashionbloggernetzwerk abgetan hat sich die Plattform heute zu einem wichtigen Netzwerk für Unternehmen und, in manchen Branchen, auch für Bewerber entwickelt. Außerordentlich hohe Interaktion, engagierte Fans, eine lebendige Community und eine (scheinbar) einfach visuelle Kommunikation machen die Plattform interessant. All diese Vorteile lassen sich mit den individuell passenden Strategien optimal nutzen...

Instagram: Vorteile und Chancen im Überblick

Einer der größten Vorteile von Instagram wird viel zu oft übersehen: Die (potenziell) außerordentlich hohe Interaktion mit Inhalten. Die Kollegen von Futurebiz weisen in einem aktuellen Artikel auf die Instagram Studie von Quintly hin. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Auf Instagram liegt die durchschnittliche Interaktionsrate bei 4,8 Prozent, auf Facebook bei 0,72 Prozent und auf Twitter bei lediglich 0,25 Prozent.

Ein Grund dafür: Bilder und Videos werden im Instagram Feed deutlich prominenter präsentiert als auch Twitter oder Facebook. Dadurch erhalten die Inhalte automatisch mehr Aufmerksamkeit von Nutzern. Ein weiterer Grund, der die Zahlen aus Unternehmenssicht leicht verzerrt: Bei vielen großen Instagram Accounts handelt es sich um Accounts von Personen.

Hier handelt es sich sowohl um Food-, Fashion- und Modeblogger als auch um VIPs und Prominente. Instagram ist dadurch ein persönlicheres Netzwerk geworden, als das auf Facebook oder Twitter der Fall ist.

Die Interaktionsrate lässt sich daher nicht eins zu eines auf Unternehmensaccounts übertragen. Doch eines ist klar: Das Potenzial von Instagram ist enorm - auch für Bewerber.

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Instagram wirkt angesichts der aktiven Community für viele Unternehmen und Bewerber attraktiv, doch der Einstieg ist meist mit einer Frage verbunden: "Wofür kann Instagram genutzt werden?"

Die konkrete Antwort hängt zwar von der individuellen Situation und der bereits bestehenden Kommunikation sowie den bereits genutzten Kanälen ab, doch einige Anwendungsfälle und Einsatz-Szenarien haben sich bewährt:

  • Symbolbilder für Blogartikel oder für Beiträge in anderen sozialen Netzwerken
  • Bildzitate, die Ihre Kernsaussagen und -themen auf den Punkt bringen
  • Schnappschüsse aus dem Arbeitsalltag, die die positiven Arbeitsbedingungen verdeutlichen
  • Bilder, die Beiträge in anderen Netzwerken anteasern oder begleiten
  • Videos, die einen Einblick in den Arbeitsalltag bieten
  • Videos als Teaser für längere Facebook oder Youtube Videos
  • Fragen an Kunden und Netzwerkpartner in Bild- oder Videoform

Für Unternehmen eignen sich natürlich auch die bekannten Gewinnspiele und Verlosungen, um neue Fans und mehr Reichweite zu generieren. Und sowohl Unternehmen als auch Bewerber können auch Zeitraffer Videos - beispielsweise mit der Instagram eigenen App Hyperlapse - erstellen und nutzen.

Unternehmen können damit Aufbauarbeiten, Bewerber, wenn es thematisch passt, die Entstehung von Artikeln oder einen Arbeitsprozess dokumentieren. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Damit Instagram jedoch optimal genutzt werden kann, können sowohl Unternehmen als auch Bewerber auf bewährte Tipps zurückgreifen.

1. Klare Ziele

alphaspirit/shutterstock.comZugegeben, diesen Punkt bringen wir immer in den verschiedensten Artikeln zur Sprache, doch auch bei Instagram ist er von entscheidender Bedeutung: Setzen Sie sich vor dem Einstieg in Instagram Ziele und machen Sie sich klar, was Sie mit Ihrem Engagement dort erreichen wollen. Wichtig ist dabei vor allem, dass Sie Ihre Erwartungen realistisch gestalten und sich bewusst sind, dass Instagram Ihre Kommunikation ergänzen, jedoch niemals ersetzen wird. Es ist beispielsweise völlig unrealistisch, Instagram bereits in den ersten Wochen als Traffic-Bringer Nummer eins zu sehen.

Vielleicht wird es das auch niemals. Doch Sie können Ihre Community und Reichweite durch das Netzwerk steigern. Ob Ihnen das reicht, müssen Sie selbst entscheiden.

2. Umfassende Analyse

Um effektiv kommunizieren und starten zu können sollten Sie sich auch anschauen, wie Ihre Themen bereits auf Instagram kommuniziert werden. Unternehmen und Bewerber können hier prüfen...

  • ... wie Kunden und Arbeitgeber die Produkte und Unternehmen bereits darstellen.
  • ... welche Wunscharbeitgeber und -kunden bereits auf Instagram aktiv sind.
  • ... wie Konkurrenzprodukte präsentiert werden.
  • ... wo sie bereits erwähnt werden oder welche ihrer Kontakte als Influencer gelten könnten.

Bewerber können auch darauf achten, wie sich andere Bewerber im gleichen Bereich positionieren und wie ihre Kernthemen dargestellt werden.

3. Gezielte Integration

JWM/KarrierebibelInstagram ist ein aktives Netzwerk, dessen Stärke auch in der einfachen Integration der Bilder in andere Netzwerke liegt. Verfügen Sie beispielsweise über eine Facebook-Seite können Sie diese mit Ihrem Instagram-Account verknüpfen - eine gute Anleitung dazu finden Sie auf schwindt-pr - und/oder Ihre Bilder manuell und ausgewählt auf Facebook und Twitter teilen.

Vor zu viel Automatisierung sollten Sie sich jedoch hüten, denn wenn Sie Instagram aktiv nutzen, kann ein automatisches Sharing in andere Netzwerke die Nutzer dort nerven. Außerdem vergeben Sie damit auch das Alleinstellungsmerkmal Ihres Instagram-Accounts und bieten Ihren Netzwerkpartnern keinen Anreiz, Ihnen auch auf Instagram zu folgen.

4. Aktive Verknüpfung

Apropos Integration: Manche Unternehmen sind auf Instagram zwar sehr aktiv, können Ihre Fans jedoch nicht dazu bewegen, auch ihr Corporate Blog oder ihre Webseite zu besuchen. Eine Analyse der Kommunikation zeigt das Problem: In den Instagram-Beiträgen gibt es keinen Call-to-Action und keine Verlinkung auf die entsprechenden Seiten.

Egal ob Bewerber, Unternehmen oder Freelancer: Bewerben Sie nicht nur Ihren Instagram-Account in den anderen Netzwerken, sondern featuren Sie auch Ihr Blog und Ihre Seite immer wieder in Ihren Instagram-Beiträgen - natürlich mit Link und direkter Ansprache Ihrer Fans. Tun Sie das konsequent immer wieder - jedoch nicht ständig - können Sie Ihre Fans auch zu Ihren Seiten bringen.

5. Gebrandetes Profil

Ollyy/shutterstock.comNicht nur Ihrer Beiträge, auch Ihr Profil auf Instagram sollte optimal gebrandet sein und Ihre Marke und Positionierung auf den ersten Blick deutlich machen. Die Verlinkung auf Ihr Blog - denken Sie bitte auch an das Impressum - sollte selbstverständlich sein. Oft vergessen jedoch enorm wichtig: Nutzen in der Beschreibung auch die Schlagworte, die Sie in Ihren Beiträgen als Hashtags verwenden und mit denen Sie sich und Ihre Marke positionieren wollen.

Ihr Profil sollte sowohl optisch als auch inhaltlich die gleiche Botschaft vermitteln wie Ihre Beiträge und diese sollten wiederum in Übereinstimmung mit Ihrer Kommunikation in den anderen Netzwerken und auf Ihrem Blog stehen. Kurz: Auch Instagram sollte sich in Ihre übergreifende Kommunikationsstrategie und das Branding einfügen - egal ob Sie es als Unternehmen, Freelancer oder Bewerber nutzen.

6. Gezieltes Einbetten

Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen ihre teilweise hervorragenden Beiträge nur in den sozialen Netzwerken nutzen. Dabei können Sie Instagram-Beiträge nicht nur einbetten, sondern auch in Diensten wie Storify oder Applikationen wie Storehouse dazu nutzen, Ihre Themen und Geschichten zu präsentieren und sich zu positionieren. Nutzen Sie Ihre Instagram-Beiträge in Blogartikeln und anderen Diensten, sollten Sie darauf achten...

  • ... die Beiträge im passenden Kontext einzusetzen.
  • ... die Beiträge wirklich als Aufwertung des Artikels oder der Story zu nutzen.
  • ... die Einbettung ordentlich vorzunehmen und die Bilder optimal zu präsentieren.
  • ... auch dort Ihrem optischen Stil und Branding treu zu bleiben.

7. Interaktion nutzen

rido/123rfWir haben es bereits erwähnt: Instagram ist ein soziales Netzwerk mit einer aktiven Community. Diese Tatsache sollten Sie nutzen, sich wirklich im Netzwerk durch Kommentare und Likes engagieren und mit anderen Nutzern und Fans in Kontakt treten. Unternehmen und Freelancer können beispielsweise dazu aufrufen, Bilder mit ihren Produkten zu posten und so user generated Content für sich nutzbar machen. Solche Aktionen lassen sich natürlich auch mit Gewinnspielen oder Wettbewerben verknüpfen.

Als Bewerber können Sie Beiträge potenzieller Arbeitgeber und/oder zu Ihren Themen aggregieren, mit anderen Bewerbern und Experten in Ihrem Feld in Kontakt treten und so neue Beziehungen aufbauen, die Ihnen bei der Jobsuche helfen können.

Bewerbung via Instagram: Ein Praxisbeispiel

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Clark Walker hätte Arzt werden können. Jedenfalls wollte er das mal und studierte dafür auch gut vier Jahre lang an der Utah State Universität. Dann erkannte er seine wahre Leidenschaft: Haare. Inzwischen ist Clark Walker (im Bild rechts) ein bekannter Friseur in New York. Und den Erfolg sowie seine Engagements in angesagten Barber Shops verdankt er vor allem der Facebook-Tochter und dem Bildernetzwerk Instagram.

Aller Anfang ist schwer: Seine ersten Bilder erzielten gerade mal zwei Likes und Null Kommentare. Alles andere als ein Erfolg. Doch Walker machte tapfer weiter. Er erkannte, dass es auf Instagram nicht allein darum geht, Bilder zu posten, sondern sich zugleich mit anderen Frisören und Barber Shops zu vernetzen. Die Followerzahlen stiegen.

Anschließend analysierte er, gute und wichtige Hashtags, die ihm dabei halfen, seine Sichtbarkeit zu steigern: zum Beispiel #barber, #shave and #pompadour.

Walker verfeinerte seine Poste jedoch permanent weiter. Zu den Bildern und Hashtags kamen nun noch kleine Geschichten von seinen Kunden dazu. Und falls die ebenfalls einen Instagram-Account besaßen, wurden sie darin ebenfalls gleich erwähnt und verknüpft.

Und irgendwann war es soweit: Walker wollte nach New York. Er fand dort einen ziemlich angesagten, wie er sagt, "high-end" Barber Shop. Sein Glück: Auch der hatte einen Instagram-Account, dem Walker nun folgte. Und tatsächlich: Irgendwann postete der Shop-Besitzer ein Foto mit der Unterzeile "Now Hiring." Walker kommentierte dies lapidar, indem er schrieb, er ziehe demnächst sowieso nach New York um. Sein Bilder-Profil sprach derweil für ihn, der Besitzer markierte gleich mehrere seiner Bilder mit Likes. Und Bingo: Nach einem kurzen Vorstellungsgespräch und ein paar Testschnitten bekam er den Job.

Clark Walker's Erfolgsstrategien in Kürze

  • Dokumentieren Sie Ihre Arbeit auf Instagram, zeigen Sie was Sie können.
  • Identifizieren Sie einschlägige Keywords und nutzen Sie diese als #Hashtags, um besser gefunden zu werden.
  • Vernetzen Sie sich mit erfolgreichen Kollegen aus der Branche und potenziellen Arbeitgebern.
  • Schreiben Sie kleine Geschichten zu Ihren Fotos und vernetzen Sie auch die Abgebildeten darin.

Instagram: Einsteigertipps für Unternehmen

Haben Sie die konzeptionelle Phase gemeistert und sich eine passende Strategie zurechtgelegt, können Sie sich dem konkreten Einstieg ins Netzwerk widmen. Gehen Sie diesen bitte mit Bedacht, ausreichend Zeit und realistischen Erwartungen an. Instagram kann zum Zentrum Ihrer Bildkommunikation werden, doch bis das Netzwerk vollständig und nachhaltig in Ihren Workflow integriert ist, wird es in der Regel einige Zeit in Anspruch nehmen. Die folgenden Einsteigertipps basieren auf unserer Erfahrung mit verschiedenen Kunden und auf unseren eigenen Erfahrungen mit Instagram. Sie sind auf Unternehmen ausgerichtet, können jedoch auch von Bewerbern adaptiert werden.

  • Stellen Sie sicher, dass sich die zuständigen Mitarbeiter im Vorfeld mit dem Netzwerk befassen und Instagram idealerweise privat oder mit Test-Accounts nutzen.
  • Statten Sie alle Mitarbeiter mit ausreichend guten - idealerweise aktuellen - Smartphones aus.
  • Lassen Sie dem Team Zeit, den visuellen Stil zu entwickeln zu etablieren.
  • Füllen Sie das Profil mit allen notwendigen Daten aus und stellen Sie sicher, dass auch Ihre anderen Social Media Profile dort verlinkt sind.
  • Legen Sie klare Ziele und Themen fest und machen Sie deutlich, welche Rolle Instagram in der übergreifenden Kommunikationsstrategie spielt.
  • Nutzen Sie die Bilder nicht nur auf Instagram sondern auch auf Facebook und Twitter.
  • Versehen Sie alle Bilder mit aussagekräftigen Kommentaren und den passenden Hashtags.
  • Verlinken Sie auch von Ihren anderen Social Media Präsenzen auf Ihren Instagram Account und präsentieren Sie diesen dort prominent.
  • Kommunizieren Sie Ihren Einstieg in Instagram aktiv auf allen passenden Kanälen.
  • Weisen Sie in unregelmäßigen Abständen auf Ihren Instagram-Account - in Verbindung mit einem Call-to-Action - hin.
  • Nutzen Sie ausschließlich eigenes Bildmaterial und sorgen Sie dafür, dass der Kontext des Bildes auch im jeweiligen Kommentar deutlich wird.
  • Antworten Sie auf Kommentare und folgen Sie thematisch passenden Instagram-Accounts.
  • Posten Sie regelmäßig und achten Sie darauf, dass alle Bilder Ihren Qualitätsstandards und Ihrer Botschaft gerecht werden.
[Bildnachweis: Ollyy, alphaspirit, Neirfy by Shutterstock.com; rido by 123rf.com]